Therapien im Heilpädagogischen Kindergarten/Kostenübernahme

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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Elli157
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Therapien im Heilpädagogischen Kindergarten/Kostenübernahme

Beitragvon Elli157 » 30.08.2018, 11:28

Hallo zusammen,

unser Sohn besucht einen HPK. Er hat viele Baustellen und benötigt eigentlich durchgehend Physio, Logo und Ergo. Wir haben uns für einen HPK entschieden, weil wir unter Anderem das Konzept mit den Therapien im Haus (Unterstützung/Absprachen im Kindergartenalltag zwischen Therapeuten/Erziehern bzw. der Therapeuten untereinander) für ihn passend fanden. Nun ist es aber so, dass der Träger unseres HPK wesentlich höhere Stundensätze für die einzelnen Therapien hat als unsere PKV/Beihilfe übernehmen. Da ich nur sehr reduziert arbeiten kann, können wir uns das auf Dauer einfach nicht leisten. Ich hatte bereits ein Gespräch mit dem Kindergarten, aber sie bestehen auf ihre Sätze. Beihilfe und PKV bleiben natürlich auch dabei.
Wir hatten vor dem Kindergartenstart gute Therapeuten, bei denen wir nicht so viel zuzahlen mussten wie jetzt im Kindergarten. Aber Kindergartenalltag und alle Therapien noch im Anschluss oder vorab schaffe ich wegen Arbeit und Geschwisterkind einfach nicht. Abgesehen davon wäre es auch für unseren Kleinen viiiel zu anstrengend.
Im letzten Jahr hatten wir die Logo noch außerhalb und da war der Kindergarten schon angefressen, dass wir die dortigen Therapeuten nicht in Anspruch nehmen. Es ist ja irgendwie paradox - da entscheidet man sich für einen HPK wegen der dortigen Fördermöglichkeiten und dann kann man sich diese gar nicht leisten :-(
Habt ihr Tipps für mich, was uns noch weiterhelfen könnte? Widerspruch bei PKV/Beihilfe? Ein Gespräch an noch höherer Stelle der Einrichtung?

Dankbare Grüße
Elli
E. mit großem Sohn (2010) und kleinem Sohn (2015),
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EmanuelsMama
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Beitragvon EmanuelsMama » 30.08.2018, 13:01

Hallo Elli,

ich vermute mal, dass du bei PKV/Beihilfe nicht weiter kommst . Zumindest die Beihilfe hat ihre Regelsätze und da gibt es keine Verhandlungen....

Ich frage mich aber, wie der Kindergarten das mit den Eltern macht, die gesetzlich versichert sind (frag ggf. auch die anderen Eltern)? Denn die GKV zahlt auch nur den Regelsatz und ich kann mir nicht vorstellen, dass das Gros der Eltern zusätzlich privat noch was drauflegt.

Oder kann es sein, dass das Rezept anders ausgestellt werden muss? Z.B. gibt es bei KG sehr unterschiedliche Behandlungsmodelle, die auch alle unterschiedlich bepreist sind. Vielleicht rechnet der Kindergarten etwas ab, was so aus dem Rezept nicht hervorgeht und die Beihilfe legt dann einen anderen Stundensatz zugrunde?

Hier ein Auszug aus der Nds. Beihilfeverordung, der das deutlich macht.
II. Krankengymnastik, Bewegungsübungen
4 Krankengymnastik - auch auf neurophysiologischer Grundlage, auch Atemtherapie -, als Einzelbehandlung 19,50
5 Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage3) bei nach Abschluss der Hirnreife erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten 23,10
6 Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage4) bei angeborenen oder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres erworbenen zentralen Bewegungsstörungen als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten 34,30
7 Krankengymnastik in einer Gruppe (2 bis 8 Personen) - auch orthopädisches Turnen -, je Teilnehmerin oder Teilnehmer 6,20
8 Krankengymnastik bei zerebralen Dysfunktionen5) in einer Gruppe (2 bis 4 Personen), Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten, je Teilnehmerin oder Teilnehmer 10,80
9
a) Atemtherapie bei Behandlung von Mukoviszidose als Einzelbehandlung, Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten
34,30
b) Atemtherapie bei Behandlung schwerer Bronchialerkrankungen in einer Gruppe (2 bis 5 Personen), Mindestbehandlungsdauer 45 Minuten, je Teilnehmerin oder Teilnehmer
10,80
10 Bewegungsübungen 7,70
11
a) Krankengymnastik oder Bewegungsübungen im Bewegungsbad als Einzelbehandlung, auch einschließlich Nachruhe
23,60
b) Krankengymnastik oder Bewegungsübungen im Bewegungsbad in einer Gruppe (2 bis 5 Personen), auch einschließlich Nachruhe, je Teilnehmerin oder Teilnehmer
11,80
12 Manuelle Therapie zur Behandlung von Gelenkblockierungen6), Mindestbehandlungsdauer 30 Minuten 22,50
13 Chirogymnastik7), auch einschließlich Nachruhe 14,40
14 Erweiterte ambulante Physiotherapie (EAP)8)9) unter den Voraussetzungen nach Buchstabe B, Mindestbehandlungsdauer 120 Minuten, je Behandlungstag
15 Gerätegestützte Krankengymnastik auch Medizinisches Aufbautraining (MAT) und auch Medizinische Trainingstherapie (MTT) unter den Voraussetzungen nach Buchstabe C, als Einzelbehandlung oder als parallele Einzelbehandlung bis 3 Personen, Mindestbehandlungsdauer 60 Minuten 35,00
16 Extensionsbehandlung (z.B. mit Glissonschlinge) 5,20
17 Extensionsbehandlung mit größeren Apparaten (z.B. Schrägbrett, Extensionstisch, Perl'sches Gerät, Schlingentisch)

Ich hoffe sehr, das es sich klärt. Ich kann mir wie gesagt nicht vorstellen, das alle Eltern im Kiga etwas dazu bezahlen.

