Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Silvia & Iris
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Silvia & Iris » 18.07.2019, 18:23

Großartig - das kann doch nicht sein, dass dieser Film jetzt Einzug in die Erziehungspädagogik ...
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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jonasb
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon jonasb » 19.07.2019, 10:45

Guten Morgen,
wisst ihr was ich schön fände, wenn Fachpersonal, welches hier mit liest, auch eine Stellungnahme dazu schreiben würden. Zum Beispiel welche, die im SPZ mit Kindern arbeiten. Ich glaube, wenn noch mehr fachliche Stimmen laut werden würden, wäre es ganz gut. Auch wir, als ganz normale Menschen so zu sagen, sollten weiter machen. Diskutieren, reden, und zum Beispiel in diesem SPZ, das wurde ja hier genannt, wo Flyer ausgelegt sind, in die Diskussion gehen. Wir sind auch Menschen, die etwas tun können. Wir haben vielleicht nicht, oder nicht alle, dass fachlicher Hintergrund wissen, dass man in qualifizierten Ausbildung lernt, aber wir wissen alle, dass diese Methoden im Film katastrophal sind.
Wer keine Homepage hat, da könnte ich bestimmt den Text weiter an die Facebook Seite leiten, die für Aufklärung sorgt.
Wir reden und diskutieren darüber, aber ich finde es auch wichtig, aktiv zu werden.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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elke.theaterfisch
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon elke.theaterfisch » 19.07.2019, 11:02

Liebe MarinaH,
vielen Dank für Deine Einschätzung. Als Kinderärztin in einem SPZ hat Deine Einschätzung für mich Gewicht und stärkt mir den Rücken, dass es bessere Wege gibt als den der Elternschule-Philosophie. Danke. Liebe Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

Sheila0505
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Sheila0505 » 19.07.2019, 11:22

Jonas es missfällt mir, dass du mir mehr oder weniger unterstellst, ich würde meinen Mund nicht aufmachen.

Das tue ich durchaus, nur renne ich keine Türen ein, in dem ich verlange, den leitenden Pädiater des SPZs zu sprechen.
Auch entwende/klaue ich keinen Stapel Prospekte und/oder tausche ihn gar gegen einen anderen aus.
Unsere Neuropädiaterin/SPZ Ärztin weiß sehr wohl was ich von Praktiken wie in Elternschule halte. Ich habe sie auch wissen lassen, was ich von unserer ansässigen Schlafambulanz halte, welche ich mit unserem Jungen konsultieren sollte und konsultiert habe.
Einige Punkte in Elternschule vertritt auch unser SPZ (wenn auch nicht unbedingt mithilfe dieser Methoden) was ich dennoch furchtbar finde und das spreche ich auch klar und deutlich an.

Du kannst gerne Flyer entwenden und sie austauschen, klopf an Türen wenn du meinst. Aber wie ich damit umgehe ist meine Sache.

LG Sheila

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Sheila0505 » 19.07.2019, 11:42

Zusatz: das darfst du auch gerne anders sehen als ich es tue, aber: man sollte auch nicht vergessen, dass insbesondere wir Eltern sehr oft auf Arztbriefe wie jene aus dem SPZ angewiesen sind und ich z.B. daher weniger gerne mit dem SPZ „diskutiere“, sondern es lieber kurz, aber klar und deutlich halte. Ernsthaft Diskutieren sollten da wohl besser andere Instanzen auf anderen Ebenen, als „Mami“ vs SPZ.
Meine Meinung die kann ich vertreten und das tue ich auch bei Bedarf. Aber mehr „als eine Mutti-Meinung“ ist es bei dieser Konstellation auch nicht. Und dieser Schuß kann für Eltern im Einzelfall auch böse nach hinten losgehen, auch hier nachzulesen bei REHAkids.

LG Sheila

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Sheila0505 » 19.07.2019, 11:52

@Marina.H:
Schließe mich Elke an. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Ansichten unter den Pädiatern selbst (z.B. in unserem SPZ) durchaus auseinander gehen. Sicherlich sträuben sich bei einigen Ärzten durchaus die Haare, als der Flyer ausgelegt wurde.

