AOSF-Verfahren?

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Piris Mama
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AOSF-Verfahren?

Beitragvon Piris Mama » 28.09.2018, 21:21

Hallo ihr Lieben,

Piri geht nächstes Jahr zur Schule. Wir möchten ihn gerne auf eine Schule des GL mit Schwerpunkt geistiger Behinderung schicken. Den würde er aber nicht bekommen. Auch braucht er eine Integrationskraft. Da hab ich so einige Fragen, vielleicht wießt ihr was?

Welche Förderung bekommt mein Sohn konkret mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf?
Entstehen uns Nachteile?
Wenn Piri die Förderschwerpunkte sozial und emotional dazu körperlich bekommt. Ist dann das Sozialamt für uns zuständig und nicht mehr das Jugendamt?
Können uns durch das Sozialamt als Zahler der Maßnahmen Nachteile entstehen?weil sie evtl. weniger bezahlen?
Und dürfte Piri mit seinem Förderbedarf die Schulde dann nicht besuchen?

Leider blocken hier alle vor der Anmeldung mit Beratungsgesprächen, da sie mit den neuen Schülern beschäftigt sind. Da ist es sehr schwer, dass richtige zu finden.

Ich danke euch schonmal
Mama von Piri Februar .2013 schlauer Dickschädel, Asperger mit schwerer Beeinträchtigung der sozialen Reaktivität, Störung der motorischen Funktion und Knotterhahn Mai 2016 der weiß was er will

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 28.09.2018, 22:45

Hallo,

Bei GL-Schulen sind ja in der Regel die Inklusionsklassen mit jeweils einer Grundschullehrerin und einer Sozialpädagogin besetzt. Das bedeutet, es spielt mit Blick auf den Umfang der Förderung erstmal keine besonders wichtige Rolle, welchen Förderbedarf er bekommt. Die Art des Förderbedarfs wäre wichtiger, wenn es um eine Einzelintegration an einer Regelschule ginge. Dort würde dann theoretisch beim Förderbedarf L oder ES für 2 Stunden pro Woche eine Sonderpädagogin in die Schule kommen und bei Förderbedarf KME für 6 Stunden pro Woche. Aber, wie gesagt, an der GL-Schule sollte die Inklusionsklasse eh doppelt besetzt sein, deshalb ist die Art des Förderbedarfs bzw. die Anzahl der Stunden da zunächst mal irrelevant.

Meines Wissens ist es außerdem so, dass die Förderschwerpunkte L und ES in NRW und insbesondere an den GL-Schulen erst am Ende der Schuleingangsphase (nach Klasse 2) vergeben werden. Der Grund ist, dass die GL-Schulen die Stunden, die ihnen für die L- und ES-Kinder zustehen, ohnehin über die Sonderpädagogen in den Inklusionsklassen abdecken können und den Kindern so nicht vorzeitig ein Stempel aufgedrückt wird.

Den Schulbegleiter müsst Ihr als Eltern beantragen. Allerdings würde ich da erstmal mit der Schule sprechen. In einigen Städten gibt es inzwischen Pool-Lösungen, das bedeutet die GL-Schulen und Förderschulen haben ein bestimmtes Kontingent an Schulbegleitern schon da und dann läuft das mit der Beantragung anders ab als wenn man dann als Eltern einen Träger "beauftragt".

Der Kostenträger ist generell nicht abhängig vom Förderschwerpunkt sondern von der Diagnose. Bei ASS ist das immer das Jugendamt.

Ich nehme mal an, dass Dein Sohn bei der Anmeldung erstmal persönlich in Erscheinung treten muss, damit sie sich selbst ein Bild machen können. Vielleicht bekommt er anfangs gar keinen FS, sondern geht erstmal so in die Inklusionsklasse.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon melly210 » 28.09.2018, 22:53

Ich denke wenn er so deutlich beeinträchtigt ist wie du sagst werdet ihr um ein AO SF Verfahren soundso nicht herumkommen. ohne ginge es ja nur wenn er fit genug wäre es als ganz normales Regelkind zu versuchen. Wie ist denn sein IQ ? Einerseits schreibst du in der Signatur er ist Asperger Autist, andererseits du möchtest ihn am liebsten auf eine Schule für geistig behinderte geben ?

Piris Mama
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Beitragvon Piris Mama » 28.09.2018, 23:02

Hallo Tanja,

danke für deine Antwort. Falls wir angenommen werden benötigen wir für die GL- Schule kein AO SF Verfahren.

