Antrag auf Pflegegrad stellen?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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betty33
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Antrag auf Pflegegrad stellen?

Beitragvon betty33 » 17.09.2018, 11:26

Hallo ihr Lieben,

eventuell könnt ihr meine Unsicherheit nehmen, was die Beantragung des Pflegegrades anbelangt. Mein Sohn wir in 2 Monaten 7 Jahre alt und ist seit Geburt praktisch taub. Außerdem hat er Defizite mit der Konzentration, Ausdauer und Motivation und der Feinmotorik. Er wurde im August mit dem Förderbedarf Hören an einer Regelschule eingeschult und besucht täglich den Hort als Integrativkind. Zur Zeit bekommt er Ergotherapie 1x/Woche.

Der abschließende Entwicklungsbericht der Kiga hat mir nun die Augen geöffnet. Dort stand im Groben, dass es in den letzten 1,5 Jahren keine Verbesserungen in seiner Entwicklung gab. Er muss ständig erinnert, motiviert und angeleitet werden, lässt sich schnell ablenken. Dadurch braucht er natürlich viel mehr Zeit. Außerdem ermüdet er schnell, ist oft antriebslos und zieht sich zurück.

Ich selbst habe mich an seine "Eigenarten" wohl schon so gewöhnt, dass mir gar nicht aufgefallen ist, dass er an der ein oder anderen Stelle mehr Hilfe braucht als seine Altersgenossen. Für mich ist das im Prinzip normaler Alltag. Vor Allem weil seine große Schwester ja ähnlich "tickt" (ADS). Dennoch war sie mit 6 Jahren schon deutlich selbständiger als er. Ich überlege nun schon eine Weile ob ich den Antrag stelle oder nicht.

Was meint ihr dazu? :roll:

LG betty
Tochter: ADS, Dyskalkulie
Sohn: Gehörlos, vis. Wahrnehmungsstörung, F82.1, F83, V.a. ADS/ASS

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MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 17.09.2018, 11:38

Hallo,

anders gefragt: Was hast du (ausser Zeit) zu verlieren?

LG,
Miriam

Emma1909
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Beitragvon Emma1909 » 17.09.2018, 12:20

Hallo Betty,

Spricht denn etwas gegen die Beantragung ?

Im Internet gibt es Pflegegradrechner

Z. B. https://mein-pflegegrad-rechner.de
Oder
http://pflege.open4me.de/pflegegrad/;js ... 136952B9?0

Da kannst du vorab mal testen was evtl. dabei raus kommen könnte.

Alles Gute!

Viele Grüße
Emma

kati543
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Beitragvon kati543 » 17.09.2018, 12:45

Hallo,
ich würde es für beide Kinder beantragen, falls die Schwester nicht schon einen PG hat - ebenso natürlich wie auch einen SBA.

Der Punkt ist....es wird ja leider nicht leichter. Die Pflege wird ja immer komplizierter, da die Kinder irgendwann ja schon mitbekommen, dass sie anders und eben behindert sind.
Nach dem, was du geschrieben hast, kann ich mir nicht vorstellen, dass ein PG abgelehnt wird.
Gehe einfach mal selbst die Module durch. Es gibt PG-Rechner für Kinder im Internet.
Ich kenne diese Unsicherheit selbst von meinen Söhnen, ich wurde 1 Jahr lang überredet die PS zu beantragen. Heute haben sie PG2 bzw. PG4. Man ist wirklich “betriebsblind” mit der Zeit.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

betty33
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Beitragvon betty33 » 17.09.2018, 13:47

Ich danke euch für den Hinweis zum PG-Rechner. Das muss ich mir mal in Ruhe ansehen.

Die Unsicherheit rührt wahrscheinlich auch daher, dass der 4-jährige Kampf um den SBA bei meinem Sohn schon Narben hinterlassen hat.

