Schulwechsel gescheitert!

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Ich habe schon mehrfach mitbekommen, dass Kinder die TK als sicheren Hafen erlebt haben, wo sie sich endlich verstanden fühlen.

Und noch etwas: unsere Kinder haben im Alltag oft vielerlei Blockaden und scheitern an Dingen, die für andere Kinder ein Spaziergang sind. Aber unsere Kinder sind auch, grade in der Krise, echte Stehaufmännchen ...
Auch dein Sohn. Seit so langer Zeit schon quält er sich durch dieses Schulschlamassel, und er hat immer noch nicht aufgegeben. Sieh es doch mal so.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Engrid hat geschrieben:Ich habe schon mehrfach mitbekommen, dass Kinder die TK als sicheren Hafen erlebt haben, wo sie sich endlich verstanden fühlen.
Genau das erhoffe ich mir für meinen Sohn.
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

svennie
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Beitrag von svennie »

Hallo Simone,
ich kann Deine Ängste verstehen. Aber Du darfst jetzt nicht zulassen, dass das Schlimmste eintritt, auch wenn es schwer fällt. Auch mein Sohn hasst jede Veränderung. Niemand wird Dir die Schuld am Verhalten Deines Sohnes geben. Und selbst wenn die TK nicht klappt, bedeutet das nicht den Eintritt der Katatrophe. Es findet sich immer ein Weg. Von daher sehe ich das ähnlich wie Engrid: lass es auf Dich zukommen, was Du nicht beeinflussen kannst und worüber Du keine Macht hast. Gib ein Stück Deiner Verantwortung an die Ärzte und Therapeuten ab und tritt Ihnen selbstbewusst gegenüber. Du gehst dorthin, damit Ihr Hilfe bekommt, nicht damit Du das Verhalten Deines Sohns rechtfertigen musst. Die Ängste und Sorgen sind verständlich, aber sie machen mürbe und führen zu nichts. Versuche Dir selbst zu sagen, dass eine Lösung gefunden wird. Es gibt doch gar nichts zu verlieren. Viel Glück und einen guten Start!
LG
Svenja
Sohn 10/2011: Asperger, hyperkinetische Störung, umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen, PG 2

GretchenM
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Beitrag von GretchenM »

Hallo,

Schulbegleitung sieht ja völlig unterschiedlich aus. Ich glaube, da haben viele andere oder sehr festgelegte Vorstellungen davon, was alles so im Repertoire eines Schulbegleiters liegen kann.

Es wäre sinnlos einem Kind Gymnasium und Uni zu verwehren nur weil es zu langsam schreibt oder zwischendurch öfter raus muss weil es sehr oft auf die Toilette muss - oder Hilfe beim Toilettengang braucht (Beispiel) Dann hätte ja Stephen Hawking nicht mal einen Uniabschluss bekommen.

LG

GretchenM
Mama *76 Epilepsie (anfallsfrei), SB
Sohn *07 starkes Träumer-ADS, grenzwertig ASS

Die Freiheit besteht nicht in erster Linie aus Privilegien, sondern aus Pflichten.

Camus

HeikeLeo
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Beitrag von HeikeLeo »

Liebe Simone,

eigentlivch testet ja nicht die TK Euch, sondern Ihr testet diese TK. Was muss die TK liefern, damit sie von Euch eine gute Bewertung bekommt? Ich finde, der stundenweise Anfang ist schon mal ein Pluspunkt für die TK. Macht doch mal gmeinsam eine Bewertungsliste und checkt das dann tageweise ab. Was hat die TK gut gemacht, wo hat die TK Korrekturbedarf, was geht gar nicht.
Damit gewinnt Ihr Kontrolle zurück und ein wenig Sicherheit. N. weiß ja wohl, was er braucht. In dem Alter ist es aber noch sehr schwer, das konkret zu benennen. Da kannst Du helfen. Was genau wollt Ihr von der TK? Was genau soll eine Schule erfüllen, damit es N. gut geht? Wenn man einmal das weiß, dann kann man in Kompromissverhandlungen auch schon mit sich selbst gehen.

