Pflegegrad II bei ADHS

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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jayjay1981
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Beitragvon jayjay1981 » 23.12.2018, 14:25

Hallo,
ich habe gestern einen Brief von der Barmer bekommen. Man teilte mir mit dass der 2. Gutachter zum gleichen Schluss wie der erste gekommen ist und dass man den Sachverhalt gerne mit mir besprechen würde. Dazu würde man mich in den nächsten Tagen anrufen und man hat mir nochmal das Gutachten mitgeschickt damit ich mich auf das Gespräch vorbereiten kann. Im Gutachten werden nur geringe Probleme bei der Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (3,75 Punkte) und geringe Beeinträchtigung bei Verhaltensweisen und psychischen Problemlagen (3,75 Punkte) anerkannt.
In dem neuen Gutachten steht " Der Betreuungsbedarf des Antragsstellers ist in Form einer psychosozialen Betreuung nachvollziehbar, jedoch nicht dem Bereich der Pflegeversicherung zuzuordnen. Er ist hilfebedürftig, aber nicht pflegebedürftig im Sinne des SGBXI."
Dann verstehe ich nicht warum zb eine frühere Bekannte aus dem Fußballverein für Ihren 9 jährigen ADHS´ler Pflegegrad 2 bekommen hat.
Ich verstehe auch nicht warum in dem Gutachten steht, er könne alleine zu Arztbesuchen gehen. Wir haben im Jahr 8 Quartalsbesuche 4x SozPäd beim Kinderarzt, 4x bei der Kinderpsychiaterin, da muss ich mitkommen und auch zu anderen Arztterminen muss ich Ihn begleiten, denn er könnte mir niemals sagen was er hat und wie die Therapie aussieht, sobald er die Praxis verlässt hat er es schon wieder vergessen. Ich hab das nur einmal gemacht weil ich mit Magen Darm im Bett lag und am Ende musste ich den Arzt anrufen weil mein Sohn mir nicht genau sagen konnte was der Arzt festgestellt hat....
Das ganze stresst mich unheimlch und ich kann mich nicht entscheiden ob ich es einfach gut sein lassen soll oder ob ich vor das Sozialgericht gehen soll wie es der Kinderarzt und die Beraterin der Caritas es vorgeschlagen haben.

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JennyK
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Beitragvon JennyK » 23.12.2018, 15:48

Das hört sich so an, als wolle man statt Pflegegeld zu zahlen, eine Betreuung übers Jugendamt erwirken... sinnvoll wäre in eurem Fall wahrscheinlich beides in Kombination. Ich glaube, ich würde klagen...
Sohn 1 (06), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (13), Asperger Autismus, leicht ausgeprägt

jayjay1981
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Beitragvon jayjay1981 » 23.12.2018, 20:45

Wir hatten vier Jahre lang eine Betreuung durchs Jugendamt. Damals als ich mich getrennt hatte habe ich mich an das Jugendamt gewendet weil ich genau diese Situation in der Pubertät befürchtet hatte. Ich habe das alles bei meinem drei Jahre jüngeren Bruder live erlebt, der hatte genau die Symptomatik wie mein Sohn jetzt. Die Hilfe wurde Ende August beendet und aktuell wird er jetzt von dem Polizeiprojekt "Kurve kriegen" betreut. Ich renne mit meinem Sohn schon seit er 18 Monate alt ist zu Therapien, angefangen mit Frühförderung dann Ergo, drei Tagesklinikaufenthalte, Neurofeedback, Medis vom 4. bis zum 11. Lebensjahr, alle drei Monate zur Kinderpsychiaterin und halt vier Jahre 1-2x wöchentliche Termine mit Familienhelferin bzw Eltern/Kindgruppe. Eine Zeit läuft es in die richtige Richtung und plötzlich geht es wieder zwei Schritte zurück und ich fange wieder neu an. Mein Sohn lernt auch nicht aus Fehlern, er ist eher der Typ der sich verbrennt und es dann nochmal versucht um zu schauen ob er sich wieder verbrennt. Wenn ein anderes Kind mehr aufmerksamkeit braucht und ich nicht so wachsam bin wie sonst dann geht es auch wieder bergab :? Ich habe am Freitag einen Anruf von der Psychiatrie bekommen und erfahren dass mein Sohn am 14.01.19 stationär aufgenommen werden kann. Ich hoffe dass er dort lernt mit seinen Gefühlen und seiner Wut umzugehen....

JennyK
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Beitragvon JennyK » 24.02.2019, 09:40

@jayjay wie ist es euch seitdem ergangen? Hast du Hilfe gefunden?
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