Schreibschrift lernen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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AnnalenaO
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Beitragvon AnnalenaO » 29.10.2018, 23:21

Hallo HeikeLeo!
Ich hab hier scheinbar wirklich ganz grosses Glück mit der Grundschule! Das war mir gar nicht so bewusst.....
Hallo Lisa!
Bei uns ist es ja ähnlich gelaufen: kognitiv hochfiites Kind wurde von der Einschulung zurückgestellt aufgrund von nicht zusammenpassenden kognitiven und feinmotorischen Fähigkeiten. Das war für meinen Sohn damals auch nicht schlimm. Er hatte mit dem Drumrum genug zu tun so dass es ihm nicht langweilig wurde. Ich finde es gut dass es bei euch ganz offiziell diese Möglichkeit gibt und ich würde das bei dem was du so beschreibst wahrscheinlich auch nutzen. Dann würde dein Sohn ganz gefestigt aufs Gym kommen und hätte ja auch nochmal Zeit wegen der Schreibschrift. Vielleicht platzt da ja noch der Knoten wenn es kein grundlegendes Feinmotorisches Problem gibt.
Liebe Grüsse. AnnalenaO

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Ayden
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Beitragvon Ayden » 30.10.2018, 10:49

Liebe Lisa,
ob Schreibschrift im Gymnasium erwartet wird, ist wohl von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Hier in HH will Herr Thies Rabe (Schulsenator) verbindlich einführen, dass mit Ende der 4. Klasse alle Schüler eine fließende Handschrift erworben haben sollen.

Unter dem Aspekt kannst Du ja vorsorglich versuchen, in der Schulakte Deines Sohnes dokumentieren zu lassen, dass Nachteilsausgleich in Bezug auf die Schriftform dokumentiert wird.

Unserer Tochter, jetzt Anfang 3. Klasse, habe ich die Schreibschrift auch komplett über die Motorik, am Anfang geführt, beigebracht, da sie aufgrund ihrer zentralen Amblyopie ganz schlecht abmalen kann.

Ich habe sie die Schwungübungen immer mit dem Füller machen lassen (einem Pelikanmodell, Rosa mit gelb), da der sofort aufhört zu schreiben, wenn er falsch gehalten wird.

Dann habe ich sie Wörter mit schwingender Buchstabenverbindung schreiben lassen: lulu, alle, lallen etc, und so langsam immer mehr Buchstaben eingeführt. Dann hat sie kurze Schreibschriftsätze abgeschrieben, alles mit großer Lineatur. Erst nach ca. einem halben Jahr üben hat sie dann vollständig umgestellt und ist jetzt eine von 3 Schüler/innen ihrer Klasse die ausschließlich Schreibschrift schreibt.

Das dauert einfach! Aber irgendwann hatte sie einfach Spaß an der Eleganz der fließenden Bewegung.....

Viel Glück, vielleicht klappt es ja!

LG, Ayden

fanny
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Beitragvon fanny » 30.10.2018, 11:30

Meine Tochter (nicht Autismus, aber ADS) hatte eine absolut katastrophale Schrift mit Schreibschrift. Kaum lesbar und sie hat sich gequält ohne Ende. Das Abschreiben dauerte EWIG, weil sie jeden Buchstaben PERFEKT nachmalen wollte... und es natürlich nicht schaffte... und dann wurde gekillert... drübergeschrieben... durchgestrichen, weil es immer noch nicht gepasst hat...

Jetzt zum Wechsel aufs Gymnasium habe ich sie dazu überredet, Druckschrift zu schreiben und siehe da: Plötzlich kann man lesen, was sie schreibt, und es sieht VIEL ordentlicher aus. Außerdem schreibt sie jetzt mindestens doppelt so schnell. Für das Gymnasium finde ich ganz wichtig, gut lesbar zu schreiben, ganz egal, ob Druck- oder Schreibschrift. Meine Tochter hat einfach Probleme mit Schreibschrift und da hat viel Üben nichts gebracht. ADS trägt ja auch seinen Teil dazu bei und was das angeht, übe ich lieber Dinge mit ihr, die sie wirklich braucht. Schreibschrift gehört definitiv nicht dazu.

