Achillessehnen-Durchtrennung bei Kleinkind

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

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FostermomUte
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Achillessehnen-Durchtrennung bei Kleinkind

Beitragvon FostermomUte » 20.10.2018, 12:06

Hallihallo,
brauche mal wieder Euren Input. Mein kleiner Pflegesohn ist mittlerweile 19 Monate alt und soll im Dezember an den Füßen operiert werden. Er hat Spina bifida mit Klump- und Spitzfüßen. Aufgrund seiner kompletten Lähmung wollen die Orthopäden in der Altonaer Kinderklinik eine Durchtrennung der Achillessehnen an beiden Füßen vornehmen, weil er ja eh keine Stehfähigkeit ohne Hilfsmittel erreichen würde.
Nun finde ich den Schritt ziemlich drastisch, er lässt sich ja auch nicht mehr rückgängig machen. Hat jemand diese Op bei seinem Kind machen lassen und kann mir über seine Erfahrungen berichten? Oder wurde bei anderen Kindern in vergleichbarer Situation eine andere Methode angewendet? Ich bin für jede Rückmeldung dankbar!!!!
Liebe Grüße,
FostermomUte
Pflegetochter, geb 2/2014, angekommen 4/2014, MMC mit hohem Querschnitt, Shunt-versorgter Hydrocephalus, Arnold-Chiari-Malformation Typ II, ganz neu große Schwester von
Pflegesohn, geb 3/2017, angekommen 5/2017, MMC mit hohem Querschnitt, Shunt-versorgter Hydrocephalus, ACM II, Klumpfüßchen, meine beiden Geschenke des Himmels

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Irmengardelisabeth
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Beitragvon Irmengardelisabeth » 20.10.2018, 12:34

Hallo Ute,

Die Frage wäre für mich, wie stark sind die Klumpfüße ausgeprägt? Könnten korrigierende Orthesen angefertigt werden, so dass der Kleine im Stehständer stehen kann?
Ev kann Botox helfen die Füßchen aufzudehnen, um gute Orthesen anfertigen zu können. Es kann aber auch tatsächlich gut sein, die Achillessehne zu durchtrennen, um die Füße dauerhaft zu korrigieren.
Das kann halt nur ein Arzt/ Kinderorthopäde beurteilen.
Uns wurde letztes Jahr eine OP angedroht. Wir haben dann eine Zweitmeinung eingeholt und fahren seither für die wirklich super tollen Orthesen zu pohlig. Bei unserem Sohn ( er hat neurologische Klumpfüße, also nicht von Geburt an) kämen wir wohl auch mit op nicht um Orthesen herum, um den statusquo postoperativ zu erhalten. Von daher macht das rausschieben der op schon viel Sinn bei uns.
Eine kompetente Zweitmeinung ist meist das Beste, um für das Kind das Richtige zu entscheiden.
Viel Glück dabei

Liebe Grüße
Irmi

Tina&Andi
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Beitragvon Tina&Andi » 20.10.2018, 12:39

Hallo Ute,

ich wurde so ein Schritt nicht so einfach machen lassen. Gerade weil es für immer ist.
Hole die am besten ein 2. Meining ein. Außerdem finde ich mit 19 Monate kann noch sie postiv entwickeln.

Ich hätte ein paar Frage

Was soll mit der Durchtrennung der Achillessehen erreicht werden?

Ich finde da gibt sicherlich auch Hilfsmittel die es vermeiden lassen.

Ich wünsche euch alles Gute.

LG Tina
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FostermomUte
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Beitragvon FostermomUte » 20.10.2018, 13:06

Vielen Dank für eure schnellen Antworten, Irmi und Tina. Rechts lässt sich der Fuß noch in eine 90°- Stellung bringen, links nicht mehr. So kann er aktuell nicht hingestellt werden.
Von Botox war bisher noch nicht die Rede, das wäre ja vielleicht einen Versuch wert. Ich würde mir gerne eine zweite Meinung in St Augustin holen, weil wir Anfang November eh dort sind mit meiner Großen. Sie bekommt dort eine Tethered Cord Op gemacht. Allerdings sind die Termine bei den Orthopäden so weit im Voraus ausgebucht, dass wir wohl keine Chance haben, da irgendwie mit rein zu rutschen...
Unsere Physio ist total gegen die Op. Ich weiß ja nicht, ob ich mit der Ärztin reden kann, ob es Alternativen zum Durchtrennen gibt. Sollte ich vielleicht einfach mal versuchen...
Liebe Grüße,
FostermomUte
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Beitragvon Quirin_Mama » 20.10.2018, 19:48

Hallo Ute,

google mal Ponsetti Therapie bei Klumpfüßen.

