Petition gegen Bluttest für Down-Syndrom als Kassenleistung

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Sheila0505
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Beitragvon Sheila0505 » 11.09.2018, 21:54

Hallo Jonas, ich habe auch unterschrieben und sehe einige Punkte so wie du.

LG Sheila

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Gisela Li
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Beitragvon Gisela Li » 12.09.2018, 00:06

Auch den Kindern kommt eine frühe Diagnose in der Schwangerschaft in vielen Fällen zugute.

Welchen Kindern kommt die frühe Diagnose zugute?
Denen, die abgetrieben werden ?
Das ist mehr als zynisch.

Außerdem geht es hier garnicht um den Test überhaupt, sondern darum, daß er keine Kassenleistung werden darf.
Es gibt glücklicherweise immer noch eine ganze Reihe von Menschen, die nicht bereit sind die Selektierung und Ausmerzung von Ungeborenen mit Trisomien mit ihren Krankenkassenbeiträgen zu finanzieren.

Wer möchte, kann den Test ja gern machen, aber dann bitte auf eigene Kosten und nicht auf Kosten der Allgemeinheit.

Bevor ein Abbruch aufgrund dieses Tests genehmigt wird ist sowieso eine Fruchtwasseruntersuchung Pflicht.

monika61
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Beitragvon monika61 » 12.09.2018, 08:04

Hallo zusammen,

hier einige Berichte zu dem Thema:
--------------------------------------------------------------------------------
Ärzte Zeitung online, 26.07.2018

…"Es ist klar, dass es nicht bei dem Trisomie-Test bleiben wird." Weitere Tests seien bereits in der Pipeline.

"Wir könnten in eine Situation kommen, in der alle vorgeburtlich vermessen werden", warnt Henke. Die aus seiner Sicht nicht wünschenswerte Folge wäre, dass Frauen – auch unter Verweis auf Kostenaspekte – in Erklärungsnot kommen, weil sie sich für die Geburt eines "nicht geprüften" Kindes entscheiden."...
Kompletter Beitrag:
https://www.aerztezeitung.de/medizin/kr ... sundheit.x

Oktober 2017
Niederlande:
Abort von Down-Syndrom-Kindern aus Kostengründen empfohlen
http://www.imabe.org/index.php?id=2439

Hier ein Bericht aus Israel:
12 November 2014
Gericht in Israel: Eltern hätten behindertes Kind abtreiben sollen

..."In Israel hat sich ein Ehepaar gegen eine Abtreibung entschieden und muss nun alle Aufwendungen für die Pflege des gelähmten Kind aus eigener Tasche bezahlen"...
http://www.kath.net/news/48202
----------------------------------------------------------------------------------

LG
Monika

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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 09:27

Alexandra2014 hat geschrieben:Der Test dient der Diagnostik und nicht der Selektion.


Aber damit kann der Weg frei gemacht werden, zur Selektion.
Schließlich gibt es eine hohe Zahl von Abtreibungen beim Down-Syndrom, die gestiegen ist.
Das gilt auch für jegliche andere Tests die jemals entwickelt werden.

Unterschwellig haben sie ein Ziel.
Hierbei geht es nicht immer um Aufklärung von dem was auf einem zukommen könnte - dann hätten die vielen gestiegenen Abtreibungen überleben müssen.

Schönen Gruß
Isolde
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Ullaskids
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Beitragvon Ullaskids » 12.09.2018, 10:21

Hallo,
Isolde hat geschrieben:
Alexandra2014 hat geschrieben:Der Test dient der Diagnostik und nicht der Selektion.


Aber damit kann der Weg frei gemacht werden, zur Selektion.
Schließlich gibt es eine hohe Zahl von Abtreibungen beim Down-Syndrom, die gestiegen ist.
Das gilt auch für jegliche andere Tests die jemals entwickelt werden.

Unterschwellig haben sie ein Ziel.
Hierbei geht es nicht immer um Aufklärung von dem was auf einem zukommen könnte - dann hätten die vielen gestiegenen Abtreibungen überleben müssen.

Schönen Gruß
Isolde

was du verurteilst (und auch andere in diesem Thread), ist doch eigentlich, dass Abtreibung mit dieser Indikation grundsätzlich möglich ist und nicht, welcher Test dafür vorher von wem bezahlt wurde.

Oder?

Das wäre dann aber ein ganz anderer Ansatzpunkt als diese Petition.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (14): Gendefekt, Epilepsie etc.

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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 10:45

Hallo Ulla,

mein Ansatzpunkt ist - wenn jemand diesen Test machen möchte, mit allen darauf folgenden Konsequenzen,
dann soll er ihn bitte auch selber tragen.
Ich sehe keinen anderen Grund für einen Test, als dass man sich am Ende mit einer evtl. Abtreibung auseinandersetzen möchte,
sonst könnte man ganz einfach sagen - "ich nehme es, wie es kommt".

Und daher bin ich nicht für die Finanzierung als Kassenleistung; nicht für diesen Test, der aus meiner Sicht nur Sinn macht, wenn ich bereit bin, mich von der Schwangerschaft zu trennen.

Das ist mir einfach zu offensichtlich.
Ja, da habe ich eine ganz klare und unpopuläre Ansicht und stehe dazu.
Für mich hat "in Liebe gezeugtes Leben" Vorrang, gegenüber diesem Test.

Es gäbe die Chance, dass Paare sich vorher einmal intensiv darüber unterhalten, wie sie gegenseitig zu einem Kind mit Behinderung stehen, bei einem Kinderwunschbedürfnis. Und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen - aber nicht die, "versuchen wir es mal, es gibt ja Tests und dann lassen wir es wegmachen" - das wäre eine denkbar schlechte Situation.

Und mit der Eigenfinanzierung solcher Tests überlegt es sich vielleicht doch das eine und andere Paar vorher ob es nicht zu 100% hinter seinem Kind mit Down-Syndrom stehen möchte, weil es zwar sicher ganz viele Probleme gibt die man evtl. so nicht hätte, aber dafür doch Einiges auch geschenkt bekommt.

Und mit der Finanzierung von Tests durch die Krankenkasse ist es halt einfacher, planloser und sorgenfreier sich an das Thema Kinderwunsch heran zu wagen - "es gibt ja dann was dagegen"

Schönen Gruß
Isolde
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Jörg75
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Beitragvon Jörg75 » 12.09.2018, 10:50

Hallo Isolde,
Isolde hat geschrieben:mein Ansatzpunkt ist - wenn jemand diesen Test machen möchte, mit allen darauf folgenden Konsequenzen,
dann soll er ihn bitte auch selber tragen.

Und daher bin ich nicht für die Finanzierung als Kassenleistung; nicht für diesen Test, der aus meiner Sicht nur Sinn macht, wenn ich bereit bin, mich von der Schwangerschaft zu trennen.


wo ist dann die Petition dafür, dass die Kassen auch andere Untersuchungen - Fruchtwasseruntersuchung - nicht mehr zahlen? Die Petition müsste dann ja sinnvollerweise auch kommen.

Denn so wird die für das ungeborene gefährlichere Untersuchung - Fruchtwasseruntersuchung - von der Kasse gezahlt und die für das ungeborene Leben harmlosere Untersuchung - Blutuntersuchung - wird nicht gezahlt.
Nicht sonderlich logisch unter "Lebensschutzgesichtspunkten", denn mit dem Ersatz der Fruchtwasseruntersuchung durch die Blutuntersuchung könnten die als Nebenwirkung der Fruchtwasseruntersuchung passieren Aborte vermieden können ...

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Beitragvon rena99 » 12.09.2018, 10:57

Ich finde das ein wichtiges aber auch sehr schwieriges Thema. Weil es eine gesellschaftliche Dimension hat (wollen wir pränatale oder auch Präimplantantions-Diagnostik und damit Selektion ermöglichen) und eben auch eine persönliche Dimension (was bedeutet das für die individuelle Familie im konkreten Fall).

Ich denke, wir sind als Gesellschaft sehr gut beraten, uns da Gedanken zu machen. Denn in der Tat muss man sich damit beschäftigen, was lebenswertes Leben für unsere Gesellschaft ist. "Das hättest du doch nicht kriegen brauchen, selber Schuld" habe ich schon persönlich gegenüber einer Mutter eines Down-Kindes gehört. Und soll sich die Gesellschaft dann die Kosten antun? Was wäre der nächste Schritt? Keine Kinder mit erblich bedingten Herz-Kreislauf-Problemen oder erhöhter Wahrscheinlichkeit für Krebs oder Multipler Sklerose? Das wird man alles in absehbarer Zeit testen können.

