Schulprobleme bei Teenager

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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kati543
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Beitragvon kati543 » 05.10.2018, 21:54

Hallo,
naja das ist aber nun mal Pubertät. Ich erinnere mich an meine Pubertät...grausam. Das Abi habe ich trotzdem gut bestanden und auch noch studiert.

Wenn du aber Angst haben solltest, würde ich mit der Lehrerin reden. Hat deine Tochter ein Smartphone wie die allermeisten Kids ihres Alters? Wenn ja, mach eine Gruppe mit dir, der Lehrerin und ihr. So merkt sie, dass sie weder Unterschriften fälschen, noch etwas verheimlichen kann. Die Erwachsenen MÜSSEN zusammenarbeiten. Klar versucht sie euch gegeneinander auszuspielen.

Wer nach Hause will, das würde ich mit der Lehrerin verabreden, darf erst wieder in die Schule mit einer Krankmeldung und Gesundmeldung vom Arzt. Solche Sachen wurden damals bei uns für Pubertierende auch eingeführt.
...mit Erfolg...

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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MarenRuth
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Beitragvon MarenRuth » 06.10.2018, 08:25

Hallo Karin,

das kenne ich zu genüge - und schön ist die Situation wirklich nicht. Wir hatten auch das übermäßige Abholen und Unwohlsein. Mila ist nun auch sehr schüchtern und Referate stressen sie enorm. Frei reden vor der Klasse kostet sie starke Überwindung. In der ersten Zeit nach Felix Tod ging da verständlicher weise nichts mehr. Aber dann schlug es um, und wir mussten handeln.Jetzt ist sie auch 14 und es läuft derzeit recht ruhig.

Zunächst einmal würde ich mein Kind im alter von 14 Jahren nicht wegen Halsweh abholen. Sie hat in ihrem Schuli Halsbonbons und Wasser dabei und ist durchaus in der Lage mit Unwohlsein dem Unterricht zu folgen. Hier wäre schon mein erster Ansatzpunkt. Beim Anruf steht das Kind daneben - geben lassen und zurück in den Unterricht schicken! Das dann auch mit der Sekretärin besprechen. Haben wir so gemacht. Das gilt auch für Bauchweh und Übelkeit ohne Erbrechen (man fühlt sich echt als Rabenmutter :( aber man weiss auch das das Kind nach 5 min daheim fröhlich rumspringen würden...)
Klare Regeln für das Abholen besprechen. Wenn niemand greifbar ist, kann man nicht abgeholt werden. Zu Hause etwas durchsetzen bringt wenig, sie ist ja eh schon da wo sie sein wollte - nicht in der Schule.
Bei uns hat auch immer geholfen zur Ärztin zu gehen und diese dann zu fragen, ob Mila wirklich daheim bleiben muss. Und sie sagte dann auch, dass sie schon zur Schule kann - wirkt besser als die Mama :D

Absolut ernst nehmen würde ich aber die Gründe WARUM sie rauswill. Ist es wirklich nur - keine Lust auf den Test, oder doch Prüfungsangst. In unserer Schule gibt es sowohl eine Sozialpädagogin als auch eine Schulpsychologin. Die haben Mila da sehr geholfen. Hier würde ich eher nochmal nach Unterstützung schauen um das Hineinschliddern in noch größere Probleme zu verhindern. Ich hatte eine lange Auseinandersetzung mit MIlas Deutschlehrerin, als eine Buchvorstellung, die Mila immer konnte, Panik auslöste. Zusammen haben wir es geschafft, dass ganze einfach nur 2 Monate nach hinten zu verschieben. Da war Mila dann wieder sicherer und ein zweites Kind musste auch nachholen und dann ging es. Mila hat zwar am ganzen Leib so gezittert, dass die Lehrerin ihr erstmla einen Stuhl angeboten hat, aber sie hat es durchgezogen und eine gute Note bekommen. Ein erster Schritt vorwärts.

LG
Maren
Maren und Felix (*05/02, ✝08/16) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund

RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 06.10.2018, 12:36

Hallo Karin,

ich nochmal. Ich möchte noch einmal kurz erklären, was ich mit reden meinte. Es geht mir nicht nur darum über die Schwierigkeiten zu reden, sondern einen guten Kontakt zu pflegen. Über Hobbies, das Wetter oder Freunde zu reden und sich austauschen. Ich höre mir hier immer wieder lange Vorträge über Yogiyo ( wahrscheinlich falsch geschrieben) an. So kommt man an die Gründe für Verhaltensweisen viel besser. Und man behält doch eher die Möglichkeit weitere Schwierigkeiten abzuwenden.
Ansonsten möchte ich einfach Maren bestätigen, denn ihr Text beschreibt die Mischung aus Konsequenz und Fürsorge sehr gut.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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MarenRuth
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Beitragvon MarenRuth » 07.10.2018, 13:01

