Schreibschrift lernen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Nicole5kids
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Beitragvon Nicole5kids » 02.11.2018, 08:11

Hallo,

unser Sohn ( Klasse 4) schreibt keine Schreibschrift, weil er durch seine Wahrnehmungsstörung Probleme hat die Schrift zu lesen-die Buchstaben sind dann zu nahe beieinander. Unsere gesunde Hochbegabte Tochter ist sehr früh eingeschult worden. Durch den Zwang zur Schreibschrift hatte sie die Lust verloren ansprechende Texte zu schreiben. Nach einem Schulwechsel hat ihr die neue Lehrerin erlaubt wieder Druckschrift zu schreiben-eine Entlastung für alle Beteiligten. Sie hat dann in Klasse 4( mit 7 Jahren) freiwillig die Schreibschrift gelernt. Durch diese Lehrerin haben wir Eltern gelernt, dass es für jedes Kind individuelle Entwicklungsalter für die Dinge gibt. Sind sie da noch nicht, kann man sich auf den Kopf stellen-dann funktioniert es nicht. Erlebt haben wir dies beim Kleinen mit dem Schleife binden. Trotz üben keine Chance-wir haben ihn einfach gelassen und dann mit 8 Jahren ging es dann auf seinen Impuls hin nach einmaligem Zeigen 😀. Aber die Geduld habe ich letztlich erst bei Kind Nr.5 entwickelt. Mein Großer schreibt übrigens auch keine Druckschrift-noch nie- und ist damit ohne Schwierigkeiten bis in die Oberstufe des Gymnasiums gekommen.

Viele Grüße
Nicole
5 Kinder, davon 3 mit oculärem Albinismus und davon eine Tochter mit zusätzlicher visueller Wahrnehmungsstörung

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_Marta
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Beitragvon _Marta » 16.11.2018, 12:24

Hallo zusammen,

ich dachte, ich gebe mal unsere Erfahrungen dazu: Mein Sohn hat die 1. Klasse überhaupt nicht gelernt, Kleinbuchstaben zu schreiben. Und wollte das auch nciht. Absolute Verweigerung. Er konnte (und kann) sich einfach nicht merken, wie die Schwungrichtungen bzw. Schreibabläufe sind. Schreibschrift findet er jetzt in der 2 aber total spannend. Er hat trotzdem richtig viel Mühe, dank der schlechten, schlechten Feinmotorik. Ich habe ihm auch schon (in Absprache mit den Lehrern) angeboten: Hauptsache du schreibst groß und klein, du musst dich nicht unbedingt mit Schreibschrift quälen.

Mein Sohn aber findet Schreibschrift leichter. Er meint, die Buchstaben sind da logisch verbunden und nach jedem Buchstaben absetzen und neu ansetzen wäre für ihn viel viel schwieriger und er könnte sich bei Druckschrift nicht merken, wie rum er dann die Buchstaben schreiben soll. Inzwischen kann er fast alle kleinen Buchstaben in Schreibschrift und schreibt dort tatsächlich auch keine Spiegelschrift. Anders bei de kleinem Druckbuchstaben. Wenn er die schreibt, kommt zu 50 % Spiegelschrift heraus.

Hmm - es kommt halt wie immer aufs Kind an.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
F90.0G, F84.1V, Entwicklungsverzögerung Feinmotorik, HB, Funktionsniveau: 3 - 4

Ayden
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Beitragvon Ayden » 16.11.2018, 20:13

Liebe Marta,

das kenne ich von unserer Kleinen auch! Da war das Problem nicht die Spiegelung, sondern die Worttrennung, dabei dann den größeren Abstand immer zu bedenken klappte nicht immer.

Mit der Schreibschrift war das Problem sofort behoben.

Liebe Grüße, Ayden

GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 16.11.2018, 23:20

Hallo,

mein Sohn hatte trotz guter Lesekenntnisse große Schwierigkeiten mit dem Schreibenlernen, weil er einfach langsam war - wobei auffiel, dass er die eigentlichen Buchstaben gut und flott schrieb, aber immer wenn er absetzte eine Pause einlegte - nach jedem Buchstaben! Für ihn war die Schreibschrift eher eine Erleichterung, weil er nicht mehr ständig den Faden verlor.

Schulischerseits wurde nicht viel Wert auf Schreibschrift gelegt, aber ich habe schon früh vermutet dass er genau die brauchen könnte - erstmal war es auch schwer, eben weil er sehr pedantisch war und alles aussehen musste wie gedruckt - aber es hat sich dann schnell gezeigt dass er so schneller wurde, einfach weil er nicht mehr zwischendurch absetzte. Er schreibt mit einem Tintenroller, und das wird auch auf dem Gymnasium akzeptiert.

Ich habe ihn ein Selbstlernheft zum Thema Schulausgangsschrift durcharbeiten lassen, für jede Seite bekam er eine kleine Belohnung. So hat er gut durchgehalten bis er selbst soweit war, zu merken, was es für ihn leichter machte.

Zumindest hier gibt es allerdings durchaus Gymnasiasten die lieber Druckschrift schreiben, teilweise sogar mehrheitlich in ihren Klassen.

LG

GretchenM


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