FranziF
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Beitragvon FranziF » 31.10.2018, 02:54

Hallo,

Diese vereinfachte Ausgangsschrift ist der Horror... kann ich total verstehen, dass man die nicht nutzen will. Kann heute nichtmal mehr alle Buchstaben, schreib seit mitte der dritten Klasse quasi ausschließlich Druckschrift, seit der 5. nur noch.
Geht nicht nur wunderbar sondern bin (war) auch mindestens genauso schnell wie Mitschüler & Kommilitonen und wesentlich lesbarer als so ne verkappte Schreibschrift.
Fahrrad fahren und Schreibschrift- zwei Dinge die mMn enorm überbewertet werden :wink:
Wenn es bei euch irgendne Regelung gibt, dass man ne Schreibschrift nachweisen können muss, würd ich mit Nachteilsausgleich arbeiten, ansonsten einfach ignorieren. Gibt durchaus Fähigkeiten für die es sich zu kämpfen lohnt, ich find Schreibschrift gehört nicht dazu.

Liebe Grüße

rena99
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Beitragvon rena99 » 31.10.2018, 11:34

Was mir nich auffällt: die Schreibschriftdiskussion ist eine typische Grundschuldiskussion.

Es wäre mal spannend, hier von Eltern erwachsener Kinder zu hören, wie sich die Schriftproblematik bei ihren Kindern dann entwickelt hat. Mein persönlicher Eindruck ist, dass sich eine eigene Schrift bis Ende 6. Klasse andeutet und fast bis zum 20. Lebensjahr dann weiter ausbildet. Egal, ob vorher Schreibschrift geschrieben wurde oder nicht.

Persönlich kenne ich nur sehr wenige Kinder, die nach der 6. Klasse noch bei der Schreibschrift geblieben sind, die meisten kehrten zurück zur Druckschrift und haben daraus dann die persönliche Schrift entwickelt.

LG
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Beitragvon rena99 » 31.10.2018, 13:45

Und hier noch ein Übungsheft, um von der Druckschrift (Grundschrift) zu einer verbundenen Schrift zu kommen:
https://emrich.in/download/1470/

LG
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Julia-82
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Beitragvon Julia-82 » 31.10.2018, 19:28

Hallo Lisa,
mein Sohn lernt jetzt gerade ausdrücklich erstmal wieder Druckbuchstaben zu schreiben.Die Schreibschrift bekommt er überhaupt nicht hin.Leider kann man aber auch seine Wörter in Druckschrift kaum lesen.Bei ihm ist dringend ein Nachteilsausgleich nötig,da er es einfach nicht hin bekommt.
Er verdreht ja auch Buchstaben oder lässt einfach welche weg.
So kann er natürlich keine Tests/Arbeiten schreiben.Er kann einem alles erzählen,bekommt es aber nicht aufs Blatt.Der Termin im SPZ ist noch sooo lange hin...es muss sehr frustrierend für ihn sein.

Stekar
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Beitragvon Stekar » 01.11.2018, 12:48

Wie jemand hier sagte
wenn die Schule es nicht verlangt, würde ich da auch nicht weiter drauf bestehen
,im ersten Moment würde ich das selbe sagen,aber wenn ich dann etwas beser drüber nachdenke,währe meine Antwort etwas anders.Mann möchte doch als Elternteil das sein Kind das beste ist und wünscht sich natürlich auch nur das beste für's Kind.Mann möchte sich nicht nachher Vorwürfe machen im Sinne,hätte ich es mal lieber gemacht.
Da ist es schon zu spät!Mann sollte im Moment handeln und alles geben,damit das Kind dann auch was später von hat!

Meine beste Freundin ist der selben Meinung und besucht mit ihrem Kind eine LERNTHERAPEUTISCHE FACHEINRICHTUNG ,und zwar nicht eine sondern diese hier https://pte-bonn.de .
Sie hat schon wirklich tolle Vortschritte gemacht auf die beide stolz sind.Also,alles ist möglich.Hoffe mein Vorschlag hilft dir weiter.

