Petition gegen Bluttest für Down-Syndrom als Kassenleistung

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Isolde
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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 11:15

Denn so wird die für das ungeborene gefährlichere Untersuchung - Fruchtwasseruntersuchung - von der Kasse gezahlt und die für das ungeborene Leben harmlosere Untersuchung - Blutuntersuchung - wird nicht gezahlt.
Wir haben hier nur von dem Test geschrieben,
und es wurde mehrfach gesagt, dass es nur um den Test geht.

Alles andere ist ein anderes Thema - der Test kann viel schneller Toren öffnen.
Bei einer Fruchtwasseruntersuchung wird zudem auch auf ganz andere Dinge hin untersucht.
Beim Test sind es nur 2 oder 3 Syndrome, die man untersuchen kann und vorrangig wird dieser für das Down-Syndrom eingesetzt. Deswegen wurde er als bequemer auch hergestellt, weil es früher und einfacher damit möglich ist.

Schönen Gruß
Isolde
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 12.09.2018, 11:32

Hallo,
ist es nicht gleichwertig, ob ein Kind von seinen Eltern, die kein behindertes Kind wollen, wegen der Diagnose „Down-Syndrom“ durch Bluttest oder „anderer Gen-/Chromosomendefekt“ durch Fruchtwasseruntersuchung abgetrieben wird?

Ich denke, das ist es, was Jörg meint. Die Fruchtwasseruntersuchung ist schließlich auch Kassenleistung.

Wer ein behindertes Kind nicht bekommen möchte, bekommt es heute ohnehin schon nicht. Egal, ob er Geld für solch einen Test hat oder nicht. Wer das Geld nicht hat, geht eben den Weg der Fruchtwasseruntersuchung.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

jonasb
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Beitragvon jonasb » 12.09.2018, 11:32

Hallo Jonas,
wieso kommst du auf den Gedanken, dass noch mehr Kinder abgetrieben werden?
Mal ganz ehrlich...
Wenn mir der Gedanke auf ein behindertes Kind so zuwider ist, dann mache ich den Test. Genau das ist es, was derzeit passiert. Der Harmony Test ist schon seit einer Ewigkeit Standard in den Frauenarztpraxen. Das ist eine Blutabnahme bei der Mutter (keine Punktion, keine Biopsie). Dieser Test untersucht neben dem Down Syndrom auch noch auf alle möglichen anderen Gendefekte und falls die werdende Mama nicht warten kann, ist es möglich das Geschlecht des Kindes zu bestimmen.
[...]
Im übrigen ist das, was du hier unserer zukünftigen Krankenkasse unterstellst mal ganz klar gegen das Grundgesetz. Damit wäre ich echt vorsichtig. Eine Änderung des Grundgesetzes würde ich hingegen sehr skeptisch sehen.
Du verbreitest hier wirklich vollkommen grundlos Panik.
LG
Katrin
Hallo,
das Geschlecht das Kindes darf in Deutschland erst ab der 14 SSW gesagt werden, weißt du warum?
Weil es Kulturen gibt, die Mädchen abtreiben und das soll ein Schutz sein.
Schade, das Down-Syndrom-Kinder wohl nicht schutzbedürftige sind.
Lies dich mal ein zum Thema Geschlächtsmitteilung in Deutschland.

Außerdem unterstelle nichts, sondern schaffe eine Wenn-Dann Situation! Ist legaöl unhd erlaubt und damit werden unzählige Kinder in Deutschland bedroht... "Wenn du dein zimmer nicht aufräumst, dann gibt es keinen nachtisch"
By the Way!
Hallo,

ich hätte auch ein Kind mit Down - Syndrom behalten.

Es gibt aber viele Eltern , die wissen von vornherein , dass sie diese Kraft nicht aufbringen , ein behindertes Kind großzuziehen.
Warum dürfen diese Eltern nicht selbst entscheiden?
Und es kostet viel Kraft, das ist unumstritten.

LG Anke
Hallo Anke,
die wenigsten Eltern entscheiden sich alleine. Die meisten werden unter Druck gesetzt und ihnen wird Angst gemacht, wie schlimm ein Leben mit Down-Syndrom Kindern ist.