Liebe Grüße
Heike

Dirsan
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Beitrag von Dirsan »

SimoneD. hat geschrieben:Dann habe ich ihn wohl so gemacht...dann wird ja klar sein, was bei der TK raus kommt: Mutter ist schuld am Verhalten ihres Sohnes...
Sehr provokant wenn ich jetzt sage: Vielleicht?
Bei allem was du immer wieder schreibst - und wir beide hatten da ja einiges an schriftlichem Austausch- : Permanent schreibst du, was N. macht, was er provoziert, dass er immer nur dieses will, dass er ausrastet, ... und irgendwann mal dazwischen, dass ihr zuhause diese Probleme ja nicht habt ... weil es da iPad, usw. gibt ...

Was machst du mit ihm? Was an deinem Verhalten änderst du?
SimoneD. hat geschrieben:Wie soll ich ihm Sicherheit geben, wenn er sich so dagegen wehrt???
... indem du daran arbeitest diese Sicherheit selbst erst einmal zu erlangen ... seit einigen Jahren weißt du, dass DU zu unsicher bist ...

Wenn du schreibst,
SimoneD. hat geschrieben:Wie soll man ihm denn helfen?? Er will es ja anscheinend nicht. Gegen alles sträubt er sich und reagiert mit Abwehrverhalten


... dann sträuben sich bei mir jedesmal alle Nackenhaare. "Er will es ja anscheinend nicht?" ... auch ich habe einen sehr schwierigen Kandidaten zuhause und weiß eines ganz sicher: Wenn ich so auch nur über mein Kind denken würde, würde es bei ihm ankommen. Das muss ich nicht sagen. Wenn ich so über mein Kind denke: Wie soll ich ihm da helfen? Wie, wenn ich im Geheimen die Augen rollen würde über soviel Abwehrverhalten ...

Du könntest die Zeit während der TK für dich nutzen, um deine Unsicherheiten aufzuspüren. Es scheint nicht zu helfen, wenn hier immer wieder davon gesprochen wird, dass DU Sicherheit vermitteln sollst, weil DU dieses Sicherheit noch gar nicht erlangt hast.

N. wusste, wenn es an der neuen Schule nicht klappt, dann ist die "Tagesgruppe" der Alternativplan?? Das würde sich bei mir anfühlen wie das berühmte Damoklesschwert.

SimoneD. hat geschrieben:Ich kann mir auch vorstellen, dass er Angst hat das die Schule die die Klinik gemeinsam mit uns aussucht wieder nichts ist. Er wieder scheitert...gleichzeitig geht er auf Abwehr und sagt, dass er die nächste Schule zerstören wird....
.... wenn ich nochmal ehrlich bin: Hier lese ich DEINE Bedenken, DEINE Unsicherheit, DEINE Erwartungen ...

Um auf den Beginn meines Beitrags zu kommen: Ja, eventuell hast du eine (Teil-)"Schuld" am Verhalten deines Sohnes (nicht in allem, aber in Teilen) ...
DU musst Sicherheit erlangen, innerlich ruhiger werden, Befürchtungen verlieren ... dann kannst du N erst helfen seinen Weg zu finden.

Wie geht denn dein Mann damit um? Ist er sicherer als du? Oder müsst ihr beide zu mehr Ruhe finden? Dann könnt ihr gemeinsam daran arbeiten. Das wäre doch auch schön.
Und wie geht es deiner Tochter mit dem ganzen "Familienleben"? Die ist doch alt genug, um viel mitzubekommen.

Vielleicht solltet ihr mal über eine Familientherapie nachdenken, je mehr Sicherheit, Ruhe und Gelassenheit (ohne iPad, PC und co) ihr N geben könnt, desto erfolgreicher könntet ihr werden.

