Reha-Kinderwagen für laufendes Kind - KK zuständig?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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NicoleWW
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Beitragvon NicoleWW » 30.08.2018, 12:50

Hallo,
das Argument "Kind kann laufen, darum kein Buggy", wird gerne verwendet, auch uns wurde es damit erstmal abgelehnt. Wir haben dann nach Wiederspruch genehmigt bekommen. Wir haben mit Rückzugsort und Überforderung in Menschenmengen argumentiert da unser Kind ein altersensprechendes Gefahrenbewusstsein hat. Auch bei uns hätte es ohne Rehawagen eine Einschränkung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bedeutet, weil sie mit fast 10 Jahren nicht mehr in den Kinderwagen (TFK) gepasst hat.

Keine Ahnung nach welchem Prinzip sie genehmigen, wir haben genau die selbe Stellungsnahme der KJP noch mal hingeschickt und persönlich bei der Sachbearbeiterin unsere Argumente niederschreiben lassen und dann wurde es genehmigt und sich für die Ablehung entschuldigt.

Liebe Grüße
Nicole
Nicole (70, Morbus Bechterew, Asthma) mit

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J.E. (95, ADHS, E80.4)
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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 30.08.2018, 13:21

Senem hat geschrieben:Hallo,

ich bin immer wieder überrascht, für was die Krankenkassen alles zuständig sind....

Mal eine Frage, was macht ihr, wenn eure Kinder erwachsen werden und immer noch dieses Problem haben? Rollstuhl?


Mein Kind benötigt keinen Reha-Buggy als Rückzugsort oder für seine Sicherheit, aber die Frage kann ich trotzdem beantworten: Wenn das Kind erwachsen ist, wird das gemacht, was DANN nötig und sinnvoll ist.

Wenn ich für mein Kind JETZT einen Buggy für nötig und sinnvoll erachten würde, würde ich alles tun, um auch einen zu bekommen. Also um Finanzierung ansuchen, begründen, nötigenfalls Widerspruch gegen eine Abhlehnung einreichen und wenn er trotzdem nicht finanziert wird, selbst nach Möglichkeiten (vielleicht gebraucht kaufen) suchen. Ich wünsche der TE alles Gute!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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LasseUndJohannes
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Beitragvon LasseUndJohannes » 30.08.2018, 17:47

Hallo alle miteinander,
vielen Dank für die ganzen Antworten. Also kann die KK den Reha-Wagen übernehmen, wenn er aus medizinischen Gründen für das Kind notwendig ist. Bei einem laufenden Kind reichen mögliche Gründe dann von Epilepsie bis zu Entwicklungs- bzw. Verhaltensauffälligkeiten wie fehlendes Gefahrenbewusstsein oder Weglauftendenz.

@illona: Hat bei dir wirklich die Pflegekasse und nicht die KK den Buggy übernommen? Das würde mich interessieren, wenn es auch diese Möglichkeit gäbe.

@Nicole: Ich dachte bisher, das Teilhabe für die KK völlig egal sei und die Eingliederungshilfe dafür zuständig sei? Wobei man in deinem Fall natürlich auch unabhängig von der Teilhabe argumentieren kann. Sie hätte ja in Menschenmassen nicht selber laufen können.

@Lisa: Danke, das hast du super geschrieben.

Viele Grüße
Lasse
Johannes 2008, SBA 50% B H, PG3, extremes ADHS (nach Fehldiagnose Autismus)
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Kaja
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Beitragvon Kaja » 31.08.2018, 20:51

Hallo Eva,

EvaHH hat geschrieben:Es interessiert die KK leider gar nichts, außer, dass er ja laufen kann!

es gibt Rehabuggys mit zwei unterschiedlichen Hilfsmittelnummern:

18.99.01.1XXX mit der Indikation:

Eine Versorgung mit Reha-Buggys ist dann angezeigt, wenn schwerbehinderte Kinder (älter als der Zeitpunkt des normalen Gehbeginns) und Jugendliche, regelmäßig über kürzere Strecken befördert werden müssen.


18.99.01.2XXX mit der Indikation:

Die Versorgung mit Reha-Karren ist dann angezeigt, wenn gehunfähige schwerbehinderte Kinder (älter als der Zeitpunkt des normalen Gehbeginns) und Jugendliche transportiert werden müssen, die nicht in der Lage sind, sich selbst mit einem Rollstuhl fortzubewegen.