Man sagt immer, man kann nicht, man schafft nicht, aber wie kann man wissen, wenn man es nicht erlebt, dass man es nicht kann?
Jesses, ich habe auch gedacht: "behindertes kind, ne, schaff ich nicht." Heute schaff ich es mit leichtigkeit. Nur die Krankenkasse wirft mir Steine in den Weg.
Hallo ihr Lieben,
Die Petition als Solche wird von uns nicht unterschrieben.
Weil es eine 'Selektion' ist
Würde man mit dieser Blutuntersuchung auch andere Erkrankungen, Syndrome, etc....
Auch untersuchen.....Dann ist es eine andere Sache.
Schon traurig das eine 'Ethikkommission' darüber beraten soll!
Diese Blutuntersuchung ist auch nicht zu 100 % sicher, man rät dann noch zusätzlich zu einer Fruchtwasser Untersuchung, die Wartezeit auf das Ergebnis.....etc..... Und was ist wenn das Ungeborene kein T 21 hat aber dafür eine andere Erkrankungen?
Dieser Test oder die Überschrift. .....Blättert gegen Down-Syndrom'....hört sich für mich so an als ob das Schlimmste unter allen Syndrome und Erkrankungen ist.
Vielmehr sollte mehr Aufklärung , Beratungen, Hilfestellungen geben......Da wäre das Geld sicher besser investiert.
Die Petition wurde von ' glücklichen DS-Eltern gestartet......Oft lese ich Ich das sie erst geschockt waren, bei der Diagnose Down-Syndrom.....
Lg Valentins Eltern
hast du überhaupt die Ppetetion gelesen?Die ist gegen eine Selektion!
Musste gerade laut lachen!
Traurig, was du schreibst, denn du hast das wohl überhaupt nicht gelesen. Klick halt mal drauf und unterschreib, wenn du gegen eine Selekttierung bist, denn darum geht es!

Hallo Monika,
danke für die Links.
Ich glaube einige machen sich gar keine Gedanken, was das genau bedeutet!
Hauptsache nach gleichberächtigung schreien und die ganzen anderen Dinge vergessen. Fruchtwasserunteruschung ist Pflicht, auch danach.
Geschlecht wird erst ab 14 SSW gesagt, weil schutz für mädchen, aber Down-Syndrom ist nicht schützenswert.


Hallo
Isolde
Erstmal: kannst du vielleicht die Übrschrift anpassen, einige leute scheinen echt nicht zu raffen um was es geht!
Hallo Ulla,

mein Ansatzpunkt ist - wenn jemand diesen Test machen möchte, mit allen darauf folgenden Konsequenzen,
dann soll er ihn bitte auch selber tragen.
Ich sehe keinen anderen Grund für einen Test, als dass man sich am Ende mit einer evtl. Abtreibung auseinandersetzen möchte,
sonst könnte man ganz einfach sagen - "ich nehme es, wie es kommt".

Und daher bin ich nicht für die Finanzierung als Kassenleistung; nicht für diesen Test, der aus meiner Sicht nur Sinn macht, wenn ich bereit bin, mich von der Schwangerschaft zu trennen.

Das ist mir einfach zu offensichtlich.
Ja, da habe ich eine ganz klare und unpopuläre Ansicht und stehe dazu.
Für mich hat "in Liebe gezeugtes Leben" Vorrang, gegenüber diesem Test.

Es gäbe die Chance, dass Paare sich vorher einmal intensiv darüber unterhalten, wie sie gegenseitig zu einem Kind mit Behinderung stehen, bei einem Kinderwunschbedürfnis. Und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen - aber nicht die, "versuchen wir es mal, es gibt ja Tests und dann lassen wir es wegmachen" - das wäre eine denkbar schlechte Situation.

Und mit der Eigenfinanzierung solcher Tests überlegt es sich vielleicht doch das eine und andere Paar vorher ob es nicht zu 100% hinter seinem Kind mit Down-Syndrom stehen möchte, weil es zwar sicher ganz viele Probleme gibt die man evtl. so nicht hätte, aber dafür doch Einiges auch geschenkt bekommt.

Und mit der Finanzierung von Tests durch die Krankenkasse ist es halt einfacher, planloser und sorgenfreier sich an das Thema Kinderwunsch heran zu wagen - "es gibt ja dann was dagegen"

Schönen Gruß
Isolde
Hach tolle Worte! <3!

