Kurze Aufmerksamkeitsspanne

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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MariaH83
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Kurze Aufmerksamkeitsspanne

Beitragvon MariaH83 » 23.10.2018, 23:09

Hallo,

habt ihr Ideen, was Sohnilein und ich machen können? Seine Aufmerksamkeitsspanne ist extrem kurz geworden. War nie toll, aber aktuell ist es heftig. Die Ergo arbeitet mit ihm daran, sagte mir aber auch, dass sie irgendwann an die Grenzen ihrer Kompetenzen kommen wird. Können wir was machen? Außer schauen, dass wir das Umfeld entsprechend für ihn gestalten? Habt ihr Ideen?

LG Maria
Mama (´83, Asperger-Autistin mit diversen Baustellen) von S. (1/11; Mikroduplikation 2q13, Epilepsie, Asperger-Autismus, PG 3, SBA mit GdB 70 und G B H), J. (7/12, "normal" entwickelt, Asthma nach RSV) und L. (11/17), Z. n. Reflux, Apnoen, infektanfällig und sehr munter
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 24.10.2018, 07:15

Hallo,

beim Junior ging das immer nur über die Eigenmotivation; ohne Eigenmotivation kann er sich nicht fokussieren. Und mit der Zeit hat sich die Handlungsplanung sehr verbessert, da hatte unsere Ergotherapeutin großen Anteil dran. Er konnte immer besser „in der Handlung bleiben“, und hatte also die nächsten Schritte im Kopf = Fokus.
Die Ergo arbeitet nach dem Coop-Ansatz (nicht nur, das ist EIN Teil aus dem „Werkzeugkasten“, aber ein recht gutes, scheint mir).

Wenn die Aufmerksamkeitsspanne KÜRZER wird, dann müsste man analysieren, warum das so ist. Hast du eine Idee? Wenn der Reizfilter überlastet ist, dann geht nicht mehr viel - kann es daran liegen?
Das ist sonst eigentlich entwicklungsmässig ungewöhnlich. Kann es sein, dass sich da ein ADHS bemerkbar macht (ist ja eine sehr häufige Kombi), oder hat er viel Belastung, viel Kompensation?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 24.10.2018, 08:01

Wie ist es denn bei Dingen, die ihn interessieren, kann er da die Aufmerksamkeit halten?

Es gibt so viele Dinge, die die Aufmerksamkeit beeinflussen. Neben der Reizüberflutung können das zum Beispiel sein:
- Kein Interesse für das Thema oder es wird als unwichtig empfunden (! , das bedeutet nicht, dass es unwichtig ist). Es ist tatsächlich so, dass viele Autisten nur dann die Aufmerksamkeit halten können, wenn sie das Thema wichtig / interessant finden.
- Das Gegenüber benutzt zu viele Wörter! Viele NTs erklären zu umständlich (aus Autistensicht) oder doppelt, ohne es zu merken. Dann können (!) wir u. U. nicht mehr zuhören und folgen. Hilfreich sind auch Visualisierungen oder Dinge zum Anfassen (es heißt ja auch, etwas "begreifen")
- Schwierigkeiten mit der Handlungsplanung (wie von Engrid beschrieben)
- Schwierigkeiten überhaupt anzufangen (und wenn man dann im Thema drin ist, bleibt die Konzentration).

Dein Sohn ist 7 Jahre alt, also seit über einem Jahr in der Schule? Vielleicht ist es dort so anstrengend für ihn (ich meine nicht kognitiv sondern autismusbedingt), dass er es tatsächlich weniger schafft, sich zu konzentrieren. Das geht vielen Mensche bei (Dauer)Stress so.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

MariaH83
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Beitragvon MariaH83 » 24.10.2018, 11:21

Hallo, und danke euch.

Das mit dem ADS (ohne H) habe ich auch schon überlegt, ich denke eher nein.

Eher treffen womöglich eure Vermutungen zu, dass die Schule ihn überfordert. Nur weiß ich da nicht so recht einen Ausweg.

Bei Dingen, die ihn interessieren, ist es besser, aber auch da fällt es mir auf, dass er Schwierigkeiten hat. Alltagstätigkeiten sind auch gerade sehr schwierig umzusetzen. Ich habe den Eindruck, je mehr sein Intellekt wächst, desto schwieriger wird der Rest.

Teilweise kenne ich das von mir selbst auch. Aber ich bin im Alltag neeeee "zurechtgekommen".

Am Liebsten würde ich ihn aktuell von der Schule abmelden. Aber das ist ja keine Option. Ich bin mir sicher, der Lehrer würde sagen, wieso, läuft doch alles.

Ja, er geht in die Schule. 2. Klasse Regelschule mit Assistenz.

Manchmal mache ich mir auch Sorgen, dass die Epi Schuld ist, oder die Medikamente... Hmm.

LG Maria
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Angela77
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Beitragvon Angela77 » 24.10.2018, 12:23

Hallo Maria,
an die Epi habe ich auch gedacht. Bei uns sieht man den Bedarf, das Medi an das Gewicht anzupassen, lange bevor man Anfälle sehen würde am Verhalten und dann auch am EEG! Ist der Medispiegel vielleicht nicht mehr ausreichend wegen Gewichtszunahme?
LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
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Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

MariaH83
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Beitragvon MariaH83 » 24.10.2018, 20:23

Hallo Angie,

am EEG sieht man bei S. leider selten was. Der letzte Spiegel ist erst 4 Wochen alt und war normal. Aber kann schon sein, dass wir ein bisschen erhöhen müssen. Neurologe ist in 2 Wochen, ich spreche das auf jeden Fall an.

LG Maria
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