Diskussion: Schulpflicht - ja oder nein

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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jonasb
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Diskussion: Schulpflicht - ja oder nein

Beitragvon jonasb » 29.10.2018, 10:10

Hallo Silvia,
interessante Fragen.
Ich empfinde Schule als Gewalt, weil sie vom Staat als Pflicht auferlegt wird. Österreich gibt es ja keine Schulpflicht, sondern nur eine Bildungspflicht, das finde ich klasse, weil Bildung kann auch zu Hause sehr gut stattfinden. Die Schulpflicht Hier hingegen, ist ein zwingen in ein sehr schlechtes Schulsystem, dass seit mehr als 100 Jahren keinen ticken besser geworden ist. Deutschland ist nur eines der wenigen Länder in Europa, welches dieses System Schulpflicht noch hat.
Arbeiten hingegen finde ich nicht als Gewalt, weil wir Erwachsenen uns unser Arbeitsfeld selber aussuchen können. Wir können kündigen, wenn es uns nicht gefällt. Wir können, auch wenn einige den Grundsatz definitiv schlecht finden, auch einfach Hartz IV beziehen, wenn wir dies möchten. Ja, das Thema mit finanziell durch kommen, und aus diesem Grund die Eltern ihre Kinder ziemlich früh in die Fremdbetreuung abgeben, finde ich auch irgendwie als Gewalt, weil es zerstört die Selbstbestimmung und ich finde diese wahnsinnig wichtig.
Ich möchte mir selber aussuchen, ob ich arbeiten möchte oder ob ich nicht. Ob ich mein Kind weggeben möchte oder ob ich es nicht möchte. Unsere Politik, zumindest in Deutschland, ist aber schwer darauf aus, dass alle so früh wie möglich arbeiten. Dabei fehlt es an Fachpersonal, das angemessen und orientiert an den Bedürfnissen von Kindern im Kindergarten arbeitet. Es fehlt an allen Ecken und enden und die Kinder werden eingewöhnt oder sogar auch nicht.


Sich anziehen, oder einem Kind aufzuzwingen, sich richtig anzuziehen, empfinde ich als Übergriff, weil ich davon ausgehe, dass Kinder, sofern sie nicht diagnostiziert eine Wahrnehmungsstörung haben, sie erkennen können, wenn es ihnen zu kalt ist. Kälte und Wärme ist etwas subjektives. Während ich es draußen kalt finde, kann es mein Kind ganz anders empfinden.
Das Zimmer aufräumen empfinde ich, sollten die Eltern das auferlegen auch als Gewalt, ja. Weil es ist das Zimmer des Kindes. Wenn mich das stört, dann räume ich das auf. Wenn es mein Kind stört, tut es mein Kind. Natürlich kann ich mit meinem Kind vereinbart dass wir zum Beispiel gemeinsam aufräumen können oder dass ich mich nicht einmischen, mir aber wünschen, dass Brotdosen aus der Schule bitte in die Küche gebracht werden.
Alles, was ich ohne mit dem Kind darüber zu kommunizieren einfach durchsetzen möchte, empfinde ich als Gewalt. Weil ich es wichtig finde, dass Kinder mit einbezogen werden. Es geht hauptsächlich um sie, ihr Leben, ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse, wobei ich nicht einmal zwischen Wünschen und Bedürfnissen differenziere. Viele differenzieren das gerne, damit sie nein sagen können zum Beispiel bei Wünschen.

... alle reden hier von Gewalt...
wo beginnt Gewalt, wo endet sie?

Ist es Gewalt, wenn man aufräumen muss? - Sich anziehen muss? In die Schule gehen muss? Zur Arbeit gehen muss? -
In den Kindergarten gehen muss? - Häufig sogar noch vor 3,5 Jahren?
Ist es Gewalt, dass die Mütter nicht zu Hause bleben dürfen bei ihren Kleinkindern? -
Wo beginnt die Gewalt?
Und welche Gewalt müssen wir doch ertragen? Staatsgewalt? - Meinungsfreiheit? - Mobbing ist Gewalt... - und auch hier wird regelmäßig übersehen, wo es beginnt...

