Reha-Kinderwagen für laufendes Kind - KK zuständig?

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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LasseUndJohannes
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Reha-Kinderwagen für laufendes Kind - KK zuständig?

Beitragvon LasseUndJohannes » 29.08.2018, 20:39

Hallo zusammen,
wir nutzen für Benedikt immer noch einen Kinderwagen für alle fußläufigen Aktivitäten. Da er inzwischen groß wie ein fünfjähriger ist wird sein Kinderwagen ihm jetzt zu klein. Für seinen Kopfschutzhelm und Auto-Kindersitz hat die Krankenkasse das Hilfsmittel übernommen. Meine Frage ist, ob in unserem Fall auch die KK für den Reha-Wagen zuständig ist.

Wir brauchen für B. den Kinderwagen aus zwei Gründen.

Erstens wegen seiner Auto-Aggressionen. Er schlägt seinen Kopf absichtlich gegen Wand, Boden oder Bäume. In Situationen wo er emotional "abstürzt". Sei es, weil wir ihn nicht verstehen (er ist non-verbal), sei es das ihm etwas misslingt oder der sich erschreckt. Wenn er draußen auto-agressiv wird, dann brauchen wir einen Rückzugsort und einen Ortswechsel für ihn. Für beides dient der Kinderwagen. Er akzeptiert die Begrenzung des Kinderwagens sehr schnell. Fürs Wegtragen ist er langsam zu schwer (20 kg) und er wehrt die Berührung in dem Zustand ab.

Zweitens wegen seines fehlenden Gefahrenbewußtseins (geistig auf dem Stand eines etwa 1-1.5 jährigen Kindes) und seiner Weglauftendenz. Auf dem Gehweg an befahrenen Straßen, in der Stadt oder in öffentlichen Vekehrsmitteln brauchen wir für ihn den Kinderwagen. Sonst sind diese Aktivitäten nicht möglich.

Ist hier die KK der zuständige Leistungsträger. Oder doch die Eingliederungshilfe?

Viele Grüße
Lasse
Johannes 2008, SBA 50% B H, PG3, extremes ADHS (nach Fehldiagnose Autismus)
Benedikt 2014, PG 3, SBA 80% B H G, non verbal, auto aggressiv, ADHS, atypischer Autismus

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Henrymami
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Beitragvon Henrymami » 29.08.2018, 21:07

Sonst gibt es auch günstige gebrauchte hier im flohmarkt o. Bei eBayKleinanzeigen o. Ebay
Vg
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

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Beitragvon Kaja » 29.08.2018, 21:15

Hallo Lasse,

wir hatten vor Jahren eine vergleichbare Situation und da wurde der Rehawagen von der KK finanziert. Eine Indikation besteht laut Hilfsmittelverzeichnis dann

https://hilfsmittel.gkv-spitzenverband. ... mArtId=931

,wenn schwerbehinderte Kinder (älter als der Zeitpunkt des normalen Gehbeginns) und Jugendliche, regelmäßig über kürzere Strecken befördert werden müssen.

Das trifft auf euch zu.

Viele Grüße Kaja

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Beitragvon mikkajan » 30.08.2018, 06:50

Hallo Lasse,

Ich habe zwei Autisten , und für jeden einen Rehabuggy :wink: . Es war zwar ein langer Kampf , aber er ist zu unseren Gunsten ausgegangen. Das Argument der Krankenkasse war : Ihr Kind kann doch gehen , damit sind die aber nicht durchgekommen.

Viel Spaß beim ausprobieren und viel Glück 🍀 beim beantragen.

Liebe Grüße
Meike
Brandmeister und Psychologen hassen sich :twisted:
Irgendwas ist ja immer :wink:


Sohn 1: Kanner-Syndrom
Sohn 2: Mikroduplikation 15q13.2q13.3

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Beitragvon Senem » 30.08.2018, 07:10

Hallo,

ich bin immer wieder überrascht, für was die Krankenkassen alles zuständig sind....

