Diskussion um schwarze Pädagogik im Film „Elternschule“

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Beitragvon MamaPina » 17.11.2018, 11:12

Die Diskussion hat viele Menschen und Fachleute auf den Plan gerufen. Sie sehen nicht alle Gespenster. Wenn es aus Sicht der Klinik auch so dargestellt wird. LG

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 17.11.2018, 12:26

Ist ja auch noch nicht das letzte Wort gesprochen in dieser Sache. Warten wir‘s ab. Und bleiben wir dran. :wink:

Grüße
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Beitragvon Engrid » 20.11.2018, 21:26

Hallo,

nun hat endlich eine Zeitung sich diese ominöse Therapie und ihre Geschichte ein bisschen genauer angesehen. Und mitgedacht, nicht bloß Textbausteine zusammengefügt.
http://www.taz.de/!5548612/

Edit : der Link geht nicht, sorry, also bitte kopieren und in der Browserzeile eingeben, oder dem Link nachgehen und die Suchfunktion der TAZ nehmen, oder halt googeln. 😉

Grüße
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Beitragvon Silvia & Iris » 29.11.2018, 14:00

Hallo in die Runde,

gibt es inzwischen etwas Neues?


LG
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Beitragvon HeikeLeo » 29.11.2018, 16:08

Hallo in die Runde,

heute habe ich mit einer Mutter gesprochen, die gerade in dieser Klinik in Gelsenkirchen war. Und was soll ich sagen, sie ist immer noch überschwänglich und restlos begeistert. Sie sagte, ihre Tochter hatte schwere Neurodermitis - jetzt geht es ihr vollkommen gut. Sie und ihr Mann seien zu symbiontisch mit der Tochter gewesen, die beiden älteren Brüder hätten nur noch funktionieren müssen, da alles der Neurodermitis gewichen sie. Diese ungünstige Konstellation sei in der Klinik erfolgreich aufgebrochen worden. Natürlich auch unterstützt durch Ernährungsumstellung.
Das Kind ist jetzt elf und fröhlich. Die Mutter ist sicherlich kein Drache.

Trotzdem finde ich die Angelegenheit diskussionswürdig. Auch manche Kriegskinder schwärmen von ihrer Kindheit.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon Silvia & Iris » 29.11.2018, 16:17

Liebe Heike,

es kommt ja auch immer darauf an...
wenn ich die viel bekannten Kinder mit Wahrnehmungsproblematik hernehme... natürlich freue ich mich als Mutter wenn das Kind sich anpasst, in der Gruppe nicht auffällt... den Preis, den man dafür zahlt, den sieht man im ersten Augenblick nicht wirklich...


Dennoch, eine gewisse Anpassung und Unterordnung muss wohl jeder erlernen, wenn er mal einen Beruf ausüben möchte und ein normales Leben führen will - mit Dach über dem Kopf und was so dazu gehört...


aber - auch dieser Einwand kam - Kinder stecken vieles auch noch anders weg, manches vergessen sie, anderes traumatisiert sie bis ans Lebensende...


Und wie soll denn z. B. eine Lehrerin mit einer Klasse von 25 Kindern einen Ausflug unternehmen, wenn die Kinder sich nicht an gewisse Regeln halten?

Liebe Grüße
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Beitragvon Sheila0505 » 29.11.2018, 16:46

Hi, na aber es ist ein himmelweiter Unterschied zwischen einer 11jährigen und Kleinkindern.

LG

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Beitragvon Silvia & Iris » 29.11.2018, 17:55

aber mit 3 Jahren starten doch die ersten Gruppenausflüge... - Und das sind ja noch Kleinkinder... - Da wird doch das Verhalten in der Gruppe spielerisch trainiert, geübt, die Zweierreihe, das Hand halten... und einiges mehr - auf Kommando losgehen, auf Kommando stehen bleiben...

LG
aber mit elf erst beginnen, das ist ja auch nicht möglich... :roll:
Liebe Grüße

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Beitragvon Michaela44 » 29.11.2018, 18:11

Eine 11jährige musste bestimmt nicht das Schlaftraining absolvieren und auch kein Trennungstraining. Zumindest nicht so, wie es im Film zu sehen war. Wenn sie dort aufgrund der (zu) engen Bindung etwas in der Art gemacht haben, werden sie es dem Mädchen erklärt haben und sie kann es kognitiv verstehen. Das ist ein himmelweiter Unterschied zu Kleinkindern!

Außerdem wissen wir doch alle, dass es schnell passieren kann, dass man zu sehr auf die Erkrankung/Behinderung oder was auch immer Rücksicht nimmt. Und sei es aus Erschöpfung und oder Angst vor (Über)Reaktionen des Kindes. Wenn es dadurch zu einer "Spirale" kommt, ist es sicher hilfreich, wenn Außenstehende helfen und ggfs auch mal Druck machen und einem das ganze aufzeigen.

Aber wie schon geschrieben: eine 11jährige werden sie viel mehr einbinden. Sie wird keiner Zwangsbehandlung ausgesetzt gewesen sein. Man kann ihr Dinge erklären.

Und selbst wenn sie bei älteren Kindern auch fragwürdige Methoden einsetzen sollten: sie werden die Familie am Ende bestimmt hoch gelobt haben, wie toll sie doch alles geschafft haben, sie können stolz auf sich sein, usw. Und dieses Hochgefühl tragen die Familien aus der Klinik und alles ist rosarot.

Ich vermute mal, es ist eine Mischung aus allem.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Beitragvon Engrid » 29.11.2018, 23:27

Hallo,

es bestreitet ja keiner, dass bei Neurodermitis Stress AUCH eine Rolle spielen kann.
Allerdings wird das, was man da im Film sieht an Schwarzer Pädagogik an recht jungen Kindern ja nicht besser dadurch, dass es einer Familie mit einem großen Kind dort gut ging, nach der Aussage der Mutter.
Für die Familien überwiegt vielleicht erstmal das Gefühl, der akute Horror ist vorbei, sie haben dann eine Leitlinie, fühlen sich sicherer. Die Kinder funktionieren. Der Alltag läuft wieder. Dass man das auch hätte haben können ohne Bindungs-Trennungs-Training und Stemmannscher „Stressimpfung“, nämlich in der bindungsorientierten Version, das wissen die Eltern ja nicht.

Die Mütter der im Film gezeigten Kinder sind ja auch bei Entlassung bzw Wiedervorstellung positiv gestimmt. Heißt bloß leider nicht, dass die Kinder nicht psychisch Schaden genommen haben. Das haben ja die kritischen Stellungnahmen explizit betont: um das festzustellen, braucht es einen Längsschnitt, also eine Befunderhebung über einen langen Zeitraum (= bis ins Erwachsenenalter, wenn da Bindungsproblematiken, Essstörungen usw im Raum stehen).

Grüße
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