Schulwechsel gescheitert!

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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JasperJaspie
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Beitrag von JasperJaspie »

Hallo,

ich kenne dieses Dilemma nur zu gut.
Ich denke, das, was Autisten brauchen, ist Zeit.

Bei meinem Sohn hat sich im Laufe der Zeit vieles selbst entwickelt.
Es geht langsam vorwärts, aber es geht vorwärts.
Und zwischendurch auch wieder ein paar Schritte zurück.

Meiner hat ja auch ein paar Schulen durch und selbst in der Asperger-
Klasse klappte es irgendwann nicht mehr, weil die anderen ihm
"zu autistisch" waren. So gesehen, passte er da auch irgendwie nicht
rein.

Ich bin heilfroh, dass er jetzt seine 11 Schulbesuchsjahre und die
Schulpflicht hinter sich hat (juhu!), einen MSA mit 1 gemacht hat und
jetzt Fernabi macht (in der Hoffnung, dass es klappt).

Er ist jetzt 17 und macht in letzter Zeit viele kleine gute Entwicklungsschritte.
Er arbeitet selbst an seiner Flexibilität.
Versucht vermehr, Augenkontakt aufzunehmen.
Geht vermehrt raus, möchte auch von Smartphone und Internet noch
mehr los kommen. Alles von alleine.

Ich habe die Hoffnung, dass es wird. Langsam, aber stetig.

Ich glaube, Geduld (von allen Seiten) ist da sehr gefragt.

Und durchaus auch eine eigene Strategie wie man mit Krisen und Ausrastern umgeht. Mein Sohn hat auch Ausraster, allerdings intern.
Nach außen ist er sehr kompensierend und reißt sich sehr zusammen!

Mein Sohn sollte auch immer stationär aufgenommen werden, das habe
ich immer verhindert, da es ihm mehr geschadet hätte.
Gegen eine Tagesklinik hätte ich nichts gehabt, aber er selbst wäre da
auch freiwillig nicht hingegangen und wie hätte ich ihn dahin kriegen sollen.

Ich kann deine Zweifel schon verstehen wegen der Schule.
Ich denke, die Schule ist bei Autisten das grösste Leiden.
Wie dein Sohn ja sagte, er wolle ja, aber er könne nicht bzw. wolle ein
Grab. Schon traurig, wenn Kinder sowas äußern (tat meiner auch).

Ich denke auch, eine geeignete Förderschule bzw. Kleinklassen wäre das
Beste.

Ich drücke die Daumen!

Ann
Ann *1969 mit Tochterkind *1991* sowie mit Sohn Jasper *2001* Asperger-Syndrom (Diagnose Februar 2014)

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Geht schon los.... :(
N. weigert sich morgen zur Aufnahme zu gehen...
Er will nicht dahin! Das ist bestimmt scheisse da... (seine Worte).
"Es wird mir da nicht gefallen..."

Dann kann ich mir ja schon grob ausmalen, was ab Montag aif mich zukommt, wenn er jetzt schon innerlich ablehnt.
Der wird ausrasten und Ende vom Lied wird sein, das er vollstationär muss :cry:
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Weißt Du, das ist eine unselige psychische Technik, im Geiste schon mal vorwegnehmen, dass es eh nicht klappt. Das Scheitern vorwegnehmen - das wird eine selffulfilling prophecy. Diese Dämonen habe ich rausgeschmissen, und dafür eine Art optimistischen Fatalismus eingelassen: Dinge, die schon ihren Lauf nehmen, die also nicht oder nicht sinnvoll zu ändern sind, die lasse ich auf mich zu kommen und erinnere mich daran, dass ich schon oft positiv überrascht worden bin.
Erstens hilft MIR das sehr.
Zweitens bin ich 100% sicher, dass sich das auf meinen Sohn emotional und athmosphärisch überträgt. Und zwar sowohl akut, in der Situation, als auch langfristig als Einstellung zum Leben.

Versucht, das Beste draus zu machen!

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Das mach ich Engrid.
Deswegen habe ich das auch hier kundgetan, damit ich es eben NICHT auf N. projeziere.
Ja, es geht mir nicht gut bei den Gedanken. Trotzdem ist da die Hoffnung und die Zuversicht, dass es doch klappt und am Ende ein Erfolg wird.
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

GabySP
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Beitrag von GabySP »