Archillessehne wird durchtrennt, wenn zunächst über Gipsbehandlung nichts mehr weitergeht. Wir hatten das auch, allerdings ab Geburt mit OP im Alter von 8 Wochen. Die Archillessehe wächst wieder zusammen, die Unterschenkelmuskulatur würde jedoch sich schlanker entwickeln wurde uns gesagt.
Die OP ist ein gängiges Verfahren. Ich denke, wenn es schon weiter fehlt, wird eine OP umungänglich sein. Wurde bei Euch nicht gegipst?? Kein Ponsetti? Das ist mittlerweile Standard.

LG Maria

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Beitragvon Tina&Andi » 20.10.2018, 19:59

Hallo FostermomUte,

viele Rollifahrer verzichten eine auf eng Schuhe.

Weil dies sagen sie könne eh nicht laufen.

Ich kanns nicht bewerten, mir fehlt die Erfahrung.

LG
Tina
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Beitragvon FostermomUte » 20.10.2018, 22:42

Vielen Dank, Maria und Tina.
@Maria: In der Geburtsklinik wurde der Kleine nach Ponsetti gegipst, aber Altona hat die Behandlung nicht weiter geführt, weil man keinen Sinn darin sah. Die Achillessehnen sollten eigentlich geritzt werden, wenn er zwischen 12 bis 18 Monaten alt ist. Nun ist er schon drüber weg, und der linke Fuß ist schon kontrakt. Es ist echt eine schwere Entscheidung...
Liebe Grüße,
FostermomUte
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Beitragvon Quirin_Mama » 20.10.2018, 22:53

:shock: keinen Sinn in der Behandlung? hm.. schwierig als Laie zu beurteilen...

Vielleicht klappts ja doch durch z.b. eine Terminabsage, dass Ihr Zweitmeinung von St. Augustin bekommt.

Ich hab leider keine anderweitigen Erfahrungen von z. b. anderen Eltern mitbekommen außer OP.
Aber, wie soll der Fuß weiterbehandelt werden?

LG Maria

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Beitragvon FostermomUte » 20.10.2018, 23:07

Ja, da er eh komplett auf den Rolli angewiesen sein wird... nach der Op bekommt er Orthesen, die den Fuß in einer 90°-Stellung halten sollen. Außerdem wird er Stehorthesen bekommen, damit er entweder im Stehbrett oder sogar im Swivel Walker aufgerichtet werden kann. Das wollte die Ärztin noch mit ihrem Chef besprechen.
Liebe Grüße,
Ute
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MaraBy
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Beitragvon MaraBy » 21.10.2018, 09:03

Quirin_Mama hat geschrieben:Hallo Ute,

google mal Ponsetti Therapie bei Klumpfüßen.

Archillessehne wird durchtrennt, wenn zunächst über Gipsbehandlung nichts mehr weitergeht. Wir hatten das auch, allerdings ab Geburt mit OP im Alter von 8 Wochen. Die Archillessehe wächst wieder zusammen, die Unterschenkelmuskulatur würde jedoch sich schlanker entwickeln wurde uns gesagt.
Die OP ist ein gängiges Verfahren. Ich denke, wenn es schon weiter fehlt, wird eine OP umungänglich sein. Wurde bei Euch nicht gegipst?? Kein Ponsetti? Das ist mittlerweile Standard.

LG Maria



Unser Sohn wurde seit Geburt wegen einseitigem Klumpfuss nach Ponseti behandelt und hat ebenfalls die Achillessehnenop gehabt. Da war er gut 3 Monate alt. Die Ferse ging beim gipsen einfach nicht weit genug runter. Heute ist er 3,5 Jahre alt, wir würden alles wieder genauso machen. Für jemanden, der es nicht weiß, ist die Veränderung an Fuß und Wade kaum sichtbar. Aber er steht wirklich gut darauf, daher von mir ein klares Ja zu der Methode.
Wie viel Sinn es tatsächlich für ein Rollikind macht, kann ich nicht beurteilen. Ich denke aber, dass es erwägt werden sollte, wenn dein Sohn damit tatsächlich besser in ďen Orthesen stehen könnte.
Die OP an sich ist schnell, quasi Routine und die Heilung dauert auch nicht ewig. Bleibt natürlich trotzdem eine OP.


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