LG

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Beitragvon rena99 » 01.11.2018, 16:13

Stekar hat geschrieben:Wie jemand hier sagte
wenn die Schule es nicht verlangt, würde ich da auch nicht weiter drauf bestehen

Dieser Jemand war ich...
,im ersten Moment würde ich das selbe sagen,aber wenn ich dann etwas beser drüber nachdenke,währe meine Antwort etwas anders.Mann möchte doch als Elternteil das sein Kind das beste ist und wünscht sich natürlich auch nur das beste für's Kind.Mann möchte sich nicht nachher Vorwürfe machen im Sinne,hätte ich es mal lieber gemacht.
Da ist es schon zu spät!Mann sollte im Moment handeln und alles geben,damit das Kind dann auch was später von hat!

Deswegen war es mir ja wichtig, in dem von dir zitierten Text auch Hinweise darauf zu geben, warum ich das persönlich nicht für so kriegsentscheidend halte und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
Meine beste Freundin ist der selben Meinung und besucht mit ihrem Kind eine LERNTHERAPEUTISCHE FACHEINRICHTUNG ,und zwar nicht eine sondern diese hier https://pte-bonn.de .
Sie hat schon wirklich tolle Vortschritte gemacht auf die beide stolz sind.Also,alles ist möglich.Hoffe mein Vorschlag hilft dir weiter.
LG


Persönlich denke ich nicht, dass das Erlernen oder auch Nicht-Erlernen von Schreibschrift ein Thema ist, dass eine lerntherapeutische Begleitung notwendig macht. Wobei ich selbst sehr gute Lerntherapeuten kenne und ihre Arbeit schätze. Ich kenne tatsächlich einige autistische Kinder, die sich (meist aus motorischen Gründen) mit der Schreibschrift extrem schwer tun. Und gerade bei Autisten kommen motorische Fähigkeiten (z.B. Ball fangen, Rad fahren aber eben auch eine flüssige Schrift) einfach später als bei anderen Kindern. Druck vorne richtet da meist nichts aus.

LG
Rena und: herzlich willkommen im Forum!


P.S. Auf der von dir verlinkten Seite kann ich keine Hinweise darauf finden, dass man dort beim Erlernen der Schreibschrift Hilfe bekäme. Das allgemeine Lerntraining wird laut der Webseite gar nicht mehr angeboten. Ich bin doch immer ein wenig verwundert, wenn jemand in seinem allerersten Post hier eine kommerzielle Seite verlinkt.
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

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Ela74
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Beitragvon Ela74 » 02.11.2018, 07:53

Hallo,

warum bestehst Du denn unbedingt auf Schreibschrift, wenn die Schule es nicht tut?
Mein zweiter Sohn (Integrationskind) hat die Schreibschrift in der Grundschule nur angerissen und auch später nie wieder genutzt. Er kam im Tempo auch so mit und ist ohne Schreibschrift ganz gut durch die Schulzeit gekommen.

Bei meinen beiden kleinen gesunden Kindern ist es so, dass der 3-Klässler noch mit Schreibschrift schreiben muß, sein Bruder eine Klasse darunter aber gar keine Schreibschrift mehr lernt, sondern in dieser Klasse die Grundschrift gelehrt wurde.


Ich finde die Schreibschrift absolut unwichtig. Wenn ich mir meine eigene Handschrift heute anschaue, ist das auch ehr eine Druckschrift mit Verbindungen. Wenn ich versuche Schreibschrift zu schreiben, muß ich mich schon sehr anstrengen....also eigentlich umsonst gelernt....gibt wichtigeres.


LG Ela
Ela (Bj.74) mit Marvin (09/97, CP, geistige Behinderung, fehlende Sprache, Epilepsie, Neurodermitis) und Felix (10/01 ADS?, Neurodermitis) und Gordian Andrin 10/09 und Aurelian 8/11


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