Zuschuss zum Führerschein und Beschaffung/Umbau PKW

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Gesa
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Beitragvon Gesa » 05.09.2018, 23:16

Huhu,

stimmt, die Eingliederungshilfe hab ich vergessen, aber gelten da nicht etwas andere Regelungen, Kaja?

Und mit den 2 Stunden Fahrzeit allein wird es wohl nicht zu begründen sein, aber wenn auf dem Weg unüberwindliche Hindernisse liegen, z.B. zu viele Treppen, die nicht umgangen werden können, kein WC, das nutzbar ist, oder zu wenig Kraft für den Weg etc, dann könnte eine Chance bestehen. Das ist alles immer sehr individuell, und auch verschieden, wie es ausgelegt wird...

Versuchen würde ich es auf jeden Fall, und spätestens, wenn es dann um Stellen geht, die unbefristet sind, kann sie ja den Führerschein machen und vermutlich für die Übergangszeit einen Fahrdienst nutzen, insofern wäre das vermutlich in Bezug auf die Suche einer Stelle nach der Ausbildung auch nicht ganz schlimm, wenn es jetzt noch nicht klappt.

Liebe Grüße

Gesa
Rollstuhlfahrerin mit unklarer Diagnose, vor vielen Jahren Unfall mit Kopf- und Beinverletzungen, über die Jahre Verschlechterung, seit mittlerweile 15 Jahren Rollifahrerin; Erfahrungen in Rollisport, Rollstuhlversorgung sowie behindertengerechtem Autoumbau

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Peter
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Beitragvon Peter » 05.09.2018, 23:26

Hallo Gesa,

ich versuche es einfach mal. Danke für Deine Tipps.

Ich möchte einfach gerne im Vorfeld vermeiden, dass Kosten für Gutachten Verkehrsmediziner und TÜV Gutachten entstehen, dann nicht unerhebliche Kosten für den Führerschein und zum Schluss scheitert es daran, dass kein Geld mehr für einen PKW mit einem entsprechenden Umbau für das Fahrzeug vorhanden ist.

Leider ist der Drucker für die Geldscheine defekt :lol: :lol:

LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 06.09.2018, 06:20

Peter hat geschrieben:Ist nur die Frage, ob sie das auch so sehen dass sie auf die regelmäßige Benutzung eines Kraftfahrzeuges angewiesen ist.

Sie kann ja mit dem Bus fahren, jedoch mit erheblichem Zeitaufwand.

Wäre deine Tochter nicht behindert, so hätte sie diese Probleme ebenfalls, oder?
Dh die Ursache liegt nicht in der Behinderung, sondern in dem nicht gut ausgebautem ÖPNV-Netz.

Daher gehe ich davon aus, dass sie nicht auf ein KfZ angewiesen ist. Wie Nichtbehinderte auch muss sie dann den Führerschein selbst bezahlen, ebenso ein Auto. Umbauten müssten jedoch bezahlt werden, da es sonst eben nicht Gleichbehandlung wäre.
Nützt uns das Argument 80 Gdb und die Merkzeichen G B H zur Begründung?

Da sie das Merkzeichen aG nicht hat, das H wahrscheinlich aufgrund ihres Alters (was dann mit 18 aberkannt wird), reicht das alleine als Begründung nicht.
Ich möchte einfach von Anfang an gute Argumente liefern können

Das verstehe ich. Was ist an der gesamten Situation anders als bei einem Nichtbehinderten? (ausser das deine Tochter ggf Umbauten braucht)
Oder ist der Wunsch nach einem Auto eher aus Komfortgründen (wer mag schon gerne 2 h ÖPNV fahren, wenn man mit dem Auto deutlich schneller da ist)?

Senem
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Beitragvon Senem » 06.09.2018, 06:31

Hallo,

da gebe ich @MiriamP recht.

Ich kann verstehen, wenn man finanzielle Hilfe für ein Autoumbau, aufgrund der Behinderung benötigt. Aber nicht bei einer finanziellen Unterstützung für den Führerschein (alle anderen müssen den auch selber tragen!). Auch wenn sie, warum auch immer, nicht den Bus zur Arbeit nehmen können.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 06.09.2018, 06:48

Hallo Senem,
grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, Zuschüsse zum Erlangen des Führerscheins zu bekommen. Dies ist auch gut und richtig so!
Aber die Voraussetzungen sind halt entsprechend hoch und werden genau geprüft.

Grüße,
Miriam

Peter
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Beitragvon Peter » 06.09.2018, 07:33

Guten morgen,

es sind nicht nur Komfortgründe. Wenn Sie z.B. um 15.45 Uhr Schule aus hat, fährt erst um 16.45 Uhr Bus. Und das für 6 km Entfernung. Sie muss ja auch noch nach der Schule zur Physiotherapie, was wir nicht schaffen, wenn sie so spät zu Hause ist.

Der Unterschied zu einem Nichtbehinderten ist meines Erachtens, dass dieser geringe Kosten für den Führerschein hat, weil er die ärztlichen Gutachten (der TÜV verlangt nach Rücksprache 210,-- Euro, der Verkehrsmediziner rd 500,-- Euro) nicht braucht.

