Pflegegrad II bei ADHS

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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silkemausk
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Pflegegrad II bei ADHS

Beitragvon silkemausk » 21.09.2018, 10:32

Hallo,

nach Widerspruch hat die Pflegekasse nun meinem Sohn den Pflegegrad II zuerkannt und das Pflegegeld ab Datum des Widerspruches bewilligt. Die Entscheidung erfolgte nach Akte, ohne weiteren MDK-Termin.

Wollte Euch gern diese Info zukommen lassen, da hier ja immer wieder mal die Frage nach dem Pflegegrad auftaucht.

Viele Grüße aus dem heute stürmischen Norden

Silke
Silke *1970, Z.n. Hinterwandinfarkt 2017, BurnOut 2016
N. *2005, möglicherweise hochbegabt und aktuell Pupertier
L. *2009, ADHS

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_Marta
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Beitragvon _Marta » 30.09.2018, 19:19

hallo, du hast schon vor ein paar Tagen geschreiben, ich möchte trotzdem noch sagen "Glückwunsch". Ich musste auch erst Widerspruch einlegen. Es ist oft viel ARbeit, aber ich finde es gut, wenn auch andere wissen, dass ein Widerspruch erfolgreich sein kann.

Gruß von Marta.
Sohn *09/10, Frühgeburt
F90.0G, F84.1V, Entwicklungsverzögerung Feinmotorik, HB, Funktionsniveau: 3 - 4

Ronja77
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Beitragvon Ronja77 » 03.11.2018, 08:49

Hallo
Glückwunsch.
Ich habe auch gerade Widerspruch eingelegt.
Er hat die 2 zwar bekommen, jedoch 5 Punkte von der 3 weg.
Einige Kreuze sind total falsch.
Wir haben lange über seine Schlafprobleme geredet, dass er mindestens ein bis zweimal die Nacht weint und wach ist.
Bei nächtlicher Unruhe kreuzte sie „nie“ an.
Pflege des Kopfes hat sie unselbstständig angegeben, bei waschen inklusive Haare war es dann selbstständig?
Zum Beispiel....
Mal sehen was rauskommt.

Viele Grüße

jayjay1981
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Beitragvon jayjay1981 » 13.12.2018, 11:21

Hallo,
ich bin neu hier und brauche mal euren Rat. Ich hab gelesen dass manche hier für Ihre ADHS´ler Pflegegrad 2 bekommen...
mein 13 jähriger Sohn hat schon mit 4 die Diagnose ADHS bekommen. Mir wurde schon mehrmals geraten Pflegegeld für ihn zu beantragen, wofür ich mich aber damals immer geschämt habe. Ich habe jetzt insgesamt 4 Kinder und für meinen Autisten habe ich vor über einem Jahr Pflegegrad 3 bekommen. Im Juli habe ich dann auch für meinen ADHS´ler Pflegegeld beantragt. Der MDK hat ihm nur 7,5 Punkte zugesprochen, ich habe Widerspruch eingelegt, ausführlich beschrieben wobei mein Sohn unterstützung braucht und auch eine ärztliche Stellungnahme und eine Stellungnahme der Ergotherapeutin hinzugefügt, die beide der Meinung sind dass mein Sohn einen erhöhten Pflegebedarf hat und viel Aufsicht und Hilfe im Alltag braucht. Der MDK hat jetzt intern entschieden die Pflegestufe wieder abzulehnen und wieder nur 7,5 Punkte berechnet. Nun liegt mein Widerspruch bei der internen Widerspruchsstelle der Barmer und wird dort nochmal geprüft. Ich fühle mich gerade als ob der MDK denkt dass ich lüge oder übertreibe. Das ist ein ganz mieses Gefühl.
Mein Sohn hat die Diagnosen ADHS mit sozial emotionaler Problematik, Geschwisterrivalität und nächtliches Einnässen. Er hat eine Neigung zu Suchtproblematik und kriminellen Handlungen, was eine ständige Kontrolle seines Freundeskreises und seines Zimmers/seiner Taschen nötig macht. Er schwänzt öfter die Schule, versucht nachts unerlaubt draußen zu bleiben, hat schon 4 Anzeigen bei der Polizei (ohne Kontrolle und übermäßiger Präsens meinerseits wären es mehr). Er neigt zur Selbstverletzung, schlägt seine Faust bei Wutanfällen gegen die Wand bis diese blutet oder zieht sich in den Haaren, schlägt seine Brüder wenn ich mich nicht dazwischen Stelle, respektiert und sieht nicht wenn er eine Grenze überschreitet, achtet nicht darauf was andere gerade wollen (zb mein Autist der sich gerade zurückziehen muss wird belagert)… Er kann keine Gefahren einschätzen, zb hat schon zweimal mein Mülleimer gebrannt, er springt von Kanalbrücken, klettert auf Dächer…. Er duscht und wechselt seine Wäsche nicht wenn ich nicht dahinter stehe und es konsequent einfordere, wenn ich ihm keine Zeit vorgebe und immer wieder anspreche dann würde er nicht mehr aus der Dusche rauskommen, oder er hält den Duschstrahl eine halbe stunde auf seinem Rücken weil das Gefühl so schön ist. Bis ich ihn abends zum schlafen kriege und bis ich ihn morgens endlich aufgeweckt habe vergeht jeweils 1 stunde in der ich auch Präsent sein muss. Fakt ist was ich nicht anleite und nicht überwache wird nicht gemacht.
Da ist eigentlich noch vieles was ich aufzählen könnte, meine Widerspruchsbegründung hatte 7 Seiten mit alltäglichen beispielen zu jedem Punkt aus den Modulen die in Frage kommen. Alle diese Punkte wurden auch schriftlich von unserem Kinderarzt und der Ergo bestätigt. Medikamente nimmt mein Sohn seit fast zwei Jahren nicht mehr, da er Migräneanfälle dadurch bekommt, was seine Symptome noch verstärkt und es mir und der Schule noch schwerer macht. Er ist jetzt auf der Warteliste für einen stationären Psychatrieaufenthalt, da er ohne Medikamente leider Beratungsresistent und eine total verdrehte Wahrnehmung hat. Therapien haben nur bedingt etwas gebracht, deswegen waren wir zwei Jahre in einer S.I.T. Gruppe vom Jugendamt wo es aber eher darum ging mich zu stärken und einen starken aber trotzdem liebevollen Erziehungsstil zu erlernen, dort gehe ich immernoch zur Elterngruppe obwohl mein Sohn diese Hilfe nicht mehr vom Jugendamt bekommt weil er jetzt schon zu alt für die Kindergruppe ist. Wir werden aber noch von einem Projekt namens „Kurve kriegen“ von der Polizei unterstützt. Das ist ein kriminalpräventives Projekt der Polizei wo wir seit kurzem mit einem Sozialarbeiter zusammen arbeiten.
Es tut mir leid, falls es hier etwas wirr geworden ist, ich hoffe ich konnte einigermaßen verständlich meine aktuelle Situation hier schildern und ich hoffe jemand hat einen Rat für mich ob der MDK hier untertreibt oder ich übertreibe. Da ich alleinerziehend bin würde mir das Pflegegeld und die Verhinderungspflege helfen jemanden zu engagieren damit er zb meinen Sohn zur Schule begleitet bzw anleitet und motiviert sich fertig zu machen wenn ich einen dringenden Termin mit den Geschwistern oder selbst einen habe. Einen Schulbegleiter zu bekommen ist hier sehr schwierig und fast unmöglich.
Nachdem ich hier ausschließlich leider nur schlecht über meinen Sohn berichtet habe, möchte ich hier auf jeden Fall auch nochmal anmerken dass mein Sohn auch ganz tolle Seiten und richtig liebe Momente hat, die mir helfen ihn nicht aufzugeben und in eine Wohngruppe des Jugendamts zu stecken.
Wäre schön wenn sich jemand bei mir meldet.
Lg Jessica

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Beitragvon Kerstin74 » 18.12.2018, 10:21

Jessica,
das hört sich nach unserem Kleinen in 6 Jahren an (derzeit ist er 7 Jahre alt). Und ich glaube dir jedes einzelne Wort, schlicht, weil unser Junior fast die ganze Palette in abgeschwächter Form analog eines 7-jährigen zeigt und mir der Alltag, den du beschreibst, so verflixt bekannt vorkommt.

Meiner Meinung nach hat dein Sohn jedes Recht auf einen angemessenen PG - und das, was deinem Sohn zugesprochen wurde ist eher lächerlich. Vermutlich haben sie alles unter "Pubertät" und daher "normal" verbucht und nicht die Besonderheiten eines AHDSlers beachtet. Natürlich sind 13-jährige per se schon was ganz besonderes (unser großer ADSler ist 12 und irgendwas zwischen unausstehlich und total lieb, häufig aber eher motzig, grundsätzlich dagegen, auf Krawall gebürstet und völlig zurück gezogen), aber Pubertät und ADHS ist einfach hardcore.

Ich drücke euch fest die Daumen, dass ihr die WS-Stelle überzeugen könnt!

LG
Kerstin
der Große (10/06) mit ADS, LRS und senso-/graphomotorischer Schwäche

der Kleine (10/11) mit pFAS, ADHS, SIS, Hyperakusis, Hypermobilität, Beckenschiefstand mit skoliotischer Fehlhaltung, Vorhofseptumdefekt (ASD II), Fruktoseintoleranz, globale Entwicklungsverzögerung, Hypomotilität des Ösophagus, V.a. ASS => PG 3, GdB 70%

Silvia & Iris
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Beitragvon Silvia & Iris » 18.12.2018, 11:20

Hallo Silke,

sag, wird dein Sohn nach Regelschullehrplan beschult? - Oder ist er in einer anderen Form der Schule... wo steht er denn lt. Entwicklungsdiagnostik...
Nach dem was du so beschreibst - so handelt auch kein normaler pubertierender Jugendlicher, der im vollen Bewusstsein seiner Kräfte und Fähigkeiten ist... ja, gelegentlich gibt es welche, die auch mal eine Herausforderung suchen und eine - EINE - Blödheit machen, die die Polizei ins Spiel bringt...

aber auch ich drücke dir die Daumen und dass dein Sohn bald richtig beurteilt wird!


