Stundenentfall - Integrationshelfer/Schulbegleitung?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Julianes Sonnenschein
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Stundenentfall - Integrationshelfer/Schulbegleitung?

Beitragvon Julianes Sonnenschein » 25.10.2018, 15:40

Hallo,
wir (in Baden-Württemberg) haben in der 3. Klasse eine neue Schulbegleitung vom alten Träger bekommen. Keine Ahnung, warum das plötzlich ein Problem ist: Wenn eine Randstunde entfällt, sollen wir gefälligst selbst für eine Lösung sorgen.
Wir haben morgens eine pädagogische, nachmittags eine sogenannte "unqualifizierte" Schulbegleitung/Integrationshelferin. Freitags ist das Kind nicht in der Betreuung.
Bisherige Regelung bei Entfall der letzten Stunde:
a) Schulbegleitung vom Nachmittag kommt wenn möglich früher (da sie fürs Amt viel günstiger ist, ist das ja durchaus vertretbar).
b) Wenn das nicht möglich ist, betreut die Schulbegleitung vom Vormittag diese entfallende Stunde weiter.
b) Soll jetzt plötzlich nicht mehr möglich sein. Solange a) möglich ist, ist mir das ja egal. Aber was, wenn nicht?
Wie seht ihr das? Muss hier die "verlässliche Grundschule" einspringen? Habt ihr Belege dafür?
Vielen Dank!
Liebe Grüße
Juliane
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HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 25.10.2018, 16:38

Gibt es die "verlässliche" Grundschule noch oder ist diese durch Ganztagesschule abgelöst worden?

Wir sind auch in Ba-Wü und wir kämpfen gerade auch sehr mit der großen Unzuverlässigkeit der Grundschule. Vor zehn Jahren war das bei den großen Kindern noch deutlich besser. Offiziell gab es damals keinen Stundenausfall.
Bei uns gibt es jetzt auch keinen offiziellen Stundenausfall aber sehr viel keinen-Regelunterricht. Und das ist dann die klassische Einspringsituation für Schulbegleitungen.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Rob » 25.10.2018, 20:55

Hallo,

was diese "verlässliche Grundschule" anbelangt, für BAWÜ würde ich zuerst einmal hier schauen:

https://www.service-bw.de/lebenslage/-/ ... benslage-0

In den Landesschulgesetzen wird man zu diesem Stichwort sicherlich nicht fündig. Und auch in den jeweiligen Landesschulverordnungen fehlt dieser Begriff. Was man dagegen finden sollte, ist eine Bestimmung über einen "festen zeitlichen Rahmen".

Ade / Tschüß

Karina H BS
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Beitragvon Karina H BS » 01.11.2018, 14:05

In einer verlässlichen Grundschule gibt es keinen Unterrichtsausfall und die Kinder gehen früher nach Hause oder kommen später. Die Zeiten sind fix, gibt es darüber hinaus noch mittags und Nachmittagsbetreuung schließt sich diese an den Unterricht an. Die Schule muss entweder Unterricht oder Ersatz vorhalten wenn es denn tatsächlich mal so ist, das die Lehrer alle krank sind und daher Stunden nicht als richtiger Unterricht wie vorgesehen ist gegeben werden kann.
Die Schulbegleitung morgens ist nur für die Unterrichtszeit da. Diese ist jedoch bei einer verlässlichen Grundschule fix und damit ist auch für die Schulbegleitung die Arbeitszeit fix.
Es ist also ein Problem der Schule, die die Vertragsgrundlage - verlässliche Grundschule - nicht einhält. Allerdings kann man dann auch mal fünf gerade sein lassen, die Schulbegleitung kann bleiben, sie muss es ja nicht an die große Glocke hängen gegenüber Träger und Jugendamt. Geht sie eher bekommt sie die Stunde nämlich auch nicht bezahlt.

Wir haben das Problem der Ganztagschule mit zwei verpflichtenden Unterrichtsnachmittagen- die ständig ausfallen und sogar planmäßig gar nicht gegeben werden. Komme gegen die Sturköppe in dieser Schule einfach nicht an und auch eine Anfrage bei der Landeschulbehörde ist im Sand verlaufen. - Der Co Rektor hat mir erklärt, dass er nicht genügend Lehrer hätte die bereit wären bis 15:25 Uhr zu arbeiten, hätten ja schließlich selber Kinder zu betreuen.....Nun ist meiner mittlerweile fast 14 und zum Glück jetzt in der Lage seinen Schlüssel ins Haustürschloss zu bekommen. Er wartet dann auf mich bis ich von der Arbeit komme, man kann ja nicht ständig früher nach Hause gehen oder alle paar Wochen seine Arbeitszeiten neu planen. Das geht bei jüngeren Kindern natürlich nicht.

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Beitragvon HeikeLeo » 01.11.2018, 14:49

Allerdings kann man dann auch mal fünf gerade sein lassen, die Schulbegleitung kann bleiben, sie muss es ja nicht an die große Glocke hängen gegenüber Träger und Jugendamt


Das halte ich eher für riskant. Wenn mal etwas schief geht - und sei es nur eine beschädigte Brille, dann gibt es mega-Probleme. Dann schauen die Versicherungen drauf. Dann wird plötzlich sehr genau geschaut. Dann reicht die Dokumentation nicht aus. Und dann ist das Konstrukt als ganzes plötzlich gefährdet.

ständig ausfallen und sogar planmäßig gar nicht gegeben werden


Das Problem haben andere offenbar auch. In Stuttgart strengt eine Elterngruppe gerade ein Gerichtsverfahren gegen das Kultusministerium diesbezüglich an. Ich würde diese Elterngruppe gerne irgendwie unterstützen. Bloß wie?

