Vorgefertigte Testformate Grundschule +Vergrößerungsbedarf?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 31.10.2018, 14:13

Hallo an alle,

ich kann von der anderen Seite berichten: Ich hatte in der Berufsschule eine vollkommen blinde Schülerin. Sie konnte weder hell noch dunkel unterscheiden. Sie hatte einen Schreibcomputer. Trotzdem habe ich ihr die meisten Klassenarbeiten diktiert und sie hat mir die Antworten gesagt. Sie war zum Abschluss Jahrgangsbeste.

Dann hatten wir eine andere Schülerin, die "nur" eine eingeschränkte Sehfähigkeit hatte. Zur Beratung war der Sonderpädagoge in der Schule und empfahl Schriftgröße 28pt. War also nicht ganz so viel. Diese Schülerin hatte durch "Profis" bedeutend mehr Unterstützung als die andere. Diese Schülerin wurde trotzdem vor dem Abschluss aus der Schule komplimentiert. Sie war leistungsmäßig zu schlecht, die Hilfe war nicht ausreichend koordiniert. Wenn die Mutter das selbst in die Hand genommen hätte, stünde sie jetzt auch mit Abschluss da.

Liebe Grüße
Heike

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Ayden
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Beitragvon Ayden » 02.11.2018, 18:14

Liebe Heike, liebe Erika, liebe alle,

ja, wenn eine Schülerin wirklich blind ist, ist der Fall klar. Da kommt einfach niemand, egal was der Schulsenator gerade sagt, auf die Idee, Zettel an Wäscheleinen aufzuhängen, um das `spielerische´ ins Lernen zu integrieren.

Um die weiterführende Schule mache ich mir im Moment noch keine großen Gedanken- Von der Unterrichtsgestaltung wäre für unsere Kleine zwar das Gymnasium am besten geeignet (eben wegen der eher offenen Fragestellungenen), aber mit der Schulzeitverkürzung und den vielen Orthopädenterminen wäre das so, als würde sie jedes 2. Jahr überspringen (im letzten Schuljahr war sie ca. in der Hälfte des Unterrichts anwesend). Na, das kann dann auch bei Begabung echt eng werden ÜÜÜÜÜ!

Letztendlich geht es mir bei der Beschulung unserer Tochter tatsächlich darum, dass sie alles für das Leben lernt, was sie inhaltlich können muss. Und das klappt derzeit auch gut. Spätere mögliche Probleme werden wir einfach später lösen ÜÜÜÜ.

In diesem Thread geht es tatsächlich nur um die Frage, wie man am einfachsten, ohne zu viel Porzellan zu zerschlagen, die (optische, manchmal inhaltliche) Umgestaltung der Tests hinbekommt.

Heute klappte es z.B. gut, da sie einen Teil, den die anderen optisch bearbeiteten, einfach diktiert bekam. Wie gesagt, die Lösungen sind derzeit sehr konstruktiv.

Liebe Lena, Dir einen herzlichen Gruß von unserer Kleinen zurück! Und Gratulation zum Abitur!

Beim Schreiben, dem echten Schreiben, hat unsere Kleine ja zum Glück gar kein Problem. Sie schreibt flüssig mit dem Füller in Schreibschrift und dank der vergrößerten Lineatur kann sie es auch problemlos lesen.

Den Rechner braucht sie nur zum Vergrößern der Zettel.

Nochmal zum allgemeinen Verständnis: Der Arbeitsplatz unserer Tochter in der Schule und zu Hause IST optimal ausgestattet. ÜÜÜÜ.

Dir, Heike, stimme ich völlig zu: Auch Profis können nicht alles richten. Manches ist einfach auch etwas Glück. Aber wer nach dem Glück nicht sucht und nicht daran mitwirkt, wird einfach weniger Glück finden!

Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Ayden

melanie03
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Beitragvon melanie03 » 02.11.2018, 18:45

Hallo Ayden,
ohne jetzt aus Zeitgründen alles gelesen zu haben, deshalb vielleicht doppelt, entschuldigt das bitte:
Hier geht es ja, wie geschrieben, um das Abprüfen von Kompetenzen.
Infos aus dem Fließtext, - der ja kein Problem sein sollte, den muss die Lehrerin abtippen, da bleibt ihr nichts anderes übrig - und aus Bildern müssen verknüpft werden.
Im wirklichen Leben gibt es im Planetarium aber keine Sterne, sondern Aushänge in Tabellenform.
Die Kompetenzorientierung ist sehr wohl auch dann noch gegeben, wenn ich Bilder, die zwar süß sind, weglasse und durch Tabellen ersetze.
Gerne auch für alle Kinder, dann ist keiner irgendwie bevor- oder benachteiligt.

Freundliche Grüße melanie03

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Beitragvon Erica » 02.11.2018, 19:24

[quote="Ayden“]

Um die weiterführende Schule mache ich mir im Moment noch keine großen Gedanken- Von der Unterrichtsgestaltung wäre für unsere Kleine zwar das Gymnasium am besten geeignet (eben wegen der eher offenen Fragestellungenen), aber mit der Schulzeitverkürzung und den vielen Orthopädenterminen wäre das so, als würde sie jedes 2. Jahr überspringen (im letzten Schuljahr war sie ca. in der Hälfte des Unterrichts anwesend). Na, das kann dann auch bei Begabung echt eng werden[/quote]

Hallo Ayden,

Ich will das Thema hier nicht verwässern, aber da wir das nun grad hier machen:
Gymnasium geht, wenn es eigentlich die richtige Schulform wäre, schon.
Lena hat das Gym mit Hilfe von Nachteilsausgleichen und Förderbedarf sowie Schulzeitverkürzung gut geschafft.
Die Schulzeitmenge sowie Menge und Art der Leistungsnachweise wurden flexibel an ihre jeweilige Belastungssituation angepasst und mit Hausunterricht durch die Krankenhausschule unterstützt.

Im Nachhinein war das genau die richtige Entscheidung. Also traut euch das Gym ruhig zu...
LG
Erica
Mama von Lena (18 Jahre), Frühchen, occipitale Partialepilepsie/ Panayiotopoulos-Syndrom, Herzrhythmusstörungen, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon im April 2006, räuml.-konstruktive Wahrnehmungsstörung, Gesichtsfelddefekte, etc

Ayden
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Beitragvon Ayden » 06.11.2018, 16:15

Liebe Erica,

toll! Es ist so schön, und macht auch Mut, auch mal zu lesen, dass es klappen kann!

Wie hat das denn mit der Schulzeitverkürzung bei Deiner Tochter geklappt? Unsere Kleine muss dann halt wirklich liegen oder Physio (selber Schroten) machen, es fehlt also wirklich Zeit. Und die ständigen Bahnfahrten durch die Republik sind auch ganz schön anstrengend.

Hat Eure Tochter denn dann ihren Stoffvon einem Jahr z.B. auf 1,5 Jahre strecken können? Sonst hätte ich Angst, dass sie gar keine Zeit mehr zum Spielen hätte und für Ihre Hobbies (sie tanzt und singt und trifft sich mit Freunden, geht gerne und viel in Theater/Oper etc....) Wie hat Lena das gewuppt?

Herzliche Grüße!

Ayden.

Dir, Melanie, ein liebes Dankeschön :Du hast natürlich völlig Recht: Das Können könnte man bei allen ganz anders testen, Tabellen und Texte und offene Fragen. ..Aber dafür müssten die Lehrer die Tests selber entwerfen (wie früher immer!!!) Wird aber einfach nicht mehr gemacht.

.....Unsere Tochter scheitert schlicht am Format, dass durch die Vergrößerung einfach `irre´ wird, da völlig unübersichtlich..

Es sind von Verlagen vorgefertigte Tests, die einfach nur kopiert werden.....

Liebe Grüße, Ayden


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