Haus barrierefrei

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Hilde14
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Haus barrierefrei

Beitragvon Hilde14 » 23.09.2018, 10:06

Hallo,
noch eine Frage an die Hausbesitzer mit Nichtläufer-Kindern habe ich :-):
Wie habt Ihr das Problem mit der Aufteilung und den Treppen gelöst?

Ich brauche eigentlich WZ und zwei SZ unten ebenerdig, also drei vollwertige Zimmer, ist aber ja leider in keinem normalen Reihenhaus gegeben. Selbst bei baulichen Veränderungen bekommt man unten kaum ausreichend Platz für die drei Zimmer plus Küche plus Klo.
Daß ich die Küche zu meinem SZ (plus zwei Kinder) mache und die Küche nach oben verlege und Eßzimmerbereich vom WZ mit Wand abtrenne und den PD reinstecke, ist auch eigentlich verworfen. Die Zimmer oben wären bis auf ein Kinderzimmer und das Bad dann unbenutzt. Also ein Schmarrn.

Die Kinder jeden Abend nach oben liften möchte ich auch nicht, es soll ja einfacher werden. Pflegedienst soll unten separat bleiben und hat in den Privaträumen oben und unten in WZ/ Küche nix verloren. Bungalows gibt es nicht so viele (das wäre das Einfachste), bauen kommt auch nicht in Frage.

Wie macht Ihr das mit der Schlafsituation in einem Haus?
Außer manche ältere Häuser mit mehr Räumen im EG (selten und alt) oder ein Bungalow oder eine 4-Zi-Wohnung (wenn ich nichts anderes finde) fällt mir nichts mehr ein :-(.
lg, Hilde
Achja, und der Gedanke, dass ich mit zwei oder drei Nichtläufern oben bin, wenn es brennt, ist auch furchtbar. Allein schon deshalb möchte ich lieber, dass die Kinder unten sind.
Sohn, 7 J., unbek. Gendefekt, Epi, blind, hypoton, PEG, keine Sprache, kein Sitzen, Greifen etc.
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Inga
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Beitragvon Inga » 23.09.2018, 10:23

Hallo Hilde, wir haben Alles unten und die Schlaf-/Kinderzimmer + großes Bad oben. "Alles unten" war Küche, WZ, Spielzimmer, Gäste-WC mit Dusche, und Abstellraum (da keinen Keller). Jetzt haben wir an und umgebaut. Aus dem Abstellraum wurde ein behindertengerechtes Bad, aus dem allgemeinen Spielzimmer ein Kinderzimmer udn 2 Räume wurden angebaut. So haben wir für die 2 Kleinen einen separaten Bereich mit Bad, 2. Schlafzimmern und dazwischen einen Durchgangsraum als Mehrzweckzimmer.

Alternative wäre für uns nur einen richtigen Aufzug an zu bauen, war bei uns aber nicht so ideal, weil die Zimmer oben recht klein sind, also mit Rolli und PD zu eng...

Wir wohnen aber auf dem Land, da sind die Preise für Grundstück, Haus und Handwerker noch halbwegs bezahlbar. Nur 20 km weiter zahlt man z.b. für einen qm Grundstück das 5fache wie bei uns. :shock:

Gruß, Inga
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Beitragvon Ellert » 08.10.2018, 16:41

huhu

keine Alternative aber wir hattena uch so viele Anforderungend as wir bauen mussten. Wir haben nur ein behindertes Kind und daher nur unten behindertengerecht gebaut,
sprich unten Küche, Wohnzimmer, großes rolligerechtes Bad und Ellerts ZImmer.
Die anderen vier Schlafzimemr und Büro und ein kleineres Bad sind oben.

Ich würde definitiv versuchen die Schlafzimmer der Nichtläufer unten zu haben
auch Küche und Essbereich unten, ggf Wohnzimmer hoch.
In einem normalen Reihenhaus bekommst Du das so eher nicht hin, meine Eltern haben eines und alleine ein rolligerechtes großes Bad würde man da nicht unterbringen können(zwei Schlafzimmern schon wenn man auf Wohnzimmer verzichtet)

Wir hatten zum Bau auch einen Architekten
ggf könntest Du, wenn Du ein interessantes Objekt findest,a uch mit einem die Pläne durchgehen, ggf könnte man auch einen Anbau noch hinmachen ?

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Beitragvon Kirstin23 » 09.10.2018, 16:48

Hallo Hilde14,

Wir haben gerade unser Haus teilweise für unseren Sohn (Nichtläufer) umgebaut. Wir haben im EG sein Schlafzimmer mit barrierereduziertem Bad (ebenerdige Dusche, höhenverstellbares Waschbecken), Wohnzimmer, Küche und Gäste-WC. Oben ein weiteres Bad und zwei Schlafzimmer. Bei uns ist auch nur das EG auf unseren Sohn angepasst worden, alles andere wäre zu aufwendig geworden.

Eine Idee für euch wäre ggf. aus dem WZ eine Wohnküche zumachen, und falls Platz in den oberen Räumen vorhanden ist dann ein kleines WZ z.B. als Fernsehraum einzurichten. Damit hättest Du unten einen Raum gespart und die Wohnküche würde zentraler Familienraum.

Ansonsten kann ich Dir noch die GGT empfehlen, siehe www.gerontotechnik.de. Sie beraten wegen barrierefreies wohnen und es gibt ein Musterhaus zu besichtigen.

Beste Grüße
Kirstin
Sohn: OTC Mangel, Hirnschädigung durch Ammoniakvergiftung, LTX, Dystone ICP und diverse andere Baustellen.