- Menschen mit Sprachfehler, im Rollstuhl und anderen offensichtlichen Handicaps werden einfach diskriminiert...

- keine Barrierefreiheit, Diskriminierung...
alles Gewalt - doch wo setzt man da an?

Liebe Grüße

Silvia
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 29.10.2018, 10:19

... alle reden hier von Gewalt...
wo beginnt Gewalt, wo endet sie?
Ist es Gewalt, wenn man aufräumen muss? - Sich anziehen muss? In die Schule gehen muss? Zur Arbeit gehen muss?
Speziell zu dem Thema noch mal: Ja, auch Arbeitsverhältnisse können für mich etwas Gewaltvolles haben, wenn Menschen z.B. im Niedriglohnsektor ausgebeutet und völlig unter Wert bezahlt werden. Oder wenn Menschen durch unzumutbare Arbeitsbedingungen, durch permanenten Dauerstress usw. gesundheitlich kaputt gemacht werden. Auch der Staat unterstützt mitunter diese Form der Gewalt z.B. durch demütigende Hartz-IV-Sanktionen.

Gewalt hat tatsächlich sehr viele Gesichter, die sich oft auch hinter der Fassade des "politisch Notwendigen", des "politischen Korrekten" und dergleichen verbergen.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 29.10.2018, 10:34

Arbeiten hingegen finde ich nicht als Gewalt, weil wir Erwachsenen uns unser Arbeitsfeld selber aussuchen können. Wir können kündigen, wenn es uns nicht gefällt.
Hallo Jonas,

du kannst das vielleicht, aber die allermeisten Menschen, die über den Arbeitsplatz ihre Existenz sichern müssen und womöglich noch eine Familie zu ernähren haben, können nicht einfach jederzeit nach Lust und Laune ihren Arbeitsplatz kündigen. Arbeitsverhältnisse sind ganz oft Abhängigkeits- und teilweise auch Ausnutzungsverhältnisse, das ist leider die Realität.

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 29.10.2018, 10:54

Ich empfinde Schule als Gewalt, weil sie vom Staat als Pflicht auferlegt wird. Österreich gibt es ja keine Schulpflicht, sondern nur eine Bildungspflicht, das finde ich klasse, weil Bildung kann auch zu Hause sehr gut stattfinden.
Bildung kann auch zu Hause sehr gut stattfinden? Ist das wirklich so? :roll:

In gut betuchten Akademikerkreisen mag das - in bestimmten Fällen - vielleicht funktionieren, aber wie stellst du dir das z.B. vor in einer Familie, in der beiden Eltern für ihren Lebensunterhalt den ganzen Tag arbeiten müssen? Wie soll da Bildung von zu Hause aus funktionieren?

Oder mit Eltern, die selbst über wenig Bildung verfügen und ihren Kinder kaum etwas an schulischen Wissen beibringen können? Oder in Migrantenfamilien, wo die Eltern überhaupt kein Deutsch sprechen?

Wie stellst du dir in solchen und ähnlichen Fällen vor, dass die Kinder zu Hause all das lernen sollen, was sie heute in der Schule lernen? ich will dir nicht absprechen, dass du aus gut gemeinten und ehrenwerten Motiven argumentierst, aber manche deiner Standpunkte wirken auf mich ein wenig wirklichkeitsfremd. (vergl. auch meinen vorigen Post zum Thema Abhängigkeit im Arbeitsverhältnis)

MamaPina
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Beitragvon MamaPina » 29.10.2018, 10:59