Keiner der behandelnden Ärzte (außer die Uniklinik) war z.Bsp. der Meinung das ihm irgend eines der Merkzeichen zustehen würde. Als wir damit vor Gericht zogen, war sogar der Anwalt nicht d'accord mit unseren Forderungen. Ich musste ganz alleine Argumente vorlegen und letzten Endes haben wir GDB 80, H,B,G und RF bekommen. Für den Kampf um das Merkzeichen Gl hatte ich keinen Nerv mehr. Der wäre in die 2te Instanz gewandert. :(

Nur damit ihr meine Unsicherheit nachvollziehen könnt.

LG
Betty
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 17.09.2018, 17:54

Zumindest bei uns war die Pflegegrad-Begutachtung sehr objektiv. Es ist extakt derselbe PG rausgekommen, den ich auch mit dem Rechner ermittelt habe (PG3). Das Pflegegeld habe ich dann rückwirkend mit Antragsstellung ausbezahlt bekommen (zwischen Antrag und Begutachtung waren bei uns 3 Monate und dann nochmal 2 Monate bis zu Bescheid). Also, außer Zeit hast du wirklich nichts zu verlieren.

Wenn du es NICHT angehehst, bekommst du sowieso nichts. Im Gegensatz zu erhöhter FBH wird Pflegegeld nicht rückwirkend ausbezahlt. Jeder Monat, den du aus Unsicherheit noch zögerst, ist verloren.

Ich schreibe dir das, weil ich für Alexander vermutlich auch schon viel länger Anspruch gehabt hätte, denn für nichts bekommt man nicht auf Anhieb nach 20 Minuten Begutachtung PG3 :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Chrissi 68
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Beitragvon Chrissi 68 » 17.09.2018, 18:01

Wie schon geschrieben wurde, Du hast nichts zu verlieren.
Guck, dass du bis zum 30.09.2018 bei deiner KK den Pflegeantrag stellst. DassPflegeldwird ab Antragsdatum rückwirkend gestellt.
Viele Grüße
Chrissie

Anna-Nina
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Beitragvon Anna-Nina » 17.09.2018, 22:43

Ich würde es unbedingt machen. Mir ging es ganauso. Habe es nicht gewusst bis vor einem Jahr, dass es sowas für Kinder gibt. Dann dachte ich, ich bekomme eh nix....So schlimm ist ja alles nicht....Auch von allen Seiten (Eltern, Schwiegereltern, Schwestern) hörte ich nur, dass wir da bestimmt keinen Anspruch haben - weil E. kann ja laufen, essen, sprechen etc.
Schlussendlich haben wir sofort Pflegegrad 3 erhalten und das ist gar nicht wenig....Es wurde uns schon für die nächsten 3 Jahre zugesagt.
Arg Zeitaufwendig war das ganze auch nicht.

betty33
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Beitragvon betty33 » 04.10.2018, 11:19

Ich habe mal alle Punkte in den Pfleggeradrechner eingegeben und mein Sohn würde demnach einen Pflegegrad bekommen.

Den Antrag habe ich auch gleich vor 2 Wochen abgeschickt und morgen ist schon der MDK zum Gutachten bei uns im Haus. Ich war total überrascht das alles so schnell geht. :lol:

Wie läuft so ein Gutachten im Allgemeinen ab? Ich habe mir ein paar Notizen gemacht, wofür er im Alltag meine Unterstützung braucht, damit ich nichts vergesse. Wird mein Sohn auch befragt bzw. irgendwie geprüft?
Bin schon sehr gespannt.

LG
Betty
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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 04.10.2018, 11:24

Hallo betty33,
bei uns hat die Gutachterin auch immer spielerisch die Kinder befragt und sich z.B. auch zeigen lassen wie ein Knopf auf und zu geht, oder ein Buch holen lassen und so weiter,je nach Alter auch mal nach Jahreszeit oder Datum gefragt, hat sich das Bad zeigen lassen . Aber am meisten hat derjenige mit mir gesprochen.
Viel Glück
Ilona
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.


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