Was kommt auf das Girokonto des Betreuten?

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Sabine1970
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Was kommt auf das Girokonto des Betreuten?

Beitragvon Sabine1970 » 12.09.2018, 14:44

Hallo an alle,

wir sind nun Betreuuer unseres Sohnes.
Wie handhabt ihr das mit dem Pflegegeld. Lasst ihr dieses auf das Konto des Betreuten zahlen und bucht es dann an den Pflegenden ?
Und wie ist es mit der Verhinderungspflege und den zusätzlichen Betreuungsleistungen ?
Abwicklung auch über das Konto des zu pflegenden?

LG Sabine

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 14:53

Hallo Sabine,

wir haben es so geregelt, dass auf das Girokonto nur das Taschengeld kommt.

Denn wenn alles andere Geld auch drauf kommt, werdet Ihr schnell an die Grenzen kommen von 5.000 €,
denn mehr darf zur Zeit der Betreute nicht besitzen.
Dazu gehört alles an Vermögen, was der Betreute besitzt.

Das Pflegegeld fließt ja mehr oder weniger in den Haushalt.
Die zusätzl. Betreuungsleistungen gehen an die entsprechende Einrichtung.
Die Verhinderungspflege wird ausgezahlt an diejenigen die die Ersatzbetreuung vorgenommen haben.
Somit wären das nur sog. "durchlaufende Posten" - das händel ich von meinem Konto aus.

Bisher hat das Betreuungsgericht dazu noch nichts gesagt, dass meine Handhabung falsch ist.
Ich bekomme eh nur anteiliges Pflegegeld, da mein Sohn in einer Einrichtung lebt.

Schönen Gruß
Isolde
„Ich habe den lieben Gott in manchen Kneipen besser kennengelernt als in manchem Bibelkreis.“ Rainer Maria Schießler, Pfarrer in München St. Maximilian

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kati543
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Beitragvon kati543 » 12.09.2018, 18:29

Hallo Sabine,
bei uns ist es zwar (noch) nicht so weit, allerdings kenne ich die Thematik etwas durch meine Oma.
Das Pflegegeld wird zwar auf das Konto des Pflegebedürftigen gezahlt, dient aber (lt. Gesetz) dazu, die benötigte Pflege sicherzustellen und eben „einzukaufen“. Das Pflegegeld ist also nicht das Geld des Pflegebedürftigen, sondern das Einkommen derjenigen, die ihn pflegen.
Das korrekte Vorgehen beim Pflegegeld wäre also der Kasse melden, dass sie das Geld ab sofort an dein Kind überweisen sollen und du buchst es ab sofort ab von deinem Kind.
Verhinderungspflege und ZBL auch über das Konto des Pflegebedürftigen. Es soll ja auch Zeiten geben, da muss man zuzahlen. Das Problem ist einfach, dass du das von deinem Konto nicht mehr trennen kannst. Klar machst du das gern - ist ja dein Kind. Dummerweise kommt dein Kind aber so sehr schnell an die Vermögensgrenzen und dann zahlen eben die Ämter nicht mehr.
LG
Katrin
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O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

angela
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Beitragvon angela » 12.09.2018, 19:04

Hallo Sabine,

Pflegegeld kam schon immer auf mein Konto und das hat sich nach dem 18. Geburtstag von Eric und auch Franz nicht geändert.

Eric bekommt nur die Grundsicherung auf sein Konto, das verwalten wir dann.
Franz hat gar kein eigenes Konto (und bei Anträgen zur Weiterbewilligung von Grundsicherung genieße ich diesen "Vorteil" keine Auszüge vorlegen zu müssen)

Ich mache mir da gar keine Gedanken mehr drüber, wenn die Jungs mal ausziehen wird das alles anders laufen, das ist auch völlig in Ordnung. Aber solange sie daheim sind möchte ich so wenig wie möglich an Kontobewegungen etc. haben. Das Leben ist stressig genug und da noch eine vollkommene Trennung zu haben - nö!
Es wird nicht verlangt und gut ist.

LG - Angela
unsere Vorstellung: hier
Angela mit Eric (*93) und Franz (*98);
beide Dravet-Syndrom

Chantal-Marie
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Beitragvon Chantal-Marie » 12.09.2018, 19:56

Das Pflegegeld kommt schon immer auf mein Konto. Auf das Konto unserer Tochter kommen nur der horrende Lohn der Werkstatt und die Grusi. Wobei die Grusi dann umgehend auf mein Konto kommt weil ich keine Lust habe ständig doppelt einzukaufen. Das ist dann wie Taschengeld. So handhabe ich das seit Jahren und bisher hat sich noch niemand dran gestoßen.
Liebe Grüße von Chantal-Marie und Mama

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Beitragvon Tina&Andi » 19.09.2018, 20:16

Hallo,

meine Werkstattlohn und die Grundsicherung bekomme auf meine Konto.

Das Geld steht für meine Bedürfnisse(weggehen, teilweise Kleidung und Hobbies) voll zur Verfügung.

Ich muss zu Hause nicht abgeben.

LG
Tina
Tina : Tetraspastik, beinbetont,

Andi : Tetraspastik, armbeton, vorallem schreibfaul

monerl
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Beitragvon monerl » 20.09.2018, 11:49

Hallo,

unsere Tochter hat ein eigenes Konto bei unserer Bank. Dort hin wird das Taschen und Bekleidungsgeld überwiesen. Sie hat ein Taschengeldkonto in der Einrichtung, dahin überweisen wir bei Bedarf Taschengeld.
Anteilmäßiges Pflegegeld und Kindergeld geht alles auf mein Konto.

LG Monika
Ein Weg entsteht indem man ihn geht
(chinesisches Sprichwort)


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