Ja, einen Schulbegleiter möchten wir gerne beantragen, wäre da nicht das Jugendamt. Zur Zeit verbietet uns die Sachbearbeiterin den Antrag und händigt ihn uns nicht aus bzw. würde ihn vor März nicht bearbeiten. Uns könnte das zum Verhängnis werden, weil unser Jugendamt keine Diagnose die Älter als 2 Jahre ist akzeptiert und eine neue Diagnose würde dann zulamge dauern. So wäre es schon von Vorteil, wenn eine Mehrfachbehinderung laut AO SF Verfahren vorliegt und das Sozialamt für uns zuständig ist. Ich höre da immer was anders, wer wann für einen zuständig ist.
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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 28.09.2018, 23:23

Hallo,

das ist aber hier auch so, dass es für die Beantragung der Schulbegleitung zwei Termine im Jahr gibt und vorher nix bewilligt wird.

Kannst Du nicht in den nächsten Monaten einen Termin beim KJP oder SPZ machen (wer auch immer Eure Diagnose gestellt hat bzw. wo Ihr in Behandlung seid, um die Therapien zubekommen) und dort nach einem Verlaufsbericht oder einer kurzen Stellungnahme fragen, dass der behandelnde Arzt die Schulbegleitung befürworten würde wegen der ASS?

Vor irgendwem braucht Ihr doch eh eine Stellungnahme für den Antrag und dann habt Ihr ja gleich was aktuelles, wo auch die Diagnose nochmal drin steht.

Und ich denke, eine Schulbegleitung zu beantragen, bevor Du weißt, auf welche Schule er geht und ob die Schule eine Pool-Lösung hat oder nicht, macht nicht besonders viel Sinn.
Viele Grüße

Tanja

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Piris Mama
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Beitragvon Piris Mama » 28.09.2018, 23:48

Hey Melly210, danke auch dir für deine Antwort. Das Problem ist hier einfach, dass es keine geeignete Schule hier gibt.
Wir haben hier eine Förderschule, die sich mit Autismus nicht auskennt und dort kommen alle Brennnpunktkinder hin. Da würde Piri ihr Verhalten als richtig ansehen und es auch machen. Es wird gemacht, also ist es erlaubt. Jeder macht ja nur erlaubte Sachen und warum sind diese aufeinmal nicht erlaubt. Auch würde er im Sozialen Kontext untergehen. Dann haben wir noch GL Schulen, die keinen Schwerpunkt haben, wollen nix mit Verhaltensauffälligen Kindern zu tun haben, dafür gibt es Förderschulen. Und dann gibt es die eine Schule des GL mit dem Schwerpunkt geistige Behinderung, wo auch auffällige Kinder akzeptiert werden. Nur würde er mit seinem hohen IQ nicht unter diesen Schwerpunkt fallen können.
Eine Integrationskraft wird er brauchen, für Handlungsabläufe, dass sie sich mit ihm zurückzieht bei Stress, für den Gang zur Toilette, für die Nahrungsaufnahme und er läuft auch weg.

Ich versuche einfach die bestmögliche Schule für ihn zu finden und wenn das Lehrerteam gut ist, dann eben auf eine mit einem Förderschwerpunkt geistige Behinderung. Mir bringt keine Schule mit einem sozial emotionalen Schwerpunkt, wenn die Lehrer keine Lust am unterrichten hat oder sich um die Förderkinder zu kümmern.
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Beitragvon Piris Mama » 28.09.2018, 23:57

Tanja, ja nächsten Monat haben wir schon einen Termin. Ich befürchte eine Stellungsnahme reicht nicht aus. Ich werde aber auch Nachfragen, wie es kostenmäßig aussieht, wenn ich eine neue Diagnose in die Wege leite. Bis jetzt bekomm ich vom Jugendamt nix schriftlich, dass ich eine neue Diagnose brauche und in der Vergangenheit mußte dann in anderen Fällen im Verlauf des Antrages eine neue Diagnose gestellt werden. Selbst vom Gesundheitsamt habe ich deswegen die Information bekommen mich frühzeitig beim Jugendamt zu melden.
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Beitragvon Nicole_ » 29.09.2018, 06:32

Hallo,

ASS ist doch aber etwas, was nicht vergeht? Warum soll man eine neue Diagnose aus dem Hut zaubern müssen?
Bei uns ist es so: Vor Schuleintritt ist das Sozialamt zuständig und ab Einschulung das Jugendamt, es sei denn, es liegt eine geistige Behinderung vor.

