Ich bin am Ende

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Daniela2710
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Ich bin am Ende

Beitragvon Daniela2710 » 05.09.2018, 10:06

Hallo zusammen,

Ich glaube ich schaffe es einfach nicht mehr. Alina wird nun 13 Jahre alt, ist 1,55 groß und unheimlich stark, obwohl sehr schlank.
Sie ist so frech, sie tanzt mir Sprichwörtlich auf der Nase herum.
Momentan ist sie erkältet, aber schon wieder auf dem Wege der Besserung. Sie hört nicht, wirklich null. Provoziert ohne Ende, mit Schimpfwörtern, mit Türenknallen, Poltern, einfach nur freche Widerworte.
Ich stehe kurz vorm Explodieren.
Mittlerweile wenn ihr etwas nicht passt, geht sie sogar körperlich auf mich los, hauen, schupsen, festhalten, kratzen. Alles schon erlebt.
Hat regelmäßig Lautstarke Wutausbrüche, ich muss dann alle Fenster schließen. Natürlich hört man sie dennoch.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter, ich sitze hier bin am heulen. Ich kann einfach nicht mehr. Was soll ich nur tun? Ist das die Pubertät, Ist es ihr Charakter der sich jetzt entwickelt? Ist es nur eine Phase?

Lg
Alina 10/05 geistige Behinderung auf dem Stand einer 5 Jährigen,chronische Verstopfung, Asthma, Entwicklungsverzögerung, frühkindlicher Autismus, Verdacht auf MCAD Mangel

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Patrick42
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Beitragvon Patrick42 » 05.09.2018, 10:34

Hallo Daniela,

häufig ist so ein Verhalten sehr komplex. Pubertät kann und wird selbstverständlich eine Rolle spielen. Eventuell wäre eine fachliche Beratung gut für dich.

SEO nach Anton Dosen wäre vielleicht ein gutes diagnostisches Verfahren, um ggf. mögliche Antworten auf deine Fragen zu erhalten. SEO: https://www.inform-lebenshilfe.de/infor ... bv-seo.php

Ich könnte dir hier zur Beratung Frau Susanne Lambeck empfehlen:
https://www.moses-online.de/dipl-psych-susanne-lambeck

Herzliche Grüße und viel Kraft,
Patrick42
Herzliche Grüße
Patrick 42

Eine Behinderung ist KEINE Krankheit, ein von Behinderung betroffener Mensch ist nicht krank. Gesundheit ist nicht das Gegenteil von Behinderung.
Danke :)

IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 05.09.2018, 10:46

Hallo Daniela2710,
es tut mir unendlich leid für dich und dein Kind. Bist du irgendwo therapeutisch eingebunden? Wurde schon mal über eine Medikamentöse Begleitung nachgedacht?
Versuch bitte ganz schnell Hilfe in einer guten KJP zu finden. Mein geistig schwer behinderter Pflegesohn wurde ab 13/14 Jahren auch auf Medis eingestellt weil es sonnst nicht mehr ging.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern mit FASD, ADHS, Autismus, Bindungsstörung mit Enthemmung ,Asthma, Neurodermitis u.v.m.

Daniela2710
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Beitragvon Daniela2710 » 05.09.2018, 10:51

Hallo,

Wir sind in einem SPZ in Betreuung. Da haben wir auch in zwei Wochen einen Termin. In der Schule zeigt sie so ein Verhalten aber nicht, nur zuhause.

Das kommt mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Was mir zb auch auffällt sie fängt an die Katze zu „quälen“. Also fasst sie einfach sehr grob an, sperrt die irgendwo ein, oder sonstiges. Wenn ich dann Handel kommt direkt der nächste Ausbruch und irgendwann macht sie es wieder.

