Ballspielen wichtig?

Ein besonderes Kind braucht auch besondere Anregungen - nicht zu viel und natürlich auch nicht zu wenig. Gute Spieltipps kann man immer gebrauchen!

Moderator: Moderatorengruppe

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1923
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 28.08.2018, 08:17

Hallo Zusammen

Muss nun doch noch meinen Senf dazu geben … es ist nicht wirklich "reiner Quatsch".
Heiko hat das ganz richtig gesagt und einige andere auch. Nicht das "Ballspielen" ist entscheidend sondern die richtigen Übungen dazu - egal ob Ball, ein anderer Gegenstand oder nur mit sich selber (z. B. Hampelmann Hände seitwärts auf ab bewegen / Beine vorwärts und rückwärts hüpfend). Koordinativ. Mit dem Ziel beide Hirnhälften (rechte/linke Seite) zu fordern/fördern. Wenn die angeregt/vernetzt/gefördert (oder wie auch immer) werden, kann das auch eine bessere Konzentration bewirken. Man muss sich nämlich sehr konzentrieren, um solche Übungen hinzubekommen! Übt man es regelmässig, wird man besser!
Das Hirn lernt beide Seiten zu nutzen! Und davon könnte man dann auch in der Schule profitieren. Ob nun in Mathe oder Deutsch … man trainiert "vielseitiges, vernetztes Denken" und die Konzentration.

... und als ausgebildete Handball-Trainerin sage ich: Ja, bitte - unbedingt Ball spielen :D :D :D
Das ist durchaus richtig. Aber man kann mit einem Kind auch passiv solche Übungen durchführen (z.B. nach Padovan), dazu muss es noch nicht mal einen Ball in der Hand haben. Es erinnert mich ein bißchen an eine Aussage meiner Kindheit, nach der man sehr viele Zitrusfrüchte essen müsse, um keinen Schnupfen zu bekommen. Ist doch auch was dran, weil Zitrusfrüchte viel Vitamin C enthalten und damit die Abwehrkräfte gestärkt werden. Aber man kann seinen Vitamin C-Bedarf auch aus Paprika oder Sauerkraut decken. Außerdem sind die Menschen unabhängig von der Vitamin-C-Zufuhr verschieden anfällig und es kommt noch drauf an, welche und wie viele Viren dort herumschwirren, wo sie sich aufhalten.

Auf die Mathe-Kenntnisse umgelegt kann gute Förderung zum richtig Zeitpunkt durch die richtigen Personen mMn wesentlich mehr bewirken als tägliche Ballspiele.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

PaulaW
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 580
Registriert: 19.11.2014, 18:38

Danke !

Beitragvon PaulaW » 28.08.2018, 10:43

Ihr seid klasse, herzlichen Dank für die fruchtbaren Infos.

Liebe Grüsse

Paula
Autismus, PG3, 70% GdB, GBH
Tollster Junge der Welt

Benutzeravatar
Sia
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 634
Registriert: 03.12.2009, 20:36
Wohnort: Schweiz

Beitragvon Sia » 28.08.2018, 11:16

@lisaneu - aber Ballspielen kann Spass machen und bringt Bewegung :wink:

Nicht immer muss es schnell und effizient sein … und von täglichem Ballspielen war nie die Rede! Ich schreibe ja, dass man das durchaus durch andere Sachen bewirken kann. Die Idee dabei ist, auf viele verschiedene Arten das gleiche zu trainieren ohne dass man bewusst merkt, was man verbessert!

Es kann schwierig sein den richtigen Zeitpunkt und die richtige Person zu finden!
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS

Lisaneu
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1923
Registriert: 27.01.2017, 08:24

Beitragvon Lisaneu » 28.08.2018, 16:27

@lisaneu - aber Ballspielen kann Spass machen und bringt Bewegung :wink:
Ich will es ja niemanden ausreden, der Spaß daran hat! Ich war als Kind eine sehr schlechte Ballspielerin und hatte nie Spaß daran, beim "Völkerball" immer als vorletzte in eine Mannschaft gewählt zu werden (ein Mädchen meiner Klasse war noch schlechter). Ich wollte immer gut Ball spielen können und habe sogar deshalb als Freigegenstand Volleyball gewählt. Zu Turnieren mitfahren durfte ich trotzdem nie und nach einem Jahr habe ich immer noch keinen "Bagger" gekonnt und frustriert aufgegeben.
Nicht immer muss es schnell und effizient sein … und von täglichem Ballspielen war nie die Rede! Ich schreibe ja, dass man das durchaus durch andere Sachen bewirken kann. Die Idee dabei ist, auf viele verschiedene Arten das gleiche zu trainieren ohne dass man bewusst merkt, was man verbessert!

Es kann schwierig sein den richtigen Zeitpunkt und die richtige Person zu finden!
Dagegen spricht rein gar nichts.Bei mir war der ruchtige Zeitpunt mit 17 Jahren, als ich mit Judo begonnen habe, und "abschießen" das Aufwärmtraining war :) .

(Übrigens ist mein IQ in Mathe im Bereich der Höchstbegabung und nicht besser oder schlechter geworden, als ich endlich mit ca. 20 Ball spielen konnte.)

Ich bin nur dagegen, ein Kind gegen seinen ausdrücklichen Willen zu was zu zwingen, womit es gar keine Freude hat, weil man sich davon Besserung bei einer ganz anderen Sache erhofft.

Mein älteter Sohn ist mäßig sportlich, hasst aber Ballspiele jeglicher Art. Das.hängt vermutlich auch damit zusammen, dass es Mannschaftssport ist und er instinktiv immer im Mittelpunkt stehen will und dabei nicht kapiert, worum es in einem Team geht. Auch Kung Fu war nicht "seines", obwohl er rein körperlich durchaus talentiert wäre.

Dafür schwimmt und schnorchelt er sehr gern und fährt gern Ski.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)


Zurück zu „Spiele und Anregungen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste