4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Steffi 71
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Beitragvon Steffi 71 » 27.11.2018, 16:15

Hallo,
@ Rob:vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.Hilfe zur angemessenen Schulbildung wäre jetzt auch unser Plan.Allerdings hat uns die Anwältin selbst da keine großen Hoffnungen gemacht.Wir haben uns eine Wohngruppe ausgesucht,die in Kooperation mit einer nach dem Waldorf-Konzept arbeitenden Schule steht.Da wir nächstes Jahr umziehen,wäre diese Schule dann allerdings 45km entfernt,doppelt so weit,wie seine jetztige Schule.Und er ist jetzt schon 45-60 Min.unterwegs.
Nach meinem Verständniss müssen wir versuchen,Argumente zu finden,warum gerade diese Schulform für unseren Sohn besser geeignet ist als ein "normales" Förderzentrum für GE?!

@Michaela:es wurden vor 4 Jahren allen OGS-kindern an der Schule die Kostenübernahme für einen SB gestrichen!
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 27.11.2018, 18:20

@Michaela:es wurden vor 4 Jahren allen OGS-kindern an der Schule die Kostenübernahme für einen SB gestrichen!
Wenn im Rahmen der individuellen (!) Eingliederungshilfe alle (!) gleich behandelt werden, "schreit" das geradezu nach einem unzulässigen Verhalten. Wenn im Einzelfall die OGS-Zeit einem behinderten Kind hilft, in der Schule besser zurechtzukommen, und es dafür eine SB benötigt, kann das nicht einfach mit dem Grund "das zahlen wir grundsätzlich nicht" abgetan werden. Mag sein, dass das Amt es trotzdem probiert. Es kommt ja immer wieder vor, dass Ämter sich nicht an rechtliche Vorgaben halten (wollen). Und wie heißt es doch: wo kein Kläger, da kein Richter.

Von daher würde ich es einfach probieren und die SB für die OGS beantragen, natürlich mit den passenden Argumenten, und zwar schriftlich - ohne vorherige persönliche Nachfragen. Mal sehen, was dann passiert. Verlieren könnt ihr nichts. Eine Ablehnung müssen sie begründen. Gut wäre es, wenn ihr von einem Therapeuten oder Arzt eine entsprechende Stellungnahme hättet.
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Beitragvon Steffi 71 » 27.11.2018, 22:02

@ Michaela: die OGS-SB ist im Moment gar nicht unsere größte Sorge,sondern die Angst,wie es weiter geht,wenn wir,aufgrund der hohen Kosten keinen Wohngruppenplatz bezahlen können!
Natürlich,es geht immer irgendwie weiter,aber wir sind ja jetzt schon seit langem völlig am Limit und auch wenn man das als Eltern nur sehr ungern zugibt,völlig überfordert mit unserem Sohn.
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Beitragvon Steffi 71 » 28.11.2018, 12:24

Ich habe mir jetzt einen Beratungstermin bei der Lebenshilfe geben lassen,am Telefon hat sie mir schon gesagt,dass Hilfe zur angemessenen Schulbildung nur in Wohneinrichtungen gilt,die als Internat ausgeschrieben sind.In Schleswig Holstein gibt es nicht ein Internat für Kinder mit geistiger Behinderung!!
Wir werden also überlegen müssen,welche Alternativen es gibt,um Linus gerecht zu werden und uns als Familie zu entlasten.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 08.02.2019, 09:50

Hallo Steffi,

habt Ihr inzwischen eine Lösung gefunden?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

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Re: 4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon Steffi 71 » 13.04.2019, 22:22

Hallo,
wir haben vor 8 Wochen einen Antrag zur Hife zur angemessenen Schulbildung bei der Eingliederungshilfe gestellt,haben uns ein Internat in Niedersachsen angeschaut,dass uns sehr gefallen hat und den Bedürfnissen unseres Sohnes entspricht.Heute kam ein Schreiben vom Amt,sie benötigen einen aktuellen
Beschulungsbeschluss.
Ich bin im Internet nicht so richtig schlau draus geworden,was das genau ist.Kann mir da jemand weiter helfen?
Viele Grüße
Steffi
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Lotte und Dennis
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Re: 4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon Lotte und Dennis » 14.04.2019, 07:58

Hallo Steffi,

ich bin mir nicht ganz sicher. Aber das müsste der Bescheid vom Schulamt sein, aus dem hervorgeht wie er beschult werden soll. Z.B. Förderschule usw.

LG

Lotte

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Re: 4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon JasminsMama » 15.04.2019, 10:22

Hallo Steffi,

den Beschulungsbeschluss bekommt Ihr vom Schulamt. Darin festgelegt sind die Fördermaßnahmen und der Förderort.

LG
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Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

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Re: 4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon Steffi 71 » 15.04.2019, 21:15

Ich habe heute beim zuständigen Schulamt angerufen und denen die Sachlage geschildert.Sie können keinen Beschulungsbeschluss für ein anderes Bundesland ausstellen.Das Internat ist inNiedersachsen,da es hier in Schleswig Holstein nicht ein Internat für geistig beeinträchtigte Kinder gibt! In anderen Bundesländern gibt es solche Probleme nicht.Ich weiß langsam auch nicht mehr weiter,das ist so frustirend.
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maikeb
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Re: 4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon maikeb » 01.05.2019, 12:59

Die Summe ist ähnlich hoch wie die, die wir lt. Sozialamt für den OGS-Schulbegleiter meines Sohnes zu zahlen fähig seien. Mit dieser Begründung hat es den Schulbegleiter für den OGS-Bereich nicht gezahlt. Nun ist es so, dass diese Zahlungen durch unterschiedliche Ämter erfolgen: Alle Kinder mit geistiger und/oder körperlicher Behinderung werden vom Sozialamt "verwaltet", Kinder mit seelischer Behinderung vom Jugendamt. In unserer Kommune bedeutet das, dass das Jugendamt alle Anträge bewilligt und den OGS-Begleiter voll zahlt, das Sozialamt alle Anträge ablehnt und die Eltern nach Einkommen für zahlungsfähig erklärt.
Wir haben vor Gericht die Rückzahlung der Kosten für den OGS-Schulebgleiter eingeklagt und Recht bekommen. Aber nicht, weil diese willkürliche Aufteilung schreiend ungerecht ist, sondern nur deshalb, weil unser Sohn vom falschen Amt verwaltet wurde. Er hätte von Anfang an in den Bereich des Jugendamts gehört, und das zahlt ja ...
Insofern ist auch klar, dass Eurer Anwalt da wenig Hoffnung hat.


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