Hallöchen,

ich habe eigentlich keine Zeit. Aber mir ist es sehr wichtig, Eltern und Kindern Möglichkeiten mit an die Hand zu geben, die ihnen ein gutes Gefühl geben. Im Film war klar zu sehen, Eltern und Kinder haben grosse Probleme, sich der Konsequenz, die auch lt. Kinderschutzbund mit Gewalt verbunden ist, anzupassen. Der Kinderschutzbund regt an, von der Staatsanwalt klären zu lassen, ob ein Anfangsverdacht besteht.
Die Frage ist eigentlich , ist diese im Film gezeigte Gewalt nötig, weil keine Therapie mehr greift. Denn dass die Therapie nicht gewaltfrei ist, das scheint von vielen Zuschauern und auch Experten, wahrgenommen zu werden.
da es unstrittig ist, dass Gewalt zu therapeutischen Zwecken eingesetzt wird, muss es dem Personal auch bewusst gemacht werden. Am besten wäre, sich Fehler einzugestehen und sich mit Konzepten anzufreunden, die gewaltfrei zum Erfolg führen. Erstens kann niemand kurzfristig kündigen und zweitens müssen Mitarbeiter, die irgendwie abgestumpft sind, wenn Kinder sich gegen Maßnahmen wehren und weinen, wieder sensibilisiert werden.

LG

jonasb
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Beitragvon jonasb » 29.10.2018, 11:03

Hallo,
da verstehst du wohl was falsch.
Theoretisch kann jeder kündigen. BZW. sich kündigen lassen. Ob man dies Praktisch möchte ist eine andere Sache. Wenn aber Nur ein Elternteil arbeiten möchte und das andere nicht, ist hier ja das Problem, dass alles angerechnet wird. Ich kenne aber sehr wohl Menschen, die sich gegen die Arbeit entschieden haben. Um zum Beispiel besser für ihre Kinder da zu sein oder sich in der Zeit, in der Kinder Zwangsweise in Schule müssen, etwas Gutes zu tun. Es gibt auch genug leute, die sagen, dass sie durch den Staat und deren Leistungen mehr Geld bekommen, als wenn sie arbeiten...
Ich kenne sogar Menschen, die in D leben, aber untergetaucht sind... Keine Kita, keine Schule, keine Arbeit...
Alles ist möglich, man muss es nur wollen.
Keiner ist Gezwungen zu arbeiten. Aber wenn man sagt: „Ich möchte nicht arbeiten, ich lebe vom Staat.“ wird man direkt beschimpft und als faul oder so benannt.
Das ist ebenso Gewalt gegen die, die es so tun. Da mangelt es an Respekt denen gegenüber, die anders leben. Zugleich wünschen sich die Erwachsenen immer Respekt von den kleinsten... Haben aber oft keinen...

Aber wie gesagt, theoretisch kann es jeder... Man muss nur schauen, Ob man ein Anrecht auf Leistungen hat. Ich habe die nicht, da verheiratet, getrenntlebend und Frau Unmengen an Vermögen. Ebenso wenig habe ich aktuell einen Job, d.h. ich lebe von dem wenigen Geld, dass ich so bekomme, durch mein Kind zum Beispiel.
Faul bin ich trotzdem nicht!

Ja, ich weiß, ich bin vermutlich der Einzige mit solchen Ansichten hier im Forum, bin auch oft der einzige, der Erziehung als Gewallt benennt, weil der „ziehende“ und der „Zögling“ und nix mit Augemhöhe und Respekt.
Aber das ist ok so.
Keiner muss mich, meine Art zu leben, mein Leben verstehen...
Arbeiten hingegen finde ich nicht als Gewalt, weil wir Erwachsenen uns unser Arbeitsfeld selber aussuchen können. Wir können kündigen, wenn es uns nicht gefällt.
Hallo Jonas,

du kannst das vielleicht, aber die allermeisten Menschen, die über den Arbeitsplatz ihre Existenz sichern müssen und womöglich noch eine Familie zu ernähren haben, können nicht einfach jederzeit nach Lust und Laune ihren Arbeitsplatz kündigen. Arbeitsverhältnisse sind ganz oft Abhängigkeits- und teilweise auch Ausnutzungsverhältnisse, das ist leider die Realität.
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rena99
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Beitragvon rena99 » 29.10.2018, 11:09

