KFZ-Zuschuss - benötige dringend Tipps

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Kim55
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KFZ-Zuschuss - benötige dringend Tipps

Beitragvon Kim55 » 07.10.2018, 05:08

Hallo,

ich frage hier im Auftrag : für einen erwachsenen Menschen mit Behinderung ( 100 GdB , Mz aG , G , H und B , besucht weder Schule noch WfBM ) wurde ein Antrag auf KFZ -Hilfe und Umbau beim LVR gestellt. Der LVR bestätigte den Antragseingang und forderte eine Liste mit möglichen Ausflugszielen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft an.

Einige Wochen und Telefongespräche später gibt es nun seitens des LVR folgende Aussagen :

- selbst wenn nur sporadisch ÖPNV fahren würde, bestünde KEIN Anspruch auf Zuschuß. . O-Ton : " je nachdem, wo man in Köln wohnt, muß man auch mal eine Stunde auf den Bus warten !!! "
- Besteht Anspruch auf einen Behindertenfahrdienst ( ja, besteht ) , ist das ausreichend. Max. 4 Kurzfahrten pro Monat bis 35 km stehen den Berechtigten zu , bei größeren Entfernungen gibts halt weniger Fahrten. Bei weniger als 36 km verfällt der Rest . Vorlaufzeit mindestens 8 Tage , Erreichbarkeit der Zentrale nur Mo. - Fr. bis 16 Uhr. Spontanfahrten, insbesondere am Wochenende, sind so natürlich nicht möglich
- Einkaufsfahrten bzw. Vesuche bei Verwandten zählen NICHT zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft. Einkaufen könnte ein Pflegedienst im Rahmen des Entlastungsbetrags :shock: . Erledigungen, wie z.B. Brille richten oder Orthopädieschuhtechniker aufsuchen könnte ein Elternteil alleine erledigen
- Hinweis, dass der Antragsteller autistische Verhaltensweisen an den Tag legt ( Auto- und Fremdaggresion ) , wenn es zu Reizüberflutung kommt und/oder unerwartete Ereignisse unterwegs geschehen , man somit evtl. früher als geplant nach Hause muß , werden mit einer Empfehlung für ein Anti-Aggressionstraining abgeschmettert.
- Selbstbestimmt Ausflugsziel-Wünsche zählen nicht , es reicht aus, wenn man überhaupt eine Minimal-Auswahl als Fahrziel hat.

Im Wohnort gibt es nur eine Minimalversorgung, keine Post, kein Supermarkt oder Tante-Emma-Laden. Die nächstgelegene Versorgungsmöglichkeit für den tgl. Bedarf ist einfache Fahrt ca. 10 Minuten entfernt.

Hat jemand vielleicht eine Idee oder Tipps , wie man zum einen das Antragsverfahren beschleunigen kann und zum anderen die Dringlichkeit untermauern kann ? Der junge Mensch hat in 2018 bislang 5 Ausflüge mit dem BfD gemacht, Entfernung immer zwischen 30 und 80 km. Das Jahreskontigent ist fast aufgebraucht.Nur zu Hause hocken macht auf Dauer aggressiv und depressiv. Aktuell steht der Familie kein Auto zur verfügung.

LG

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Brigitte 1953
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Beitragvon Brigitte 1953 » 07.10.2018, 09:02

Guten Morgen Kim,

mit G oder aG im Schwerbehindertenausweis übernimmt der LVR in der Regel den behindertengerechten Umbau und die behinderungsbedingte Zusatzausstattung auf Antrag, wenn das vorhandene Auto noch nicht zu alt ist.

Ich würde in Widerspruch gehen, zwei Kostenvoranschläge für den Umbau beifügen und den KFZ Brief oder Kostenvoranschlag für das Auto dessen Anschaffung angedacht ist.

Gruss

Brigitte

Claudi-BaWü
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Beitragvon Claudi-BaWü » 07.10.2018, 11:49

Hallo,

bei uns steht auch die Anschaffung eines neuen Autos an und dann natürlich auch ein Umbau.

Kennt sich da jemand aus was alles als Umbau bezahlt wird ? z.B. Schienen zur Befestigung des Rolli, Gurtsysteme, Einzelsitze u.s.w.

Wie muss man da dann genau vorgehen? Was muss man vorlgegen`?

Gruss und schonmal Danke für die Hilfe
claudi
lg claudi
D. 12/2000 Tetraspastik, ICP, keine Sprache, Autistische Züge, Entwicklungsverzögert, Rollstuhlfahrer, seit 24.05.2005 Pohlig US-Orthesen, 10/2011 Hüft OP li. und 04/2017 und 06/2017 beide Knie/Füsse OP in Aschau.