Die Schule setzt zum anderen bei verschiedenen Differenzierungskursen Mobilität voraus (steht bei den jeweiligen Fächern dabei). Sie würde gerne einen Kurs Therapeutisches Reiten besuchen, dieser findet aber in Köln und in der Eifel statt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Eifel gar nicht zu erreichen, Köln (50 km) mit so 2 Stunden hin und 2 Stunden zurück.
Also kann sie daran nicht teilnehmen.

Mitgenommen werden kann sie nicht, da die Schüler zu weit auseinander wohnen und mein Mann und ich berufstätig sind,
LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib

MiriamP
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Beitragvon MiriamP » 06.09.2018, 08:10

Hallo,

alles das, was du jetzt aufzählst, gilt jedoch so erst mal auch für jeden Nichtbehinderten, der keinen Führerschein hat.

Ich gebe dir Recht, dass die Gutachten (TÜV, Verkehrsmediziner) Kosten verursachen, die ein Nichtbehinderter nicht hätte.
Wenn man eben diese Kosten nicht selbst stemmen kann, dann muss man entsprechende Anträge machen. Wenn dieses im Rahmen des KFZ-Hilfeantrags gefordert wird, dann müssten auch die Kosten dafür übernommen werden (so war es zumindest bei mir, wobei ich nicht zum Verkehrsmediziner musste, sondern zum med. Dienst der Arbeitsagentur).

Die Situation mit dem Bus ist natürlich sehr ärgerlich. Hier stellt sich mir die Frage, ob es vielleicht eine Physiotherapiepraxis in der Nähe der Schule gibt oder ob man mit der Schule absprechen kann, dass die Tochter vielleicht etwas eher gehen kann, um den Bus um 15:45 Uhr zu bekommen und nicht noch eine Stunde warten muss.
Hat sie denn täglich bis um 15:45 Uhr Schule? Wenn nicht, dann könnte man auch die Therapie auf einen anderen Tag legen.

Wenn du jedoch so wie hier die Erforderlichkeit des KFZ begründest, sehe ich für den Antrag schwarz... denn das sind allesamt Komfortgründe.
Auch ein Nichtbehinderter, der z.B. wegen einer Verletzung oder nach einem Bandscheibenvorfall Physiotherapie benötigt, muss die Termine so legen, dass sie entsprechend passen. Deswegen bekommt er keine Führerschein bezahlt.
Auch Nichtbehinderte ohne Führerschein müssen schauen, wie sie zu verschiedenen Sachen hinkommen. Auch diese bekommen nicht für die Ausbildung und für den Wunsch, verschiedene Differenzierungskurse zu belegen, einen Führerschein.
Mein Sohn musste z.B. im Rahmen seiner schulischen Ausbildung auch ein Praktikum machen. Dafür musste er einmal die Woche ca. 25 km weit fahren -- auf eigene Kosten! Diese wurden nicht von der Schule oder der Praktikumsstelle übernommen. Und er bekam auch kein Ausbildungsentgeld während der schulischen Ausbildung.

Wie gesagt, ich kann den Wunsch nach einem KFZ verstehen. Daher kann ich euch nur raten: versucht einen Antrag zu stellen, dass zumindest die Gutachterkosten übernommen werden. Dies kann z.B. im Rahmen der Eingliederungshilfe erfolgen.

Grüße,
Miriam

Senem
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Beitragvon Senem » 06.09.2018, 08:15

MiriamP hat geschrieben:


Wenn du jedoch so wie hier die Erforderlichkeit des KFZ begründest, sehe ich für den Antrag schwarz... denn das sind allesamt Komfortgründe.
Auch ein Nichtbehinderter, der z.B. wegen einer Verletzung oder nach einem Bandscheibenvorfall Physiotherapie benötigt, muss die Termine so legen, dass sie entsprechend passen. Deswegen bekommt er keine Führerschein bezahlt.
Auch Nichtbehinderte ohne Führerschein müssen schauen, wie sie zu verschiedenen Sachen hinkommen. Auch diese bekommen nicht für die Ausbildung und für den Wunsch, verschiedene Differenzierungskurse zu belegen, einen Führerschein.



Sehe ich auch so!
Gruß



Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Peter
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Beitragvon Peter » 06.09.2018, 08:22

Ich verstehe Eure Argumente.

Wäre ja auch okay, wenn wir den Führerschein und das Auto selbst zahlen, nur die Kosten aufgrund der Behinderung (Gutachten und Umbau) ist ja finanziell nicht gerade wenig. Für dieses Geld kann ein Nichtbehinderte viele Fahrstunden etc. nehmen.

Leider gibt es hier in der näheren Umgebung keine Praxen, die Voithja Therapie anbieten. Dorf eben :roll:

Und früher gehen darf sie nicht, ist auch schon geklärt.

Die Praxis, die wir seit 16 1/2 Jahren besuchen, schließt um 16.30 Uhr. Das schaffen wir an keinem Tag. Leider

LG Monika
Sarah. geb. 22.07.01, Hemiparese rechts nach Schlaganfall im Mutterleib

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Peter
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Beitragvon Peter » 06.09.2018, 08:24

Hat denn vielleicht jemand eine grobe Hausnummer, was es so kostet, ein Auto umzubauen, konkret müssten so Dinge, wie Scheibenwischer, Warnblinkanlage und Hebel für Automatik auf die linke Seite umgebaut werden. Ein Multifunktionslenkrad oder wie man das nennt

LG Monika
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