Als Familie mit Fahrrad Mobil.

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Heike14
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Als Familie mit Fahrrad Mobil.

Beitragvon Heike14 » 05.09.2018, 12:40

Hallo,
Wir Sind eine fünfköpfige Familie und würden wirklich gerne mal wieder mehr mit dem Fahrrad unternehmen. Das Problem ist unser 9 jähriger Sohn kann zwar eine kurze Strecke mit einem Dreirad ( Momo von Schuchmann) motorisch bewältigen man muss jedoch immer neben her laufen um sicher zu gehen dass er nicht "aus jux" die Richtung wechselt, Bordsteine runter prescht oder parkende Autos rammt. Er ist auf Grund der geistigen Behinderung absolut nicht in der Lage selbständig zu fahren.
Wie seid ihr mit euren Kids mit dem Rad mobil? Ich habe mich schon ein wenig im Internet umgesehen aber bis auf das Tandem Kivo von Van Raam nichtsgefunden was für uns in Frage kommen würde.
Hat jemand vielleicht einen Tip für mich?
Habt ihr Erfahrungen in wieweit die Kasse sowas übernimmt?

Vielen Dank schon mal
Heike
Heike mit Tim (*09.09) muskuläre Hypotonie, globale Entwicklungsstörung, Epilepsie (West Syndrom) und Gendefekt Dupl. Chr. 19p13.12, Luke (*12.07) und Ronja (*07.12)

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LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 05.09.2018, 12:44

Kann man das Momo mit einer Tandemstange für Kinder am Erwachsenenfahrrad fixieren?
Lg LovisAnnaLarsMama
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Beitragvon LovisAnnaLarsMama » 05.09.2018, 12:47

Nachtrag: ich meine so etwas wie die Follow-me Kupplung.
Lg
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Beitragvon Inga » 05.09.2018, 13:56

Hallo, je nach Reifengröße hat Schuchmann extra eine Follow-Me-Kupplung, die normale passt nicht dran, da die "Kurvenlage" bei einem Dreirad anders ist als ein Zweirad.

Wir haben das Trix (früher Trets) von Hase Bikes mit Kupplung, so dass wir es an unser Rad anhängen können. Klappt schnell und einfach!

Gruß, Inga
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Beitragvon Jacqueline B » 05.09.2018, 14:03

Hallo Heike,
Wir haben eine ähnliche Konstellation. Unser Philipp kann mit dem therapierad fahren, aber nur wenn wir nebenher laufen. Wird bei seiner Geschwindigkeit und Strecke anstrengend. Deshalb haben wir in ein Therapie-Tandem investiert. Philipp sitzt vorne und lenkt nicht, kann/muss aber mit treten. Unseres ist von Draisin und wir haben es gebraucht bei eBay Kleinanzeigen gekauft. Wir haben's gar nicht versucht über die KK (PKV). Neu war es uns zu teuer (ca. 4500 euro).

Andere Hersteller bieten so was auch wie haverich oder wulfhorst. Gib doch einfach mal "Therapie tandem" bei eBay Kleinanzeigen ein. Da gibt's immer ein paar. Und wenn's nur zum Ideen holen ist.

Gruß
Jacqueline
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Beitragvon Lisaneu » 05.09.2018, 14:25

Wir haben das Kivo von Van Raam (das Zweirad) über eine Stiftung finanziert bekommen (zum kaufen wäre es schlichtweg nicht leistbar gewesen). Vielleicht ist das ja auch für euch eine Möglichkeit.

Alexander ist zwar nicht geistig behindert, aber die Kombi gehörlos/autistisch ist fürs radfahren-lernen denkbar schlecht, vor allem durch den fehlenden Blickkontakt und die kreativen Ideen (bremsen, Richtung wechseln,...).

Mit dem Kivo ist das gar keine Sache. Der Lenker vorne ist fix montiert und nur zum festhalten für das Kind da. Lenken, bremsen, schalten - mache alles ist. Für normale Strecken ist die 8-Gang-Schaltung völlig ausreichend. Man hat außerdem noch 3 Möglichkeiten, das Kind beim fahren "dazu" oder "weg" zu schalten:

1. Die Pedalen des Beifahrers bewegen zusammen mit den Pedalen des Fahrers. Der Beifahrer kann seine Pedalen nicht still halten.
2. Die Pedalen des Beifahrers können unabhängig von den Pedalen des Fahrers bewegen und drehen im Leerlauf. Der Beifahrer kann nicht mittreten.
3. In diesem Fall kann der Beifahrer mittreten aber tritt unabhängig vom Fahrer.


Das ist super, weil ich Alexander einfach "wegschalten" kann, wenn er doch mal müde ist. Das ist aber selten der Fall. Zu 90% tritt er tüchtig mit (1. Möglichkeit von oben) und trägt so zum vorwärts-kommen bei. Es macht ihm einfach viel Spaß, vor allem weil er ja immer in der 1. Reihe sitzt und Super-Sicht hat :wink: . Nur manchmal gibt es Diskussionen, wenn er die Richtung vorgeben will und nicht einverstanden ist, wohin ich lenke :P . Da bei uns Diskussionen immer in Gebärdensprache stattfinden grundsätzlich gefährlich, weil man da ja die Hände vom Lenker nehmen muss. Aber das Kivo ist sogar da stabil genug, das auszuhalten. Es war schon ein paar mal knapp, aber gestürzt sind wir noch nie.

