Starkes Speicheln- was macht ihr dagegen?

In dieser Rubrik könnt ihr euch über diverse Krankheitsbilder austauschen - z. B. Skoliose, Kyphose, Cerebralparese usw.

Moderator: Moderatorengruppe

Johannes2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 07.07.2017, 13:43
Wohnort: Freigericht

Starkes Speicheln- was macht ihr dagegen?

Beitragvon Johannes2016 » 15.10.2018, 06:55

Hallo,
Mein Sohn Johannes speichelt sehr stark. Und da der Winter ansteht und es echt keinen Spaß macht, ständig das Lätzchen zu tauchen oder wenn ich es verpasse- ihn umzuziehen. Möchte ich gerne wissen was ihr so macht.
Johannes hat diese Scopoderm Pflaster ausprobiert und die halfen richtig gut. Aber leider verschreibt unser Kinderarzt diese nicht mehr und zudem reagiert Johannes allergisch drauf.
Johannes hat immer sehr viel Speichel im Mund und läst es gerne einfach auslaufen.
Ich habe von Botox in die Speicheldrüsen gehört, aber was gibt's noch für Alternativen?
LG Andrea
Andrea (*76), Peter (*74) mit Paul (*12) und Johannes (*16), PVL dadurch ICP mit Rumpfhypotonie und Tetraspastik, Wahrnehmungsstörung, Sehverarbeitungsstörung und viel zu blasse Sehnerven, Epilepsie

Werbung
 
Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3484
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Beitragvon Silvia & Iris » 15.10.2018, 07:48

Liebe Andrea,

wir haben mit orofacialer Stimulation auch klein wenig Erfolg gehabt... - also anregen und animieren den Speichel zu schlucken...

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

melly210
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 326
Registriert: 19.02.2018, 20:07

Beitragvon melly210 » 15.10.2018, 09:12

Die Logopäden empfehlen allgemein 1. kein Schnuller, auch nicht zum schlafen, 2. aus möglichst dünnen Strohhalmen trinken lassen, oder aus welchen mit Ventil drin (ganz dünn ist aber noch besser), 3. Pustespiele mit Watte, Seifenblasen, Federn, 4. mit einer elektrischen Zahnbürste die Zähne putzen und den Mundraum stimulieren, 5. mind. 15 Min pro Tag ein Muppy (Mundvorhofplatte) in den Mund. Damit müssen sie den Mund schließen und durch die Nase atmen.

LovisAnnaLarsMama
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 510
Registriert: 12.10.2016, 22:23

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 15.10.2018, 09:34

Unsere Logopädin verwendet ein Vibrationsgerät im/ am Kind mit dem verschiedene Bereiche stimuliert werden. Davon läuft der Speichel erstmal stärker, später geht das Sabbern etwas zurück.
Es gibt aber auch Tage (speziell die, wo das Kind anfallsverdächtig war), an denen die Halstücher+ T-Shirts mehrmals komplett nass sind- das nehme ich aber als Eigenschaft des Kindes hin.
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie

Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7118
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Beitragvon Inga » 15.10.2018, 10:18

Hallo, also es gibt einiges was man versuchen kann.
Bei Michelle hat Turnen nach Padovan extrem gut geholfen. wir haben dicke doppellagige Frotteetücher alle 10-30 Min gewechselt, nach einer Woche Intensivtherapie nach Padovan brauchte sie keine Halstücher mehr. :shock:
Bei Joshua hat tapen unter dem Kinn / Mundboden gut geholfen, aber er hat auch nicht so stark gesabbert.
Bei Joleen geben wir jetzt Robinul, ist eine Injektionslösung, kann man aber einfach in den Mund geben. Es gibt seid kurzem auch einen extra Saft, der ist aber extrem teuer und man kann sich einen Saft mischen lassen, unsere Apotheke macht dies leider nicht, lohnt sich erst, wenn man mehrere Kunden zu versorgen hat. Je nach Wohnort gibt es bei euch aber eine Apotheke die dies macht...
Wenn du weitere Infos brauchst, schreib mir eine PN, dann schaue ich nach konkreten Infos.

