Total sauer nach Klassenfahrt

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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LarissaD
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Total sauer nach Klassenfahrt

Beitragvon LarissaD » 22.09.2018, 09:18

Meine Tochter war auf Klassenfahrt. Da sie derzeit oft nachts mit Schmerzen aufwacht und sehr auf genügend Schlaf angewiesen ist, habe ich sie täglich zum Frühstück hingebracht und dann am späten Nachmittag abgeholt.
Da sie zur Zeit oft vermehrt Schmerzen beim Laufen hat, hatten wir den Rehabuggy mit gegeben.
Entgegen der Absprache würde dieser auf einem Ausflug gar nicht erst mitgenommen. Die Lehrerin erzählte freudig. Es hätte prima ohne geklappt. Die Tochter erzählte dann, sie sei unter Schmerzen gelaufen und habe sich nicht getraut, was dazu zu sagen. Aus Scham. Außerdem war der Buggy ja nicht mit, es hätte also eh nicht genutzt.

Das habe ich dann beim Abgeben am nächsten Tag besprochen.
Dann würde der Buggy benutzt.

Leider wurde aber auf der Rückfahrt von der anderen Begletkraft ihr nicht gestattet, sich reinzusetzen. "Wir sind ja gleich am Bus", so dass sie erneut unnötig Schmerzen hatte.

Ich bin bedient. Wieso machst die nicht. Was abgesprochen wurde? Ich habe das Gefühl, die halten mich für hysterisch. Es ist so anstrengend!
Viele Grüße, LarissaD

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LarissaD
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Beitragvon LarissaD » 22.09.2018, 09:36

Sorry für die vielen Tippfehler oben und die seltsamen Punkte. Da hat mich das Tablet überlistet.
Viele Grüße, LarissaD

RikemitSohn
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Beitragvon RikemitSohn » 22.09.2018, 09:50

Hallo,

ich kenne das Problem. Ich bin an der Schule meines Sohnes auch als hysterisch bekannt.
Wir hatten sogar auch Atteste, die nicht beachtet wurden. Mein Sohn sagt leider auch nicht immer was, weil es ihm unangenehm ist und beisst sich durch mit den dazugehörigen Konsequenzen. Und wie dich macht es mich unglaublich wütend.
Ich würde vielleicht noch mal ein knackiges Attest vom Arzt für diese Fälle besorgen und immer wieder mit deiner Tochter reden. Ihr Mut machen sich zu äussern. Bei meinem Sohn stelle ich ganz klare Punkte auf, an denen er sich orientieren kann. Bekommst du Schmerzen beim Hüpfen, hör auf. Sag nein, wenn du etwas Schweres tragen sollst... . Wenn ich es allgemein formuliere, schafft er es trotz seines Alters noch nicht. Aber es ist besser geworden. Ach ja, in dem Alter deiner
Tochter habe ich das Achten und Beobachten ganz bewusst zu Hause geübt.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Michaela44
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Beitragvon Michaela44 » 22.09.2018, 11:14

Das kommt, weil die Schmerzen für die Lehrer nicht sichtbar sind und sie Mütter grundsätzlich für überbesorgt halten. Eltern angepasster autistischer Kinder kennen das auch nur zu gut.... :evil:
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

nina-st
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Beitragvon nina-st » 23.09.2018, 11:42

Wäre es ne Möglichkeit die Freundinnen Deiner Tochter mit ins Boot zu holen?

Denen die Lage erklären und sie stärken, Deiner Tochter Mut zum Widerspruch zu machen wenn sie sich nicht traut was zu sagen.
Sie müssen es ja nicht mit dem Lehrer ausfechten, aber wenn sie mitgehen wenn Deine Tochter was sagt wirds vielleicht leichter.

