Pflegekraft will Hund mitbringen

So manches Kind muss aufgrund seiner Behinderung besonders intensiv betreut werden - z. B. mit Hilfe eines Pflegedienstes. Viele Kinder werden von einer Krankenschwester in Kindergarten oder Schule begleitet, um optimal versorgt werden zu können. Das gilt beispielsweise für viele tracheotomierte Kinder. In dieser Rubrik können sich Eltern von so genannten Intensivkindern über die besonderen Bedürfnisse ihrer Kinder austauschen.

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Ani
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Pflegekraft will Hund mitbringen

Beitragvon Ani » 24.08.2018, 15:01

Hallo zusammen,

wir haben eine sehr lange "Durststrecke" hinter uns. :(

Seit Mai läuft mit unsere Pflegedienst nicht mehr gut. Ich musste viele Nächte selbst übernehmen, ca 6 pro Monat, weil der PD personell nicht mehr schafft.


Jetzt scheint es so, als hätten wir Jemand gefunden, auf freiberufliches Basis.
Aber die Dame will ihre Hund bei der Nachtwache immer mitbringen. :shock: Es ist wohl ein kleiner Hund. aber trotzdem.
Ich weiß nicht wie unsere Sohn, auf Hunde Haare reagiert. Er hat Atemprobleme, ist sehr verschleimt und sehr infektanfällig.

Dabei brauchen wir so dringen Jemand. :?

Was meint ihr??

Liebe Grüße,
Ani
Ani mit Max(21.06.04). Durch angeborene Fehlbildung am Gehirn schwerstmehrfach behindert. Schwer therapierbare Epilepsie (Lennox-Gastaut Syndrom), blind, ICP ,Skoliose (OP-2015) und Hüftluxation, Ateminsufizienz und Schlafapnoe, PEG Sonde. Kann nicht sprechen, laufen, sitzen.
"Wenn er lacht, geht bei mir die Sonne auf"

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Petra62
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Beitragvon Petra62 » 24.08.2018, 15:11

Hallo Ani
Ich weiß nicht, wie ich entscheiden würde, hätten wir keine Hunde. Ich kann dir nur sagen, es gibt Hunde, die keine Allergien auslösen. Z.B Malteser, Havaneser, Bilonka Zwenta usw. Kläre es doch mit der Pflegekraft ab, auch ob der Hund ruhig ist und auch mal in seinem Körbchen liegen bleibt, wenn sie sich um dein Kind kümmert. Auch würde ich es davon abhängig machen, ob die Sympathie stimmt. Ich denke von der Hygiene her, müsste es gehen. Macht einen Besuchstermin aus und lernt euch kennen. Das ist nur meine Meinung und ich würde es so machen. Viel Glück.
Viele Grüße
Petra
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Beitragvon Lucky » 24.08.2018, 16:29

Ich habe mal erlebt, wie bei uns eine Physiotherapeutin ihren kleinen Hund mitbrachte. Ich denke, insgesamt ist es eine persönliche Sache, wie sie mit der Situation umgeht. Die Physiotherapeutin war jedenfalls oft abgelenkt, hat die kostbare Therapiezeit immer wieder zum "Bändigen" des armen, überforderten, bellenden Hundes verschwendet - und hygienisch war das ganze auch nicht wirklich. Ich bin zwar eigentlich Hundefreund, aber ihr Hund hatte z.B. mal den benutzen Kotbeutel an der Leine und fast angeknabbert, sie auch an Händen abgeschleckt, womit sie dann munter weiter behandelte etc.
Ich will euch damit nicht abschrecken und bin wie gesagt sonst auch hundelieb, aber besonders, wenn Pflege, Infektionsgefahr und Beatmung eine Rolle spielen, wäre ich lieber übervorsichtig!

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Beitragvon Ellert » 24.08.2018, 18:09

huhu

ich würde es nicht wollen und finde auch dass man Hunde und Kinder nicht regelmäßig mit zur Arbeit bringen sollte, allergien hin oder her.
Warum kann der Hund denn nicht zu Hause bleiben ? Andere Leute zahlen Hundesitter auch ( meine Pflegedame)
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Beitragvon Mama Ursula » 24.08.2018, 18:10

Hey,

ich würde es ausprobieren.
Wenn es Euch dann nicht "gefällt", müsst Ihr Euch leider weiter umsehen.

