Chancen auf einen orangenen Parkausweis

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 10.10.2018, 08:37

Hallo Alexandra,
Mit dem orangenen Parkausweis darf man zwar nicht auf Behindertenparkplätzen parken (und das ist auch völlig in Ordnung so), aber im Halteverbot.
Im Halteverbot darfst du weder mit dem Blauen noch mit dem Orangenausweis stehen. sondern max. im Parkverbot wenn keine andere Platz in der Nähe frei ist.

Grüße Michi
Die orange Parkerleichterung für Behinderte berechtigt innerhalb Deutschlands zu folgenden Ausnahmen:

-Bis zu drei Stunden an Stellen zu parken, wo eingeschränktes Haltverbot angeordnet ist (Parkscheibe!).

-Im Bereich eines Zonenhalteverbots, in dem durch Zusatzzeichen das Parken zugelassen ist, die zugelassene Parkdauer zu überschreiten.

-An Stellen, an denen das Parken durch Zeichen 314 (Parkplatz Anfang) und 315 StVO (Parkplatz Ende) erlaubt ist, jedoch durch ein Zusatzschild eine Begrenzung der Parkzeit angeordnet ist, über die zugelassene Zeit hinaus zu parken.

-Eine längere Parkzeit für bestimmte Haltverbotsstrecken zu nutzen. Die Ankunftszeit muss sich aus der Einstellung auf einer Parkscheibe ergeben.

-In Fußgängerzonen, in denen das Be- und Entladen für bestimmte Zeiten freigegeben ist, während der Ladezeiten zu parken.

-Auf Parkplätzen für Bewohner bis zu drei Stunden zu parken. (Parkscheibe!)

-An Parkuhren und Parkscheinautomaten ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung zu parken.

-In ausgewiesenen verkehrsberuhigten Bereichen außerhalb der gekennzeichneten Flächen zu parken, ohne den durchgehenden Verkehr zu behindern.

Von hier kopiert: https://mobilista.eu/409/orange-parkerl ... pflichten/

Das Wort Parkverbot gibt es im Verkehrsrecht eigentlich nicht. Das heißt dann „eingeschränktes Halteverbot“. :wink:
Was Du meinst, ist das absolute Halteverbot. Dort darf niemand halten oder parken. Das habe ich aber auch nicht anders behauptet.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Kaja
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Re: Chancen auf einen orangenen Parkausweis

Beitragvon Kaja » 11.10.2018, 21:51

Hallo,
hat jemand Erfahrungen mit dem orangenen Parkausweis in Baden Württemberg?
Mein Sohn hat seit 2016 einen SBA 80% B,G,H , mittlerweile sind es mit Sicherheit mehr aber wg. 20% beantrage ich nichts mehr neu....
Mein Sohn ist NICHT Gehbehindert, ermüdet nur bei längeren Strecken. Aber aufgrund des nicht Vorhandenen Gefahrenbewusstseins und der
Epilepsie und anderen Dingen sind nahe Park und halte Möglichkeiten für uns enorm wichtig
http://www.verwaltungsvorschriften-im-i ... 420014.htm
Die Randnummern 118 bis 132 sind sinngemäß auch auf die nach stehend aufgeführten Personengruppen anzuwenden:

a) Blinde Menschen;
b) Schwerbehinderte Menschen mit beidseitiger Amelie oder Phokomelie oder mit vergleichbaren Funktionseinschränkungen, wobei die zeitlichen Begrenzungen, die eine Betätigung der Parkscheibe voraussetzen, nicht gelten;
c) Schwerbehinderte Menschen mit den Merkzeichen G und B und einem Grad der Behinderung (GdB) von wenigstens 80 allein für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken);
d) Schwerbehinderte Menschen mit den Merkzeichen G und B und einem GdB von wenigstens 70 allein für Funktionsstörungen an den unteren Gliedmaßen (und der Lendenwirbelsäule, soweit sich diese auf das Gehvermögen auswirken) und gleichzeitig einem GdB von wenigstens 50 für Funktionsstörungen des Herzens oder der Atmungsorgane;...
Beim orangefarbenen Parkausweis kommt es allein auf die Gehfähigkeit an und nicht auf andere Beeinträchtigung im Straßenverkehr. Nach der Gesetzesänderung ist es leichter, bei mentalen Beeinträchtigungen das aG zu erhalten, wenn die daraus resultierenden Einschränkungen im Straßenverkehr vergleichbar stark sind.