Ich war als Kind in ähnlichen Situationen. Mir hat der spruch geholfen: "Jetzt gehts bestimmt noch irgendwie bis zum Bus, das kriege ich schon hin - aber morgen brauche ich dann mehr Medikamente als sonst um aus dem Bett zu kommen und ich hab den ganzen Tag geschwollene Gelenke (nicht mit Schmerzen argumentieren, das können viele nicht gut nachvollziehen. Geschwollene Gelenke kann jeder sehen). Das will ich nicht. "

Aber das Selbstbewusstsein mit dieser Krankheit eigenverantwortlich umzugehen kommt nicht von heute auf morgen, das wird sie aber lernen.
Hatte sie schon mal in einer Rheumaklinik eine ergotherapeutische Schulung zum Gelenkschutz? Da lernt man sowas - und noch viel mehr.
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule

GretchenM
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Beitragvon GretchenM » 23.09.2018, 13:05

Hallo,

das habe ich auch schon oft beobachtet bzw ähnlich erlebt - Kinder mit nicht direkt sichtbaren Problemen kommen in die Lage, dass sie von Dritten doch eher so eingeschätzt werden, dass sie das ja doch endlich können sollten... Habe ich leider im Job auch so erlebt (als Schulbegleiterin) und hatte in der Grundschule bei meinem Sohn auch so ein paar Situationen in denen ich wie ein Helikopter rüberkam, weil mein ach- so - großer Sohn doch endlich eine Anpassung zeigen sollte die ihn einfach überforderte. Viele können offensichtlich nicht zwischen Behinderung und einfach nur verpimpelt und deshalb noch nicht altersgerecht entwickelt unterscheiden.

Ich würde das ganz klar ansprechen. Euer Kind braucht den Rehabuggy ja nicht, weil es lauffaul ist! :evil:

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, dabei ganz offen zu sein, aber einzelne Beschuldigungen zu vermeiden - so nach dem Motto: ich glaube, da fehlten Ihnen Informationen darüber, warum mein Kind nicht zum Laufen gezwungen werden sollte.

Notfalls noch mal schriftlich vom Arzt.

Gute Nerven,

GretchenM

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Beitragvon maikeb » 24.09.2018, 15:38

Und bitte beim Gespräch immer wieder auf die Definition von Inklusion hinweisen: Inklusion besagt, dass sich das System an die Bedürfnisse der zu Inkludierenden anpasst, nicht umgekehrt. Darum heißt es auch nicht mehr Integration.
Ich koche auch, wenn ich eine anklagende Nachricht im Mitteilungsheft meines Sohnes vorfinde, in der steht, dass er in einer Gruppenarbeit in Streit geriet, der handgreiflich endete. Ja, äh, genau darum ist er Inklusionskind und hat eine Schulbegleiterin (die nach seiner Aussage während der Gruppenarbeitsphase ihre Pause machte), weil er als Autist mit solchen Situationen nicht zurechtkommt. Das kann man ihm auch nicht einfach antrainieren, sonst bräuchte er diese Diagnose nicht. Die neue Klassenlehrerin versucht nun krampfhaft, ihn dazu zu bewegen, sich zu integrieren, und interpretiert seine Overloads als Renitenz und Erziehungsdefizit ... :roll:

LarissaD
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Beitragvon LarissaD » 25.09.2018, 07:32

Nachdem ich die Lehrerin nochmals angesprochen habe, habe ich eine tolle Rückmeldung der Klassenlehrerin icl. Entschuldigung bekommen. Wir haben besprochen, wie das in Zukunft laufen wird und ich bin zuversichtlich, daß es dann besser klappt.

Im übrigen waren wir jetzt bei der Rolliberatung und werden einen Rolli beantragen- das wird in der Wahrnehmung der Umwelt auch etwas verändern.
Unsere Tochter freut sich schon sehr darauf!
Viele Grüße, LarissaD

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Beitragvon LarissaD » 26.09.2018, 14:15

Noch ein Nachtrag: Gestern war die Lütte krank und heute hat die Lehrerin mich per SMS morgens nochmal erinnert, dass ein kurzer Ausflug ansteht mit Fußweg. So konnten wir den Buggy mitnehmen und er wurde heute auch ausgiebig genutzt.

Und wir holen jetzt gleich eine Leihrolli, bis der eigene kommt.
Viele Grüße, LarissaD

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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 26.09.2018, 14:20

Sehr gut, da scheint die Lehrerin ja wirklich was verstanden zu haben.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.


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