keine erhöhte Familienbeihilfe mehr

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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keine erhöhte Familienbeihilfe mehr

Beitragvon Silvia & Iris » 29.08.2018, 08:17

Hallo ihr Lieben,

ab sofort werden - ohne Vorankündigung - sämtliche erhöhte Familienbeihilfen gestrichen. Die Regierung möchte so, dass all jene "Sozialschmarotzer" die davon betroffen sind, wieder eine Arbeitsstelle suchen...

Noch habe ich im Netz nichts darüber gefunden, kann mir aber durchaus vorstellen, dass das keine Fakemeldung ist!

Was kann man jetzt machen??
Oder welche Konsequenzen folgen jetzt?
- das Pflegegeld geht für die Schule drauf...
die Familienbeihilfe finanziert die Therapien...

die erhöhte Familienbeihilfe davon habe ich einen Teil der Nahrungsmittel und Wohnkosten finanziert...

Wie soll ich nun weiter kalkulieren???

Gerade etwas vor den Kopf gestoßen

grüßt
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
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YvonneE
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Beitragvon YvonneE » 29.08.2018, 08:21

Hallo Silvia!
Wart erst mal in Ruhe ab. Ich kann mir nicht vorstellen dass das so stimmt.
LG
Yvonne
Lara (11.01.2008 - 2.2.2018), Schwere Peripartale Asphyxie, schwere ICP, kaum Kopf- Rumpfkontrolle, kein Saug- Schluckreflex (PEG), fehlende Primitivreflexe, Tracheostoma

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Beitragvon Silvia & Iris » 29.08.2018, 08:43

Liebe Yvonne,

8 Uhr ist vorbei... mit dem letzten Saft aus dem Akku meines Handys habe ich nun angerufen...
Diese Regelung gilt für all jene Kinder, die Vollzeit in einem Heim untergebracht sind, nicht für jene, die zu Hause betreut sind... (und nur für die Zeiten des Schulbesuches im Internat leben)

Was sich aber sonst noch so entwickeln wird, das konnte mir natürlich keiner verraten...

LG
Silvia
Liebe Grüße

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michie
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Beitragvon michie » 29.08.2018, 09:20

Liebe alle,
ich bin diesbezüglich schon ein bisschen enttäuscht von den Medien und der Opposition, weil sie doch auch sehr viele Inhalte mit ziemlicher Sicherheit bewusst verzerren, und damit gerade jene Menschen verunsichern, die ohnehin schon so ein chaotisches Leben haben.
Wenn das Kind ständig in einem Heim lebt und dort Therapien erhält usw., dann ist es vielleicht ja sogar legitim? Die Regelung wurde eh von der vorigen Regierung schon eingeführt, nur durchgesetzt hat es bislang wohl keiner, wenn ich mich richtig informiert habe.
LG
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Beitragvon Silvia & Iris » 29.08.2018, 10:47

Liebe michie,

es war auch der Morgenwecker, das erste, was aus dem Radio kam... ich war sicher noch nicht wirklich richtig munter, als ich das gehört habe... aber natürlich entsetzt...

Ich habe natürlich nachgehakt, als die Zeit gekommen war (Amtszeit...)
Aber ich habe auch gehört, dass in Zukunft auch für die erwachsenen Personen neue Regelungen im Pflege- Wohnbereich eingeführt werden, und man dadurch wahrscheinlich auch bei den jungen Erwachsenen keine erhöhte Familienbeihilfe mehr erhalten wird... - aber wie gesagt, hier weiß ich nicht wirklich mehr...

Ich habe nur mal gefragt, wie das läuft in Wohnheimen... 70 Tage Aufenthalt zu Hause sind normal ... damit die Klienten auch Weihnachten, Krankenstände, Urlaub und Wochenenden zu Hause sein können...

