Fahrkosten - neue Auslegung der KK

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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MichaelK
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Fahrkosten - neue Auslegung der KK

Beitragvon MichaelK » 10.10.2018, 19:51

hallo Zusammen,

ich war heute etwas platt, als ich die Fahrkostenerstattung der KK für die letzten 2 Jahre erhalten habe.

beantragt waren Fahrkosten zu ambulanten Anlässen (Uni) und auch welche im Zusammenhang mit Krankenhausaufenthalten.

Nun teilt die KK mit, dass nur die km erstattet werden könnten, wo der Versicherte (Lars) auch im Auto sitzen würde. Hin bzw. Rückfahrten, wenn ich ihn ins Krankenhaus zur Aufnahme oder Entlassung bringe also nicht. Ebenso notwendige Fahrten ins Krankenhaus zur OP-Einwilligung nicht! Besuchsfahrten sowieso generell nicht.

Was sagt ihr dazu? Wie ist das bei euch?

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
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Sinale
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Beitragvon Sinale » 10.10.2018, 22:58

Hallo Michael,

evtl. orientiert sich die GKV hier an den Bedingungen bei der Übernahme von zu verordnenden Krankenfahrten mit dem Taxi. Hier werden die Fahrten nur dann bezahlt, wenn die betroffene Person im Fahrzeug sitzt.

Ob dies für abrechenbare Fahrten mit dem privaten PKW rechtens ist, weiß ich leider nicht.
Viele Grüße
Sinale

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kati543
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Beitragvon kati543 » 11.10.2018, 14:27

Hallo,
habt ihr denn im Krankenhaus übernachtet und seid trotzdem hin- und hergefahren? Ich habe von dieser Vorgehensweise bisher nur einmal von Eltern gehört, die im Krankenhaus als Begleitperson (auf Kosten der Krankenkasse) übernachtet haben und dann alle 2-3 Tage nach Hause gefahren sind, weil es eben noch ein Geschwisterkind gab.
LG
Katrin
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Beitragvon MichaelK » 11.10.2018, 18:15

kati543 hat geschrieben:Hallo,
habt ihr denn im Krankenhaus übernachtet und seid trotzdem hin- und hergefahren? ..


Hallo,

nein! Wie gesagt, ist die KK der Auffassung, dass jede Fahrt ohne das Kind Privatvergnügen ist. Kind nicht im Auto = Fahrt nicht medizinisch erforderlich.

LG Michael
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Senem
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Beitragvon Senem » 11.10.2018, 18:25

Hallo,

ich kann die Begründung der Krankenkasse aber absolut nachvollziehen!!
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Beitragvon HannahKillian » 11.10.2018, 18:41

Hallo zusammen,

ich kann da gar nix nachvollziehen....

Bei Taxifahrten leuchtet es mir noch halbwegs ein, dass "leere" Rückfahrten (also ohne Kind, weil Kind im KKH bleibt....) nicht bezahlt werden. Da könnte man ja theoretisch mit (günstigeren) Öffis wieder nach Hause fahren...

Aber wenn ich mein Kind dann wieder vom KKH abholen kann, muss ich doch mit dem Auto erst mal hinkommen und ich unternehme diese Fahrt doch FÜR das Kind. Das will die KK nicht bezahlen? Das ist doch total unlogisch...

Hat man da wenigstens eine Chance auf eine Widerspruchsregelung?


LG
Hannah
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Meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/viewtopic ... hannah+icp

Kaja
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Re: Fahrkosten - neue Auslegung der KK

Beitragvon Kaja » 11.10.2018, 19:09

Hallo Michael,

MichaelK hat geschrieben:Besuchsfahrten sowieso generell nicht.

generell stimmt so nicht:

https://www.betanet.de/fahrtkosten-transportkosten.html

Die Krankenkasse kann die Kosten für Besuchsfahrten in eine Reha-(Klinik) übernehmen, wenn die Mitaufnahme einer Begleitperson nicht möglich und die Anwesenheit einer Vertrauensperson für den Patienten aus therapeutischen und medizinischen Gründen notwendig ist. Kann heißt, dass kein Rechtsanspruch besteht, sondern eine Genehmigung im Ermessen der Krankenkasse liegt. Vieles ist in den Satzungen der einzelnen Krankenkassen geregelt. Nähere Auskünfte dazu erteilen die Krankenkassen.

