Zuschuss zum Führerschein und Beschaffung/Umbau PKW

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Sandra F
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Beitragvon Sandra F » 06.09.2018, 21:30

Hallo,

meine Freundin hat vor 25 Jahren den Führerschein gemacht. In einer Fahrschule mit entsprechend umgebauten Auto. Das hatte die Fahrschule. Sie hat sich dann auch günstig ein Auto gekauft, den Umbau hat sie bezahlt bekommen.
Später auch Zuschuss zum neuen Auto.
Sie hat kein aG.
Sie hat eine gute Busverbindung vor der Tür.
Argument hier war u.a., dass sie wegen zusätzlicher Termine manchmal auch 2x am Tag zur Arbeit muss.
Sie ist Erzieherin.
Sie hat eine Hemoparese.

Such dir einen Anwalt für Behindertenrecht oder wende dich an den VdK.

LG
Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

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Peter
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Beitragvon Peter » 06.09.2018, 22:03

Hallo Sandra,

ich habe heute mal mit einem Arzt sprechen können, in dem Rehazentrum, wo wir die Physio absolvieren. Er darf verkehrsmedizinische Gutachten erstellen. Kostenpunkt 150 Euro. Da habe ich von anderen Betroffenen schon viel höhere Preise gehört. :shock: . Aber trotzdem noch viel Geld.

Weiterhin habe ich heute mal in einer "normalen" Fahrschule eine Fahrstunde für Samstag vereinbart. Der Fahrlehrer will dann eine Einschätzung abgeben, ob er schulen kann.

Schön, dass es bei Deiner Freundin damals geklappt hat. Anwalt ist natürlich noch eine letzte Option, aber wenn man keinen Erfolg hat, hat man wieder nicht unerhebliche Kosten :(

Bei dem VdK ist es glaube ich ein Jahresbeitrag. Da müsste ich mich mal schlau machen. Vielen Dank für den Tipp.

LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib

kati543
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Beitragvon kati543 » 07.09.2018, 09:00

Hallo,
also wenn das Arbeitsamt die Kosten für den Führerschein übernimmt für GESUNDE(!) Menschen, weiß ich ehrlich gesagt nicht, warum wir uns hier den Kopf zerbrechen.
Es geht eben nicht darum, ob die gleichen Probleme nicht auch ein gesunder Mensch hätte.
Das Arbeitsamt übernimmt immer dann die Kosten, wenn der Arbeitsplatz verlustig gehen würde ohne den Führerschein. So musst du argumentieren. Am besten wäre es natürlich, wenn ihr schon eine Beschäftigungszusage hättet für die Zeit nach der Ausbildung...möglichst auch mit dem Führerschein drin erwähnt.

Ich kenne mehrere Menschen, bei denen der Führerschein übernommen wurde und die waren vollkommen gesund. Überlegt doch mal was ein Führerschein kostet im Gegensatz zu ALG1 oder ALG2. Klar wählt das Amt die günstigere Variante und macht die Menschen lieber selbstständiger dadurch. Aber natürlich muss es begründet werden.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Nina94
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Beitragvon Nina94 » 07.09.2018, 09:31

Hallo Monika,

ich bin selbst betroffen und möchte dir auch noch einige Denkanstöße mitteilen, diese beruhen auf eigenen Erfahrungen und sind daher teilweise subjektiv.

Die Frage nach der zumutbaren Belastung stellt sich für mich als erstes:
Ist es für deine Tochter zumutbar 2 Stunden oder länger Bus zu fahren, ist die Anstrengung und der Aufwand für das Ganze angemessen oder besteht durch diese Dinge eventuell die Möglichkeit einer Verschlechterung ihres allgemeinen Gesundheitszustandes? Kann es eventuell im Winter nicht funktionieren?

Zum Thema FS:
Ich hatte damals die ersten 8 Fahrstunden ganz ohne umbauten, hatte dann eine Abnahme beim TÜV zur Bescheinigung, dass ich keine Umbauten brauchte und dort musste ich eine Vollbremsung machen um einem anderen Auto nicht aufzufahren. Danach hatte es sich erledigt, weil meine Beine gezittert haben.
Also mussten doch umbauten gemacht werden.
Die Frage ist also nicht nur, kann das Auto in normalen Situationen "normal" gehandelt werden sondern hier solltet ihr auch über extrem Situationen nachdenken, so blöd es auch erstmal klingen mag.