Sollte es über diese Zeit hinaus gehen, dann wird es verrechnungstechnisch etwas... problematisch... - aber bei uns ist es noch nicht so weit und ich hoffe, dass bis dahin die Regelungen eindeutig sein werden...
... aber, wenn ein Kind nur bis zu 70 Tagen zu Hause ist, dann ist im Gespräch ob die erhöhte Familienbeihilfe fällt... - weil ja die Klienten überwiegend auswärts leben... - der Lebensmittelpunkt daher nicht mehr in der Familie besteht...

aber - wenn der Klient wirklich stark beeinträchtigt ist und nicht einmal auf Taschengeldbasis arbeiten kann, dann... aber wie gesagt, es gibt hier noch keine aktuellen neuen Grundlagen, es wird derzeit nur darüber gesprochen...

:roll:

was kommt denn jetzt noch alles?
LG
Silvia
Liebe Grüße

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Beitragvon melly210 » 29.08.2018, 11:22

Daß es keine erhöhte FBH mehr geben soll wenn die Klienten auswärts leben bzw weniger als 70 Tage daheim sind wäre für mich irgendwo logisch. Bzw daß das dann so finanziert wird wie bei erwachsenen in Pflegeheimen lebenden Personen.

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Beitragvon Silvia & Iris » 30.08.2018, 07:44

etwas Erfreuliches ist auch noch passiert:
Es gibt nun mehr Kontingent bei der Zahnversorgung und daher kommt es nun ein Monat früher als ursprünglich geplant zur Zahnsanierung :wink:

... und ich habe nun die Bestätigung, dass im Behindertenpass nun das Piktogramm aG (auf Rollstuhl angewiesen) stehen wird... - sie ist noch keinen Tag in ihrem Leben frei gegangen und schon von Anfang an auf einen Rollstuhl oder ähnliches angewiesen...

LG
Silvia
Liebe Grüße

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Beitragvon Lisaneu » 30.08.2018, 10:12

Silvia & Iris hat geschrieben:Liebe michie,

es war auch der Morgenwecker, das erste, was aus dem Radio kam... ich war sicher noch nicht wirklich richtig munter, als ich das gehört habe... aber natürlich entsetzt...

Ich habe natürlich nachgehakt, als die Zeit gekommen war (Amtszeit...)
Aber ich habe auch gehört, dass in Zukunft auch für die erwachsenen Personen neue Regelungen im Pflege- Wohnbereich eingeführt werden, und man dadurch wahrscheinlich auch bei den jungen Erwachsenen keine erhöhte Familienbeihilfe mehr erhalten wird... - aber wie gesagt, hier weiß ich nicht wirklich mehr...


Ich vermute dass davon ausgegangen wird, dass ein ständig pflegebedürftiger, junger Erwachsener denselben Grundbedarf (an Pflege) hat, wie ein anderer ständig pflegebedüftiger Erwachsener, der das 25. Lebensjahr überschritten hat. Bis auf wenige Einzelfälle ist das ja auch korrekt.
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Beitragvon Silvia & Iris » 31.08.2018, 10:52

Liebe Lisa,

Wenn ich mein Kind selbst zu Hause pflege, ist doch das anders, als wenn ein über 30-jähriger Erwachsener zu Hause leben kann...

- Wenn ich nun davon ausgehe, dass ich auch mein erwachsenes Kind in Zukunft füttern, wickeln, waschen, tragen muss... ich auch weiterhin keinerlei Pflegedienste zu Hause erhalten werde - so wie das bisher auch ist... - es gibt da ja auch nichts...

Meine Tochter auch weiterhin Pflegegeld bezieht und keine weiteren Einkünfte erhalten wird (sie kann ja keine Arbeit verrichten, daher erhält sie auch keine Zuwendungen wie Mindestsicherung und so) - sie auch weiterhin Bekleidung und Therapien braucht (ich habe mich schon erkundigt, sie erhält diese Therapien, die ich nun begonnen habe auch nach dem 18. Geburtstag noch, nur die Intensivtherapie fällt weg, - die Koordination der Hilfsmittelversorgung muss ich dann neu lösen...

Warum soll dann die Familienbeihilfe und die erhöhte Familienbeihilfe gestrichen werden? - das war bisher noch immer so...

Auch ich erhalte dann mit 56 Jahren sicherlich keine Arbeitsstelle mehr... und auch keinerlei Zuwendungen, da ich aufgrund des Alters nicht mehr wirklich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehe... (Bandscheibenvorfall und anderes...)