Hi Karin,

ich auch nochmal zum häuslichen Bereich, da wolltest du ja Tipps. Hier ist es auch wichtig aber schwierig die richtige Ausgewogenheit zu finden. Überwiegend scheint sie ja Sachen zu vergessen. War und ist bei uns auch noch vorhanden. Hier kommt man mit Strafen nicht weiter, wie du richtig sagst, weil es nicht das grundproblem ist. Mila ist eine Träumerin und generell eher langsam. Zwei Dinge, die nicht gut zusammen passen, wenn man sie in eine Struktur geben muss. Dafür ist sie unglaublich kreativ. Das muss sich auch äußern können. Während ihr Schreibtisch, den wir toll für die Schule hergerichtet haben, über und über mit Mal und Zeichensachen und Klecksen bestreut ist, liegen die Schulsachen auf dem Boden und gelernt und Hausis gemacht wird auf dem Bett :roll: Mich juckt es immer in den Fingern, wenn ich das sehe, aber es funktioniert. Und ihre Schulsachen sind ordentlich!
Generell hat Mila große Schwierigkeiten mit der Zeit und der Zeiteinteilung. Und die Menge Mensch in der Schule setzt ihr zu. Also braucht sie nach der Schule Ruhe. Sie hat das immer zum meinem großen Glück gut kommunizieren können Nach der Schule frage ich sie nur wie es war und dann reden wir über andere Dinge. Auf die Frage ob sie Hausis hat reicht mir ein ja. Da es ihr hilft haben wir uns geeinigt, dass ich sie frage, was sie am nachmittag noch machen möchte. Da kommt dann etweder Hausis und spielen mit der Freundin, oder nur Hausis, weil zuviel. Hier unterstütze ich sie nur im Zeitmanagemnt. Kurzer Hinweis wie spät es ist und wieviel Zeit bis wann bleibt reicht da mittlerweile. Es muss auch nicht mehr jeden Tag sein, sie wird da selber besser.
Auf alle Fälle muss ihr ein Rückzug möglich sein. Wir kennen ja unsere Kids und wissen wie ihr Rhythmus ist. Den sollte man annehmen. Mila lernt eher spät, gerne mal bis 21:00 Uhr. Da musste ich mich dran gewöhnen. Sie geht auch nach mir ins Bett. Allerdings steht sie ohne Murren morgens um 6 auf. Also ist es ok.

Wichtig wäre es in allen Dingen ihre Selbständigkeit zu fördern. Mila hat eine abwischbare Tafel im Zimmer und einen Stundenplan, den man auch überschreiben kann. Bei ihr geht viel über das visuelle. Wenn sie sich da Sachen aufschreibt, klappt es auch. Den Schuli sollte immer deine Tochter packen. Du stehst nur dabei und schaust oder fragst nach.
Exen und andere Tests müssen erst ab einer 4 unterschrieben werden. Solange sie die anderen erzählt und die Noten weitergibt, muss man sie nicht sehen müssen. Wenn es irgendwie geht, hier ihr eigene Entscheidungen einräumen.

Am allerwichtigsten ist immer noch den Kontakt zu halten. Ist echt nicht einfach... Aber es ist ein tolles Alter!

Hey Rike - bei uns ist es BTS, diese Korean Pop Band. Wehe man vergisst mal einen Namen :wink: :roll:  8)

Einen schönen Sonntag mit euren Kids
und lg
Maren
Maren und Felix (*05/02, ✝08/16) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund

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Beitragvon TinaEm » 07.10.2018, 22:11

hallo, ich habe auch so ein 14jähriges Exemplar, mein Sohn macht höchst ungerne Hausaufgaben und lässt es auch gerne mal sein. Er muss jetzt zur Hausaufgabenbetreuung der Schule.
Zuhause kontrolliere ich es nach, ob etwas gemacht wurde und wir führen auch immer wieder Gespräche, über die Wichtigkeit
Sohn *04
Tochter *06 Sprachentwicklungsverzögerung, kombinierte Entwicklungsverzögerung inkl. AVWS

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Beitragvon Ayden » 07.10.2018, 22:24

Lliebe Karin,

den Jungs (damals 15 und 16 Jahre) einer Freundin einer sehr guten Freundin von mir hat es wohl geholfen, ein Jahr an (zwei verschiedenen) englischen Schulen zu verbringen, im Internat. Auslöser des Erfolgs war wohl, dass das Setting einfach komplett anders als zu Hause war und sich eingeschliffene Routinen ( ich lasse alles liegen, ich gehe einfach nicht hin, ich bin krank, ich .springe meiner Mutter ins Gesicht) dort nicht eben 1:1 umsetzen ließen und so durchbrochen wurden. Ein Jahr später waren die beiden einfach dann auch ein Jahr reifer, hatten sich ´freigeschwommen` und alles funktionierte dann auch in Deutschland reibungslos.

Unser Mittlerer, derzeit 12 Jahre, 7. Klasse Gymnasium ohne Handicaps, verbrachte das letzte Vierteljahr der 6. Klasse in einer englischen Schule als weekly boarder (Wo Ende dann in einer englischen Familie). Das war für ihn super. Allerdings hatte er weder vorher noch hinterher irgendwelche Probleme, sich zu motivieren oder durchzuhalten. Als er dort aber wirklich einmal etwas krank war (Mittelohrentzündung nach zu viel Schwimmen) und die Gastmutter das mit Bordmitteln nur so leidlich hinbekommen hatte und es seinem Tutor mitteilte, gab dieser ihm am Sonntag Abend um 20.00 Uhr 3 Seiten engbedruckt mit schwierigen Rechenaufgaben, die unser Sohn dann drei Stunden lang trotz Ohrenschmerzen löste. Dadurch wurde er dann so müde, dass er bis zum nächsten Morgen durchschlief, bis `Nurse´ ihren Dienst antrat. ......Also: in England gibt es kein Unpässlichkeitsschwänzen.......

Viel Glück!!!, LG, Ayden

Karin850
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Beitragvon Karin850 » 09.10.2018, 16:23

Hallo zusammen,

kurzes Update:
Es hat sich einigermaßen eingerenkt. Ihr "Schwänzen" hatte damit zu tun, dass sie das Wochenende vorher auf einem Wettkampf war und wohl etwas übermüdet war UND Ihre Tage bekommen hat. Wir haben das besprochen, dass es nicht geht, sich einfach abholen zu lassen.

Der Vergessenspass ist nach wie vor ein Thema, dass ich aber nicht mehr zum Thema mache. Sie kümmert sich darum, dass sie es selbst auf die Reihe bekommt. Und dadurch, dass es zu 95% nicht die Hausaufgaben sind, die sie vergisst, sondern Buch oder Heft, seh ich es nicht soooo eng. Natürlich ist es nicht okay, im Beruf kann sie auch nicht immer was vergessen, aber ich vertrau ihr jetzt mal. Das war nämlich ein Punkt, den sie mir vorgeworfen hat, dass ich ihr nicht vertraue.

Das Phase 6 Programm verlange ich immer noch und sitzt mittlerweilen neben ihr, da sie sich sonst nur durchklickt.

So ist grad der Stand der Dinge

PS: BTS Ist auch ganz angesagt!!!!!
Karin mit
Daria 10/04 (gesund und Pubertier)
Martin 03/08 (primäre Microcephalie, Intelligenzminderung, SBA GdB 80 GBH / Pflegegrad 2, ADHS)
Carla 12/12 (gesund)

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Beitragvon MarenRuth » 12.10.2018, 13:17

Hallo Karin

Mensch das freut mich, dass es sich wieder entspannt hat. Und ich finde es auch gut, dass sie sich selber um das Vergessen kümmern will. Ich bin immer begeistert, wenn die Hinterherlaufsachen weniger werden. Bei uns kommt auch ein geändertes Interesse dazu. Es zwar völlig uncool weil es Schule ist, aber Mila will doch mehr verstehen, weil sie merkt, dass die eigene Aufmerksamkeit Fehler deutlich verhindern kann.

Sie ist ja nun seit über einem Jahr im Gesangsunterricht und hier baut sie wirklich Schritt für Schritt ihr Selbstvertrauen auf. Braucht alles seine Zeit. :wink: Habe ihr schon gesagt, wenn sie ihren ersten Auftritt hat, stehe ich in der ersten Reihe und schreie lauthals "das ist meine Tochter!!!!" :wink: :roll:  8) :lol: - Wunder mich echt, dass sie noch nicht auftreten wollte :shock: :lol:


Liebe Grüße und ein schönes Wochenende mit viiiel Sonne wünscht euch
Maren

PS in eigener Sache - kennt jemand von euch ein gutes Online Lernprogramm für Mathe (achte Klasse)?
Maren und Felix (*05/02, ✝08/16) Mukolipidose Typ II, entwicklungsverzögert, kleinwüchsig, extrem weitsichtig, muskuläre Hypotonie, schwere Lungenbelastung, Tracheostoma, Heimbeatmung, PEG und Mila (09/04) gesund

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Beitragvon IrisB » 12.10.2018, 21:09

MarenRuth hat geschrieben:PS in eigener Sache - kennt jemand von euch ein gutes Online Lernprogramm für Mathe (achte Klasse)?


Meine Kinder arbeiten viel und gern mit bettermarks. Kostet 10 Euro im Monat, aber ich finde es das Geld allemal wert, zumal Mathe bei einem unserer Kinder ein wiederkehrendes Thema ist - da ist es super, dass er das Programm kennt und gerne damit arbeitet und wir nicht immer mal wieder neu auf die Suche gehen müssen.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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Beitragvon nataschawolle » 14.10.2018, 20:05

hi

schau mal zu eurem mathebuch, oft gibt es dazu Programme, die meist etwas kosten.

lg natascha
natascha mit julia 93, gina 97 mageneingangfehlbildung mit reflux (hiatushernie) morotrische defizite, maria und anna 02, zehenfehlstellung, empfindliche lungen, maria extrem mit narbenbildung nach lungenentzündung, die 4 sind das wundervollste chaos dieser welt


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