Zum Thema Pkw-Kauf:
Den Zuschuss gibt es meines Wissens nach nur, wenn das Auto noch min. 50% des Neuwert.

Zum Thema Umbau:
Informiert euch gut. schaut genau was nötig ist. Ist es günstiger und besser die Funktionen linksseitig zu verlegen oder wäre eventuell ein Multifunktionsdrehknauf oder etwas in der Art besser zu Händeln? Besteht die Kraft die Handbremse zu bedienen oder muss diese elektrisch sein? kann wirklich mit den Füßen gefahren werden? Besteht im Winter die Möglichkeit das Auto frei zu Kratzen oder wird eine Standheizung benötigt? Wie werden eventuell benötigte Hilfsmittel verladen? werden dazu Anpassungen benötigt?

alles nur so Dinge die mir durch den Kopf gehen.
Ich hoffe das war nicht zu viel und zu direkt.

Rosi vD
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Beitragvon Rosi vD » 07.09.2018, 18:49

Hallo,

im Augangsbeitrag stand einfache Strecke (9km) EINE Stunde ,nicht zwei...
das liegt völlig im normalen Rahmen...denke mal fast jedes (gesundes) Schulkind fährt das in etwa.. Behinderte Kinder oft deutlich länger.

Wenn deine Tochter einen normalen Automatikwagen fahren kann und nur der "Knopf" bei einige Modellen ein Problem wäre...
man kann das leichtergängig machen.
(mein Outlander z.B. hat keinen Knopf für die normale Automatikbedienung für Fussgänger)

Wie sähe es mit einem Elektroscooter aus ?(falls es mit dem Auto noch nicht so schnell klappt ?) https://www.incatechniek.nl/product/sprintplus
Fahren bis zu 35kmh; Bedienung einhändig li oder re möglich.
z.B Inca Sprint plus (wahlweise 15,25 oder 35kmh ; Reichweite 80km)
ggf gibts da auch was von der Krankenkasse dazu (glaub in Deutschland zahlen die nur 6kmh :shock: )
Rechtlich sind das Rollstühle ,also Führerscheinfrei.
Man braucht nur ein Versicherungskennzeichen.

(es gibt auch E-Bikes ,die praktisch allein fahren ...ggf auch als Dreirad)

Grüsse,
Rosi

Peter
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Beitragvon Peter » 09.09.2018, 11:12

Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Ratschläge. Die werden uns sicherlich helfen.

Wir hatten ja gestern eine Fahrstunde "gebucht". Der Fahrlehrer ist total sympathisch, die Chemie stimmte auf Anhieb. :) .

Er hat meine Tochter ins Auto gesetzt und erst mal "Trockentraining" gemacht, sprich was kann sie mit der rechten Hand. Es scheiterte daran, dass die den Schalthebel nicht von z.B. Parken auf Fahren verstellen kann. Scheibenwischer, also alles was rechts ist, ging, wenn auch etwas schwerfälliger.

Danach sind wir auf dem großen Parkplatz ein paar Runden gefahren. Er wollte natürlich sehen, wie es mit dem lenken klappt. Es funktionierte, aber ein Knauf würde es leichter machen.

Und dann ab in den Straßenverkehr, innerorts und außerorts :shock: . Eine ganz normale Fahrstunde. Sie ist soweit sicher gefahren, er hat 2-3 mal leicht ins Lenkrad gegriffen, weil sie etwas zu weit rechts fuhr.

Er erklärte danach, dass er sehen wollte, wie sie klar kommt, wenn Gegenverkehr etc, der normale Straßenverkehr halt, gemeistert wird.

Sein Urteil: sehr gut gemeistert, sie hätte ein gutes Fahrgefühl :D . Er hätte schon wesentlich schlechtere Fahranfänger ohne Handicap gehabt.

Er will jetzt mit dem TÜV klären, ob sie den Schalthebel mit links bedienen darf, weil dafür das Fahrzeug ja eh stehen muss. Dann noch Knauf ans Lenkrad und gut ist. Dann könnte er schulen.

Ich soll in der Zwischenzeit mal dem Schulvertag der schulischen Ausbildung beim Arbeitsamt vorsprechen, viel Hoffnung machte er mir jedoch nicht.

LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib


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