Grüßle
Ursula
Kinderkrankenschwester mit Fachweiterbildung Palliativ Care und Außerklinische Beatmung.
Pflegemutter von Jessy (16 J., schwerster Hirnschädigung wegen Sauerstoffmangel), kl.Bub (1 Jahr mit schwerster Hirnschädigung, Reflux, Spastisch-steife Knie), 2 gr. Jungs - ausgezogen.

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Beitragvon Ellert » 24.08.2018, 18:14

Ich oute mich sogar umgehert, wir haben einen Hund, der darf in keines unserer Schlafzimmer, auch nicht in Ellerts.
Aussen kuscheln immer gerne aber im Schlafzimmer mag ich das nicht, Haare oder was auch immer, der Geruch den nasse Hunde haben zB
Auch Sofa ist tabu
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Beitragvon anke505 » 24.08.2018, 18:32

Hallo,

merkwürdig, man nimmt doch seinen Hund doch sonst auch nicht mit zur Arbeit, ich kenne keinen Arbeitgeber, der so tolerant ist und dies erlaubt.

Warum in diesem Fall?

Arbeitnehmer müssen sich eben um einen Hundesitter kümmern, wenn der Hund nicht allein zu Hause bleiben soll.


Anders kenne ich es nicht.


LG Anke

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Beitragvon Lisaneu » 24.08.2018, 18:46

Wenn du nicht von Haus aus sagst "kommt nicht in Frage" (aber dann würde sich dein Beitrag erübrigen), würde ich eine Probezeit vereinbaren und einfach schauen, wie das in der Praxis ist. Ich würde auch offen ansprechen dass ich mir das mit dem Hund nicht gut vorstellen kann und daher meine Bedenken. Im besten Fall ist es gar kein Problem und ihr habt endlich jemanden gefunden. Wenn dann dein Sohn allergisch reagiert, der Hund die Frau beim arbeiten ablenkt oder hindert, oder wenn es hygienisch für dich nicht tragbar ist, kannst du immer noch NEIN sagen und weitersuchen.

@Anke505: ich kannte einige Leute, die den Hund mit in die Arbeit genommen haben, teilweise sogar in leitender Position (die Besitzer, nicht die Hunde :P ).

Wir hatten auch mal eine Leihoma, die ihren Hund mit hatte, wenn sie meinen Sohn vom Hort abgeholt hat, oder bei uns zu Hause war. Es hat letztendlich wegen anderer Schwierigkeiten nicht gepasst, aber der Hund war nie ein Problem.
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
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Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

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Beitragvon Brigitte 1953 » 24.08.2018, 19:03

Guten Abend Ani

Ich habe einige Jahre bis zur Rente private Pflegestellen im Seniorenbereich angenommen und in einigen Pflegehäusern war das Mitbringen meines Hundes sogar ausdrücklich erwünscht, weil der zu Betreuende Hundefreund war und die Anwesenheit und auch mal Leckerli geben und streicheln dürfen, eine positive ,
wohltuende Abwechslung im oft traurigen Alltag war. Auch pflegerisch schwierige Menschen haben viel gelassener und sanfter reagiert, wenn sie bloss den Hund anschauen konnten, während des Vorgangs.
Mein Hund hatte sein Kissen, ging fein Platz, wenn er aufgefordert wurde dazu und hat mich gerne begleitet weil er gespürt hat, dass er willkommen war.
Testet es doch, mit Probezeit und vielleicht wird es sogar eine gute Sache. Voraussetzung sollte sein, dass der Hund einen festen Platz bekommt und natürlich auch die Grundkommandos beherrscht, gesund und geimpft ist.

Liebe Grüssle

Brigitte

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Beitragvon Ellert » 24.08.2018, 19:34

Gesund geimpft versichert etc ist eine Selbstverständlichkeit.
Für mich macht es aber einen Unterschied ob die alte senile Großmutter den Hund gerne streichelt oder es ein schwerstbehindertes schwerstpflegebedürftiges Kind ist ( sonst bekäme man ja die Pflege nicht so intensiv zugebilligt)
Ich würde sie mal einladen mit dem Hund, dann spürt man auch wie es klappt und die Chemie ist.
Für mich ein Muss wäre auch dass der Hund nicht bellt oder haart, sie nicht in der Zeit mit ihm Gassi gehen muss , füttern etc
dass er eben einfach nur dabei liegt dann und schläft
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