Wie/was/wer beruhigt /entspannt Euer Kind?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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kar_lotta
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Wie/was/wer beruhigt /entspannt Euer Kind?

Beitragvon kar_lotta » 25.10.2018, 11:07

Hallo,

mich interessiert, wie/was/wer Euer Kind beruhigt/entspannt?

Wir haben immer mal wieder Situationen, in denen unsere Tochter kaum zu beruhigen ist bzw. erst nach langer Zeit. Mittlerweile haben wir einige Auslöser hierfür gefunden und versuchen, diese auch gut zu umgehen. Allerdings klappt dies nicht immer.

Um sie in ihrer Selbstregulation zu unterstützen, funktionieren derzeit folgende Sachen:

- Seifenblasen pusten
- Spazierengehen
- Zimmer wechseln
- Autofahren
- Luft zufächern
- Rhythmische Lieder vorsingen

Was funktioniert bei Euch?

Herzliche Grüße
kar_lotta
kar_lotta mit Tochter (*10/2012),
körperlich und geistig behindert. Symptome:
hypoton, Sehprobleme, geringfügige Myelinisierungsverzögerung. Keine Diagnose
Sohn (11/2018)

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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 25.10.2018, 11:51

Hallo,

hier bzw. in der Ergotherapie hilft noch ihn sich in der Hängematte verkriechen und/oder schaukeln zu lassen, mit sensorischer Bürster Arme und Beine bürsten, leichte Massage mit dem Massagestab durchführen.

Sich selbst holt Bene manchmal herunter, in dem er auf seinem Keyboard sehr laaaaange verschiedene automatisch eingestellte Musikstück "ausschnittsweise" hört, also nach seinen Wünschen die Lieder wechselt.

Am Fenster stehen und den ruhigen Nachbargarten beoabachten geht bei ihm auch gut :wink:

Auch liebt er es auf einem Kauschlauch zu kauen.

Das ATZ hat mal vorgeschlagen (vor Jahren), sich mit Bene einige Zeit vor eine weiße Wand zu stellen, wenn die Ursache der Unruhe Überreizung ist.

Was bei uns da viel besser klappte, war, das Kind hochzunehmen. Sich mit ihm ein paarmal schnell im Kreis zu drehen und das Kind dann wieder hinzustellen. Jetzt ist er dazu zu schwer. Aber er rastet auch viel seltener völlig aus: Zum Glück! Würde ich aber generell nur ganz vorsichtig ausprobieren :wink:

Ansonsten gute Nerven! Ich weiß wieeeee anstrengend das ist, vor allem - wenn wie bei euch doch auch - auch noch ein kleines Geschwisterkind lautstark Bedürfnisse anmeldet.

Liebe Grüße
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

Yvonne und Kjeld
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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 26.10.2018, 22:14

Hallo,
bei Kjeld wechselt es leider immer mal wieder, was gut wirkt.

-festhalten klappt manchmal sehr gut, egal wie er sich wehrt und kurzzeitig noch mehr schreit, danach beruhigt er sich meist zügig und kommt von sich aus kuscheln

- ihn zu drehen oder mittels LKWs abzulenken klappt auch gut (er liebt LKWs, leider führt das manchmal auch zum nächsten Wutausbruch, wenn er nicht in den LKW hinein darf)

- auch ihn eine Weile allein schreien zu lassen in seinem Zimmer hilft, aber es ist unterschiedlich wie schnell und manchmal funktioniert das auch nicht dauerhaft, sondern nur, bis ich wieder ins Blickfeld komme, wenn ich selbst der Auslöser war (z.B. wenn ich das verbiete, oder etwas mache, was er gerade nicht will)

-und seine Neugeborene Schwester ist derzeit ebenfalls ein gutes Ablenkungsmanöver

und, so seltsam das klingt, wenn Nichts anderes hilft, dann beruhigt er sich immer, wenn man selbst vor ihm auf dem Boden setzt und (in scheinbarer ode rechter) Verzweiflung die Hände vor das eigene Gesicht hält oder gar selbst einige Tränen vergießt. An einem sehr anstrengenden Tag, hochschwanger ist das unbeabsichtigt, aus echter Verzweiflung passiert und seither ist das der absolute Notausstieg aus seinen Wutanfällen, wenn Kjeld sich auch nach 1std noch nicht beruhigt hat.

Liebe Grüße
Yvonne
Enya *08.14 gesund
Kjeld *03.16 globale Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, Brille, Hörgerät, Abscencen- Epilepsie, insgesamt auf dem Stand eines ca 18-20Monate alten Kindes PG4, GdB100
Svea *10.18

SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 27.10.2018, 07:53

Hallo,

hier hilft oft fest in den Arm nehmen, vorsichtig die Arme und Beine lang ziehen Druckmassage von Armen und Beinen.

Musik und Hörspiele gehen nur, wenn schon ein gewisser Entspannungsgrad erreicht ist.

Das ATZ hat mal vorgeschlagen (vor Jahren), sich mit Bene einige Zeit vor eine weiße Wand zu stellen, wenn die Ursache der Unruhe Überreizung ist.

Das hat hier schon mit einer Lebenswoche nicht funktioniert. Zumindest nicht bei Raufaser-Tapete. :D

Sich selbst holt Bene manchmal herunter, in dem er auf seinem Keyboard sehr laaaaange verschiedene automatisch eingestellte Musikstück "ausschnittsweise" hört, also nach seinen Wünschen die Lieder wechselt.

Das funktioniert bei uns mit Zeichentrick-Videos am Tablett, wo dann ein und die selbe 30 Sekunden Sequenz immer wieder geschaut werden.

Kauspielzeug ist hier auch hoch im Kurs. Allerdings lieber taktil spannendere Varianten von Arktherapeutics. Manchmal auch mit Vibration.

Galileo Therapiegerät würde mir noch einfallen bzw. die Aldi Version.

Trampolin hüpfen oder in eine kuschelige Wolldecke einwickeln.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)


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