Unterhalt vom Kindsvater ab 18 Jahren

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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YvonneMama
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Unterhalt vom Kindsvater ab 18 Jahren

Beitragvon YvonneMama » 27.09.2018, 23:33

Hallo, habe eine ganz wichtige Frage :D . Meine Tochter wird im Januar 18. Sie ist schwerstbehindert 100% und lebt bei mir und meinem neuen Ehemann. Ihr leiblicher Vater hat kein intresse zahlt aber Unterhalt. Wenn auch nur den Mindestsatz... ach ja wir haben noch die Beistandschaft.
Die Beistandschaft endet ja mit 18 Jahren und irgendwie kennt sich die Dame dort gar nicht aus mit dem Unterhalt ab 18 :cry: … viele haben mir geraten, auf den Unterhalt zu verzichte, da dieser eben auf die Grundsicherung angerechnet wird. Dies müßte ich allerdings selbst dem Kindsvater mitteilen laut der Beistandschaft :roll: . Wir haben keinerlei kontakt.

Andere sagen, man kann nicht so einfach auf den Unterhalt verzichten... was genau ist denn wirklich richtig ? Bzw wo kann ich mich deswegen genau informieren ? Einen Titel haben wir, was da genau drinsteht müßte ich morgen mal schauen.....
Wenn ich auf den Unterhalt verzichte und lieber die volle Grundsicherung nehme kann mir das Amt da einen Strich durch die Rechnung machen ?


Kenne mich damit null aus und je mehr das man liest umso unschlüssiger wird man :cry: . Vielen Dank …


LG Yvonne

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Helena*
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Beitragvon Helena* » 28.09.2018, 00:02

Hallo Yvonne,
die Fakten sind:
-Unterhalt, der gezahlt wird ans Kind wird auf die Grundsicherung angerechnet.
-der Kindsvater darf auf die Möglichkeit und Vorrang der Grundsicherung verweisen und mit dieser Begründung die Zahlung des Unterhaltes einstellen bzw. wenn -wie in eurem Fall- ein Titel vorliegt, bei Gericht die Aufhebung des Titels verlangen.

Aber da muss der Vater selber aktiv werden. Du kannst nicht einfach auf den Unterhalt verzichten und solltest es auch nicht. Wenn er sich nicht mal darum kümmert muss er eben weiter zahlen. Wieso willst du dir Arbeit und Gedanken machen um Probleme, die nicht deine sind?

LG, helena

YvonneMama
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Beitragvon YvonneMama » 29.09.2018, 11:30

Hallo Helena, Danke für deine Antwort.
Das der Unterhalt auf die Grundsicherung angezahlt wird das ist mir bekannt. Einen Titel haben von Anfang an und da drüber ( Beistandschaft) läuft auch der Unterhalt. Das einzige was die mir von der Beistandschaft sagen konnte war, der KV bekommt von uns ein Schreiben, das mit 18 die Beistandschaft beendet ist. Alles andere müssen Sie selber regeln . :x
Es besteht KEIN Kontakt rein gar nix, da er eben auch kein intresse hat .
Du hast schon recht, das es NICHT mein Problem ist aber wie schon erwähnt ich habe davon KEINE Ahnung und jeder sagt was anderes :( ….. das ist das, was mich so verunsichert. Man hat ja eh schon viel zu erledigen und dann kommt das mit dem Unterhalt auch noch dazu :roll: .
Ich kann mir nicht vorstellen, das der KV sich damit auskennt also wird er wahrscheinlich weiterzahlen :) .
Das was er an Unterhalt zahlt, wird dann von der Grundsicherung abgezogen oder wie ist das genau? Wovon ich eigentlich mehr angst habe, das wir dies so angeben ( also Unterhalt vom KV) und er dann irgendwann nicht mehr zahlt.... und dann ? Deswegen eben auch meine Aussage, ich verzichte dann lieber auf dem Unterhalt??
Vielen Dank und schönes Wochenende

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Beitragvon RikemitSohn » 29.09.2018, 11:47

Hallo,
der Vater wird wahrscheinlich weiterzahlen müssen, denn es ändert sich ja nur das Alter und nicht die Lage zur Berufsfähigkeit . Auf den Unterhalt wirst du nicht verzichten können, da das Sozialamt das nicht akzeptieren wird. Die zahlen ja nur das was an Einkünften fehlt und nicht das, was man nicht möchte.
Ich habe auch keinen Kontakt zum Vater meines Sohnes. Ich habe den Unterhalt meines Kindes an das Sozialamt abgetreten. Heisst, dass die nun den Anspruch darauf haben, aber auch die Aufgabe den Unterhalt einzutreiben. Wir bekommen immer den gleichen Betrag und haben mit dem Durcheinander nichts zu tun. Für uns angenehm, da die Zahlungen wohl recht unregelmässig eintrudeln.
LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