Hilde14
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Beitragvon Hilde14 » 01.11.2018, 09:28

Guten Morgen,

vielen Dank für Eure Antworten. Leider komme ich erst jetzt in Ruhe zum Antworten.
Ihr habt alle interessante Wege gefunden, das zu verwirklichen.

Anbau sprengt bei den Preisen hier wohl die Kasse und trau ich mich auch alleine nicht ran (geschweige denn an Neubau) und ist bei den bisherigen Objekten auf der Grundstücksgröße auch nicht mehr realisierbar gewesen. Allerdings würde ein Architekt das vielleicht anderes sehen, aber der kostet auch wieder "keine Ahnung".

Ingas Lösung wäre für mich auch ideal, aber bei den meisten Häusern fehlt schon Abstellraum und Spielzimmer unten. Auch über so einen Aufzug haben wir schon nachgedacht, für 30000 kann man sowas tatsächlich in normale Häuser machen, hätt ich nicht gedacht. Aber eine wirkliche Alterntive ist es glaub ich auch nicht. Irgendwie komisch in einem 60er Jahre Haus einen Aufzug :-).

Wohnzimmer oben und Wohnküche unten habe ich auch schon angedacht, ist aber ungewöhnlich, weil man ja eben grade im Wohnzimmer mit der ganzen Familie hocken will, ist also irgendwie genauso hingewurschelt wie Küche oben. Aber eine Möglichkeit. Mir tut es nur jedesmal leid, wenn ich in einem Objekt stehe und mir denke, ich rupfe die Küche raus und stecke sie in das WZ (mag lieber abgeschlossene Küchen, aber das ist ja eh nicht mehr modern ;)), das kann ich mir immer schlecht vorstellen.
Habe Bedenken, wenn ich jedesmal einen Architekten bezahle, das es sich rasch summiert, bevor ich überhaupt in die Phase zwei einsteige. Man schaut ja doch eine ganze Reihe möglicher Objekte an.

Wenn ich PD mit einem Kind unten und die anderen beiden im WZ unten hätte und selbst oben schlafe mit Überwachung für unten, werde ich oft nachts hoch und runter rennen müssen, ob das ideal ist? aber eine Möglichkeit. Dann bräuchte ich nur ein zusätzliches Zimmer unten für PD und ein Kind. Das wäre Dagmars Lösung. Ggf. würde ich den PD dann auf die anderen ausweiten irgendwann, die dann im WZ sind. Hingewurschelt, aber machbar.

Naja, ich muss wohl noch ein wenig Geduld haben, suche erst ein paar Monate. Schlimmstenfalls wird es eine 4 Zi Whg ohne Garten. Aber wenn man schon mal sowas macht einmal im Leben, wäre das Optimum schon schön, vor allem weil ältere Häuser genausoviel kosten wie etwas neuere Wohnungen. Dafür ist man sein eigener Herr und hat einen schönen Garten.

Vielleicht gibt es noch andere Leute mit Nichtläufern und anderen Ideen?

vg, Hilde
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Beitragvon Inga » 01.11.2018, 14:07

Hallo, also eine Bekannte hat in ein älteres Haus einen richtigen Aufzug bauen lassen und ist sehr zufrieden damit!

Wir hatten jetzt Glück, wir haben gerade ein altes Haus (fast 100 Jahre alt, aber mehrfach angebaut) gekauft. 3 Zimmer, Küche (mit Platz für Eßtisch), Bad und Wohnzimmer im EG. Im Stockwerk drüber 3 Zimmer, Bad und Wintergarten.
Denke so was wäre auch perfekt für euch.
Wir haben 4 Jahre gesucht...
Zum Glück hatten wir nicht so den Zeitdruck, wir haben ja ein (durch Anbau) optimales Haus und haben nur was für unsere erwachsenen Kinder gesucht.
Jetzt ist unser Ältester dort eingezogen, in 1 1/2 Jahren zieht Michelle dazu. Und dann sehen wir mal, was mit den anderen ist, wie viel Bedarf sie dann letztendlich als Erwachsener haben... Joshua wird dann aber auf jeden Fall dort einziehen. Er war ja auch der Grund, warum wir so lange suchen mußten, für ihn brauchen wir ja was Rolligerechtes.

Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr schnell was geeignetes und bezahlbares findet!
Gruß, Inga
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Beitragvon kati543 » 01.11.2018, 15:15

Hallo,
da wir früher oder später in eine ähnliche Situation kommen werden, haben wir das jetzt bei unserer Haussuche/Grundstückssuche berücksichtigt.
Das Grundstück ist relativ klein, hat aber ein starkes Gefälle von ca. 4m. Es ist möglich, das Grundstück von 2 gegenüberliegenden Seiten zu betreten. Der Haupteingang liegt sozusagen im Keller (ohne Treppenstufen, direkt von der Straße ebenerdig zu erreichen), der 2. Eingang ist in dem Erdgeschoss und ohne Treppenstufen direkt von der anderen Seite zu erreichen.
Wir mißbrauchen dann eben zunächst den Fußweg als Rampe.
Zum Thema „offene Küche“... unser Architekt hat uns die Küche genau an die Innenwand zu unserem Nachbar geplant. Kein Fenster nix, aber dafür schön offen zum Wohnzimmer, dass auch ja das ganze Haus nach Essen stinkt :twisted: . Nun, das durfte er ändern. Jetzt haben wir eine geschlossene Küche mit Fenstern. Mir ist vollkommen egal, ob es modern ist oder nicht.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)


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