Ich weiß einfach nicht mehr weiter.
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Beitragvon IlonaN » 05.09.2018, 11:09

Hallo Daniela2710,
Wenn du dich im SPZ gut aufgehoben fühlst und sie deine Sorgen ernst nehmen und auch Lösungen unterbreiten, dann ist es ja gut. Obwohl meine Erfahrung besagt das diese "Verhaltensproblematiken" eher in einer guten KJP aufgehoben sind.
Ist deine Tochter in der Schule wirklich so unauffällig, oder kompensiert sie so stark das sie bei dir alles "rauslässt"?
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Daniela2710
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Beitragvon Daniela2710 » 05.09.2018, 11:19

Bislang habe ich mich dort gut aufgehoben gefühlt. Es war bis jetzt auch nie Thema das wir einen KJP brauchen. Wie finde ich einen solchen, der muss sich dann ja auch mit der Behinderung auskennen, man kann da nicht zu einem normalen gehen. Der könnte mit Alina sicher nichts anfangen.

In der Schule ist sie eigentlich recht zufrieden. Ich glaube in den 7 Schuljahren gab es eine Situation das sie sich aggressiv verhalten hat. Dafür wurde sie auch direkt bestraft.
Sie sagt zwar immer sie hat keinen Bock auf Schule, aber von der Lehrkraft weiß ich das sie immer gut gelaunt ankommt und gut gelaunt bleibt.

Daheim ist es schon immer so, egal ob bei mir oder auch bei den Großeltern, das sie sich aggressiv verhält. Mal mehr mal weniger.
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Beitragvon IlonaN » 05.09.2018, 11:31

was sagt denn das SPZ dazu, wenn das schon so lange geht und ihr zufrieden mit dem SPZ seit, ist es ja schade das es dort noch nie Thema war. Mein Pflegesohn war in seiner Schule auch nicht agressiev, aber nur weil man ihn in seiner anstrengungsverweigerung noch unterstützt hat, damit sie ihre Ruhe haben.
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Beitragvon Daniela2710 » 05.09.2018, 11:51

Die meinten nur, ich muss Konsequenzen sprechen lassen und weniger reden. Also mehr handeln. Aber das ist nicht einfach, da sie einfach ausflippt dann und ich dann einfach einknicke weil es ja auch für die Nachbarn eine Lärmbelästigung ist.

In der Schule wird sie schon gut gefördert, wenn sie doch mal quer schießt Word dementsprechend bestraft. Die nehmen das nicht hin. Das weiß ich auch von Eltern anderer Kinder.
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Beitragvon Biancamit2 » 05.09.2018, 12:20

Daniela2710 hat geschrieben:Die meinten nur, ich muss Konsequenzen sprechen lassen und weniger reden. Also mehr handeln. Aber das ist nicht einfach, da sie einfach ausflippt dann und ich dann einfach einknicke weil es ja auch für die Nachbarn eine Lärmbelästigung ist.


Da hast du doch schon deine Antwort. Wenn du Konsequenzen anfängst, aber wegen der Lärmbelästigung nicht komplett durchziehst, dann wird das Kind nie lernen wo die Grenzen sind, egal in welchem Alter.
Wenn man als Eltern eine Konsequenz androht, sie aber niemals durchsetzt, dann zeigt das nicht nur keine Wirkung, es verschlimmert soagr noch alles...

Und wegen der Nachbarn: Lieber gehts mal ein paar Tage oder Wochen laut zu und dann hat das Kind die Grenzen verstanden, als dass du jahrelang mit dem Kind kämpfst ohne Besserung.

LG
Bianca
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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Daniela2710
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Beitragvon Daniela2710 » 05.09.2018, 12:30

Ich ziehe meine angedrohten Konsequenzen schon durch. Das Ding ist das dann nicht nur Geschrei gibt für Paar Minuten sondern evtl für den restlichen Tag. Wie gesagt diese Phase haben wir schon mehrere Jahre und alles nützt nichts. Sie kann sich einfach nicht kontrollieren.
Alina 10/05 geistige Behinderung auf dem Stand einer 5 Jährigen,chronische Verstopfung, Asthma, Entwicklungsverzögerung, frühkindlicher Autismus, Verdacht auf MCAD Mangel


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