Gruß, Inga
Michelle 02 Apert-Syndrom & Epi
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
"Joshua" 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo '96 und Steven '98

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Unsere Galerie: http://www.REHAkids.de/phpBB2/album_per ... er_id=1278

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 3884
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Beitragvon kati543 » 15.10.2018, 10:33

Hallo,
ich würde Logopädie zum Stärken der Mundmotorik empfehlen. Bei meinen Jüngsten ist es durch die Übungen damals weggegangen. Nur das hat verdammt lange gedauert. Strohhalm trinken kann er bis heute übrigens nicht. Da beißt er drauf.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Johannes2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 07.07.2017, 13:43
Wohnort: Freigericht

Beitragvon Johannes2016 » 15.10.2018, 16:38

Hallo,
Vielen Dank für eure Antworten.
Leider hatte das alles bisher keinen Erfolg.
Einen Schnuller nimmt Johannes überhaupt nicht, er kann ihn nicht im Mund festhalten. Logopädie machen wir schon über ein Jahr auch mit orofacialer Stimulation und Vibrationen. Bringt leider alles nix.
Aus einen Strohhalm trinken, klappt leider nicht.
Habt ihr noch andere Ideen?
LG Andrea
Andrea (*76), Peter (*74) mit Paul (*12) und Johannes (*16), PVL dadurch ICP mit Rumpfhypotonie und Tetraspastik, Wahrnehmungsstörung, Sehverarbeitungsstörung und viel zu blasse Sehnerven, Epilepsie

Anne1301
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 71
Registriert: 22.10.2016, 10:18

Beitragvon Anne1301 » 15.10.2018, 20:03

Hallo Andrea,

meine Kinder haben aufgrund ihrer Hypotonie auch das Problem, dass sie noch immer speicheln. Wir arbeiten daran auch schon seit Jahren und haben leider das Allheilmittel noch nicht gefunden. Das Thema gab es hier im Forum immer mal wieder und wir haben auch vieles probiert, was meine Vorschreiberinnen u.a. bereits erwähnt haben:
- Castillo Morales Übungen
- Übungen nach dem NFT Programm
- Padovan/ Mundtüte
- Tapen mit Gittertape/Kinesotape
- Pustespiele, Trinkhalme, Mundvorhofplatte, Salzstangen nur mit Mund essen ohne Hände
- seit Jahresbeginn haben wir nun eine Scopolaminschung oral, angemischt aus der Apotheke die sehr gut hilft ohne Nebenwirkungen

Wir machen alles noch bis auf das Tapen. Das hat das Speicheln noch verstärkt.

Mein Fazit ist, dass es bei meinen Kindern sehr lange dauert, bis sie die Gesichtsmuskulatur aufbauen und richtig schlucken können. Die Große braucht jetzt seit einiger Zeit endlich kein Lätzchen mehr und kaum noch Medikament, die Übungen schlagen endlich an.
Ich habe aber auch von einigen gelesen, wo es schneller geklappt hat. Ist offensichtlich abhängig vom Kind und der Ursache.

Ich drücke die Daumen, dass ihr etwas findet was euch hilf, ansonsten bleibt nur üben, üben, üben.

Gruß
Anne
A. (*2012) und B. (*2014) vermtl. unbekannter Gendefekt, Epilepsie, Rumpfhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung (insbesondere Feinmotorik und Sprache)

Anne2612
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 109
Registriert: 06.04.2011, 13:50
Wohnort: Münster

Beitragvon Anne2612 » 15.10.2018, 21:24

Hi,

Unser Sohn hat zweimal Botoxinjektionen in die Speicheldrüsen bekommen. Das erste mal hat es sehr gut funktioniert, beim zweiten mal ist es leider schief gegangen.
D.h. das Botox ist "gelaufen" und hat dann den Schluckvorgang so stark negativ beeinflusst, dass wir für eine Woche mit Magensonde im Krankenhaus gelandet sind...
Pech gehabt... jetzt ist Botox auch von Seiten der behandelnden Ärzte erstmal gestoppt und wir werden mal den Saft ausprobieren.
Ansonsten hat tapen bei uns auch gut geholfen, leider reagiert die Haut zu stark. Scopoderm-Pflaster haben nicht den gewünschten Effekt. Logo haben wir natürlich auch :wink:

Liebe Grüße Anne
Mika (*2010), Z.n. präpartale Asphyxie, mit allem drum und dran, neueste Diagnose: rechtsbetonte Tetraparese, aber ein absoluter Sonnenschein und unser größter Schatz :-)

Werbung
 
Johannes2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 59
Registriert: 07.07.2017, 13:43
Wohnort: Freigericht

Beitragvon Johannes2016 » 16.10.2018, 06:39

Hallo,
Johannes hat auch eine Rumpfhypotonie und eine leichte Schluckstörung.
Klar hat er aufgrund der Grunderkrankung Probleme den Speichel runterzuschlucken aber es ist auch immer so viel Speichel da.
Könnte das auch von den Epilepsie Medis kommen? Momentan nimmt er Ospolat (Sultiam) und Orfitril long (Valpraot).
LG Andrea
Andrea (*76), Peter (*74) mit Paul (*12) und Johannes (*16), PVL dadurch ICP mit Rumpfhypotonie und Tetraspastik, Wahrnehmungsstörung, Sehverarbeitungsstörung und viel zu blasse Sehnerven, Epilepsie


Zurück zu „Krankheitsbilder - Allgemein“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast