Berufsbildungw.,BVB, Medikamentenänderung,Ärger

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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TatjanaR
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Beitragvon TatjanaR » 05.10.2018, 12:29

Hallo

Das sehe ich ebenso. :roll:
Wie gesagt, beim Notfallmedikament keine Frage.. da ist es absolut wichtig.

Ich habe gerade nochmals den von ihm unterschriebene SChweigepflichtsentbindung durchgesehen. :twisted:
Da steht eindeutig, dass diese Angaben freiwillig sind und keinen Einfluß auf das Zustandekommen eines Reha-Verhältnisse haben.

Auf kommende Ergebnisse ist ja das Berufsbildungswerk auf uns angewiesen; sie bekommen ja nicht mit, wenn es weitere Termine gab.

Ich habe jetzt versucht, eine Ansprechperson für uns zu erreichen.. erst am kommenden Dienstag ist sie wieder im Hause.
Kennt Ihr das? Man bekommt Nachrichten, sei es jetzt via Email .. Postweg oder Euer Kind trägt Euch dies zu. Ihr wollt gleich reagieren, aber der Brief war am Freitagabend/ Samstag im Briefkasten.. der jenige ist krank oder in Urlaub. :lol:
Und dann bleibt man erstmal auf all den Emotionen sitzen :roll:

Ich für mich sehe erstmal keine wirkliche Verpflichtung, dem Arzt so viel Arbeit zu bereiten. Ich bin ja schon froh, wenn ich ihn via Email erreiche.

Gruß T.

HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 05.10.2018, 12:39

Liebe Tatjana,

genau so machen sie es. Infos am Freitag aNachmittag noch mitgeben und dann abtauchen.

An sich besteht ja kein Handlungsdruck. Bleib genau so cool wie die. Was passiert, wenn Du die Berichte mit Stempel und Unterschrift nicht weitergibst?

Dein Sohn könnte an sich auch die Schweigepflichtentbildung widerrufen. Was passiert dann?

Wie gesagt: Sie fordern sehr sensible Informationen ein, die sie nicht bewerten können. Da braucht es durchaus Rücksprache mit dem Arzt oder der Ärztin der Einrichtung selbst. Die Leitung muss sich vor Ihre Mitarbeiter stellen. Eskalieren reicht auch später noch.

Liebe Grüße
Heike

TatjanaR
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Beitragvon TatjanaR » 26.10.2018, 22:39

Einen wundervollen guten Abend

Ich möchte Euch über den aktuellen Stand informieren :wink:

Nach einem wirklich sehr netten, respektvollen und freundlichen Telefonat mit einer Mitarbeiterin (und das ist tatsächlich so gemeint :) ) konnte ich nochmals meinen Standpunkt, die Wahrnehmung unseres Sohnes, die Bedenken und Wünsche unsererseits auf / für deren Profis sehr gut reflektieren..
Und was soll ich sagen, es kam an. :P Man hat sich zudem eingestanden, dass da wohl einiges schief lief und man gelobte Besserung. :P
Die Dame hat mich verstanden und hat mir in allen aufgeführten Punkten recht gegeben.

Ich habe (neben all dem Ärger den es noch dazu gab > "unbeschreiblich" :evil: ) nochmals darauf hingewiesen, dass in ihrem eigenen Formblatt bzgl. Krankheitsgeschichte, diese als freiwillig betitelt werden. Zudem die Organisation bzgl den Alltagsmedikamenten: dass sie eben in keinerlei Bereichen damit in Berührung kommen.

Dazu kam, dass ich für mich und auch für meine Gesprächspartnerin klar war.
Versteht Ihr was ich meine? Eben selbstbewusst und sich um die Position wissend, dann spricht man auch schon entsprechend seiner Haltung, selbstverständlich bei gleicher Freundlichkeit/ Respekt für den anderen.

Was ich wahrgenommen habe, sind die Ängste um unseren Sohn. Die wurden aber auch durch deren eigene Zweifel getragen; in der Erkenntnis darüber kam das bei uns nicht professionell an. Da hat keiner gefragt, wie es unserem Sohn im Umgang mit diesen Personen und deren Reaktionen geht :?

Ich habe die Dame nun darum gebeten, dass die Mitarbeiter ihre Gefühle äussern sollen.. sich erklären .. um ihm auch so die Chance zu geben, Reaktionen derer besser zu verstehen und nicht als Sanktion gegen sich zu wahrzunehmen. Wenn diese Mitarbeiter allerdings in diesem Kämmerlein an Unsicherheiten und Skepsis bleiben und sich nicht outen, dann kann man nichts dagegen machen. Der Leidtragende wäre dann aber nur er; und dieses Ergebnis wird von uns nicht :!: akzeptiert. Denn um ihn (stellvertretend für all die anderen Azubis) geht es.. und zwar nur um ihn.

Scheuklappen war einmal.. nun gehen wir die Lösungen an.
Und von Berufs-Profis erwarten wir Kompromissbereitschaft und Teamgeist :wink: Denn darum geht es uns doch schliesslich allen, diese jungen Menschen an die Hand zu nehmen und ihnen einen Weg in ihre berufliche Zukunft zu zeigen.. gehen müssen sie ihn schon selber.
Aber wenn einer weiß, wie es ist zu stürzen und danach wieder aufzustehen um weiter zu gehen, dann ist es ein Epileptiker.

All diese Menschen mit Handicaps erleben doch tatsächlich genug Herausforderungen... im Alltag, im Beruf, in Freundschaften, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in der Toleranz unserer Gemeinschaft. Da brauchen wir mutige Begleiter, die unsere Kinder (so gut wie es eben geht) fit machen.. die ihnen sinnvolle Alternativen zeigen.. Und nicht noch Personen, die sich von Angst leiten lassen und sie ein bzw ausgrenzen.

(Diese Stellenbeschreibung :lol: hat mich und mein Tun so durch das ganze Telefonat getragen)



All unsere tollen Kinder brauchen starke Eltern. Früher war ich einst ein Mauerblümchen, jetzt habe ich die Zähne einer Löwin, den langen Atem eines Wals, den scharfen Blick eines Adlers, das Herz eines Erdmännchens das für die Gemeinschaft schlägt, die Sprungkraft einer Berg-Gams und den süssesten Augenaufschlag einer Katze und dann kommen ihre Krallen.
"Auf den nächsten Zoobesuch :wink: " Bestimmt trägt jeder mehrere Tierarten in sich :wink: .



Seit diesem Gespräch geht es mir besser, unser Sohn fühlt sich nicht mehr übergangen, man begegnet ihm mit Ruhe und Besonnenheit. Das ist doch mal ein besserer Start als der erste :P

In diesem Sinne wünsche ich allen Eltern, allen die diese besonderen Menschen unterstützen.. ein energiereiches Wochenende.
Herzlichst Tatjana

HeikeLeo
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Beitragvon HeikeLeo » 27.10.2018, 16:53

Liebe Tatjana,

vielen herzlichen Dank für das ermutigende Update.

Liebe Grüße
Heike

Jacqueline B
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Beitragvon Jacqueline B » 28.10.2018, 11:09

Danke für den Abschnitt mit den Tieren. Das kann ich aus ganzem Herzen unterschreiben.
LG
Jacqueline
Jacqueline mit Philipp geb 09.2011 mit unbekanntem Syndrom, PEG, Entwicklungsstörung, keine Sprache, aber ein Schlitzohr mit unbändigem Bewegungsdrang sowie 2 kleinen gesunden Brüdern


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