Krabbeln um jeden Preis?

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 14.09.2018, 09:56

Hallo AndreSchwe,
ich denke auch, dass man bei einem Kind das keine normale Bewegungsentwicklung durchmacht/ machen kann nicht unbedingt auf bestimmte Schritte pochen sollte.
Klar, Krabbeln ist toll für die Überkreuzbewegung und ein tolles Training für die Rumpfmuskulatur, aber wenn es nicht geht, muss es nicht mit Gewalt sein- das Kind soll ja auch einen gewissen Spaß an der Bewegung entwickeln. Bei meinem Sohn wurde auch lange und viel am Krabbeln gearbeitet und versucht zu vermeiden, dass er zu schnell in die Aufrichtung kommt- da war er aber auch noch jünger.
Bei ihm ist die Entwicklung auch sehr durchmischt, manche Sachen die er ausgelassen hat, macht er jetzt: Sachen in den Mund stecken, Fremdeln, ausserdem krabbelt er zur Zeit gerne...
Habt ihr einen anderen Therapeuten zum Vergleich? Vielleicht geht ihr eine Zeit zu einen anderen Therapeuten- bei Dreijährigen ist es wichtiger, dass die Chemie zwischen Kind Therapeuten stimmt und feinfühlig auf das Kind und sein Können eingegangen wird, sonst verweigert das Kind ( zu Recht) total.
Wie funktioniert bei euch die Kommunikation? Kann deine Tochter schon sagen, dass sie etwas nicht will, weil es weh tut?
Lg LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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SusanneA.
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Beitragvon SusanneA. » 14.09.2018, 14:05

Hallo,

meine Tochter machte auch 3 Jahre Petö, bei uns war Krabbeln lernen auch ein ganz großes Thema. Unsere Krankengymnastik meinte auch Laura wird das nie lernen eher gehen und mir tat meine Tochter auch immer sehr leid weil sie in der Einrichtung viel weinte wenn sie etwas nicht wollte.
Jetzt Jahre später bin ich sehr dankbar was Laura in der kond. Förderung alles gelernt hat: richtig krabbeln, selbständig aufstehen und sich alleine hinsetzten und ganz wichtig die Stützfunktion.
Meine Tochter geht jetzt sicher alleine, sogar kleine Stufen und wenn sie im Garten mal stolpert stützt sie sich mit den Händen auf.
Vor Petö ist Sie umgefallen wie ein Brett.
Ich will nur unsere Erfahrung erzählen und möchte nicht behaupten das es für alle Kinder der richtige Weg ist, aber wir sind mit dem harterlernten krabbeln und gehen weit gekommen und können jetzt auf der Förderschule uns mehr auf das Kognitive konzentrieren.

Lg Susanne
Susanne (*80) und Manfred (*74)
Laura (*2008) Frühchen 34. Ssw, Monosomie 1p36, Entwicklungsverzögerung, keine Sprache, PS3, SBA 100% B, H + aG
Manuel (*2010) gesund

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Beitragvon Rita2 » 15.09.2018, 22:19

Hallo,

machst du die Übungen von Petö auch alleine mit deinem Kind zu Hause?

Warum läßt du dabei nicht einfach die Übungen die er überhaupt nicht möchte weg?
Wir haben auch eine Zeitlang Petö gemacht. Und dort war immer die Aussage, daß Kinder bei Sachen, díe sie gerne machen, auch viel lernen.

Zu Hause würde ich zwar konsequent üben, aber wirklich verhaßte Übungen nicht oder nur selten machen. Ihr seid als erstes Eltern und nur danach Co-Therapeuten.
Wir haben vieles von Petö einfach so in den Alltag integriert.

Macht dein Sohn die gehaßten Übungen in der Gruppe mit oder verweigert er dort auch? Ich kann mir vorstellen, daß die Übungen, auch wenn keine Verbesserung sichtbar ist, hilfreich fürs laufenlernen sind. Denn dabei werden Muskeln trainiert, die er auch zum laufen benötigt.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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Beitragvon Rita2 » 15.09.2018, 22:22

Hallo,

machst du die Übungen von Petö auch alleine mit deinem Kind zu Hause?

Warum läßt du dabei nicht einfach die Übungen die er überhaupt nicht möchte weg?
Wir haben auch eine Zeitlang Petö gemacht. Und dort war immer die Aussage, daß Kinder bei Sachen, díe sie gerne machen, auch viel lernen.

Zu Hause würde ich zwar konsequent üben, aber wirklich verhaßte Übungen nicht oder nur selten machen. Ihr seid als erstes Eltern und nur danach Co-Therapeuten.
Wir haben vieles von Petö einfach so in den Alltag integriert.

Macht dein Sohn die gehaßten Übungen in der Gruppe mit oder verweigert er dort auch? Ich kann mir vorstellen, daß die Übungen, auch wenn keine Verbesserung sichtbar ist, hilfreich fürs laufenlernen sind. Denn dabei werden Muskeln trainiert, die er auch zum laufen benötigt.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,

cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

AndreSchw
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Beitragvon AndreSchw » 16.09.2018, 21:45

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure zahlreichen Antworten!
Es ist so, dass M. während der Therapie eigentlich gut mitmacht und ihre Therapeutin auch sehr gerne mag. Nur zu Hause, da will sie halt nicht mehr üben. Da möchte sie nur laufen, laufen, laufen. Was mittlerweile unseren Rücken echt schmerzen lässt. Außerdem haben wir uns ein Galileo Gerät gekauft, da geht sie auch bereitwillig rauf. Aber alles andere, also krabbeln, im Knien spielen, sich am Stuhl hochziehen und hinsetzen, das verweigert sie zu Hause und wird dann bockig bis hin zu ausgewachsenen Wutanfällen.

Ich hoffe, dass es mit der nächsten Botox-OP noch mal einen Schub gibt und dass sie vielleicht irgendwann kognitiv in der Lage ist, den Sinn des Krabbeln zu verstehen und umzusetzen. Denn in der Hinsicht muss ich SusanneA. recht geben, für die Stützfunktion ist die Belastung der Arme, wie sie beim Krabbeln entsteht, unerlässlich. Insofern werden wir die Zähne zusammenbeißen und weiter daran arbeiten.

Vojta und Bobath haben wir ja die ersten 2,5 Jahre gemacht, mit wenig Erfolg. Gibt es neben Petö vielleicht noch andere Therapien, mit denen ihr erfolgreich wart?

Wir gehen momentan 2x die Woche für 1,5 Stunden, zzgl. eine Stunde Autofahrt jeweils hin und zurück, also 3,5 Stunden insgesamt pro Sitzung. Als M. noch in der Krippe war, waren wir 3x die Woche dort. Seitdem sie jetzt aber bei den "Großen" im KiGa ist, haben wir auf 2x die Woche reduziert, da sie sonst so viel im KiGa verpassen würde und kaum Kontakt zu den anderen Kindern hätte. Ihre sozio-emotionale Entwicklung ist uns aber genau so wichtig, wie die motorische, weswegen wir von 3 auf 2x reduziert haben. Nachmittags können wir leider nicht zum Petö, da die Nachmittage für schulpflichtige Kinder reserviert sind, die KiGa-Kinder müssen alle am Vormittag gehen...

Viele Grüße, André
M. *09/2015 - FMTS, ICP, Epilepsie
unser absoluter Sonnenschein :)


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