Mal eine Frage, was macht ihr, wenn eure Kinder erwachsen werden und immer noch dieses Problem haben? Rollstuhl?
Gruß

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Beitragvon Sylke » 30.08.2018, 07:23

Kimberly bekam ihren ersten Reha-Buggy mit 4 Jahren, ganz problemlos!
Als sie dann 6 war und zur Schule kam haben wir einen Rollstuhl beantragt, der in der Schule verblieben ist, und gleichzeitig sozusagen als normale Sitzmöglichkeit diente - bei Kimy war es immer wichtig sie anschnallen zu können.

Mit 7 war ihr Rehabuggy zu klein - ich beantragte als Einzelfallentscheidung die Kostenübernahme für den Independence-Buggy ( hat keine Hilfsmittelnummer ) .... wurde übernommen von der KK.

Mit 8 bekam sie dann einen zusätzlichen Therapiestuhl für die Schule......
Mit 9 den nächsten Rollstuhl, und mit 12 wieder den nächsten.
Zusätzlich für Zuhause Tehrapiestuhl, neuen Therapiestuhl für die Schule, Reha-Autositz..... also alles was notwendig war.

Kimberly kann auch laufen für kurze Strecken - bis zu 200 Meter ungefähr.
Aber wir müssen immer den Rolli dabei haben wegen ihren Anfällen. Kommen von einer Sekunde zur nächsten, und danach geht halt für ca. 1 Stunde gar nichts mehr.
Aus dem Grund mußten die Rollies auch immer hohe Rückenlehne inkl. Kopfstütze haben, und kantelbar sein.

Ich denk also schon das euch ein Buggy zusteht!
Alleine die Anfälle begründen dieses ja schon
Sylke (*3/70) mit Kimberly (*5/05),
Unseren Alltag rund ums Dravet-Syndrom kann man bei Facebook nachlesen- Aufmerksam machen und aufklären über diese Krankheit ist das Ziel!
Kimberly - anders aber einzigartig

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Beitragvon Anja Katharina » 30.08.2018, 09:25

Hallo,

Warum sollte euch kein Rehabuggy zustehen? Ihr wollt ihn ja nicht ohne Grund!

, @Senem, was soll denn diese Aussage? Es besteht eine Gefahr für das Kind.

Ganz ehrlich, manchmal denke ich, du gönnst hier niemanden irgend etwas :roll:

Liebe Grüße
Anja
Tochter Alena , Gehirnbluten durch ein Angiom

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Beitragvon Senem » 30.08.2018, 09:48

Hallo Anja Katharina,

das stimmt nicht!!
Gruß



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Beitragvon EvaHH » 30.08.2018, 10:28

Hallo Ihr Lieben,

ich kämpfe schon seit über einem Jahr um einen Rehabuggy. So wie es aussieht, landet es vor Gericht.
aber dazu brauche ich einen klagefähigen Bescheid auf den ich wieder eine Ewigkeit warte.

mal sehen wie das endet. Es interessiert die KK leider gar nichts, außer, dass er ja laufen kann!

viel Glück, dass es bei Euch genehmigt wird.

LG
Eva
Eva mit Sohn 2012 (MRD7 bei Mutation im DYRK1A-Gen, ASD II, Veränderung der weißen Substanz mit Hypomyelinisierung, ASS, expressive Sprachstörung, Krampfanfälle...)

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IlonaN
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Beitragvon IlonaN » 30.08.2018, 11:52

Hallo LasseUndJohannes, wir haben das gerade hinteruns und haben innerhalb von 3 Wochen einen Rehawagen für unser laufendes Kind bekommen. Ich habe mich an die Pflegekasse gewandt als Begründung das fehlende gefahrenbewußtsein aufgeführt und dargelegt das sonnst eine teilhabe am gesellschaftlichen Leben(Ausflüge,Feste,Flohmarkt Besuche und so) nicht möglich sind und ich keine Sicherheit mehr für das Kind garantieren kann.
Ich 1961 Ösophagusatresie
Großfamilie mit leibl.Kindern/Ado-Kind und Pflegekindern


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