Am Tag vorm Anfall ist Kind extrem anstrengend - Aura?

Hier geht es um Epilepsie und die Behandlung verschiedener Epilepsie-Formen mit Medikamenten.

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Alexandra2014
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Am Tag vorm Anfall ist Kind extrem anstrengend - Aura?

Beitragvon Alexandra2014 » 05.09.2018, 08:30

Hallo!

Mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass unser Kind einen Tag bevor ein Anfall kommt, extrem anstrengend ist. Sie ist frech, hört nicht, will ihren Kopf permanent durchsetzen, ist irgendwie aufgedreht, redet und redet.

Kann das eine Art Aura sein?

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Angela77
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Beitragvon Angela77 » 05.09.2018, 09:59

Hallo Alex,
ich kann das von Bene bestätigen (aus der Zeit, als er noch sichtbare Anfällle) hatte. Er war so wesensverändert, dass die KS der Schule genau zweimal vorab dem Lehrerteam gesagt hat: Ich glaube, der Bene krampft heute Nacht! Und genau so geschah es :shock:
Da er insgesamt nur sechs sichtbare Krampfanfälle hatte, konnte das auch kein Zufall sein.
Später konnte ich die Zeichen selbst erkennen. Da habe ich die abendliche Frisiummedikation vorgezogen und konnte binnen einer Stunde erkennen, dass Bene wieder "normal" wurde. In seinem Fall hieß das auch, dass er wieder motorische Handungen problemlos durchführen konnte, die ihm in seinem vorigen Zustand über Stunden langsam abhanden kamen ... Wäre er nur ruhiger gewesen, hätte es die sedierende Wirkung vom Frisium sein können. Aber Frisum bessert die Motorik ja nicht!

LG
Angie
Bene (2008): regressiver Autismus, schwerste expressive Sprachentwicklungsstörung (bei sehr gutem Sprachverständnis!), Bildung von Casiomorphin und Gliadorphin
Vorstellung plus Diäteffekte:
http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic73493.html

Primär nächtliche Epilepsie im motorischen Sprachzentrum (leider erst erkannt im März 2015!!!)

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.09.2018, 10:22

Danke Angie,

motorisch ist bei uns nur die Unruhe zu erkennen, ansonsten eben die beschriebenen „Symptome“.
Aber es war nun schon auffällig, dass es jedesmal am Tag vorm Anfall extrem war.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Iris15
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Beitragvon Iris15 » 05.09.2018, 11:05

Hallo Alex,

unser Sohn hatte tatsächlich auch ein auffällig verändertes Verhalten Tage vor einem GrandMal. Unruhe, Rastlosigkeit, kleine Frustrationsgrenze, schnell traurig sein, weil was nicht klappte, Wärmegefühl, Ungeduld, manchmal Kopfweh. Dann kam ein Anfall und obwohl ich diesem NIE und niemals nich etwas positives zuschreiben will, war der Anfall dann sowas wie ein reinigendes Gewitter. Wie "Druck abbauen". Ich bekam mal zur Erklärung, dass das sehr wohl eine Aura sein kann oder andersherum auch eine nervliche Überreizung, die dann einen Anfall quasi zur Folge hat.

Grüßle
Iris
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi

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Beitragvon Annileinchen » 05.09.2018, 12:35

Wie "Druck abbauen". Ich bekam mal zur Erklärung, dass das sehr wohl eine Aura sein kann oder andersherum auch eine nervliche Überreizung, die dann einen Anfall quasi zur Folge hat.
Darf ich mal weiter fragen: Wenn ein Kind normalerweise immer Tics hat, dann aber mal nicht und extrem angespannt wirkt, muss ich dann in Alarmbereitschaft gehen?

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Beitragvon Alexandra2014 » 05.09.2018, 14:11

Danke Iris,
das hört sich ja schon sehr ähnlich an.

Mir ist gerade aufgefallen, dass jeder der 6 letzten Anfälle (alle 2-3 Wochen) immer auf einen Mittwoch fiel. Jeder...! Das ist ja sonderbar. Sowohl in der Schulzeit, als auch in den Ferien und egal, was wir an den Tagen gemacht haben.

Da sie inzwischen auch erst eine ganze Stunde später zur Schule muss, aber zur gleichen Zeit ins Bett geht, kann es auch kein Schlafmangel sein. Das hatte ich vor den Sommerferien im Verdacht, weil sie morgens um 6 Uhr doch noch sehr aus dem Tiefschlaf kam beim Wecken.

Ich hoffe, die Erhöhung des Apydans heute Abend, bringt etwas. :?

Gruß
Alex
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.09.2018, 14:14

Wie "Druck abbauen". Ich bekam mal zur Erklärung, dass das sehr wohl eine Aura sein kann oder andersherum auch eine nervliche Überreizung, die dann einen Anfall quasi zur Folge hat.
Darf ich mal weiter fragen: Wenn ein Kind normalerweise immer Tics hat, dann aber mal nicht und extrem angespannt wirkt, muss ich dann in Alarmbereitschaft gehen?
Hallo Anni,

ich wäre auf jeden Fall wachsam und würde das Kind nichts machen lassen, was erhöhte Verletzungsgefahr mit sich bringt.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Beitragvon Iris15 » 05.09.2018, 15:11

Hallo,

Tics und Anfälle sind aber schon zwei verschiedene paar Schuhe und haben nichts miteinander zu tun.

VG
Iris
Sohn mit ideophat. generalisierter GM-Epi

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Beitragvon Yael » 05.09.2018, 16:45

Ja, das kann sehr gut hinkommen. Das Phänomen des Prodroms bei Anfällen (=Voranzeichen Stunden oder Tage davor) ist bekannt, aber leider noch schlechter erforscht als die Auren, die nur direkt vor dem Anfall auftreten und isoliert ja auch schon als einfach-fokale Anfälle gewertet werden müssen. Prodrome hingegen gehen - soweit man es bisher weiß - noch nicht mit elektrographisch-epileptischer Aktivität einher; https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/ ... l-prodromi
Ursprünglich für meine ratsuchenden Eltern angemeldet - nun im "Alleingang". ;)
Autismus, formal multifokale Epilepsie

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Alexandra2014
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Beitragvon Alexandra2014 » 05.09.2018, 18:17

Hallo,

Tics und Anfälle sind aber schon zwei verschiedene paar Schuhe und haben nichts miteinander zu tun.

VG
Iris
Ich denke, sie meinte, dass aufgrund der erhöhten elektrischen Aktivität im Gehirn, die Tics eventuell unterdrückt werden.
So abwegig finde ich das nicht.

Gruß
Alex
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