Sich anziehen, oder einem Kind aufzuzwingen, sich richtig anzuziehen, empfinde ich als Übergriff, weil ich davon ausgehe, dass Kinder, sofern sie nicht diagnostiziert eine Wahrnehmungsstörung haben, sie erkennen können, wenn es ihnen zu kalt ist. Kälte und Wärme ist etwas subjektives. Während ich es draußen kalt finde, kann es mein Kind ganz anders empfinden.
Das Zimmer aufräumen empfinde ich, sollten die Eltern das auferlegen auch als Gewalt, ja. Weil es ist das Zimmer des Kindes. Wenn mich das stört, dann räume ich das auf. Wenn es mein Kind stört, tut es mein Kind. Natürlich kann ich mit meinem Kind vereinbart dass wir zum Beispiel gemeinsam aufräumen können oder dass ich mich nicht einmischen, mir aber wünschen, dass Brotdosen aus der Schule bitte in die Küche gebracht werden.
Das ist halt immer eine Gratwanderung. Mein Kind war im Auto angeschnallt im Kindersitz und hatte bei Radfahren (wie ich auch) eine Helm auf. Das "Aufräumen" habe ich erzwungen (angeleitet und mit meiner Beteiligung), wenn die hygienischen Zustände das erforderten (Schimmel). Mein Kind hatte Schwimmfügel an, als es noch nicht sicher schwimmen konnte.

Ich denke, meine obigen Beispiele sind für alle eindeutig "pro Zwang". Beim Anziehen wird es schon schwieriger. Dass man sich anziehen muss, wenn man rechtzeitig aus dem Haus muss (vielleicht will das Kind das ja manchmal gar nicht) ist klar, aber bei uns gab es immer Alternativen zum Aussuchen (die ich aber vorher schon mal eingegrenzt hatte).

Auch darüber müssen wir ja diskutieren. Wie und wo entwickeln Eltern das "gesunde Bauchgefühl", das man als Eltern im Umgang mit den Kindern unebdingt braucht? Und das auch in Stresszeiten noch funktionieren muss. Den gezeigten Eltern im Film war das auf jeden Fall abhanden gekommen. Und Verunsicherung ist nie ein guter Ratgeber.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

jonasb
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Beitragvon jonasb » 29.10.2018, 11:14

Hallo,
Da es in Ö zum Beispiel keine Schulpflicht gibt, sondern nur eine Bildungspflicht, können Kinder entweder zur Schule gehen oder zu Hause bleiben.
Ebenso in Portugal, Frankreich usw. usw. usw.
Die Kinder werden einmal im Jahr geprüft.

Kennst du denn überhaupt eine Familie, die Ohne schule lebt?
Ich kenne einige und die Kinder lernen durch den Alltag alles Nötige. Übrigens aus verschiedenen „Schichten“, wie man hier gern noch in Schubladen einteilt.
Motivation kommt aus dem Kind und muss nicht reingeprügelt werden. Wussten übrigens schon sehr große Pädagogen zb die Frau mit M, von der es auch tolle Schulen gibt...
- Mathe: Baumhaus bauen, Backen, einkaufen
- Deutsch: Interessen nachgehen, in Bibliotheken Bücher ausleihen, lesen... Dazu ist das noch Sachkunde oder Erdkunde, Geschichte...
- Englisch oder weitere Fremdsprachen durch Reisen, Filme auf Englisch, Besucher auf zum Beispiel dem Bauernhof, die nur Englisch sprechen...

Parabeln berechnen braucht kein Kind im Alltag.
Schulabschlüsse werden durch eigener Motivation der Kinder absolviert.


Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darüber diskutieren, wenn nötiges Wissen nicht vorhanden ist.