Selbst in unserer Kinderarztpraxis arbeiten einige Ärzte, welche zuvor im SPZ waren und diese sind 1000%ig keine Verfechter von Elternschule - im Gegenteil.

LG Sheila

HeikeLeo
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon HeikeLeo » 19.07.2019, 16:13

Ernsthaft Diskutieren sollten da wohl besser andere Instanzen auf anderen Ebenen, als „Mami“ vs SPZ.
Hm, ich glaube, es geht eher darum, dass wirklich auf ALLEN Ebenen an die Thematik gedacht wird.

Gewalt und Zwang sind ja leider in unserer Gesellschaft allgemein NICHT tabu - so gesehen bei der Schulpflicht und bei der Impfpflicht. Und das ist auch nicht Äpfel mit Birnen verglichen.

Zwang und Gewalt liegen sehr eng beieinander und sind das genaue Gegenteil von Selbstbestimmtheit.

Wenn es an die SPZ geht, bleibt einem nur passiver Widerstand, also anderes SPZ suchen. Das kann sehr entmutigend sein, besonders, wenn es einen scheinbaren gesellschaftlichen Konsens gibt. Und genau dieses SCHEINBARE an dem gesellschaftlichen Konsens gilt es aufzudecken.
Diese Wahl hat man bei einem SPZ vielleicht gerade noch. Bei den Schulen wird es dann noch übersichtlicher. Und über das Thema Impfen gibt es einen eigenen Thread. Da gibt es sehr viele, sehr begeisterte Verfechter des Impfzwangs.

Nachdenkliche Grüße
Heike

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Sheila0505 » 19.07.2019, 17:27

Hallo Heike, seinen Standpunkt zu äußern ist schon ein Statement, da brauche ich mit SPZ-Ärzten nicht über Flyer diskutieren. Kannst du und Jonas ja dann gerne tun. Aber ich werde sicherlich nicht zum Diskutieren antreten, darüber, was sie in IHREM Haus für Flyer auslegen oder nicht.

Abgesehen davon sind wir mit unserer Ärztin dort sehr sehr glücklich, sie ist fachlich top und sehr engagiert. Und ich bin super glücklich sie als Ärztin zu haben, auch wenn wir einige Knackpunkte wie Langzeitstillen oder „Kinder allein schlafen müssen“ haben.

Übrigens „die Wahl“ bzgl SPZ mag vielleicht vielen geboten sein, uns ist diesbzgl keine Wahl überlassen. Hier gibt es nur das Eine und dieses ist unserem Kinderkrankenhaus und MVZ angebunden. Ich sehe keinen Anlass dafür, „passiven Widerstand“ zu leisten, weil dort Flyer von Elternschule ausgelegt wurden/sind.
Mir reicht es langsam etwas, finde diese Vorstellungen/Einwände wirklich realitätsfern.

Aber klar doch (Achtung Ironie): ich fahre von nun an 120 km ins nächstgelegene SPZ, weil ich „passiven Widerstand“ leisten möchte. Und wenn ich da auch nur einen Flyer von Elternschule sehe, dann wechsle ich von Bayern nach NRW.

Impfzwang: letztendlich hätten sich de facto nie Eltern entscheiden dürfen, sondern das Kind selbst oder wie? Also das 9 Monate alte Baby, das zweijährige Kind, das 4 jährige Kind... na Du, magst du eine Impfung haben?

Sorry aber da wäre unser Herdenschutz nicht löchrig, sondern katastrophal! Jetzt entscheiden halt nicht mehr die Eltern über diese „Zwangsmaßnahme“ sondern der Staat tut es. Und ich finde das gut so.

LG Sheila

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon HeikeLeo » 19.07.2019, 18:35

Jetzt entscheiden halt nicht mehr die Eltern über diese „Zwangsmaßnahme“ sondern der Staat tut es. Und ich finde das gut so.
Das ist doch mal ein Statement.

Jetzt ist nur noch die Frage, wann der Staat "Elternschule" zum Goldstandard erklärt. Dann müssen auch nicht mehr Eltern entscheiden.

Liebe Grüße
Heike

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Sheila0505
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Sheila0505 » 19.07.2019, 18:46

Sorry aber auch das ist absolut überzogen Heike. Merkst du das nicht selbst?


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