Kurzzeitpflege in Familien, Erfahrungen gesucht

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Engrid
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Kurzzeitpflege in Familien, Erfahrungen gesucht

Beitragvon Engrid » 14.09.2018, 18:15

Hallo,

seit Jahren lassen wir die Kurzzeitpflege verfallen. Junior können wir keine stationäre Einrichtung antun, er würde sich null wohlfühlen, und wir uns also in der Zeit im Urlaub auch nicht. Junior braucht feste Bezugspersonen und einen privaten Rahmen.

Nun bin ich beim Suchen auf einiges gestoßen bzw gestoßen worden:
Es gibt „Betreutes Wohnen in Familien“. http://www.bwf-info.de Das läuft über Eingliederungshilfe.
Es gibt eine Kurzzeitpflege der Jugendhilfe (?), in Bereitschaftspflegefamilien (zb wenn Alleinerziehende akut ins Krankenhaus müssen.
http://pflegeelternnetz.de/lexicon/inde ... ngspflege/ Ob das auch über das Sozialamt bzw in Bayern über den Bezirk geht, weiß ich nicht.

Wer hat sowas oder ähnliches schon mal genutzt, um sein Kind für ein, zwei drei Wochen, evtl regelmäßig zb einmal im Jahr, gut aufgehoben zu wissen, wenn der Rest der Familie Urlaub macht?
Ideal wäre eigentlich eine KZP über die Pflegekasse finanziert, nicht Eingliederungshilfe oder Jugendhilfe, gibts das irgendwo?

Junior will nicht mehr mit in Urlaub, wäre auch zu stressig für alle Beteiligten. Wir brauchen aber mal Auszeit und Tapetenwechsel.

Grüße
Engrid

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cecilia
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Beitragvon cecilia » 14.09.2018, 18:53

Hallo Engrid!

Ja, es ist möglich euren Junior auch zu Hause, während Ihr im Urlaub seid, betreuen zu lassen.
Die Abrechnung kann dann über die Pflegekasse erfolgen.
Ich habe das selbst ehrenamtlich über einen Träger in meinem Bundesland gemacht.

Schau hier mal:

https://specialsitter.de/about.php
https://www.wildfang-ev.de/icando/heimspiel/

Viele Grüße

cecilia

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 14.09.2018, 20:28

Hallo Cecilia,

vielen Dank, auch für den interessanten Link! 😊
das ist aber dann reine Verhinderungspflege, oder? Das machen wir eh schon Wochenende- oder wochenweise mit „altbewährten“ Betreuern. Aber ich hätte auch gerne die andere, nicht umwandelfähige Hälfte der KZP genutzt. Und zum zweiten fände ich es auch gut, wenn es eine Pflegefamilie gäbe, wo Junior mal hinkann (dem täte Tapetenwechsel vielleicht auch mal gut, aber halt familiär gebunden, nicht stationär oder in Ferienfreizeit).

Grüße
Engrid



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Beitragvon Inga » 14.09.2018, 20:42

Hallo Engrid,

Betreutes Wohnen in Familien ist eigentlich wie ein Pfelegkind nur mit einem Erwachsenen statt einem Kind. Machen viele Pflegefamilien mit ihren ehemaligen beh. Pflegekindern. Als KZP-Ersatz kenne ich so was nicht.

Kurzzeitpflege der Jugendhilfe ist auch nicht das was du suchst. Das ist wenn ein Kind kurzfristig aus der Familie raus muß und bis zur Klärung wie es weiter geht wird es in einer Kurzzeitpflegefamilie "geparkt". Oder wenn ein alleinerziehende Mutter ohne Familie im Hintergrund plötzlich ins KH muß o.ä.

Anerkannte KZP in Familien über die Pflegekasse kenne ich nicht, aber du kannst ja die Hälfe des Geldes in Verhinderungspflege umrechnen und dann eine gesuchte Familie darüber bezahlen, so habe ich es immer gemacht.
Ansonsten einfcah mal freundlich dreist bei der KK nach einer Sondergenehmigung fargen, da dein Sohn behindertendedingt nicht in eine übliche KZP-Einrichtung kann. Vielleicht bekommt ihr eine Einzelfallentscheidung?!