Was - außer Therapien - unternimmst du mit N.?
Geht ihr in den Wald, an einen Bach, sich schmutzig machen, Drachen steigen, Fahrrad fahren, Kastanien sammeln, schwimmen, toben, Freunde treffen, etc.? Ja, es kostet sooooviel Energie - und es lohnt sich soooooo sehr!!! (Ich weiß sehr gut wovon ich rede!) Was unternehmt ihr als Familie? Wie sicher ist der Kreis - ohne elektrische Geräte - für N.?

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

So. Wir sind zurück. Aufnahmegespräch.
N. ist sogar für ca. 45 Minuten mit in die Gruppe gegangen......ich hatte das Gefühl, dass er es jetzt doch annehmen kann.
Dem ist aber nicht so. Den ganzen Rückweg jammerte er, er will da nicht hin! Fing an zu weinen.
Er geht Montag nicht!!

Habe mich auf keine Diskussionen eingelassen. Trotzdem kein schönes Gefühl.. :?

Die Klinik arbeitet systemisch. Die ganze Familie wird mit eingebunden. Alle 2 Wochen gibt es ein Gespräch. Wöchentlich donnerstags einen Eltern-Gesprächskreis, da können sich die Eltern der Kinder austauschen.

Mittwoch in 2 Wochen findet eine Video Aufnahme statt. Da werden wir als Familie in einer bestimmten Situation in Interaktion gefilmt.

Dirsan,
ich gehe täglich mit meinem Sohn nach draußen.
Meist spazieren. Verabredungen sind selten, bis kaum. N. hat ja nicht wirklich Freunde. Eine Freundin noch aus KIGa Zeiten. Da gibt es alle 6-8 Wochen mal eine Verabredung. Morgen z.bsp. und gestern haben wir sie zufällig auf dem Spielplatz getroffen.
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

GabySP
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Beitrag von GabySP »

Doch, Simone, er geht am Montag dorthin - weil DU als Mutter für ihn entschieden hast und ihn hinbringen wirst.

Ich kenne weder dich noch N persönlich, aber nach allem, was ich von euch gelesen habe, habe ich immer mehr das Gefühl, dass N dich ordentlich manipuliert. Er weiß, wie er dich nehmen muss, damit du dich um ihn drehst.

Damit will ich definitiv nicht sagen, dass N nicht autistisch ist oder du unfähig bist, dein Kind zu erziehen, aber es gibt genügend kognitiv fitte Autisten, die ganz genau wissen, wie sie sich verhalten müssen, damit sich alles um sie dreht. Es dreht sich alles um das autistische Kind, das Kind registriert das und schafft es, immer mehr zu fordern.. Das ist ein Teufelskreis, der durchbrochen werden muss.

Anscheinend gehört deiner auch dazu, meiner übrigens auch, daher spreche ich wirklich aus Erfahrung ,

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Natürlich, geht er Montag dort hin.
Sorry, falls das hier immer so rüber kommt als wenn ich ihn nicht hinbringe, nur weil er meckert.

Manipulieren würde ich das jetzt nicht nennen. Er versucht seinen Willen durchzusetzen ja, aber im Endeffekt weiß er das ich ihn Montag trotzdem hinbringe. Also mir ist das Verhalten nie als Manipulation in den Sinn gekommen, weil ich nicht das mache was er sagt oder fordert. Natürlich gibt es Momente, wo man mal 5 grade sein lässt, aber solche Dinge wie; er geht in die TK/ zur Therapie etc die stehen fest.
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

HeikeLeo
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Beitrag von HeikeLeo »

Hallo Leute,

ich finde es echt gemein, was Ihr Simone an den Kopf werft.
Ja, eventuell hast du eine (Teil-)"Schuld" am Verhalten deines Sohnes
habe ich immer mehr das Gefühl, dass N dich ordentlich manipuliert.

So schrieb auch Johanna Haarer über Babys. N. ist autistisch und Simone hilft, was man von den Schulen nicht behaupten kann. Sie entlastet sich hier im Forum und bekommt dafür Schelte. Das empfinde ich als so unfair, dass ich mich zutiefst fremdschäme.

Ihr schafft das schon, Simone!

Liebe Grüße
Heike

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