Pausenverbot+Sprech+Beschäftigsungsverbot bei Fehlverhalten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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PaulaW
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Pausenverbot+Sprech+Beschäftigsungsverbot bei Fehlverhalten

Beitragvon PaulaW » 27.09.2018, 13:37

Ihr Lieben,

ich möchte gerne nochmal Eure Meinung hören.

Unser Sohn erzählte uns dass die Kinder in seiner Klasse und er selber natürlich (Förderschule KME) wenn sie auf Gelb waren einen Teil der Pause in der Klasse absitzen müssen.

Und zwar dürfen sie nicht sprechen und sie bekommen auch weder Stift und Papier noch sonst irgendwas zu tun.
Müssen also stumm da sitzen und die Wände anglotzen.

Wie findet Ihr das ?

Abgesehen davon dass ich es sehr fragwürdig finde, Kinder die häufig wegen motorischer Unruhe Probleme haben, die Bewegung an der frischen Luft zu streichen bzw drastisch zu kürzen.

Habe mich bei einer anderen Mutter vergewissert. Es stimmt.

Danke und
Liebe Grüsse

Paula
Muskelschwäche, Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörung, Feinmotorische Probleme, Konzentration, PG3, 70% GdB, GBH

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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 27.09.2018, 13:39

Wie ich das finde, glattweg vorsintflutlich. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln und dann wundern sich die selben Lehrer wohl auch noch das die Kinder in der Stunde danach rumzappeln.
Man oh man
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

JohannaG
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Beitragvon JohannaG » 27.09.2018, 13:48

Geht gar nicht. Punkt.

Je nachdem, für was sie auf "gelb" waren, braucht es ggf eine darauf bezogene Konsequenz. Beschäftigungs und Bewegungsverbot dürften da ziemlich sinnlos sein.

LG Johanna
Johanna, *73, Morbus Bechterew;
C., (w), 11/2004, adoptiert, FASD, Bindungsstörung, lernbehindert, juvenile Polyarthritis;
J. (m) 01/2008, adoptiert, ADHS; Depressionen und ???,
M. (w) 01/2012 FG bei 23+6 SSW, Kleinwuchs, GÖR, Nahrungsmittelallergien, leichte ICP, Schielen, Weitsichtigkeit, allg Entwicklungsverzögerung

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 27.09.2018, 14:01

Hallo,

diese Form der Sanktion geht gar nicht, weil übergriffig. Das sehen moderne Pädagogen genauso.
Sanktion bei Gelb geht auch nicht, das widerspricht ja auch dem Ampelprinzip total, und nimmt der Ampel den Aspekt, dass es sich nach Fehlverhalten rentiert, es durch gutes Verhalten wieder gutzumachen.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 27.09.2018, 14:02

Ich frage mich, was das für ein Fehlverhalten ist, dass zu so erniedrigenden (!) Strafen führt. Andersherum glaube ich nicht, dass es etwas besonders Schlimmes gewesen sein kann, denn Kinder, die so etwas tun, würden nicht stumm im Klassenzimmer sitzen bleiben, nur weil der Lehrer es sagt.....

Wenn die Kinder sich aber aufgrund ihrer Behinderungen nicht wehren können, finde ich derartige Strafen fatal, denn das lehrt, dass man es "mit ihnen machen kann" und es ok ist. Sie würden in die Opferrolle erzogen werden.

Frag doch mal einen Lehrer betont harmlos, wie die Pädagogikform heißt, die sie dort anwenden..
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

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Beitragvon HeikeLeo » 27.09.2018, 14:57

Liebe Michaela,

ganz abgesehen davon, dass ich solche Methoden ganz furchtbar finde, dass ich sie für vollkommen ungeeignet halte und dass ich sie für einen Griff in die Gruselkiste der schwarzen Pädagogik halte,

in der Schule meines Sohnes wird die Welt auch so gesehen.

Das nennt sich dann das pädagogische Prinzip der Auszeitmethode. Konsequenz. - ist zwar nicht wirklich verstanden, aber es wird dafür umso härter umgesetzt. Wenn sich Eltern dagegen wehren, werden die Kinder erst recht bestraft. - Ist bei uns so. Ich habe schon ein ganz großes Fass aufgemacht. Es kocht noch immer. Die Schule tut harmlos naiv und weiß nicht, was ich habe.

Liebe Grüße
Heike

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Beitragvon PaulaW » 27.09.2018, 16:46

Danke Ihr Lieben,

das beruhigt mich jetzt etwas weil man sich ja selber fragt ob
man da etwas zu eng sieht.

Heike, darf ich fragen was Du unternommen hast ? Gerne auch
per PN wenn Dir das zu persönlich ist.

Das kann man doch nicht durchgehen lassen. Ich hab der Lehrerin
gesagt dass ich das nicht in Ordnung finde und dass es für mich
wie Einzelhaft ist.
Ein dummes Gesicht hat sie gemacht und gesagt das sei nun mal
so das Prinzip an der Schule und es hätte pädagogische Gründe.
Haha.

Ich werde das nicht hinnehmen. Wenn man nicht immer Schiss hätte, dass das Kind es nachher abbekommt. Aber aus dieser Angst heraus kann man doch nicht alles durchgehen lassen.

Liebe Grüsse

Paula
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jonasb
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Beitragvon jonasb » 27.09.2018, 17:31

Systematische schädigung der Kinderpsycjhe.
Haben sie sich wohl von dem Triple-P abgegucht, nennt sich auszeit und schädigt Kinder nachhaltig.
Ich würd da echt auf der Matte stehen und das nicht dulden!
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
Vorstellung

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Beitragvon jonasb » 27.09.2018, 17:32

PS:
Was passiert bei Rot?
Essensverbot? Toailettenverbot?
Das ist gewalt!
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Annileinchen
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Beitragvon Annileinchen » 27.09.2018, 17:39

Die Pause ist eine Pause! Die kann man den Kindern doch nicht streichen.
Nacharbeit wäre was anderes, aber auf eine Pause hat man als erwachsener, berufstätiger Mensch doch auch ein Recht.
Unglaublich, dass Kinder schlechter behandelt werden als Erwachsene.


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