Gruß, Inga
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Beitragvon Engrid » 15.09.2018, 08:06

Hallo Inga,

rein paragraphenmässig könnte die KZP der Jugendhilfe schon passen, aber nachdem das offenbar häufig so ist, dass da familiäre Überforderung, „Erziehungshilfebedürftigkeit“ mit reinspielt oder überprüft wird, fällt das auch flach, da möchte ich nicht hin.

Ich werde mal bei meiner PK die Fühler ausstrecken. Mit einigen KZP-Anbietern hatte ich vor Jahren schon Kontakt, alles negative Auskünfte. Vielleicht lohnt sich ein neuer Anlauf ...

Anerkannte KZP in Familien über die Pflegekasse kenne ich nicht, aber du kannst ja die Hälfe des Geldes in Verhinderungspflege umrechnen und dann eine gesuchte Familie darüber bezahlen
Wie könnte man denn so eine Familie finden? (Die halbe KZP umwandeln machen wir eh)

Grüße
Engrid



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Beitragvon Inga » 15.09.2018, 11:12

Hallo Engrid,

ja, KZP der Jugendhilfe ist eher was für "Problemfamilien" nur selten ist es anders.

Ich würde mir einfach mal im deinem Umfeld die Familien anschauen und überlegen wo es passen könnte, da einfach mal nachfragen. So haben wir schon den einen oder anderen Treffer gelandet. :D
Oder du meldest dich bei Pflegeeltern.de an und fragst dort nach Familien in deiner Umgebung die bereit wären privat KZP zu machen.
Oder du fragst beim Bundesverband behinderter Pflegekinder nach, direkt über ihre HP oder hier im Forum über MamaUrsula und Sabrina82 beide sind im BbP sehr aktiv.

Gruß, Inga
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Beitragvon Engrid » 15.09.2018, 12:50

Hallo Inga,

vielen Dank für die guten Infos! 😊

In meinem Umfeld gibt es schon Familien, die mit jemandem wie Junior gut klarkommen würden - die haben dann die Übung durch entsprechende Kinder und suchen eher selber händeringend Entlastung. Oder Familien, die Kapazitäten hätten, aber den oberkomplizierten Junior nicht händeln könnten/wollten. 🙃
Eigentlich gibt es in meinem Umfeld eh nicht so wahnsinnig viele, denn man kommt nicht wirklich viel unter Leute mit der wandelnden Extrawurst 😉

Grüße
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Beitragvon Lottijoni » 17.09.2018, 18:02

Hallo,

ich wollte nur mal richtig stellen, dass es sehr wohl auch "Betreutes Wohnen in Familien" für Kinder gibt. Zum Beispiel über die Stiftung Liebenau in Baden-Württemberg.
Ob es allerdings die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege gibt, weiß ich nicht. Es werden jedoch Gastfamilien gesucht :wink: .
Weitere Infos gerne, aber nur PN.

Ich hoffe, ihr habt inzwischen eine gute Lösung gefunden.
Liebe Grüße, Janni

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Beitragvon Engrid » 17.09.2018, 20:07

Hallo Janni,

noch haben wir keine Lösung, aber das hatte ich auch so schnell gar nicht erwartet. Ich sondiere noch, danke für Deine Info 😊
Vielleicht finde ich ja eine Pflegefamilie und kann die PK zu einer Einzelfallentscheidung breitklopfen.

Grüße
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Beitragvon nina-st » 18.09.2018, 10:03

Bei uns im Landkreis gibt es "Patenpflege". Das sind Pflegefamilien oder sonderpäd. Fachpflegestellen die quasi für ein bestimmtes Kind /Jugendlichen in Bereitschaft sind.
Der Kontakt wird immer gehalten, das Kind kennt die Famiilie und geht entweder regelmäßig einmal die Woche oder so da hin und /oder es geht für längere Zeit als Entlastung in diese Familie.

Z.B. wenn die Eltern im urlaub sind oder alleinerziehend im KH oder so.

Das läuft bei uns über die Eingliederungshilfe und ist jeweils ne Einzelfallentscheidung. Das Jugendamt hat die Kontakte zu den Pfegefamilien und guckt wer passen könnte.
Pflegesohn ,traumatisiert, blind, 6. Klasse Blindenschule


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