Viel Erfolg

Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

jayjay1981
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Beitragvon jayjay1981 » 21.12.2018, 12:23

Hallo Ihr Lieben,
erstmal danke für eure Antworten!
ich habe in den letzten Tagen soviel Stress gehabt, dass ich garnicht nachgesehen habe ob mir jemand geanwortet hat. Ich hab ja insgesamt vier Kinder: mein 13 jähriger mit der stark ausgeprägten ADHS, ein 9 jähriger mit leicht ausgeprägter ADHS und Rechtschreibschwäche, ein 5 jährigen mit frühkindlichen Autismus und verbaler Dyspraxie (er hat PG3) und einen 3 jährigen bei dem gerade per Gentest das fragile X ausgeschlossen werden soll. Also ein Haufen Jungs die Besonders sind und mich besonders fordern. Meine beiden kleinen liegen mit einer fiebrigen Bronchitis im Bett und ich habe gestern erfahren, dass das Langzeit EKG meines Sohnes ergeben hat dass er einen Betablocker nehmen muss. Diagnose: intermitt.Sinustachykardie und paroxymale Tachykardie. Sein Herzschlag ging mehrmals am Tag auf über 178 Schläge in der Minute :shock:
Mein Sohn geht aktuell in die 8. Klasse einer Hauptschule, da er die Erprobungszeit in der Realschule nach absetzen der Medikamente nicht geschafft hat. Entwicklungsdiagnostik wurde nur im Kleinkindalter gemacht, der Snyder Oomen Test, da war er in zwei Bereichen etwas unterhalb seines Alters, in einem Bereich genau seines Alters entsprechend und in drei Bereichen sogar weit über seinem Alter... Erschwerend zu seiner Diagnose kommt wahrscheinlich noch hinzu dass sein Vater der so wie ich denke Narzisst ist sehr viel bei ihm verschlimmert hat. Ich bin seit vier Jahren von ihm getrennt, es hat sehr lange gedauert bis ich mich aus dieser schwierigen Beziehung lösen konnte :( Ich bin da auch immer im Gespräch mit meinem Sohn um ihm zu helfen die Geschehnisse zu verarbeiten und zu erklären dass er nicht Schuld ist. Aktuell geht er aber in diesselbe Schiene wie sein Vater, er macht ihn regelrecht nach und man merkt dass er da eine Rolle spielt und austestet wie weit er damit bei mir kommt. In der ärztlichen Stellungnahme und im Brief der Ergotherapeutin stand drin dass sein Verhalten nicht mit einer normalen Pubertät zu erklären ist sondern weit darüber hinaus geht
Ich habe diese Woche ein Pflegeberatungsgespräch für meinen anderen Sohn gehabt und mit dem Kinderarzt gesprochen, beide meinten bei Ablehnung sollte ich vor das Sozialgericht gehen. Den Stress kann ich eigentlich nicht gebrauchen und meine Angst ist dass ich die ganze zusätzliche Arbeit umsonst mache. Versteht mich nicht falsch aber von Pflegegrad 1 hätte ich keinen Vorteil, denn hier in meiner Stadt stehe ich schon seit über einem Jahr auf den Wartelisten für Entlastungsleistungen und Entlastungsleistungen dürfen ja nur Personen erbringen die eine bestimmte Qualifikation haben. So jemanden kenne ich nicht und habe ich bis jetzt nicht gefunden.....

SonjaSo
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Beitragvon SonjaSo » 21.12.2018, 12:49

Reinschleich...
Verhinderungspflege dürfen auch Privatpersonen ableisten..zB kann man an Erzieherschulen aushängen oder an Unis/FHs ...
Alles Gute,
Raushüpf
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
"Normalität ist wie eine gepflasterte Straße,man kann gut drauf gehen, aber es wachsen keine Blumen drauf.
Vincent van Gogh

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Beitragvon jayjay1981 » 21.12.2018, 13:38

Hallo Sonja,
ja ich weiß das weil ich es schon letztes Jahr für meinen anderen Sohn in Anspruch genommen habe. Bei PG1 gibt es aber nur Entlastungsleistungen und keine Verhinderungspflege deswegen sage ich dass PG1 mir nichts bringen würde....
LG

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SonjaSo
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Beitragvon SonjaSo » 21.12.2018, 14:09

Ach so..entschuldige..da hab ich nicht aufmerksam genug gelesen.
Sonja(*03/78)mit Chaos-Chefengel R.(*01/09).SSW 34+1,Mikrodeletion 2p 16.3,ASS und ADHS,Pflegegrad 5
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