Heilpädagogischer Kindergarten

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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LovisAnnaLarsMama
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Heilpädagogischer Kindergarten

Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 14.09.2018, 22:27

Hallo liebe Miteltern,
inzwischen ist mein Kind im zweiten Kindergarten/Krippenjahr und ich beschäftige mich mit den unangenehmen Fragen, die nun doch aufkommen:
Wie geht es in der Kindergartengruppe weiter?
Kommt mein Kind dort motorisch mit, wie entwickelt er sich sprachlich weiter, was kann der Kindergarten fördern/ auffangen?
Was ist mit Zusatzbeobachtungen- da sich doch einige gesundheitlichen Probleme entwickelt haben.
Ohne I- Helfer geht die Regelgruppe voraussichtlich nicht.
Dann sind da noch vier Therapietermine des Kindes...

Ist es unfair dem Kleinen gegenüber, davon auszugehen, dass er keinen plötzlichen riesigen Entwicklungssprung machen wird und sich im jetzigen Tempo weiterentwickelt?
Wir haben bald Gespräche in Heilpädagogischen Kindergärten und langsam wächst auch mir die Überzeugung, dass er dort besser aufgehoben ist.
Unseren Kindergarten kenne ich schon so lange, viele von den Erziehern auch, dort zu sein ist eigentlich der totale Glücksfall, es wäre sehr traurig den Krümel dort rausnehmen zu müssen.
Andererseits will ich die Erzieher dort auch nicht überfordern.

Wie war es bei euch? Ich war eigentlich immer davon überzeugt, dass mein Kind nicht so schwer betroffen ist, dass er z.B. den HP- Kindergarten bräuchte, aber in diesem Jahr haben sich doch einige Probleme deutlich gezeigt. In der Summe ist das dann doch sehr viel und er braucht sehr viel Extraunterstützung.
Wie war das bei euch, habt ihr eure Entscheidung bezgl. des Kindergartens irgendwann bereut?
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 14.09.2018, 22:50

Hallo,

Junior war im HPK, und hat DORT große Entwicklungsschritte gemacht. Diese Jahre waren sehr wichtig für ihn und mich.
Ich finde, ganz zentral bei der Entscheidung ist:
Pro HPK:
Braucht das Kind viel spezielle Erfahrung, viel Kompetenz zb in der sprachlichen Förderung. (Bei uns im HPK gab es viel Wissen über Autismus, das hat geholfen, Verhalten einzuordnen und das machte es möglich, an den richtigen Stellen gezielt zu fördern)? Das spricht eher für den HPK.
Die Therapien, die er dort hatte, haben es nicht so sehr rausgerissen, aber die Pädagogen waren sehr sehr gut, und auch ein guter Schlüssel um sich viel zu kümmern - so war an fünf Wochentagen das Kind gut gefördert.

Pro Regelkiga:
Guckt sich das Kind von anderen Kindern vieles ab? Genießt es die Gemeinschaft der Kinder? Wenn ja, dann spricht das eher für den Regelkiga. Mein Sohn hat sich damals wegen fehlender Nachahmung ua leider kaum was abschauen können, deshalb war das für uns kein Punkt.
Ein ECHTES inklusives Setting ist schon sehr viel wert, die Kinder wachsen da hinein, und bestenfalls mit den gleichen Kindern dann in der Schule weiter.
Hast du richtig gute externe Therapeuten, die es sich zu behalten lohnt?

Man muss auch immer auf den konkreten Kiga gucken. Es gibt gute und schlechte HPK, gute und schlechte Regelkindergärten.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 22.10.2018, 14:48

Kurzes Update:
mir hat ein HP-Kindergarten so zugesagt, dass der Krümel nun dort angemeldet wird. Hoffentlich spielen auch die entsprechenden Ämter mit, denn dort sehe ich gerade die beste Unterstützung für ihn.
LG LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon melly210 » 22.10.2018, 16:06

Ich finde Engrids Auflistung pro/contra HPK sehr gut. Unser Sohn (auch nur leicht betroffen) ist als Regelkind in einem stinknormalen Kiga. Allerdings ein echt guter Kiga, mit tollen Erzieherinnen. Die gehen da sehr toll auf ihn ein. Da er so in der Gruppe keine Probleme hat, und das wo er Zusatzaufwand macht nur das punktuell das motorische ist (Jacke zumachen etc), und bei neuen Situationen, weil er da noch sehr ängstlich ist,passt das dort und er schaut sich sehr viel bei den anderen Kindern ab. Da eine Schule direkt angeschlossen ist, wird er auch mit vielen Kindern aus dem Kiga dann in die Schule gehen können. Die Therapien machen wir extern. Allerdings machen wir immer nur eine Therapie pro Woche, sonst wird es ihm und uns zu viel. Eventuell nächstes Jahr dann zwei gleichzeitig.

LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 22.10.2018, 17:16

@Melly: Therapien sind auch ein sehr wichtiger Punkt: wir haben gerade vier Termine pro Woche, ein weiterer ist absehbar, plus unzählige Arztbesuche etc...
Das packe ich so gerade nicht mehr- es sind ja noch andere Kinder da, die auch mal Zeit von mir brauchen. Das Problem ist auch, dass das der Kleine überall etwas mitgenommen hat- alleine wäre es nicht schlimm, aber in der Summe ist alles schwierig.
LG LovisAnnaLarsMama
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