4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Steffi 71
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4.870 Euro für vollstationäre Betreuung dazu zahlen?!

Beitragvon Steffi 71 » 06.10.2018, 14:56

Hallo,
wir sind gerade dabei uns Wohngruppen für unseren Sohn anzuschauen.Parallel haben wir bei der Eingliederungshilfe unsere kompletten Unterlagen über unsere Einkommensverhältnisse eingereicht.Jetzt kam der Bescheid,dass wir 4870 dazu zahlen sollen!
Wir sind völlig geplettet,auch wenn mein Mann gut verdient ,das können wir nicht stemmen.Ich versuche seit Wochen mich darüber schlau zu machen,was man ungefähr zuzahlen müßte.Aber von solch einer Summe hab ich noch nie gelesen.Es ist klar,dass der Betrag einkommensabhängig ist,aber das ist eine utopische Summe!
Vielleicht kann uns hier jemand weiter helfen? Eine Bekannte vom Landesverband für körper und mehrfachbehinderte macht sich auch schlau für uns.
Viele Grüße
Steffi
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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mamavonsarah
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Beitragvon mamavonsarah » 06.10.2018, 15:29

Moin,

Ist das die monatliche oder jährliche Zuzahlung?

LG Sandy

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 06.10.2018, 17:43

Gemäß welchem Paragraphen erhält euer Sohn Eingliederungshilfe und wie alt ist er?
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Rob
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Beitragvon Rob » 06.10.2018, 23:39

Hallo,

bei einer voll-stationären Unterbringung muss man die Kosten der Unterbringung aufteilen nach Leistungen der Eingliederungshilfe (Maßnahmen), des Wohnens und des Lebensunterhalts. Es könnte gut sein, dass es sich bei diesem Betrag, den Ihr übernehmen sollt, um die häusliche Ersparnis handelt.

Ihr, als Eltern, seid grundsätzlich einstandspflichtig gegenüber Eurem Kind (wie alt ist es denn überhaupt?). Doch es gibt ein paar Besonderheiten, die zu beachten sind (behinderungsbedingter Mehrbedarf, Dauer der Unterbringung, etc.). Im 11. Kapitel SGB XII steht vieles zum Einsatz des Einkommens und Vermögens. Beim Verband müsste man sich da auskennen.

Wenn Ihr schon seid "ein paar Wochen" damit zu tun habt, dann könnte es sein, dass die Monatsfrist für den Rechtsbehelf verstrichen ist. Man kann zwar hinterher noch einmal die Wiedereinsetzung in den vorherigen Stand versuchen, aber es ist aufwändig. Vielleicht ist Euch ein Fehler unterlaufen bei den gemachten Angaben und Belegen. Und dann müsste man über-prüfen, was sich die Behörde da zusammen gerechnet hat.

Gruß

Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 07.10.2018, 07:09

Hallo,
das klingt für mich völlig utopisch.

Unsere Tochter war in der Schulzeit im Internat (Mo-Fr), Wochenenden und Ferien zuhause. Da war der Höchstsatz knapp 300 Euro. Der Höchstsatz ist die 1,5fache häusliche Ersparnis, je nach Einkommen auch (z.T. deutlich) weniger als der Faktor 1,5. Aber niemals mehr.
Jetzt ist sie auch in den Ferien und an manchen Wochenenden da und entsprechend ist es mehr geworden, halt nach tageweiser Abrechnung. Etwas über 400 Euro im Monat. Aber wie gesagt, das ist nach oben gedeckelt.

Kannst du bei der Bescheid ausstellenden Behörde dir das vorrechnen lassen? Ist noch Zeit zum Widerspruch? Beratung bei einem Pflegestützpunkt?
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter: Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon Steffi 71 » 07.10.2018, 19:24

Hallo,
Linus wird im Januar 11 Jahre alt,er erhält die Eingliederungshilfe nach §§53 SGB XII.
Nach § 92 SGB XII beträgt die häusliche Ersparnis 296 Euro, und von uns muß zusätzlich nach § 85 SGB XII 4572,76 geleistet werden und das monatlich!!!
Was die gute Dame vom Amt nicht mit einberechnet hat sind die zu zahlenden monatlichen Rentenbeiträge und unseren abzuzahlenden Hauskredit,das sind hohe Summen,die nirgends auftauchen.Das verändert den sogenannten Einkommensüberhang erheblich.
70% des Einkommensüberhang müssen wir als Kostenbeitrag für die stationäre Unterbringung zahlen.
Ich kann das nicht glauben,das heißt für uns andere 3 Familienmitglieder stehen dann noch 30% zur Verfügung.
Wir werden die Dame morgen anrufen und uns das vor rechnen lassen, haben jetzt bis zum 19.10 Zeit uns dazu zu äußern.
Paralell schaut sich eine darauf spezialisierte Anwältin das Schreiben an und jemand vom lvkm macht sich ebenfalls schlau.
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Beitragvon Michaela44 » 07.10.2018, 22:18

Er bekommt dort doch Eingliederungshilfe zur angemessenen Schulbildung, oder? Dann müsst ihr nur die häusliche Ersparnis zahlen, mehr nicht. Steht auch so in § 92 SGB 12. Ich verstehe nicht, was das Amt sonst noch von euch will.
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Beitragvon Steffi 71 » 07.10.2018, 22:34

So habe ich das auch verstanden und nachgelesen......
Linus,globale Entwicklungsverzögerung aufgrund einer Hypoxie(?),Wahrnehmungsstörungen,hypotoner Muskeltonus,

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Beitragvon Ellert » 08.10.2018, 10:41

4870 € im Monat - soviel verdient doch keine Familie dass sie das könnte
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Beitragvon Michaela44 » 08.10.2018, 12:03

Vielleicht kommt es durch das neue BTHG. Da werden jetzt die Leistungen zur Eingliederungshilfe von der Sozialhilfe getrennt. Vielleicht ist bei denen dadurch ein Fehler in der Berechnung entstanden?
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