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Karina H BS » 02.11.2018, 08:11

heike,
es gibt doch jetzt das neue Sammelklagenverfahren. Hat die Gruppe mindestens 10 Kläger kann man sich online dazu gesellen für die Klage.
Ob es was bringt? Man muss ja einen Schaden erleiden. Unterrichtsausfall ist zwar ein Schaden, der ist jedoch mit Geld nicht wieder gut zu machen.
Letztendlcih gibt es derzeit wohl genug zu besetzende Stellen, jedoch kein Personal was den Job erledigen will. Nach viel ärgern wurde bei uns dann auch zugegeben, dass 2 Stellen nicht besetzt werden konnten , da keine Bewerber vorhanden waren . Dann muss der Rest der Mannschaft Überstunden machen, was jedoch auch nicht immer so klappt, ein Fachlehrer kann nun mal nicht zwei Klassen zur selben Zeit mit unterschiedlichem Stoff versorgen. Zumindest nicht dann, wenn die Schulen weiter an der antiquierten Unterrichtsform festhalten...
Hab mir gerade die TT Programm Bücher aus den 60ern organisiert. Damals wusste man wie man selbständiges Erarbeiten fördert. Damit hab ich in meiner Schule in den 1980 ern auch Mathe gemacht, kann das bis heute und keiner war bei uns dabei der es nicht verstanden hat. DAfür braucht man dann auch nicht die ganze Zeit einen Lehrer der einen Volltextet...

GretchenM
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Re: Stundenentfall - Integrationshelfer/Schulbegleitung?

Beitragvon GretchenM » 02.11.2018, 09:09

Julianes Sonnenschein hat geschrieben:Hallo,
wir (in Baden-Württemberg) haben in der 3. Klasse eine neue Schulbegleitung vom alten Träger bekommen. Keine Ahnung, warum das plötzlich ein Problem ist: Wenn eine Randstunde entfällt, sollen wir gefälligst selbst für eine Lösung sorgen.
Wir haben morgens eine pädagogische, nachmittags eine sogenannte "unqualifizierte" Schulbegleitung/Integrationshelferin. Freitags ist das Kind nicht in der Betreuung.
Bisherige Regelung bei Entfall der letzten Stunde:
a) Schulbegleitung vom Nachmittag kommt wenn möglich früher (da sie fürs Amt viel günstiger ist, ist das ja durchaus vertretbar).
b) Wenn das nicht möglich ist, betreut die Schulbegleitung vom Vormittag diese entfallende Stunde weiter.
b) Soll jetzt plötzlich nicht mehr möglich sein. Solange a) möglich ist, ist mir das ja egal. Aber was, wenn nicht?
Wie seht ihr das? Muss hier die "verlässliche Grundschule" einspringen? Habt ihr Belege dafür?
Vielen Dank!


Hallo,

Kommt darauf an, was im Schulgesetz steht. Wobei ich es, allerdings aus NRW, so kenne, dass eine Betreuung durch den Schulbegleiter für die Unterrichtszeit dann auch notfalls bei Ausfall mit dem Kind in einen Gruppenraum einer anderen Klasse geht. Wenn die Stunden bewilligt sind, sehe ich gar nicht warum Variante a nicht immer gehen sollte? Die I-Kraft wäre ja wohl sonst um die Uhrzeit da?

Natürlich ist das länderabhängig, aber warum sollte a nicht gehen, wenn die I-Kraft doch regulär sowieso da wäre?

LG

GretchenM

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Beitragvon Anne_mit_2 » 02.11.2018, 09:47

Hallo Juliane,

Gretchen hat den Dreh- und Angelpunkt der Sache gefunden:
Wird Dein Kind in der Stunde durch die Schule betreut oder nicht!

Versuche über den Schulleiter eine formale Zuweisung Deines Kindes in eine andere Klasse für solche Ausfallstunden zu erreichen. Dann wird es beschult und Lösung b) greift automatisch. So etwas wird bei Kindern im Grundschulalter gemacht, die zu Hause sicher niemanden vorfinden werden, wenn Unterricht in Randstunden ausfällt. Die Anwesenheit eines Schulbegleiters, der formal ab Unterrichtsende nicht einsetzbar ist, kann diese Regelung nicht aushebeln, da der Schulbegleiter ja nur bleiben darf, solange das Kind beschult wird.

Viele Grüße,
Anne

Julianes Sonnenschein
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Beitragvon Julianes Sonnenschein » 02.11.2018, 10:04

Hallo,
ja, so wird es wohl sein. Die Frage ist, ob mein Kind dadurch völlig durch den Wind und die andere Klasse überfordert wäre (mein Kind redet nämlich fast ununterbrochen, in ihrer Klasse gibt es ein Lernbüro, wenn die anderen Ruhe brauchen, das ist auch okay, für mein Kind ist das keine Strafe, sondern dort werden schöne Sachen gemacht - aber in anderen Klassen?).
Vielleicht können wir besprechen, dass sie wenn möglich einer Klasse zugewiesen wird, die dann grad Sport, Musik, Kunst oder Reli hat ...
Liebe Grüße

Juliane

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Beitragvon Anne_mit_2 » 02.11.2018, 10:12

Hallo Juliane,

oder dass sie formal der Klasse zugewiesen wird und dann nach spätestens 5 Minuten mit der Schulbegleitung in das Lernbüro geschickt wird. So wird sie dann formal auch beschult, weil sie einen Auftrag der Lehrerin/des Lehrers zu Einzelarbeit ausführt!

Viele Grüße,
Anne


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