Wer keine Lust hat, seine Kinder zuhause zu unterrichten, der schickt sie in die Schule. Wer das Schulsystem als Problematisch ansieht, der lässt es bleiben.


Ich empfinde Schule als Gewalt, weil sie vom Staat als Pflicht auferlegt wird. Österreich gibt es ja keine Schulpflicht, sondern nur eine Bildungspflicht, das finde ich klasse, weil Bildung kann auch zu Hause sehr gut stattfinden.
Bildung kann auch zu Hause sehr gut stattfinden? Ist das wirklich so? :roll:

In gut betuchten Akademikerkreisen mag das - in bestimmten Fällen - vielleicht funktionieren, aber wie stellst du dir das z.B. vor in einer Familie, in der beiden Eltern für ihren Lebensunterhalt den ganzen Tag arbeiten müssen? Wie soll da Bildung von zu Hause aus funktionieren?

Oder mit Eltern, die selbst über wenig Bildung verfügen und ihren Kinder kaum etwas an schulischen Wissen beibringen können? Oder in Migrantenfamilien, wo die Eltern überhaupt kein Deutsch sprechen?

Wie stellst du dir in solchen und ähnlichen Fällen vor, dass die Kinder zu Hause all das lernen sollen, was sie heute in der Schule lernen? ich will dir nicht absprechen, dass du aus gut gemeinten und ehrenwerten Motiven argumentierst, aber manche deiner Standpunkte wirken auf mich ein wenig wirklichkeitsfremd. (vergl. auch meinen vorigen Post zum Thema Abhängigkeit im Arbeitsverhältnis)
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
Vorstellung

ehemalige Userin

Beitragvon ehemalige Userin » 29.10.2018, 11:19

Es gibt auch genug leute, die sagen, dass sie durch den Staat und deren Leistungen mehr Geld bekommen, als wenn sie arbeiten...
Ich kenne sogar Menschen, die in D leben, aber untergetaucht sind... Keine Kita, keine Schule, keine Arbeit...
Alles ist möglich, man muss es nur wollen.
Keiner ist Gezwungen zu arbeiten. Aber wenn man sagt: „Ich möchte nicht arbeiten, ich lebe vom Staat.“ wird man direkt beschimpft und als faul oder so benannt.

Jonas, du kannst das gerne so sehen, das keiner gezwungen wird zu arbeiten (was formal ja auch richtig ist), aber ich frage mich trotzdem, in welcher persönlichen Traumwelt lebst du da? Mit meiner Lebensrealität und der Lebensrealität praktisch aller Menschen, die ich kenne, hat das jedenfalls absolut gar nichts zu tun. Ich empfinde solche Aussagen eher Zynismus gegenüber all denjenigen, die sich jeden Tag auf Arbeit den Hintern aufreißen und bis an ihre Belastungsgrenze gehen, weil sie gar keine Alternative haben,.

Noch eine persönliche Frage, wenn du gestattest: Bist du ein Anhänger der Antipädagogik nach E. von Braunmühl? Viele, was du schreibst (Schulpflicht, Erziehung) wirkt so, als wäre es direkt von dort übernommen.

MamaPina
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Beitragvon MamaPina » 29.10.2018, 11:21

Hallöchen,

es schweift jetzt sehr aus und von dem was in Gelsenkirchen passiert, sehr ab. :wink: Aber Jonasb, es macht für mich einen Unterschied, ob es zwingende Gründe gibt, für die die Solidargemeinschaft einsteht. Oder ob die Solidargemeinschaft benutzt und ausgenutzt gibt. Personen, die untertauchen haben sehr oft kriminelle Gründe. Den meisten Menschen, die untertauchen, bringe ich keinen Respekt entgegen, weil die meisten vor ihren Problemen davon laufen und in vielen Fällen Dreck am Stecken haben. Wenn Du schon von Respekt sprichst, dann erwarte ich auch, dass Menschen, die die Solidargemeinschaft für ihre Zwecke benutzen, Respekt lernen und neue Wege einschlagen.

LG


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