Die Zukunft sollte man nicht voraussagen wollen,
sondern möglich machen (Antoine de Saint Exepury)

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Beitragvon Senem » 07.10.2018, 12:03

Hallo,

ist der behindertengerechten Umbau und die behinderungsbedingte Zusatzausstattung nicht Einkommenabhängig??
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

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Brigitte 1953
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Beitragvon Brigitte 1953 » 07.10.2018, 13:10

Ja Senem,

wie mit allen sozialen Mitteln, die beantragt werden können.

Gruss

Brigitte

Kim55
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Beitragvon Kim55 » 07.10.2018, 19:04

Hallo,

es ist KEIN Auto vorhanden und der junge Mensch bezieht GruSi.

LG

Pia L. 2013
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Beitragvon Pia L. 2013 » 07.10.2018, 23:26

Hi

Ein komplettes umgebautes Auto zu bekommen über den LVR ist (fast) unmöglich. Ich kenne einen Fall wo es so war, diese Dame benötigt das Auto um zur Arbeit zu kommen. Bus- und Bahn waren auf Grund ihrer Diagnose nicht zumutbar. Also bleib dem LVR nichts übrig, ausser das behinderten gerechte Auto zur Verfügung zu stellen.


Alle anderen Familien haben das Auto privat organisiert. Entweder über Eigenleistung oder über Spenden (hier der Tip: der Verein "mobil mit Behinderung " hilft bei solchen Aktionen).

Der LVR übernimmt i.d.R einen Umbau. Auch hier gibt's Regelungen zu beachten und ist bundeslandabhängig welche.. Aber solange das Auto neu/neuwertig ist, die entsprechenden Merkzeichen für die Behinderung vorhanden sind (siehe oben) dütfte für eine Kostenübernahme des Umbaus nichts im Wege stehen.
Vorher muss natürlich das Auto parat stehen um solch einen Antrag genehmigt zu bekommen. Aber vorab kann man den Bedarf grundsätzlich bestätigt bekommen.

Wenn der Arzt Sonderausstattung begründen kann (zB dunkle Scheiben wg der Intimität beim Kathetern oder eine 2. Schiebetür um in einer Notsituation von beiden Seiten dran kommen oder eine 2. Klimaanlage hinten im Auto auf Grund des vielen Schwitzens etc) müssten diese eigentl auch übernommen werden. Bei uns gab's jedenfalls keine Schwierigkeiten.

VG
P.

FabioFa
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Beitragvon FabioFa » 09.10.2018, 10:57

Hallo,

es gab in München ein Gerichtsurteil, wo eine Mutrer geklagt hat auf Teilnahme am sozialen Leben und ihrem Kind wurde das komplette Auto bezahlt vom Landratsamt. Ich habe das auch gemacht bzw. beantragt formlos mußte viele Unterlagen erbringen und meine Vermögen offen darlegen und wir haben auch ein umgebautes Fahrzeug bekommen (gebraucht) aber ein super Auto. Mußte aber viel Druck machen und nerven, das Landratsamt hat dann noch einen Technischen Gutachter eingesetzt und meine Kostenvoranschläge von den Fahrzeugen wurde eins genehmigt.

Grüße
Claudia
Ganglisidose GM1

monika61
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Beitragvon monika61 » 09.10.2018, 11:30

Hallo Kim55,

schau Dir einmal die hier verlinkten Infos dazu an:
http://www.forum-munterbunt.de/index.ph ... #post15378

http://www.forum-munterbunt.de/index.ph ... ines-Kraf/

LG
Monika

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Kim55
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Beitragvon Kim55 » 02.01.2019, 18:21

Hallo,

Danke für eure Antworten.

Soviel vorweg : Fahrzeug und Umbau sind "dem Grunde nach " genehmigt. Jetzt geht es nur noch darum, welches Autohaus welches Fahrzeug liefern darf :wink:

Kann mir noch Jemanden Informationen zu den Instandhaltungskosten geben ? Diese wurden mit beantragt, aber mit keiner Silbe im Bewilligungsbescheid erwähnt.


Auszug aus meinem Antrag :

" hiermit beantrage ich für XXXXXX im Rahmen der Kfz-Hilfeverordnung als Leistung der Eingliederungshilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft einen Zuschuß zum Kauf eines entsprechenden Fahrzeugs sowie einer Übernahme der Kosten für Unterhalt , Inspek­tion und Instandhaltung des Kfz. Das vorgenannte Fahrzeug wird mit hoher Dringlichkeit gebraucht."


LG Kim


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