Ballspielen wichtig?

Ein besonderes Kind braucht auch besondere Anregungen - nicht zu viel und natürlich auch nicht zu wenig. Gute Spieltipps kann man immer gebrauchen!

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PaulaW
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Ballspielen wichtig?

Beitragvon PaulaW » 27.08.2018, 12:00

Ihr Lieben,

unser Sohn ist jetzt 8 und hat noch nie gerne mit Bällen gespielt. Vermutlich weil es nicht gut klappt.

Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass es wichtig ist für Mathe und andere Fähigkeiten die zum Lernen gehören.
Stimmt das ?

Meine Freundin ist Kinder Psychologin und sagt das sei Quatsch.

In der Schule üben sie es mit ihm im Physio.

Danke und
liebe Grüsse

Paula
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MarinaH
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Beitragvon MarinaH » 27.08.2018, 12:07

Hallo!

Was so alles miteinander zusammenhängen soll... In unserer Familie sind mehrere unsportlich, aber sehr gut in Mathe (und auch sonst so). Mit Bällen kann ich gar nicht, hat mir nicht geschadet.

LG Marina
Kinderärztin im SPZ

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HeikoK
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Beitragvon HeikoK » 27.08.2018, 12:27

Hallo Paula,

nicht das Ballspielen an sich. Gemeint waren wahrscheinlich Überkreuzbewegungen und das Zusammenführen der Hände in der Mitte (wie beim Fangen). Hat was mit der Vernetzung im Gehirn zu tun und kann durch Ballspiele, ABER AUCH durch viele andere Dinge gefördert werden. Nur weil man es nicht mit Bällen hat, muss das nicht in eine Rechenschwäche führen...

LG
Heiko
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Beitragvon Silvia & Iris » 27.08.2018, 12:28

Liebe Paula,

ich kann mir vorstellen, dass es hilfreich ist, wenn man Gegenstände überkreuz weitergeben lernt (räumliche Koordination), essen mit Gabel und Messer, ohne sie ständig zu wechseln (á la nur beim Schneiden die Gabel in der linken Hand sonst immer rechts)... auch das Binden von Schnürriemen erfordert sicherlich eine gewisse feinmotorische Geschicklichkeit... und ist sicher gut, wenn man es kann... - aber ob das alles irgendwie einen Einfluß auf mathematische oder sprachliche Fähigkeiten hat :roll: ist genauso wie das Krabbeln, das so wertvoll ist...

nehme ich mal als Laie an...

LG
Silvia
Liebe Grüße
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Beitragvon Angela77 » 27.08.2018, 12:38

Hallo,

ich bin übrigens auch nie gekrabbelt. Mein räumliches Vorstellungsvermögen war im Gegensatz zu meinen sonstigen mathematischen Fähigkeiten (Algebra, Stochastik) auch vergleichsweise geringer.
Ich hasste Geometrie, obwohl ich mir vieles kognitiv erschließen konnte.
Meine Kinder "zwangen" mich jahrelang, z.B. im Indoorspielplatz, ihnen hinterherzukrabbeln. Interessanterweise scheint sich dadurch auch im Alter bei mir hinsichtlich räumlicher Wahrnehmung einiges geändert zu haben ... Man lernt offenbar nie aus :)

LG
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Beitragvon IlonaN » 27.08.2018, 12:50

Mir wurde immer erklärt das es was mit der Auge-Hand-Koordination zu tun hat und mit der Vernetzung im Gehirn. Von Mathe hab ich nie was gehört-Hm mein heute 20 jähriger konnte selbst in der 1. Klasse noch nicht richtig den ball fangen und ist ein Mathegenie :D
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Beitragvon Anne81 » 27.08.2018, 14:37

Hallo, ich glaube auch dass UNTER ANDEREM durchs Ballspielen die kognitive mathematische Entwicklung gefördert werden kann, aber seien wir doch mal ehrlich: die größten Streber/Nerds in der Schule waren doch allesamt Nieten im Sport 😜

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Beitragvon HeikoK » 27.08.2018, 14:38

:shock: :lol: :lol: :lol: :lol: Nicht komplett politisch korrekt Anne81....aber wo du recht hast.. :lol: :lol:
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Beitragvon Lisaneu » 27.08.2018, 17:22

Bei so Aussagen (wie z.B. Ballspielen fördert die Mathe-Kompetenz) gibt es 2 Möglichkeiten:

1. es ist reiner Quatsch
2. es ist nur statistisch was dran

Zweiteres bedeutet, dass sich die Aussage zwar nicht an den Haaren herbeigezogen ist, aber in Einzelfällen trotzdem keine Aussagekraft hat. So zum Beispiel die Aussage, Frauen seien meistens kleiner als Männer. Die 1,96m große Frau, die ich neulich kennengelernt hat, könnte aber sagen "So ein Quatsch, 98% der Männer, die mir begegnen, sind eindeutig kleiner als ich!" und hätte damit recht :P .

Bei der Aussage bezüglich Ball spielen und Mathe glaube ich übrigens, dass ersteres der Fall (also dass es reiner Quatsch ist) ist. Aber selbst wenn wirklich nachweislich was dran wäre, würde ein Kind, welches nicht gut in Mathe ist, sicher nicht besser durch den Zwang, (ungewollt) häufiger Ball zu spielen.

Wenn im Rahmen der Physio Ball spielen dabei ist, finde ich das trotzdem okay, aber ich würde mir keine Hoffnung auf verbesserte Mathe-Leistungen machen :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Sia
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Beitragvon Sia » 27.08.2018, 19:17

Hallo Zusammen

Muss nun doch noch meinen Senf dazu geben … es ist nicht wirklich "reiner Quatsch".
Heiko hat das ganz richtig gesagt und einige andere auch. Nicht das "Ballspielen" ist entscheidend sondern die richtigen Übungen dazu - egal ob Ball, ein anderer Gegenstand oder nur mit sich selber (z. B. Hampelmann Hände seitwärts auf ab bewegen / Beine vorwärts und rückwärts hüpfend). Koordinativ. Mit dem Ziel beide Hirnhälften (rechte/linke Seite) zu fordern/fördern. Wenn die angeregt/vernetzt/gefördert (oder wie auch immer) werden, kann das auch eine bessere Konzentration bewirken. Man muss sich nämlich sehr konzentrieren, um solche Übungen hinzubekommen! Übt man es regelmässig, wird man besser!
Das Hirn lernt beide Seiten zu nutzen! Und davon könnte man dann auch in der Schule profitieren. Ob nun in Mathe oder Deutsch … man trainiert "vielseitiges, vernetztes Denken" und die Konzentration.

... und als ausgebildete Handball-Trainerin sage ich: Ja, bitte - unbedingt Ball spielen :D :D :D
Eine schöne Zeit wünscht
Sia

Sohn 2004 (MPS IIIa) / Sohn 2005 (Asperger) / Tochter 2010 (ADHS)
Papa 1966 und Mama 1973 (ADHS Diagnose mit 45)

Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen, und du überwindest die Flut.


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