4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Steffi 71
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Beitragvon Steffi 71 » 18.10.2018, 12:54

Hallo,
wir haben heute bescheid vom Amt bekommen,dass die Berechnungen korrekt sind und wir den Betrag von 4868 Euro tatsächlich zahlen müssen!!
Es wäre anders gelagert,wenn Linus auf ein Internat gehen würde,um ihm eine angemessene Schulbildung zu ermöglichen.Da es aber in unserem Kreis Schulen mit Schwerpunkt GE gibt,ist die Schulbildung gesichert, mal davon abgesehen,dass es in SH gar keine Internate für geistig beeinträchtigte Kinder gibt! Nach wie vor habe ich noch nie von solch utpischen Summen gelesen,wie gesagt,70% unseres Einkommensüberhangs.
Wir haben das jetzt an eine Anwältin übergeben,aber ich befürchte, dass Sie auch nicht viel erreichen wird.
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Andreaxxx
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Beitragvon Andreaxxx » 18.10.2018, 14:34

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Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 18.10.2018, 14:40

Ich denke mal, es ist eine Argumentationssache. Ihr müsst dem Amt klarmachen, dass er nur dort beschulbar ist. Zum Beispiel weil die Schulen vor Ort ihn nicht aufnehmen können. Oder ihr versucht, ihn übers Jugendamt unterzubringen, weil ihr mit der Erziehung überfordert seid, da ist die Kostenheranziehung eine andere.

Was ist denn mit der Pflegekasse, wird deren Leistung nicht mit angerechnet? Er müsste doch einen hohen Pflegegrad haben.

Habt ihr eine Fachanwältin?
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Steffi 71
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Beitragvon Steffi 71 » 18.10.2018, 15:51

ich habe eben mit der Fachanwältin gesprochen,sie hat uns keine großen Hoffnungen gemacht.Wir müssen,wie du schon sagst,Michaela,einen Weg finden,mit dem Aspekt:"Hilfe zur angemessenen Schulbildung"beim Amt zu argumentieren.Aber auch das wird schwierig.Erst mal muß ich eine Einrichtung finden,die das in ihrem Leistungskatalog mit drin hat.Und das er ja zur Zeit auch ein Förderzentrum besucht,wird es das Amt wahrscheinlich als ausreichend erachten.
Das es sich um kein Pflegeheim im klassischen Sinne handelt,bezahlt die Pflegekasse nur 266 Euro dazu und dass,obwohl Linus Pflegegrad 4 hat.
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Beitragvon Michaela44 » 18.10.2018, 15:55

Und der Weg übers Jugendamt? Statt Eingliederungshilfe dann Erziehungshilfe?
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Beitragvon Steffi 71 » 18.10.2018, 17:02

Ich überlege tatsächlich,ob ich mich an die Zeitung oder ans Fernsehen wende,einfach um mal publik zu machen,was solche Rechtsgrundlagen für Eltern mit beeinträchtigten Kindern nach sich ziehen.
Und das betrifft ja so viele Bereiche,Bewilligung von Hilfsmitteln,Schulbegleitung und und und....
An dem Bescheid wird sich dadurch nichts ändern......da haben wir außer über die Hilfe zur angemessenen Schulbildung zu argumentieren keine Chance!
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Beitragvon Ellert » 18.10.2018, 18:35

wir verdienen sicher zusammen nicht schlecht, dennoch könnten wir diese Summe nicht tragen - was soll man den dann als Alternative machen, daheimlassen bzw welche Alternative hättet Ihr ?
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Beitragvon Michaela44 » 18.10.2018, 18:59

Vielleicht ein Argument: er bekommt in der Wohngruppe die Fähigkeiten xy vermittelt, die für den Schulbesuch wichtig sind und ihr ihm zu Hause nicht beibringen könnt.
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Beitragvon Steffi 71 » 18.10.2018, 20:58

Sich für so einen Schritt zu entscheiden,war ein langer Prozess,mit vielen Tränen und Selbstzweifeln.Mittlerweile sind wir uns ziemlich sicher,dass wir alle davon profitieren würden,in erster Linie auch Linus.Wir sind seine Eltern und tun alles dafür,dass er mit dem Leben klar kommt.Allein das ist für uns kaum noch zu schaffen.
Aber wir sind nie auf die Idee gekommen,solche Summen aufbringen zu müssen!
Die Frage ist,wie das Amt jetzt darauf reagiert,wenn wir umschwenken und auf Hilfe zur angemessenen Schulbildung argumentieren?!
Ich werde versuchen,mich weiter schlau zu machen,aber vielleicht hat hier jemand noch Tipps für mich?
Steffi
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Biancamit2
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Beitragvon Biancamit2 » 19.10.2018, 12:54

Ellert hat geschrieben:wir verdienen sicher zusammen nicht schlecht, dennoch könnten wir diese Summe nicht tragen - was soll man den dann als Alternative machen, daheimlassen bzw welche Alternative hättet Ihr ?


Naja, wenn diese Summe 70% des Einkommenüberhangs sind, dann ist sicher trotzdem noch mehr als genug zum Leben da. Um einen solchen Einkommenüberhang zu haben muss man schon sehr gut verdienen.
Das ist halt ähnlich wie bei Kindertagesstätten die dann eben nach Gehalt gehen. Und das jemand der 10.000 Euro im Monat verdientmehr zahlt als jemand der 3.000 Euro hat ist auch klar.
Allerdings vertseh ich nicht ganz warum man 70% des Überhanges zahlen muss. Eigentlich finde ich, müsste man den Überhang durch alle Familienmitglieder teilen, und dann zahlt man den entsprechenden Anteil, also bei einer Familie mit 4 Personen zahlt man 25%. Das reicht dann auch aus...

Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen


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