Bei dem Rehabuggy mit der zweiten Hilfsmittelnummer muss die Gehunfähigkeit nachgewiesen werden, bei dem ersten nicht.

LasseUndJohannes hat geschrieben:Hat bei dir wirklich die Pflegekasse und nicht die KK den Buggy übernommen? Das würde mich interessieren, wenn es auch diese Möglichkeit gäbe.

Die (gesetzliche) Pflegekasse übernimmt eigentlich nur Hilfsmittel, die im Hilfsmittelverzeichnis unter 50.XX... bis 54.XX .... aufgeführt sind. Da gibt es zwar Rollstühle, Rehabuggys habe ich aber nicht gefunden.

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon LasseUndJohannes » 02.09.2018, 08:45

Danke Kaja,
Du bist super! Das sich die Unterscheidung von Buggy und Karren derart im Hilfsmittel Verzeichnis wiederspiegelt war mir nicht klar. Damit liegt unser Sohn beim Buggy in der Indikation. Beim Karren nicht. Ich werde jetzt nochmal mit Thomashilfen und Kasse telefonieren. Die Buggys erscheinen mir nicht als stabil genug für ein Kind das öfter Mal etwa eine Minute bei 20 kg Körpergewicht mit aller Kraft gegen die Rückenlehne bollert. Mal schauen was die sagen. Ich weiß dass das Hilfsmittel Verzeichnis nicht abschließend ist, aber es wird ungleich schwerer ausserhalb der Indikation eine Bewilligung zu bekommen :-(

Viele Grüße
Lasse
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Beitragvon LasseUndJohannes » 17.12.2018, 18:01

Hallo zusammen,
will kurz noch berichten, wie alles ausging. Wir haben jetzt den Swifty in Größe 2. Ist ein Buggy und super stabil dank Metallplatten​ in Sitz und Rückenlehne. Am längsten hat es gedauert, zwei Buggys zum testen zu bekommen. Und das Sanitätshaus ist zwar nett, kennt sich aber kaum aus.

Zum Antrag habe ich dann einen eigenen Bericht dazu gepackt ebenso wie ein zweiseitiges genau und eindeutig beschreibendes Gutachten vom Fröbel Kindergarten. Das lief dann in drei Wochen durch. Wetterdach und Korb haben sie abgelehnt. Den Korb brauche ich unbedingt aber habe ihn jetzt selber gezahlt. Beim Wetterdach und Regenschutz muss ich dann Widerspruch schreiben, die über 300 Euro kann ich nicht so stemmen. Und wenn das nicht klappt, dann habe ich halt einen 80% Buggy, sprich einen Buggy, den ich in 80% der Situationen wo ich ihn einsetzen möchte auch benutzen kann. Insgesamt bin ich super froh. Ich kann jetzt wieder S-Bahn fahren. Kann spazieren gehen. Benedikt liebt den Buggy. Und akzeptiert ihn vollkommen. Gestern im ersten Schnee hat er sich keinen einzigen Schritt auf "das weisse Zeug" getraut. Autist halt. Ging gar nicht, ich musste ihn zur Garage tragen. Den Spaziergang im Buggy gat er dann genossen.
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EvaHH
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Beitragvon EvaHH » 18.12.2018, 09:53

Hallo Kaja,

wir haben Reha-Buggy beantragt.
Trotzdem bis jetzt abgeleht. und der klagefähige Bescheid kommt und kommt nicht.
und die unfähige Anwältin werde ich auch so schnell wie möglich ändern!
Die hat Frist gesetzt bis zu, 30.11 und mit Untätigkeitsklage gedroht. Auf meine Anordnung nach 1,5 Jahren!!!
die Kasse hat sie am 30.11 angerufen ob sie die Klage bereits eingereicht hat. sie verneinte. die sagten sie besprechen es in der nächsten Widersrpuchsausschusssitzung...
ja! wann ist die??? es ist wirklich ohne Worte!

Aber ich rege mich nicht mehr auf... lohnt sich nicht.
nächstes Mal einfach einen anderen Anwalt nehmen. der dann hoffentlich fähiger ist als die...
aus Fehlern lernt man.

LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)


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