Hallo Simone,

egal was dein Sohn sagt, DU bist erziehungsberechtigt und hast entschieden, dass er in die Tagesklinik gehen soll. Mach ihm das freundlich, aber unmissverständlich klar. Alles weitere kannst du in die Hand der Therapeuten geben. Die werden schon wissen, wie sie mit anfänglichem Ablehnungsverhalten umgehen sollen. N wird nicht der erste und auch nicht der letzte sein, der sich versucht, gegen die Aufnahme zu wehren. N ist acht Jahre alt und kann gar nicht die Folgen dieser Entscheidung überblicken. Und, wie auch Engrid schon sagte, habe ich auch das Gefühl, dass dein Zweifeln wirklich zur selffulfilling prophecy wird. Du hast die Entscheidung getroffen, in der jetzigen Situation ist es die richtige Entscheidung und N muss sich fügen. Ist hart, aber unabänderlich.
Geh positiv an die Sache ran, ohne weitere Hilfe kommt ihr nicht weiter. Mach N klar, das er wüten kann, wie er will, du wirst diese Entscheidung nicht zurücknehmen.

Mein Beitrag mag hart klingen, aber ich habe das auch alles hinter mir. Manche Entscheidungen sind unbequem und Kinder im Alter von N haben einfach noch nicht die Kompetenz, solche weitreichenden Entscheidungen zu verstehen.

Das wird schon...

LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

rena99
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Beitrag von rena99 »

Simone,

ich bin da ganz bei Engrid. Ruhig bleiben, Gelassenheit ausstrahlen. Es kommt, wie es kommt.

Leider werde ich das Gefühl nicht los, dass dein Sohn irgendwie meint, TK sei eine Strafe für irgendwas oder "was für schlimmer Kinder".

Ich kenne auch sehr gute TKs. Nun wartet es doch erst mal ab. Wenn ihr so negativ herangeht, "dann redet ihr das ja förmlich herbei."

Und dein 6 oder 7jähriger hat zu machen, was du für richtig hälst. Und je ruhiger du ihm das vermitteln kannst, desto besser. Denn letztendlich wird er einfach Angst vor der Veränderung haben. Nimm sie ihm!

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Ich habe nie negativ von der TK gesprochen. Ich nenne es nicht mal so, sondern sage Tagesgruppe.
Ihm es nie als Strafe aufgezeigt.
Er wusste aber, dass wenn es mit der Schule nicht klappt er in die TK soll....wobei damit ja keiner rechnete, dass es soch so schnell nötig ist.
Es wurde ihm aber immer als Hilfe und Unterstützung vermittelt.

Er weinte vorhin bitterlich. Er denkt mit ihm stimmt was nicht.
Er lässt sich nicht zwingen sagt er.....
Ich habe ihm gut zugeredet. Ihm versucht die Angst zu nehmen.
Nein, er will dort nicht hin!! Stundenlang dort sein....essen, lernen..... Er zerlegt da alles.....

Als er sich etwas beruhigte sagte er, dass er genau einen Tag da hin geht, aber dann nie wieder.....

Ich kann mir auch vorstellen, dass er Angst hat das die Schule die die Klinik gemeinsam mit uns aussucht wieder nichts ist. Er wieder scheitert...gleichzeitig geht er auf Abwehr und sagt, dass er die nächste Schule zerstören wird....
Wie soll man ihm denn helfen?? Er will es ja anscheinend nicht. Gegen alles sträubt er sich und reagiert mit Abwehrverhalten :-(
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

Christiane81
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Beitrag von Christiane81 »

Simone, natürlich will er nicht hin! Natürlich denkt er es wird scheiße werden, bis jetzt hat er in allen Institutionen negative Erfahrungen gemacht.
Aber hör doch bitte endlich auf, Deinem Kind die Verantwortung für sein Wohlergehen schon jetzt in diesem Ausmaß zu übertragen!er hat das nicht zu entscheiden, DU entscheidest. Und DU hast entschieden dass er hingeht und diese Entscheidung wird erklärt, aber nicht diskutiert. Und Feierabend! Gib ihm nicht soviel Verantwortung für sich, nimm sie ihm ab und gib ihm Sicherheit! Das braucht der arme Kerl.

Viele Grüße
Christiane

ehemalige Userin

Beitrag von ehemalige Userin »

SimoneD. hat geschrieben: Ich kann mir auch vorstellen, dass er Angst hat das die Schule die die Klinik gemeinsam mit uns aussucht wieder nichts ist. Er wieder scheitert...gleichzeitig geht er auf Abwehr und sagt, dass er die nächste Schule zerstören wird....
Simone, das sind deine Ängste und Sorgen, nicht seine, aber du überträgst sie auf ihn!

SimoneD.
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Beitrag von SimoneD. »

Dann habe ich ihn wohl so gemacht...dann wird ja klar sein, was bei der TK raus kommt: Mutter ist schuld am Verhalten ihres Sohnes...

Wie soll ich ihm Sicherheit geben, wenn er sich so dagegen wehrt???
Liebe Grüße von Mönchen :-)
Sohn (10 Jahre) Asperger Autist

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