Wie viele Therapien bekommen eure Kinder in der Woche ?

Hier könnt ihr euch über die unterschiedlichsten Therapiemöglichkeiten (Logopädie, Petö, Cranio Sacrale) für eure Kinder austauschen und Fragen rund ums Thema Krankengymnastik und Frühförderung stellen.

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Emma1909
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Wie viele Therapien bekommen eure Kinder in der Woche ?

Beitragvon Emma1909 » 06.09.2018, 15:50

Hallo ihr Lieben,
bei der Suche habe ich nicht wirklich was gefunden. :oops: Deshalb frage ich euch.

Frage steht ja schon oben. ;-)

Unser Kind bekommt in der Woche 2 Therapien (Ergo & Lerntherapie). Jetzt ist es so, dass der Ergotherapeut schwer erkrankt ist und nicht wieder kommt. Einen Wechsel innerhalb der Praxis möchten wir nicht.

Jetzt beginnen wir eine Psychotherapie und die Lerntherapie läuft weiter. Wir haben aber festgestellt, dass eine Gruppentherapie (Ergo z.B.) auch sehr hilfreich sein könnte und Ergo ja auch noch immer nötig wäre.

Aber drei Therapien in der Woche ? Wir haben gerade den Wechsel von Grundschule auf die weiterführende Schule hinter uns. Deshalb sind schon jetzt die Tage sehr anstrengend. Natürlich ist das nur eine Frage der Zeit. Aber 3 Nachmittage sind schon recht viel oder sehe ich das vielleicht völlig verkehrt ?

Danke !

Viele Grüße
Em

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Annileinchen
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Beitragvon Annileinchen » 06.09.2018, 17:20

Hallo Emma,

ich glaube nicht, dass es hilfreich ist, zu wissen, wie viele Therapien andere machen.
Bei 2 Therapien pro Woche wäre theoretisch schon Luft nach oben.
Aber wenn 2 Therapien für Euch viel sind, dann würde ich an Deiner Stelle auf meinen Bauch hören. Nur Du selbst kannst beurteilen, was in Eurer konkreten Situation guttut, und was zu viel ist.
Vielleicht kann die Lerntherapeutin bei der Einschätzung einen hilfreichen Rat geben, denn sie wird abschätzen können, wieviel die Therapie bei ihr Dein Kind fordert.

Liebe Grüße

EvaJune
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Beitragvon EvaJune » 06.09.2018, 18:34

Hallo,

Ich denke auch, das ist von Kind zu Kind und von Familie zu Familie verschieden. Da müssen ja auch einfach die Kapazitäten da sein.

Meine Tochter (14) hat 2x die Woche Physiotherapie, mehr wäre bei ihr nicht sinnvoll, da es für sie sehr anstrengend ist und der Tag danach quasi gelaufen. Da ist es gut, auch noch freie Tage zu haben. Und es muss auch noch genug Platz für Arzttermine bleiben. Da komme dann nämlich auch ich an meine Grenzen.

Aber wenn euer Kind das gut hinbekommt und es für euch möglich ist sehr ich jetzt auch nichts dagegen sprechen. Meine andere Tochter macht 3x die Woche Leistungssport, terminlich ist sowas also sicher möglich. Aber wenn euch der Gedanke daran schon eher stresst, ist es eine andere Sache. Eventuell kann euer Kind sich dazu auch schon selbst äußern?

Grüße,
Eva
Eva mit
S. (*04): juvenile idiopathische Arthritis, schwerhörig, chron. Sinusitis, chron. Urtikaria, CFS/ME, neurolog. Störungen nach ZNS-Infektion, v.A. CAPS
E. (*05): Asthma, sonst gesund und happy :)

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Andrea5
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Re: Wie viele Therapien bekommen eure Kinder in der Woche ?

Beitragvon Andrea5 » 06.09.2018, 18:38

Emma1909 hat geschrieben:Aber drei Therapien in der Woche ? Wir haben gerade den Wechsel von Grundschule auf die weiterführende Schule hinter uns. Deshalb sind schon jetzt die Tage sehr anstrengend. Natürlich ist das nur eine Frage der Zeit. Aber 3 Nachmittage sind schon recht viel oder sehe ich das vielleicht völlig verkehrt ?