Die medizinische Notwendigkeit der Anwesenheit der Vertrauensperson muss vom behandelnden Arzt für die Krankenkasse bestätigt werden.

MichaelK hat geschrieben:Nun teilt die KK mit, dass nur die km erstattet werden könnten, wo der Versicherte (Lars) auch im Auto sitzen würde. Hin bzw. Rückfahrten, wenn ich ihn ins Krankenhaus zur Aufnahme oder Entlassung bringe also nicht

https://www.recht-finanzen.de/faq/3159- ... ankenkasse

Wenn die Anwesenheit einer Begleitperson beim Krankentransport aus medizinischen oder gesetzlichen Gründen notwendig ist, gelten für die Erstattung der Fahrtkosten dieselben Regeln.

Lars kann weder aus rechtlichen, noch aus medizinischen Gründen mit dem Auto allein in die Klinik oder wieder zurück fahren. Du bist die Begleitperson. Alle deine Kosten müssen übernommen werden - also auch die Fahrten ohne Lars.

MichaelK hat geschrieben:Ebenso notwendige Fahrten ins Krankenhaus zur OP-Einwilligung nicht!

Fahrten zur OP-Einwilligung sind doch vorstationär. Und wer sagt denn, dass Lars bei der OP-Aufklärung nicht dabei war? Er ist alt genug und es geht doch um ihn.

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon MichaelK » 11.10.2018, 19:25

Hallo Kaja,

Danke für das Argument "Begleitperson". Da war wieder eine Lücke in meinem alternden Hirnschwamm.
Fahrten zur OP-Einwilligung sind doch vorstationär.


was vorab (also bei Aufnahme) zu klären ist, stelle ich der KK sowieso nicht in Rechnung. Es geht mir ausschließlich um die Einwilligungen/Anästhesie, die sich erst während des KH-Aufenthaltes notwendig machen. Leider ist das eben häufig bei Lars. Bei der WS-OP letztes Jahr waren alleine 3 einzelne OP erforderlich etc... das läppert sich halt.

Ich hab ohnehin nur das allerwenigste beantragt.... und dann so was ! :roll:

Werde mal einen Widerspruch schreiben.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2

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Kaja
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Beitragvon Kaja » 11.10.2018, 19:59

Hallo Michael,

MichaelK hat geschrieben:Es geht mir ausschließlich um die Einwilligungen/Anästhesie, die sich erst während des KH-Aufenthaltes notwendig machen. Leider ist das eben häufig bei Lars. Bei der WS-OP letztes Jahr waren alleine 3 einzelne OP erforderlich etc... das läppert sich halt.

Ok - Lars war bereits im Krankenhaus, als sich die OP-Aufklärung als erforderlich erwies. Nun darf Lars ja die Einwilligung nicht allein unterschreiben - dafür ist deine Anwesenheit vor Ort zwingend erforderlich. Und da kein Elternteil als Begleitperson mit aufgenommen wurde, müsste entweder die Besuchs- oder die Begleitpersonregelung zur Anwendung kommen. Das ist von Fahrten zur stationären Behandlung mit abgedeckt, so dass es auf den SBA von Lars nicht ankommt.

Viele Grüße Kaja

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kati543
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Beitragvon kati543 » 11.10.2018, 21:35

Hallo Michael,
ich stimme Kaja hier zu. Ich würde das auch so begründen. Die Anamnese für die Anästhesie ist zwangsweise mit euch Eltern zu führen und ihr müsst das auch unterschreiben.
Hast du eine Bestätigung von der Anästhesie dass du an den Tagen im Krankenhaus warst? Dann sollte es eigentlich klappen. Deine Anwesenheit war ja „medizinisch notwendig“.
LG
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