Aber was heißt das für den Einzelnen, der sich das Leben mit einem beeinträchtigen Kind nicht vorstellen kann. Schließlich ist das eine Verantwortung die weit über 18 Jahre hinausreicht. Kann eine Gesellschaft den einzelnen dazu zwingen?

Ich persönlich hätte mich für ein Kind mit Beeinträchtigungen entschieden (und habe daher auf Diagnostik verzichtet), aber ich lebe in einem guten Umfeld, habe keine finanziellen Sorgen und eine tolle Familie. In der Situation ist ja nun nicht jeder.

Schlimm finde ich, dass manchmal keine gute Beratung vor einem Test stattfindet. Was bedeutet so ein Test, was macht man mit dem Ergebnis? Noch schlimmer ist da das Ersttrimester-Screening, da rutschen viel einfach so rein. Und was sind die Folgen einer Abtreibung? Manchmal sind die Entschiedungszeitfenster so kurz.

Eine Zwei-Klassen-Medizin lehne ich ab. Wenn der Test nur Begüterten zur Verfügung steht, wird es aus meiner Sicht schwierig. Ebenso lehne ich aber auch einen Testautomatismus ab. Testen sollten nicht die normalen Frauenärzte sondern nur Fachzentren mit angeschlossener Beratung.

Der gesamte Umgang mit dem Thema gehört vernünftig diskutiert. Dieser Thread in einem doch sehr anspruchsvoll diskutierenden Forum zeigt mir, dass wir da noch einen Riesenschritt machen müssen.

LG
Rena

P.S. In diesem Zusammenhang absolut lesenswert:
https://www.amazon.de/Erwin-Chargaff-Fe ... s+Heraklit
(bekommt man auf jeden Fall antiquarisch, auch im Internet)
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

jonasb
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Beitragvon jonasb » 12.09.2018, 11:02

Danke für den Hinweis, die entsprechenden Paragraphen habe ich schon in meinem entsprechen Seminar in meinem Studium durch genommen. Aber schön wäre es, wenn es wirklich nur diese eine Person entscheiden würde, die das entscheiden darf. Die Gesellschaft trägt dazu bei und dieser Bluttest, der dann Standard angewendet wird, wird auch dazu beitragen, weil er den Eltern vermutlich auch Angst machen wird, oder sie unter Druck setzen wird. Ich finde es wirklich bemerkenswert, dass jeder darauf pocht, dass die Eltern noch ganz alleine die Entscheidung treffen. Ich frage mich in diesem Zuge, wie viel Kontakt habt ihr wirklich mit Eltern, die so dermaßen unter Druck gesetzt werden, dass sie ihre Kinder abtreiben lassen und dann sogar sehr sehr bereuen.

kati543 hat geschrieben:@Jonas,
ich rate dir die entsprechenden Paragraphen bezüglich Abtreibung in Deutschland mal durchzulesen. Es gibt nur EINE Person, die da irgendeine Meinung abzugeben hat. Die Krankenkasse ist es nicht. Was du der Krankenkasse hier vorwirfst ist wirklich heftig. Eine Erpressung ist ganz klar eine Straftat.
LG
Katrin
VG, Jonas mit Söhnchen:Periventr'ikuläre Leukomalazie, ICP, Z.n. West-Syndrom mit BNS, Button, Resektion links Parietal, Entwicklungsstörung, Epilepsie... ein heller Stern am Himmel sei 30. Dezember 2018
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Beitragvon Isolde » 12.09.2018, 11:12

Jörg75 hat geschrieben:Hallo Isolde,
Isolde hat geschrieben:mein Ansatzpunkt ist - wenn jemand diesen Test machen möchte, mit allen darauf folgenden Konsequenzen,
dann soll er ihn bitte auch selber tragen.

Und daher bin ich nicht für die Finanzierung als Kassenleistung; nicht für diesen Test, der aus meiner Sicht nur Sinn macht, wenn ich bereit bin, mich von der Schwangerschaft zu trennen.


wo ist dann die Petition dafür, dass die Kassen auch andere Untersuchungen - Fruchtwasseruntersuchung - nicht mehr zahlen? Die Petition müsste dann ja sinnvollerweise auch kommen.


Jörg, das habe ich so nicht geschrieben - ich schrieb nur von dem TEST und nicht von sonstigen Untersuchungen.

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