Ich finde 3 Therapien pro Woche für ein Kind egal, ob es auf eine weiterführende Schule oder Förderschule geht schon sehr viel. Mein Sohn Jan hatte teilweise zwei bis drei Nachmittagstermine (Legasthenietherapie, Ergound diverse Termine z.B Chiropraktikder wegen KISS-KIDD-Syndrom, Kieferorthopäde) pro Woche. Und dann noch viele Hausaufgaben. Jan wurde sehr schnell therapiemüde und auch schlechter in der Schule, weil man auch noch soviel lernen muss. Er war froh, als das vorbei war. Er ging dann nur noch ab und an zum Chiropraktiker nach Bedarf. Aber regelmäßig zum Kieferorthopäden und auch wieder zum Schwimmen. Das fiel aus Zeitgründen oft aus.

Bei Ben war es genau dasselbe, 3x die Woche Logo, Ergo und Autimusinstitut. Er hatte trotz Therapiepausen irgendwann überhaupt keine
Lust zur Ergo. Wurde dann auch gestrichen auch im Sinne der Therapeuten.Autismustherapie ruht (da mache ich mir Gedanken, ob ich es
wieder beantrage, ist kein Problem, wegen dem Übergang Schule Beruf).
Wir machen zur Zeit nur noch Logo, was aber echt notwendig ist. Leider müssen wir wohl seinen zusätzlichen Sport kanzeln, weil es an einem Tag stattfindet, wo er Nachmittagsunterricht hat und kurz vor 16:45 Uhr zu Hause ist. Erstmal schaffen wir es zeitlich nicht mehr und Ben ist völlig kaputt.

Emma, überlege dir gut was für das Kind wichtig ist und ob es etwas bringt.
Wenn auch noch viele Hausaufgaben dazu kommen, wie bei Jan auf der Realschule, und dann noch gehetzt zur Therapie fährst. Dein Kind wird auch wenig Zeit für Freunde haben und für andere Hobbies.

Und wenn ich hier mal meinen Ego raushängen lasse nach 14 Jahren Therapien teilweise mit meinen Kindern zusammen. Zeitweise hingen mir die ganzen Therapien ich aus dem Halse raus, weil die Kinder kaum Zeit hatten sich zu verabreden. Hatte immer das Gefühl, man ist kaum noch zu Hause. Aber man tut ja alles für seine Kinder, damit die Baustellen irgendwie kleiner werden.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD), Legasthenie mit kormobide AVWS
/Ben 01/04 KISS(KIDD)2 Jahre blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis
"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 06.09.2018, 20:01

Ich denke ob es "zu viel" ist richtet sich in erster Linie danach, ob die Therapien und der damit verbundene Aufwand für das Kind und die anderen Beteiligten sehr stressig ist, oder nicht.

Frühförderung ist z.B. bei uns kein Stress, die Frühförderin kommt wöchentlich entweder nach Hause oder in die Kindergarten. Logo oder Ergo ist sehr wohl Streß, da haben wir 2-3 Stunden Öffi-Fahrzeit für 45min Therapie. Da muss man mMn immer Aufwand und Nutzen abwägen.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon Laura Nitsch » 06.09.2018, 20:18

Hallo,

ich bekomme Physiotherapie, wird in Krankengymnastik und Bobath unterteilt.

LG,
Laura
Ich(10/88) Kloakenfehlbildung, inkompl. VAcTERl-Syndrom, caudales Regressionssyndrom, Sacrumdysplasie, Hysterektomie(12/06)Mitrofanoff-Stoma(08/08), chron. Nierenversagen, seit 3/10 dialysepflichtig
NTX-gelistet seit 24.3.14

Ihr lacht über mich, weil ich anders bin- Ich lache über Euch, weil ihr alle gleich seid.(K.Cobain)

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Beitragvon Angela1983 » 06.09.2018, 20:40

Hallo,

ich habe die Erfahrung gemacht, dass es von der Verfassung des Kindes und auch ganz klar von meinen Kapazitäten abhängt, wie oft wir Therapietermine haben.