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_ ... __229.html
Schwerbehinderte Menschen mit außergewöhnlicher Gehbehinderung sind Personen mit einer erheblichen mobilitätsbezogenen Teilhabebeeinträchtigung, die einem Grad der Behinderung von mindestens 80 entspricht. Eine erhebliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung liegt vor, wenn sich die schwerbehinderten Menschen wegen der Schwere ihrer Beeinträchtigung dauernd nur mit fremder Hilfe oder mit großer Anstrengung außerhalb ihres Kraftfahrzeuges bewegen können. Hierzu zählen insbesondere schwerbehinderte Menschen, die auf Grund der Beeinträchtigung der Gehfähigkeit und Fortbewegung – dauerhaft auch für sehr kurze Entfernungen – aus medizinischer Notwendigkeit auf die Verwendung eines Rollstuhls angewiesen sind. Verschiedenste Gesundheitsstörungen (insbesondere Störungen bewegungsbezogener, neuromuskulärer oder mentaler Funktionen, Störungen des kardiovaskulären oder Atmungssystems) können die Gehfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Diese sind als außergewöhnliche Gehbehinderung anzusehen, wenn nach versorgungsärztlicher Feststellung die Auswirkung der Gesundheitsstörungen sowie deren Kombination auf die Gehfähigkeit dauerhaft so schwer ist, dass sie der unter Satz 1 genannten Beeinträchtigung gleich kommt.
@Alexandra : der Wortlaut der Verwaltngsvorschrift sagt folgendes:
Schwerbehinderten Menschen ... kann gestattet werden,

a) an Stellen, an denen das eingeschränkte Haltverbot angeordnet ist (Zeichen 286, 290.1), bis zu drei Stunden zu parken. Antragstellern kann für bestimmte Haltverbotsstrecken eine längere Parkzeit genehmigt werden. Die Ankunftszeit muss sich aus der Einstellung auf einer Parkscheibe (§ 13 Absatz 2 Nr. 2, Bild 318) ergeben,

b) im Bereich eines Zonenhaltverbots (Zeichen 290.1) die zugelassene Parkdauer zu überschreiten,

c) an Stellen, die durch Zeichen 314 und 315 gekennzeichnet sind und für die durch ein Zusatzzeichen eine Begrenzung der Parkzeit angeordnet ist, über die zugelassene Zeit hinaus zu parken,

d) in Fußgängerzonen, in denen das Be- oder Entladen für bestimmte Zeiten freigegeben ist, während der Ladezeiten zu parken,

e) an Parkuhren und bei Parkscheinautomaten zu parken, ohne Gebühr und zeitliche Begrenzung,

f) auf Parkplätzen für Bewohner bis zu drei Stunden zu parken,

g) in verkehrsberuhigten Bereichen (Zeichen 325.1) außerhalb der gekennzeichneten Flächen ohne den durchgehenden Verkehr zu behindern, zu parken,

sofern in zumutbarer Entfernung keine andere Parkmöglichkeit besteht. Die vorgenannten Parkerleichterungen dürfen mit allen Kraftfahrzeugen in Anspruch genommen werden. Die höchstzulässige Parkzeit beträgt 24 Stunden.
Das fand ich für mich verständlicher als der Hinweis "Eine längere Parkzeit für bestimmte Haltverbotsstrecken zu nutzen". Aber grundsätzlich hast du Recht.

Viele Grüße Kaja


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