Gruß

Ingrid

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Tanja2014
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Beitragvon Tanja2014 » 30.08.2018, 20:16

Hallo,
mein erster Gedanke ging in eine ähnliche Richtung. Könnte es vielleicht sein, dass der KiA die Verordnung so ausstellt, dass die Therapeuten die Wege zwischen Praxis und Kita nicht abrechnen können? Vielleicht kommt die Differenz so zustande?
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Annileinchen » 30.08.2018, 20:53

Hallo,

frag mal unbedingt nach, was die denn von gesetzlich Versicherten bzw. deren KK bekommen.

Elli157
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Beitragvon Elli157 » 30.08.2018, 21:17

Danke für euren Input. Ich habe mir unsere Beihilfeverordnung auch noch mal angeschaut. Sie ist fast identisch wie eure in Nds, Ingrid. Unser Kinderarzt verordnet Bobath 2x wöchentlich a 45 Minuten. Das rechnet der HPK auch ab. Beihilfefähig sind bei uns wie bei euch in Nds 34,30 €. Der Kindergarten berechnet aber über 10€ mehr für 45 Minuten. Bei Logo und Ergo sind es noch deutlich mehr.
Um die Wege kann es ja eigentlich nicht gehen, denn die Therapeuten sind im Kindergarten angestellt und ausschließlich dort tätig. Dann können sie ja auch keine Wege abrechnen? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden?

Ich hab schon mal gefragt, wie das eigentlich mit den gesetzlich Versicherten ist. Da hat man aber drumherum geredet und eine klare Aussage habe ich nicht bekommen. Von bekannten Familien weiß ich aber, dass sie nichts zuzahlen müssen.
Zahlen denn gesetzliche Kassen besser als PKV/Beihilfe?

Was ich weiß ist, dass Kinder, die ein Rezept bringen, bevorzugt Therapien bekommen. Hat man kein Rezept rutscht man nur in die Therapien, wenn zufällig noch Kapazitäten frei sind. Ist das im HPK eigentlich so üblich?

Morgen früh haben wir noch mal ein Gespräch mit der Verbundleitung. Ich bin gespannt...
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Beitragvon Tanja2014 » 30.08.2018, 21:33

Hallo nochmal,

ich war davon ausgegangen, dass externe Therapeuten in die Kita kommen.

Wie wird denn bei den Kindern abgerechnet, die gar keine Verordnung haben? Das klingt irgendwie schon etwas merkwürdig bei Euch, dass einerseits Kinder ohne Verordnung Therapien bekommen und andererseits Ihr dann Zuzahlen sollt.
Viele Grüße
Tanja
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Beitragvon Annileinchen » 30.08.2018, 21:51

Zahlen denn gesetzliche Kassen besser als PKV/Beihilfe?...
Das glaube ich kaum. Daher mal genau nachfragen. Wahrscheinlich wollen sie nur an Euch verdienen...

Hier mal was zum Vergleich:

http://www.vdb-physiotherapieverband.de ... -01-01.pdf

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Beitragvon NinaMarie » 30.08.2018, 23:53

Hallo Elli,
einfach unfassbar! Gerade von einem HPK sollte man mehr erwarten können.
Ich kann garnicht allzu viel zu dem Thema beitragen;) In unserem HPK kommen die Therapeuten nur von außerhalb und behandeln auch nur mit gültiger Verordnung. Finde ich auch völlig in Ordnung. Sonst lernen es manche Eltern nie;)
Zum Thema Fahrtkosten: egal ob der Therapeut von extern in die Einrichtung kommt oder dort angestellt ist, es gibt kein Geld für Hausbesuch! Diese Kosten können nur abgerechnet werden, wenn das Kind daheim therapiert wird und der KiA dieses auch verordnet hat.

Ich würde das mit dem KIGA ausdiskutieren, bis zum bitteren Ende!

Ich wünsche dir viel Glück für das Gespräch:)

LG Nina

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Beitragvon Mascha2013 » 31.08.2018, 07:13

Hallo,

das Problem dürfte sein, dass die Krankengymnasten, Logopäden und Ergotherapeuten bei Privatpatienten nicht an die Sätze der gesetzlichen Krankenkasse gebunden sind. Soweit ich informiert bin, gibt es für sie noch nicht mal eine Gebührenordnung wie bei den Ärzten. Sie sind also bis zur Grenze des Wuchers völlig frei in ihrer Preisgestaltung. Das war für uns letztlich der Grund, Lucie in die gesetzliche Krankenversicherung zu stecken, weil ich das unglaublich unverschämt fand. Von da an mussten wir nichts mehr zuzahlen. Von meinem Versicherungsmenschen habe ich aber gehört, dass es in den neueren Tarifen vorkommen kann, dass die Mehrkosten von der privaten Krankenversicherung übernommen werden. Aber das hast du ja offenbar schon erfragt. Bei uns war das damals nicht der Fall. Ich drücke dir die Daumen, dass du eine Lösung findest!

Viele Grüße

Mascha
Mascha mit Lucie *3/2013, Entwicklungsverzögerung ohne Diagnose

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Annileinchen
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Beitragvon Annileinchen » 31.08.2018, 07:29

Hi Mascha,

das stimmt zwar. Aber, der HPK ist mit Sicherheit gemeinnützig.
Daher sollten die keine überhöhten Sätze nehmen.


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