Und Ulla,
ich bin nicht grundsätzlich gegen Abtreibung, aber das hier ist nicht nur Abtreibung, sondern selektion, aussortieren.
Und Nei n, eltern entescheiden das selten slebst. die Gesellschaft entscheidet das schon für sie, sie werden nur unter Druck gesetzt und viele bereuen das.
I ch bin übrigens auch gegen die Fruchtwasseruntersuchung, sofern es nicht schon vorbelastungen in der Familie gibt und selbst da sollte man sich genaustens überlegen, welche Folge da shaben wird.



So,
das wars erst mal.
sorry fehler, bin unterwegs.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Beitragvon jonasb » 12.09.2018, 11:34

PS:
danke an die, die lesen bevor sie schreinen und erstmal verstehen um was es geht, bevor sie losballern.

Danke an die Unterschreiber.
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Beitragvon kati543 » 12.09.2018, 11:36

Hallo Isolde,
die ganze Petition ist doch nur Panikmache. Der Test auf Downsyndrom IST LÄNGST KASSENLEISTUNG. Das war er schon als ich mit meinen Kindern schwanger war und das war vor 13 Jahren.
Angeboten wurde das allen von uns. Die meisten haben dankend abgelehnt - warum? Weil der Test nicht ganz ungefährlich ist. Bei der FWU sterben eben auch ein kleiner Prozentsatz der Ungeborenen oder werden dabei verletzt. Das sind teilweise vollkommen gesunde Kinder. Kinder, die heute leben könnten.
Das kann der Bluttest ändern. Der ist eben nicht gefährlich für das Ungeborene. Das Ungeborene bekommt vielmehr davon nichts mit. Der Test ist deutlich schneller gemacht und ausgewertet als die FWU - was für die Schwangere eine deutliche seelische Entlastung bedeutet.
Die FWU ist übrigens für die Krankenkasse teurer als die Blutuntersuchung.

Im übrigen haben wir diese Kuriosität in unserem Krankensystem sehr häufig. Die Krankenkasse zahlt eine teure, riskante Art der Therapie, aber nicht die preiswerte, Risikolose.

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 12.09.2018, 11:44

Moin,

danke Ulla, genau das ist es!

Und wenn die Petition sich gegen Selektion richtet, dann muss sie logischerweise auch darauf gerichtet sein, die Fruchtwasseruntersuchung wieder aus den Kassenleistungen herauszunehmen, weil sie letztlich das gleiche Ergebnis bringt wie der Bluttest!

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 11:52

Und wenn die Petition sich gegen Selektion richtet, dann muss sie logischerweise auch darauf gerichtet sein, die Fruchtwasseruntersuchung wieder aus den Kassenleistungen herauszunehmen, weil sie letztlich das gleiche Ergebnis bringt wie der Bluttest!
Jörg, unterm Strich gebe ich Dir recht,
aber der Test - der läuft so nebenbei; vielleicht sogar dann in der Apotheke zu erwerben wie Kopfschmerzmittel,
aber eine Fruchtwasseruntersuchung - da sind schon ein paar Barrieren davor und man überlegt es sich ggf. doch 1x mehr, als bei einem Test,
zumal die Fruchtwasseruntersuchung später stattfindet und das Ergebnis meist erst nach der 12. Ssw. sichtbar ist,
was mit dem Bluttest bewusst ja vorher sein soll,
um auch den Gewissenskonflikt einer "Spätabtreibung" zu umgehen.

Es sind hier noch Barrieren die erst überwunden werden, bevor man sich zu einer Fruchtwasseruntersuchung entscheidet.
Beim Test gibt es diese nicht.

Schönen Gruß
Isolde
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Beitragvon Ullaskids » 12.09.2018, 11:52

Eigentlich sollten sich in der Bilanz alle freuen, die gegen Selektion sind:

Wenn dieser Test STATT der Fruchtwasseruntersuchung der bezahlte Standard wird, dann werden - GENAU WIE BISHER - viele Kinder mit Down-Syndrom abgetrieben.

ABER viele Kinder mit anderen (durch Fruchtwasseruntersuchung feststellbaren, durch Bluttest NICHT feststellbaren) Behinderungen werden geboren, weil der Bluttest das nicht hergibt. - Und nun?