YvonneMama
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Beitragvon YvonneMama » 29.09.2018, 12:35

Hallo Rike, danke für deine Antwort. Die Zahlungen kommen regelmäßig zu uns auf das Konto, da ich ihn schon einmal pfänden habe lassen :lol: . Das war aber ziemlich am Anfang der Trennung !
Sorry wenn ich da nochmal nachfrage aber irgendwie versteh ich das nicht. Der Unterhalt für deinen Sohn bekommt direkt das Sozialamt und Du ( dein Sohn ) bekommt die Grundsicherung in was für einer Höhe ?
Sorry, aber alles Neuland für mich und weis auch nicht, wo man sich da genau aufklären lassen kann. JA sagt sie kennen sich nicht aus und ab 18 sind sie eh nicht mehr zuständig :x …. Bisher ist es auch noch angenehm, nur wenn die Beistandschaft dem einen Brief schreibt kann ich mir vorstellen, das er denkt es ist dann vorbei mit dem Zahlen …. Oh man, das wenn noch alles geregelt ist dann kann ich wieder normal durchschnaufen

LG Yvonne

Karin D.
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Beitragvon Karin D. » 30.09.2018, 23:47

Guten Abend,

das Sozialamt prüft das genau. Der Vater ist so lange unterhaltspflichtig, bis die erste Ausbildung beendet ist.
Bei der Berechnung der Grundsicherung für meinen Sohn wird der Unterhalt des Vaters als eigenes Einkommen angerechnet und von der Grundsicherung abgezogen.

Der Staat verzichtet erfahrungsgemäß nicht, wenn es einen zahlungsfähigen Unterhaltspflichtigen gibt. Da hast du keine Wahl "was du nimmst".

Bei meinem Sohn endet der Berufsbildungsbereich im Dezember. Dann wird der Papi nicht mehr zahlen müssen. Mein Einkommen wurde damals als zu gering eingestuft. Wenn er dann nicht mehr zahlen muss, hoffe ich, dass die Grundsicherung um diesen Betrag erhöht wird und für meinen Sohn keine Änderungen eintreten in finanzieller Hinsicht.

Als Betreuerin werde ich in den nächsten Tagen das Sozialamt anschreiben und die Änderung bekanntgeben und die Aufstockung der Grundsicherung beantragen.

Schönen Abend noch, und liebe Grüße

Karin
Karin (06/67) mit Zwillingen (12/96)
Frühgeborene (SSW 25), 1 Zwilling ohne Behinderung, 1 Zwilling mit Epilepsie, CP (Rollikind), Kyphose, Skoliose, Hydrocephalus

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Beitragvon YvonneMama » 03.10.2018, 22:11

Hallo Karin, meine Tochter kann wegen ihrer Behinderung keine Arbeit aufnehmen. Das wurde alles schon mit der Einrichtung wo sie geht besprochen. Sie haben mit mir auch den Antrag für Grundsicherung besprochen nur eben mit dem Unterhalt vom Erzeuger waren wir uns nicht sicher!
Ich habe mich inzwischen auch bei dem JA erkundigt, wo der Unterhaltstitel ausgestellt wurde. Der Herr hat mich sehr ausführlich aufgeklärt :D … ich habe kein Einkommen also muß der Erzeuger alleine dafür aufkommen. Da bin ich echt gespannt, da er ja immer bei der Überprüfung vom Einkommen immer angegeben hat, das er nicht viel verdient :evil: . Aber selbstständig sein und Leben wie Gott in Frankreich :twisted: … schönen Abend noch … LG

monika61
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Beitragvon monika61 » 04.10.2018, 10:42

Hallo YvonneMama,

im BVKM Merkblatt zur Grundsicherung findest Du viele Infos zum Thema:
http://bvkm.de/publikationen/merkblatt- ... sicherung/

Unter Punkt 17 zB:
17. Wie wirken sich Unterhaltszahlungen
eines Elternteils aus?

https://bvkm.de/wp-content/uploads/Merk ... ng_Web.pdf

LG
Monika

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Beitragvon YvonneMama » 04.10.2018, 11:35

Hallo Monika61,

vielen lieben Dank. Das schau ich mir gleich mal an.

LG Yvonne

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RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 04.10.2018, 11:45

Hallo,

ich hatte ganz vergessen dir zu antworten. Gut, dass du das klären konntest. Noch ein Punkt: die werden beim Kindsvater sehr genau schauen, was er verdient. Leider schaffen es Väter immer wieder ihr wahres Gehalt zu verschleiern. Da wirst du wenig tun können, ausser den Vater melden.
Ich habe mittlerweile drei solche Fälle kennengelernt und auch wenn es einen richtig wütend macht, ist es schwierig da etwas zu machen. Daher wäre von mir Tip, da nicht zu viel Energie zu verschwenden, wenn er denn betrügt.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB


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