Wunsch nach Waldorfwerkstatt im Nachbarort

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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bosko
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Wunsch nach Waldorfwerkstatt im Nachbarort

Beitragvon bosko » 07.10.2018, 20:00

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen.

Unsere Tochter könnte einen Platz in der Waldorfwerkstatt in der Nachbarstadt bekommen.
In unserer Stadt gibt es eine "normale " Wfb.

Nun sagt das Arbeitsamt sie würden nur die Kosten für die Werkstatt in unserer Stadt übernehmen.

Welche Möglichkeiten/ Argumente/ gesetzlichen Grundlagen nach Wunsch und Wahl haben wir?

Der Transport fiele zum Beispiel auch nicht an und unsere Tochter möchte auch später mal in der Nachbarstadt wohnen.
Danke für eure Hilfe!
Viele Grüße!
bosko

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Senem
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Beitragvon Senem » 07.10.2018, 20:03

Hallo bosko,

nur aus eigenem Intresse.

Was genau ist der Unterschied zwischen einer Waldorfwerkstatt und einer normalen Werkstatt??
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 07.10.2018, 20:20

Hallo,

könnte man das nicht umgehen, indem sie erst umzieht? Also, wenn sie den Platz in der anderen Werkstatt antritt, nachdem sie im Nachbarort gemeldet ist? Oder ist der Umzug erst in einigen Jahren möglich/gewünscht?
Viele Grüße
Tanja
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bosko
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Beitragvon bosko » 07.10.2018, 21:01

Ein Umzug ist erst angedacht, wenn sie auf Arbeit gut klar kommt.
Waldorf ist eine besondere Pädagogik und auch eine besondere Sichtweise Sichtweise/ Umgang mit dem Menschen.
Viele Grüße!

bosko

Rita2
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Beitragvon Rita2 » 07.10.2018, 21:05

Hallo,

hier bei uns darf man jede Werkstatt besuchen (die vom Profil paßt). Allerdings wird nur der Transport in die für den Wohnort zuständige Werkstatt bezahlt.

Allerdings bekommt jede Werkstatt auch das Gleiche an Geld. Verlangt die Walldorfwerkstatt mehr Geld?

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon bosko » 07.10.2018, 21:46

Rita2 hat geschrieben:Hallo,

hier bei uns darf man jede Werkstatt besuchen (die vom Profil paßt). Allerdings wird nur der Transport in die für den Wohnort zuständige Werkstatt bezahlt.

Allerdings bekommt jede Werkstatt auch das Gleiche an Geld. Verlangt die Walldorfwerkstatt mehr Geld?

LG
Rita


Das mit dem Geld versuche ich rauszubekommen.
Hast du dafür eine Rechtsgrundlage?
Viele Grüße!

bosko

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Beitragvon Rita2 » 07.10.2018, 22:57

Leider nein.
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,

cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon anna h. » 08.10.2018, 07:57

Hallo Bosko,
behinderte Menschen haben genau so ein Wunsch- und Wahlrecht, was ihre Arbeit betrifft wie alle Menschen. Die Rechtsgrundlage kannst Du sicher leicht finden.
Oder Dir alternativ die Beratung in der anthroposophischen Werkstatt holen. (Waldorf heißen nur die Schulen ;-) )
ZB die Troxler-Werkstätten beraten da gut u unterstützen sich. Das wird Eure Werkstatt sicher auch machen.
Die Arbetisagentur könnte Euch da nur einen Strich durch die Rechnung machen, wenn da horrende Fahrtkosten anfallen, so ist es bei uns. Da das bei Euch nicht der Fall ist, lasst Euch beraten und setzt es durch.
Da Du von Arbeitsamt schreibst, geht es ja erst mal um den Berufsbildungsbereich. Ich weiß nicht, ob den alle kleinen Werkstätten haben. Wenn Sie den haben, kann sich das die Arge nicht aussuchen, ob sie das finanziert.
Gruß
Anna H.

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KatjaMausB
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Beitragvon KatjaMausB » 08.10.2018, 09:00

Hallo Bosko,

gemäß § 8 SGB IX wurde das Wunsch- und Wahlrecht von Menschen mit Behinderung mit dem Bundesteilhabegesetz deutlich gestärkt. In diesem Paragraphen steht folgendes: " Bei der Entscheidung über die Leistungen und bei der Ausführung der Leistungen zur Teilhabe wird berechtigten Wünschen der Leistungsberechtigten entsprochen." Was ist nun berechtigt? Das findet sich im § 2 Satz 2 SGB I: "Die nachfolgenden sozialen Rechte sind bei der Auslegung der Vorschriften dieses Gesetzbuchs und bei der Ausübung von Ermessen zu beachten; dabei ist sicherzustellen, dass die sozialen Rechte möglichst weitgehend verwirklicht werden." Übersetzt bedeutet das, die Wünsche des Berechtigten müssen angemessen und umsetzbar sein, aber sie müssen auch weitgehend verwirklicht werden.

Ich würde die Arbeitsagentur auf das Bundesteilhabegesetz hinweisen, insbesondere auf den Paragraphen 8 des SGB IX, in dem das Wunsch- und Wahlrecht nochmal besonders verankert wurde.

Viel Erfolg,
liebe Grüße
Katja


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