Ich sehe ja jetzt auch nicht, warum man die Behinderung „Down-Syndrom“ so exklusiv in den Himmel heben müsste gegenüber anderen Behinderungen...
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

rena99
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Beitragvon rena99 » 12.09.2018, 12:05

Und wenn die Petition sich gegen Selektion richtet, dann muss sie logischerweise auch darauf gerichtet sein, die Fruchtwasseruntersuchung wieder aus den Kassenleistungen herauszunehmen, weil sie letztlich das gleiche Ergebnis bringt wie der Bluttest!
Jörg, unterm Strich gebe ich Dir recht,
aber der Test - der läuft so nebenbei; vielleicht sogar dann in der Apotheke zu erwerben wie Kopfschmerzmittel,
aber eine Fruchtwasseruntersuchung - da sind schon ein paar Barrieren davor und man überlegt es sich ggf. doch 1x mehr, als bei einem Test,
zumal die Fruchtwasseruntersuchung später stattfindet und das Ergebnis meist erst nach der 12. Ssw. sichtbar ist,
was mit dem Bluttest bewusst ja vorher sein soll,
um auch den Gewissenskonflikt einer "Spätabtreibung" zu umgehen.

Es sind hier noch Barrieren die erst überwunden werden, bevor man sich zu einer Fruchtwasseruntersuchung entscheidet.
Beim Test gibt es diese nicht.

Schönen Gruß
Isolde
Genau das ist der Punkt, den ich oben auch mit den Tests nur in Zentren mit Beratung machen wollte. So ein Test ist einfach zu machen und die Konsequenzen sind groß. Im Übrigen stammt das Material für den Test aus der Plazenta (wie bei einer Chorionzottenbiopsie auch). Da kann man auch falsch positive Ergebnisse bekommen. Ein Test einfach so beim Gynäkologen, evtl. noch unter Druck (wie beim Ersttrimesterscreening), nein danke.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

Marielouisa
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Beitragvon Marielouisa » 12.09.2018, 12:12

Hallo,

bevor wir Kinder hatten, war es für uns auch klar, dass wir ein behindertes Kind auf jeden Fall austragen würden. Jetzt, wo ich bereits zwei Kinder habe, würde ich diese Aussage einschränken, da ich nicht mehr nur für mein eigenes Glück verantwortlich bin. Natürlich gibt es die wahnsinnig glücklichen, bereichernden behindertes Kinder, die ihren Geschwistern Glück bringen und ihnen so viele tolle Werte für ihr Leben mitgeben. Es gibt aber auch die schwer verhaltensauffälligen, aggressiven Kinder, die den Haushalt zerstören ("Kind, sorry, dass dein Spielzeug wieder kaputt ist - du musst eben immer deine Tür abschließen!"), mit denen kein normales Familienurlaub, kein Spielplatz- oder Restaurantbesuch möglich ist. Eben keine normale Kindheit für die Geschwister. Natürlich kann man hier angeben, dass es familienentlastende Dienste, Angebote, Hilfsmittel gibt, aber ich habe hier lange genug mitgelesen, um zu zu lernen, dass dies ein nicht immer aussichtsreicher Kampf ist. Muss ich das meinen Kindern antun? Ich finde, nicht. Und wenn ich eine sehr frühe Möglichkeit hätte, eine Behinderung festzustellen, würde ich darüber nachdenken, ob ich das Kind bekommen möchte, auch, wenn ich vermutlich nicht das Herz hätte, es tatsächlich abzutreiben. Aber das muss und sollte jeder selbst entscheiden.
Wenn man weiß, dass das Kind Down-Syndrom hat, kann man auch den Geburtsort entsprechend wählen (Krankenhaus statt Geburtshaus, falls Komplikationen auftreten usw.).

Meinen minderjährigen , schwangeren Schülerinnen wünsche ich kein Kind mit Besonderheit, sie sind oft schon gefordert genug. Und den Pflegekindermarkt mit behinderten Kindern zu überschwemmen, kann ja auch nicht die optimale Lösung sein. Meine Schülerinnen könnten sich den Bluttest aber bisher nicht leisten, da sie oft aus sehr einkommensschwachen Familien stammen. Ich wünsche ihnen Zugang zu dieser risikoarmen Aufklärungsmethode.

Und jetzt, um mich unbeliebt zu machen, meine Meinung zum Vergleich mit den Mädchen: Eine Gesellschaft, in der es zu wenige Frauen gibt, wird früher oder später Probleme bekommen. Weniger Ehen -> weniger Kinder -> Überalterung.
Wer denkt, dass ein Kind mit Down-Syndrom durch leibliche Elternschaft zur Verjüngung der Gesellschaft beitragen sollte, werfe nun den ersten Stein.

LG
Marielouisa
Rehabilitations- und Integrationslehrerin (Förderpädagogin)


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