Unser KJP wollte, dass wir uns ein halbes Jahr vor Einschulung noch einmal vorstellen und ich bekam einen neuen Brief, der den Verlauf darstellt und eine Schulbegleitung fordert, falls Sie nötig sein sollte. Sie hat mir das geschrieben, damit ich, falls es so kommt, sofort etwas in der Hand habe.

Wir haben kein AO-SF eröffnet, weil die Sonderpädagogin in den ersten beiden Klassen eh regelmäßig mal in der Klasse ist und er ja nur 2 Stunden bekommen hätte. Solche Sachen ziehen sich aber auch immer hin und sobald man die Schule hat, sollte man es auch eröffnen, um zum Schulstart durch zu sein.

Den Wechsel von Sozialamt zum Jugendamt bzw. die Beantragung der neuen Autismustherapie haben wir frühzeitig gemacht, so dass die Therapie nahtlos weitergehen konnte. Manche Jugendämter bearbeiten den Antrag aber erst, wenn das Kind eingeschult ist und dann entsteht eine riesige Lücke, weil mitten in der Umstellung die Therapie auch noch wegfällt.

Mein Patenkind geht zB. auf eine Schule, für die er täglich je Hn- und Rückweg eine 3/4 Stunde mit dem Bus fährt. (Er wird abgeholt und gebracht) Das ist eine private inklusive Grundschule mit viel Erfahrung und kleinen Klassen. Wende dich doch mal ans Schulamt, welche Schule zu ihm passen würde, auch wenn die Fahrt länger wäre.

LG

Nicole
Großer (6) Asperger Autist mit Insel Hochbegabungen
Kleiner (nur der normale Wahnsinn)

SimoneChristian
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Beitragvon SimoneChristian » 29.09.2018, 07:38

Hallo Piris Mama,

da schwillt mir schon wieder der Kamm bezüglich Jugendamt. :evil:

Du kannst den Antrag formlos beim Jugend- oder Sozialamt stellen. Jetzt.
Wer zuständig ist, dürfen die dann innerhalb 2Wochen klären.
Hier werden die Bescheide auch erst am Beginn des Schulhalbjahres erstellt, was nicht rechtens ist.

Bezüglich neuer Diagnose muss das Amt dir 3Gutachter nennen, wenn sie ein neues haben wollen, und das ganze auch bezahlen.

Bei Bedarf suche ich gerne die passenden § raus.

Bezüglich AO-SF würde ich schauen, ob es wirklich GE sein muss.
Nach unten wird immer hervorragend differenziert, aber wenn das Förderheft nur bis 10 geht, wird das Kind wohl auch kaum bis 20 rechnen lernen. :roll:
GE ginge meines Wissens auch nur, wenn der IQ entsprechend getestet ist.
Ich empfehle die Lektüre der entsprechenden §. Keine Angst, es ist nicht viel und gut verständlich. :wink:

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Piris Mama
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Beitragvon Piris Mama » 29.09.2018, 08:24

Hallo Nicole, js das stimmt und es spart Geld. Deswegen würde ich dann doch gern zum Sozialamt wechseln, damit ich nicht kämpfen muß.

Vor einen halben Jahr hatte ich zum Schulamt kontakt aufgenommen, da ich keine paßende Schule fand. Ich sollte einfach weiter das Paßende suchen.

SimoneChristian Beim 1. Telefonat mit unserer Sachbearbeiterin wurde diese sehr pampig. Sie gibt mir keinen Antrag und wenn ich vorher einen Antrag stelle, würde sie den nicht bearbeiten. Jetzt hab ich auf die Schriftform gewechselt und das Gespräch niedergeschrieben und ihr mit einigen offenen Fragen geschickt. Nur bezüglich des Diagnosedatums, wollte sie nicht antworten. Ob die Diagnose damit anerkannt wird. Jetzt hat sie grad die 2. Aufforderung von mir bekommen mit einer Frist von 2 Wochen.

Beim Förderbedarf überlege ich dann ihn ohne auf die Schule zu schicken. So das der Schulstoff sich nicht ändert. Heute ist Tag der offenen Tür, ich hoffe, ich kann mit der Direktoren und der Sozialpädagogin sprechen.
Mama von Piri Februar .2013 schlauer Dickschädel, Asperger mit schwerer Beeinträchtigung der sozialen Reaktivität, Störung der motorischen Funktion und Knotterhahn Mai 2016 der weiß was er will


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