Wir haben das Tandem seit vergangenen November und bisher sind wir knapp 400km damit gefahren. Einmal waren wir sogar 2 Tage hintereinander auf dem "Neusiedler See Radweg" damit unterwegs. Ansonsten nutzen wir es hauptsächlich für Fahrten zum Spielplatz oder ins Bad. Ich habe eine extra Anhängerkupplung dazu gekauft (Anhänger war bei uns schon vorhanden) und bei längeren Strecken, wo auch der Bruder mit kommt, hängen wir noch den Anhänger dran und die Jungs wechseln sich mit treten ab  8) .

Ein Tipp noch: unbedingt den Zweibein-Ständer mitbestellen! Dann kann das Kind sich in aller Ruhe aufs stehende Rad setzen, was den Streß, das Rad könnte umkippen (bei mir!) erheblich mindert.

Je nach Körpergröße des Kindes kann man die Standard-Rahmenhöhe (vorne 30cm und hinten 52cm) oder eine andere Größe auswählen. Für Alexander hat schon mit 5 Jahren diese Größe gut gepasst (da war er 120cm groß) und durch die Sattelverstellmöglichkeit wird das Rad noch etwas "mitwachsen", bis er ca. 9 oder 10 Jahre alt ist.

Je nachdem, wie groß dein Sohn ist, kannst du eventuell vorne auch Rahmenhöhe 39cm aussuchen. Dann passt das Rad vermutlich so lange, bis ihr auf ein (wesentlich günstigeres) Erwachsenen-Tandem umsteigen könnt.

Die follow-me-Kupplung war mir bei Alexander zu unsicher. Er ist sehr verhaltenskreativ und ich möchte im Blick haben, was er gerade tut. Vor allem bei Familien-Radausflügen, wo der ältere Bruder mit eigenen Rad mitfährt, möchte ich mich nicht ständig "nach hinten" konzentrieren, ob Alexander gerade absteigt oder die Füße am Boden schleift oder vom Rad kippt, weil er den Lenker nicht festhält. Beim Kivo sehe ich zeitgleich, was Alexander gerade tut, das ist meiner subjektiven Meinung nach viel sicherer :wink: .


Für Detailfragen kannst du mir gerne eine PN schicken, ich antworte dann!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Beitragvon Michaela.Sandro » 05.09.2018, 15:35

Hallo, ich habe das Pino Steps von HASE Bike (mit E-Unterstützung) , ein Tamdem, auf dem Sandro vorne sitzt, die Hände frei hat, mittreten kann und mit „Polstersitz“ ähnlich wie bei einem Liegebike. Wir lieben dieses Teil und 50 km fahren ist kein Problem. Von Mai bis jetzt sind wir schon 840 km geradelt. Das Rad ist allerdings extrem teuer (rd. 8.000,00 €) und lohnt sich wirklich nur, wenn es viel genutzt ist. Ich habe es selbst finanziert, wobei die KK wohl schon mal bezuschusst und vielleicht gibt es die Möglichkeit, es gespendet zu bekommen z.B. Von „Aktion Mensch“. Ich habe die KK nicht eingebunden, weil Sandro auch ein neues Therapierad brauchte und ich wohl nicht Beides bekommen hätte. L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

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Beitragvon Inga » 05.09.2018, 16:52

Hallo Michaela, das verstehe ich nicht, warum hast du dann nicht das Trix / Trets über die KK beantragt und die Kupplung zum Anhängen selbst gezahlt, wäre doch günstiger gewesen und man ist flexibler.

Ein Tandem wäre bei uns nix, weil wir im Urlaub viel Fahrrad fahren, da muß das Teil ja dann auch mit. Das Trix kann man etwas zusammen klappen, so können wir es mit nehmen.

Gruß, Inga
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Beitragvon Michaela.Sandro » 05.09.2018, 21:11

Hallo Ina, das mit der Anhängerkupplumg ist nix für mich/uns, hatte sie beim Schuchmann und so gut wie nie benutzt, fühlte mich einfach nicht wohl damit. Das Tandem kann man am Rahmen „zusammenklappen“, habe ich aber noch nicht ausprobiert, weil ich auch kein Auto fahren. Ich will nächstes Jahr den Transport mit der Bahn versuchen, geht wohl auch mit Tandem, muss nur frühzeitig angemeldet werden. Wir wohnen allerdings auch so günstig, dass wir jede Menge lange und schöne Tagestouren von hier aus starten können und z. B. auch mit dem Rad am Rhein bis Koblenz mit einer Übernachtung fahren könnten, aber das auch erst nächstes Jahr. Als neues Therapierad hat Sandro das TrigoUp, kein Anhängen möglich, aber halt auch nicht mein Ding und daher völlig ok und er liebt es :lol: L. G. Michaela
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Beitragvon Michaela.Sandro » 05.09.2018, 21:16

Ach ja, im Gegensatz zu Trix/Trets wächst das TrigoUp bis ins Erwachsenenalter mit und auch das Tandem ist für zwei Erwachsene geeignet/konzipiert, so dass wir die nächsten Jahre versorgt sind und ich hoffe, Sandro hat auch noch ganz lange Spaß am Tandem, bisher ist er total verrückt danach :D L. G.
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