Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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elke.theaterfisch
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon elke.theaterfisch » 05.07.2019, 21:04

Liebe Engrid, vielen Dank für den Link. Sehr interessant. Viele Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

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Engrid
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Engrid » 05.07.2019, 22:59

Hallo Silvia,

natürlich gibt es andere Angebote, auch stationäre, zb in Hamburg bei Schulte-Markwort, u.a.

die Eltern sind völlig verzweifelt, hilflos, aus dem Lot, die nehmen halt den Strohhalm, den sie finden - nicht wissend, dass das ein schlechter ist, und dass es auch gute Angebote gibt.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon jonasb » 05.07.2019, 23:56

Hallo Elke,
glaubst du das echt, was die dir schreiben?
Wie die Sender auf Facebook den Film loben und verteidigen... Das ist unglaublich!

Ich glaube, er wurde gekürzt, weil da Szenen jetzt fehlen, die sehr kritisiert wurden, eben um die Szenen wegzustreichen.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon jonasb » 06.07.2019, 00:00

Hallo nochmal,
bei Facbook gibt es eine Seite die nun Elternberichte veröffentlicht.
https://m.facebook.com/Elternschule-der ... _tn__=CH-R
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon elke.theaterfisch » 06.07.2019, 15:21

Ja, Jonas, da hast Du wohl recht. Ich hab das jetzt erst gelesen, dass die ARD 1:1 die Meinung der Klinik wiedergibt als wäre es ein neutral recherchierter Fakt. Das tut sie z.B. unter den Kommentaren auf der ARD-Mediathek-Seite. Die Pro-Film-Kommentare kommentiert die ARD nicht, viele kritische Kommentare aber schon, und zwar mit Klinik-Aussagen als wären es von der ARD recherchierte Fakten. Ich frag mich, warum. Das ist doch schlechter Journalismus, sich einer Sache so anzuschließen. Ich bin entsetzt über die ARD. Und danke für die Facebook-Verlinkung. Viele Grüße Elke
Elke + Mann mit Sohn früh geboren im Mai 2009, 29. Woche, 1200 g. Motorisch entwicklungsverzögert. Muskulär hypoton, schwache Bänder, Knick-Senk-Füße. Erste Schritte mit dreieinhalb Jahren. Trug jahrelang Unterschenkel-Orthesen und Ringorthesen. Seit zwei Jahren ohne Orthesen.

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon HeikeLeo » 06.07.2019, 16:23

Liebe Leute,

danke Jonas für das Einstellen der Elternberichte.

Das Absolut Schlimme an dem Film ist, dass diese Art von Umgang mit Kindern als Standard angesehen wird und dann woanders auch eingefordert wird. Wenn man sich als Eltern dagegen stellt, bläst auch woanders der Sturm ins Gesicht - zum Beispiel in Schulen.

Liebe Grüße
Heike

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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Dario » 06.07.2019, 17:38

Auch unabhängig von dem unsäglichen Film habe ich dein Eindruck, dass das "Recht auf gewaltfreie Erziehung", das ja immer als ein so großer kinderrechtlicher Fortschritt gefeiert wird, im Grunde nur eine Farce ist, die vielleicht nie wirklich ehrlich gemeint war.

Natürlich gibt es Eltern, die ihre Kinder mit größtmöglicher Liebe, Respekt und möglichst ohne Gewalt erziehen wollen. Ob die Gesellschaft aber insgesamt auf breiter Ebene schon soweit ist, da hab ich ehrlich gesagt Zweifel. Früher wurde halt viel geschlagen, heute hat sich die Gewalt auf subtilere Ebenen verlagert. Auch auf Ebene, die sich (pseudo-)pädagogisch viel geschickter rechtfertigen lassen, wenn es darauf ankommt. Ob das alles ein echter Fortschritt ist, wage ich zu bezweifeln.

Was ich sagen will: Wenn man Kindern ein "Recht auf gewaltfreie Erziehung" zuspricht, dann sollte man es auch ehrlich meinen. Oder man ist so ehrlich und sagt: Nein, eigentlich wollen wir gar keine gewaltfreie Erziehung, also lassen wir dieses verlogene Gerede sein und sagen, was wir wirklich denken. Nicht schön, aber vielleicht immer noch besser als die unerträgliche Verlogenheit beim Umgang mit Gewalt.
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Engrid » 06.07.2019, 18:18

Hallo Dario,

ich glaube, dass ganz viele bei Gewalt an physische Gewalt denken. Da ist sich die Gesellschaft ja einig, dass physische Gewalt als Erziehungsmittel abzulehnen ist (was nicht heißt, das sie nicht mehr geschieht). Leider fehlt es offensichtlich noch ziemlich an Problembewusstsein und Aufklärung, was psychische Gewalt ist.

Grüße
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Dario » 06.07.2019, 18:27

Leider fehlt es offensichtlich noch ziemlich an Problembewusstsein und Aufklärung, was psychische Gewalt ist.
Genau das meinte ich! :icon_thumright:

Ein Gewaltbegriff, der sich nur auf körperliche Gewalt beschränkt, ist völlig unzureichend - und solange das so ist, wird auch das Recht auf gewaltfreie Erziehung nicht viel nützen.
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Re: Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Beitragvon Dario » 06.07.2019, 20:31

Noch mal dazu, der Vollständigkeit halber:
ich glaube, dass ganz viele bei Gewalt an physische Gewalt denken. Da ist sich die Gesellschaft ja einig, dass physische Gewalt als Erziehungsmittel abzulehnen ist
Zumindest in 99% aller Fälle. Lediglich zwei Ausnahmefälle würde ich persönlich gelten lassen:

- Notwehr. Wenn Eltern von ihren eigenen Kindern bzw. Teenagern geschlagen werden (oder Lehrer von ihren Schülern), dann würde ich ihnen zugestehen, im Zweifel auch zurückzuschlagen und sich z. B. mit einer Ohrfeige zu wehren, wenn verbale Deeskalation oder reine Defensivstrategien nichts bewirken. Ein absoluter Pazifist war ich in solchen Fragen nie.

- Bei Kindern und Jugendlichen, die sehr schwere und schlimme Gewaltstraftaten begehen, würde ich Eltern ebenfalls ein eng umgrenztes Züchtigungsrecht zugestehen, wenn alle milderen Mittel nichts mehr bringen.

Beides sind absolute Ausnahmefälle, die nichts mit erzieherischem Alltag zu tun haben und auch nichts mit den Kindern und deren Familien, wie sie in der Gelsenkirchener Klinik behandelt werden.
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