Eine Zeitlang hatten wir zwei Mal pro Woche Physiotherapie in Doppelstunde plus 1mal pro. Woche Ergo . Und 14tägig Sehfrühförderung.

Mittlerweile machen wir nur noch 1x pro Woche Logo und ein Mal Reiten. Ich kann mir gar nicht vorstellen wie ich diesen Therapiemarathon geschafft habe, Mal ganz abgesehen von meinem Kind. Allerdings glaube ich, hat sie insgesamt sehr davon profitiert. Und nun lassen wir es gerade langsam angehen. Aber wer weiß ob sie in drei Monaten nicht doch wieder mehr braucht.

Ich schließe mich der Einschätzung meiner Vorschreiber an: was sagt dein Bauch? Und!! Was sagt dein Kind denn dazu?

Lg
Franka *2014 PVL, Dysphagie, Hypotonie, PSII, GDB 100 und vor allem coole Socke

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Beitragvon Yvonne und Kjeld » 06.09.2018, 21:47

Hi,
ich würde mich den anderen anschließen. Hör auf dein Bauchgefühl, wenn es euch zu viel wird, lass es erstmal. Mein Sohn bekommt 4x/ Woche Therapien und demnächst eine 5. und die große Schwester bekommt ebenfalls einmal/ Woche Logo. Für uns passt es derzeit ganz gut, wobei ich dabei bin, einige Therapien in die Kitazeit zu verlegen, da wir auch fast wöchentlich zusätzliche Arzt oder gutachtertermine haben (was hoffentlich nur vorrübergehend ist) und hochschwanger bin.
Wie gesagt, derzeit passt es für uns, der kleine (2 1/2) macht das super mit, slebst bei 2 therapien am Tag und Kitaeingewöhnung, aber sollte ich merken, dass es ihm zu viel wird, werde ich mit den Therapeuten sofort beraten, was wir vorrübergehend aussetzen.

LG Yvonne
Enya *08.14 gesund
Kjeld *03.16 globale Entwicklungsverzögerung, Wahrnehmungsstörungen, Brille, Hörgerät, Epilepsie, insgesamt auf dem Stand eines ca 18-20Monate alten Kindes PG4, GdB100
Svea *10.18 gesund

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Beitragvon melly210 » 06.09.2018, 22:46

Nachdem dein Kind doch schon größer ist würde ich ihm da schon Mitspracherecht einräumen. Grundsätzlich bin ich aber persönlich kein Freund von zu vielen Therapien auf einmal. Einfach weil man das ja auch alles anwenden und auch im Alltag umsetzen bzw teilweise auch üben soll. Wenn man da quasi jeden Tag eine andere Therapie hat, glaube ich daß man dann irgendwann geistig auf Durchzug schaltet und dann nichts mehr davon von selber im Alltag anwendet. Ich würde persönlich daher nicht mehr als zwei Therapien gleichzeitig machen, außer es ist was wie reiten, was man wirklich nur ganz konkret in der Therapiesituation macht.
Abgesehen davon denke ich, daß für Kinder auch die Mußestunden sehr, sehr wichtig sind um sich weiterzuentwickeln. Einfach Zeit wo man in Ruhe Dinge machen kann die einen gerade interessieren. Jeden Tag bis spät abends unterwegs zu sein lässt dafür absolut keinen Raum mehr.

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Anjali
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Beitragvon Anjali » 07.09.2018, 08:23

Hallo Em,

Dein Bauchgefühl ließ dich ja schon skeptisch werden.

Ich möchte noch einen weiteren Gedanken einwerfen:
Dein Kind kommt ja jetzt allmählich in die Pubertät und ich würde auch bedenken, welchen Wirkung (zu) viele wöchentliche Therapien auf die Selbstwahrnehmung bzw. das Selbstwertgefühl eines Pubertierenden haben könnten.
Therapien bedeuten ja im
Grunde, dass man an sich arbeiten und etwas „verbessern“ muss.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (17 Jahre / Asperger-Autist)


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