Erst mit 65 Jahren gibt es dann für mich einen Pensionsanspruch nach 40 Jahren eingezahlt...


Wie schaut denn die Einkommenssituation der jungen über 25 Jahre alten Erwachsenen aus, die du kennst? - Beziehen die alle ausschließlich Pflegegeld? - Oder erhalten die auch noch weitere Zahlungen, wie Renten, Mindestsicherung?

Und wo befinden sie sich? - Ausschließlich zu Hause? - In Tagesstätten? - In Werkstätten? - In Wohngruppen?


LG

Silvia


die es auch schon erlebt hat, dass 40-jährige Behinderte plötzlich in eine Tagesstätte übersiedeln mussten und in ein Wohnheim, und sich dort nach dem Ableben ihrer Mutter nicht mehr wirklich zurecht gefunden haben...
Liebe Grüße

Silvia

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Lisaneu
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Beitragvon Lisaneu » 31.08.2018, 19:34

Hallo Silvia!

Mein Beitrag bezog auf die (von mir vermutete) gedankliche Grundlage der Entscheidung, keine erhöhte FBH mehr an junge, pflegebedürftige Erwachsene auszuzahlen.

Der primäre Sinn der FBH ist ja, Familien mit Kindern generell zu unterstützen und die finanziellen Nachteile gegenüber kinderlosen Erwachsenen zumindest teilweise auszugleichen. Auch die erhöhte Familienbeihilfe ist eigentlich nicht dafür gedacht, bei volljährigen Personen Hilfsmittel oder Therapien zu bezahlen.

Das ist keineswegs ein Verteidigungsplädoyer für diese Regierung oder ihre Entscheidungen! Ich sehe ganz, ganz viel (nicht erfüllten!) Handlungsbedarf in Sachen Gerechtigkeit und soziale Gleichstellung. Nur ist mMn der "Topf", aus dem die Familienbeihilfen ausbezahlt werden, einfach nicht der richtige, um davon Therapien oder Pflege zu finanzieren.

Ich weiß, dass in der Praxis von der FBH sehr wohl auch Therapien und Hilfsmittel bezahlt werden. Das ist bei uns auch so. De facto finanziere ich Alexanders Therapien und Hilfsmittel (das, was die KK nicht zahlt) von der (erhöhten) FBH und teilweise auch vom Pflegegeld.

Ich finde den Gedankengang, ab dem erreichen der Volljährigkeit wären bei einem pflegebedürftigen Erwachsenen, der ohnehin nicht für den Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, keine Therapien mehr notwendig, übrigens auch falsch.

Aber das ist für mich - rein rechtlich - Zuständigkeitsbereich der Krankenkassen (wo sehr, sehr viel schlecht läuft :evil: ). Da wäre eine Reform, welche die Abläufe vereinfacht und Kosten spart, die man für echte Leistungen einsetzen kann, überfällig. Damit meine ich z.B. nicht mehr alle 10 Einheiten für eine neue Logo- oder Ergo-Verordnung einreichen müssen, sondern nur noch 1x jährlich, wenn davon ausgegangen werden kann, dass sich am Bedarf nichts ändert. Oder klar nachvollziehbare Entscheidungen, bei denen man sich auskennt, statt dem guten Willen oder der Willkür einzelner Beamter ausgeliefert zu sein.

Bisher hatte ich heuer bei Alexander für Therapien und Hilfsmittel einen Aufwand von rund Euro 2.000,- (der KK-Beitrag ist da schon abgezogen!). Allein das ist viel mehr, als er in der Zeit an erhöhter FBH bekommen hat

Es gibt übrigens ein OGH-Urteil zur bedarfsorientierten Mindestsicherung in NÖ:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... tsicherung

Woher hast du die Info, dass deine Tochter keinen Anspruch auf bedarfsorientierte Mindestsicherung hat, weil sie nicht arbeitsfähig ist? Meine Wissens ist das Ländersache und wird von Fall zu Fall entschieden. Aber ich kann mich auch irren, da meine Jungs noch viel zu jung dazu sind (und ich GsD noch meinen 16-Stunden-Job habe) musste ich mich noch nicht intensiv damit beschäftigen.

Lg Lisaneu
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